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 Betreff des Beitrags: Vampiro (1957)
BeitragVerfasst: 30. Jul 2013, 15:57 
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Vampir-Adel

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VAMPIRO

(Mexico 1957)

(Ot: EL VAMPIRO)

Abel Salazar - DOKTOR ENRIQUE /// Ariadna Welter - MARTA
Carmen Montejo - ELOISA /// German Robles - GRAF KAROL DE LAVUD / SENOR DUVAL

Regie : FERNANDO MENDEZ

Laufzeit ca. 80 min

FSK ab 16 Jahren


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Die junge Senorita Marta trifft mit dem Zug in der kleinen abgelegenen mexikanischen Stadt Sierra Negra ein. Ihr Onkel Don Emilio Gonzales hat nach ihr schicken lassen, da ihre Tante Maria im Sterben liegt. Um zur Hazienda der Familie Sicomoros zu gelangen fährt sie mit einer Lastkutsche mit, dessen Kutscher eine merkwürdige große Holzkiste vom Bahnhof abholt. In dieser befindet sich Erde aus Ungarn, die widerum an einen Senor Duval überbracht wird. Ein Mann begleitet Marta ebenfalls zu den Sicomoros, den sie am Bahnhof kennen lernte. Er stellt sich ihr als Enrique vor. Als Marta auf der Hazienda eintrifft, fand inzwischen die Beisetzung ihrer Tante statt.

Ihre andere Tante, die Comtessa Eloisa offenbart ihr, das sie u.a. nun die Verantwortung für die Hazienda und das ganze Landgut der Sicomoros hat. Die Hazienda ist in keinen guten Zustand, denn der Verfall der Zeit nagte an ihr. Eloisa will, das Marta das Gut an den mysteriösen Senor Duval verkauft, da es hier nichts mehr zu bewirtschaften gibt. Marta will aber erstmal nicht, da ihre verstorbene Tante Maria unter Wahnvorstellungen litt, das in der gesammten Umgebung Vampire existieren sollen. Enrique gibt sich dem Don Emilio als Doktor zu erkennen, da dieser ihn heimlich angefordert hatte, um den merkwürdigen Tod von Maria und sonstige mysteriösen Geschehnisse auf dem Landgut aufzuklären.

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Eloisa ist die Vampirbraut des Grafen Lavud und dieser will mit ihrer Hilfe sich der Hazienda bemächtigen, um seinen Bruder wieder auferstehen zu lassen. Von der Hazienda aus will er dann über die ganze Region herrschen. Deswegen auch die Holzkiste mit der Erde, denn nur in ungarischer Erde kann sein Bruder wieder zum Leben erweckt werden. Als Marta zufällig im Spiegel ihres kleinen Kosmetikkoffers Eloisa nicht sieht, glaubt sie an Sinnestäuschung. Dann erinnert sie sich an die vorabendliche Unterhaltung über Vampire, ihr nichtvorhandenes Spiegelbild, den Kruzifixen usw. Später sieht sie ihre Tante Eloisa tatsächlich nicht im Spiegel und bekommt Angst. Auch Verstorbene scheinen nicht dort zu sein, wo sie eigentlich sein sollten.....!

Dieser kleine, eher unscheinbare Film gilt als Durchbruch des mexikanischen Horrorkinos und es war auch der erste Vampirfilm aus Mexico. In den 30er Jahren entstand nur eine Handvoll mexikanischer Gothic-Horrorfilme unter der Regie von JUAN BUSTILLO ORO, die aber bei den Mexikanern kaum Beachtung fanden. Vielmehr war das Hauptaugenmerk auf Dramen, Western und Revolutionsfilme gerichtet und das bis weit in die 50er Jahre hinein. Mit dem Jahr 1957 änderte sich dies. Vampiro wurde in Mexico, aber auch international ein Riesenerfolg, außer in Deutschland!

Die Gründe dafür waren u.a., das Vampiro erst 1960 in Deutschland zu spät in die Kinos kam. Er lief erst nach dem Hammerfilm DRACULA, der ein Jahr später nach Vampiro entstanden war. Dracula startete noch im Jahr seiner Entstehung im Dez. 1958 in den deutschen Kinos, Vampiro aber erst im Januar 1960. Und nachdem die deutschen Zuschauer den Hammer-Dracula Film gesehen hatten und das alles noch in den schönsten Farben, konnte der in schwarzweiß gedrehte Vampiro nur verlieren, und somit verschwand dieser sang- und klanglos in der Versenkung und ward seitdem nie wieder gesehen, weder im TV noch auf Video.

Graf Lavud & Comtessa Eloisa


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Der katholische Filmdienst gab ihm den Rest und urteilte für meine Begriffe ziemlich ungerechtfertigt, Zitat:

"Belanglose Variante des bekannten Gruselthemas, technisch wie darstellerisch auf niedrigstem Niveau."

Diese Kritik teile ich überhaupt nicht, weil sie dem Film einfach nicht gerecht wird. Schon ein Vergleich des Horrorkinos aus Mexico mit dem des europäischen ist schwierig, denn die mexikanischen Filme sind kulturell anders, als die der Europäer oder der USA, was auch logisch ist, und dementsprechend besitzt das mexikanische Kino eine andere Einstellung zum Genrefilm. Hier und da werden schon mal diverse Horrormotive miteinander verbunden, wobei Stil und Handlungen sich sehen lassen können.

Vampiro ist ein exzellentes Beispiel dafür, und Regisseur FERNANDO MENDEZ verband hier sogar die Vampirthematik mit dem Motiv des Lebendig begraben seins. Vampiro mag zwar billig produziert worden sein, aber Senor Mendez verstand es geschickt eine tolle Schwarzweiß-Atmosphäre zu erzeugen, die für mich überraschend war/ist. Schon die Beerdigungszeremonie, wo mexikanische Bauern einen Sarg zur Gruft tragen und die Hinterbliebenden ihm folgen, überzeugt durch eine gelungene Schwarzweiß-Photographie. Kameraführung, Ausleuchtung und etliche Einstellungen tragen wunderbar zur Gesamtatmosphäre bei.

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Man hat sich auch einiges einfallen lassen. So tauchen die beiden Vampire wie aus dem Nichts auf und verschwinden auch wieder. Das mag ein ganz einfacher Trick sein, aber ganz so ist es wieder nicht. Wenn z.B. Graf Lavud aus einiger Entfernung zwischen Vorhängen oder Wänden auftaucht, so sieht man seine Gestalt ziemlich schmal, fast wie einen Strich, dann kommt er näher und während dessen formt sich seine Gestalt. Das ist optisch äußerst ansprechend inszeniert, wie auch etliche andere Sequenzen. Ferner können die beiden Vampire aus der Entfernung gedanklich miteinander kommunizieren. Auch die Verwandlung in Fledermäuse ist zwar einfach, aber durch die Schnitttechnik wieder wettgemacht worden. Das mag billig wirken und ist es wohl auch, aber es kann sich sehen lassen. Man muß auch bedenken, das solche Filme immer Kinder ihrer Zeit sind und z.B. die Hammerfilme oder diverse B-Filme aus den USA hätten es damals auch nicht besser gemacht. Unter diesen Gesichtspunkten verstehe ich die Negativ-Kritik zu Vampiro überhaupt nicht! Das erstaunliche an Vampiro ist, das er sogar einige Motive und Einstellungen der später einsetzenden Dracula-Hammerfilme vorweg nimmt. Das ist Fakt, und man wird dies bemerken, wenn man bereit ist sich Vampiro anzusehen.

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Fazit:
Für mich ein überrraschender Vampirfilm aus Mexico, der sich keineswegs hinter anderen Produktionen von damals verstecken muß und heutzutage genau die Nostalgische Horroratmosphäre inne hat, die man bei alten Filmen dieser Art zu schätzen weiß. Wer noch nie einen mexikanischen Vampirfilm gesehen hat, dem bietet sich die Gelegenheit dazu. Graf Lavud ist dank der DVD des Labels Subkultur wieder auferstanden. Sehr lobenswert ist es, das auf der DVD die mexikanische Bild- und Tonfassung enthalten ist, die ca. 80 min läuft. Somit kann man sich den Film komplett in spanisch mit deutschen Untertiteln, aber auch in deutsch ansehen. In der deutschen Kinofassung fehlende Szenen, sind mit einer zweiten Untertitelspur versehen. Diese ist im originalen 4:3 Bildformat und erweist sich meiner Meinung nach als die bessere Fassung. Wer nun deswegen herum nörgeln will, sollte sich vorher darüber im klaren sein, das man überhaupt froh sein kann, das es dieser Film überhaupt auf DVD geschafft hat. Alte Mexico-Filme auf DVD,...nicht gerade selbstverständlich!

Als Extra ist u.a. noch die alte deutsche Kinoversion mit drauf, die zwar im 16:9 Format daher kommt, allerdings nur ca. 77 min läuft. Das ist etwas für Kino-Nostalgiker. Allerdings weist schon der mexikanische Originalvorspann erhebliche Unterschiede zum deutschen auf. Des weiteren befinden sich noch
eine Bildergalerie und ein Radiointerview auf der DVD.

10/10 mexikanischen Vampiren


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 Betreff des Beitrags: Re: Vampiro (1957)
BeitragVerfasst: 30. Jul 2013, 16:43 
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hat da jemand die letzte VIRUS Ausgabe gelesen ;) ;) ;) ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Vampiro (1957)
BeitragVerfasst: 30. Jul 2013, 16:59 
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Vampir-Adel

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markus hat geschrieben:
hat da jemand die letzte VIRUS Ausgabe gelesen ;) ;) ;) ;)


:roll: ... :roll: ... :roll: ... :roll:

Nein,.....ich nenne den Film mein eigen und habe ihn zweimal gesehen.
Einmal die mexikanische original Bild- und Tonfassung und die alte deutsche Kinoversion!

Von der Zeitung Virus habe ich mal gehört, kenne aber keine einzige Ausgabe, da nie gekauft!

Wieso fragst Du mich das ???


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 Betreff des Beitrags: Re: Vampiro (1957)
BeitragVerfasst: 30. Jul 2013, 17:25 
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Weil ein Review von diesem Film drinnen war

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 Betreff des Beitrags: Re: Vampiro (1957)
BeitragVerfasst: 31. Jul 2013, 12:06 
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markus hat geschrieben:
Weil ein Review von diesem Film drinnen war


....aber bestimmt nicht das gleiche Review, welches der Graf hier verfasst hat!!!

Ist aber eigentlich auch eine total belanglose Frage gewesen Markus!
Da könntest du bei fast jeder Review hier im Forum ein Kommentar posten und fragen : "Hat da jemand das Magazin XY oder YZ gelesen" :grummel1:
Ich denke es gibt wenige Filme, zu denen es keine deutsche Rezension gibt!
Und wenn das bei einigen unbekannte und/oder obskuren Trash/Low Budget Sachen der Fall, dann werd ich mich der Filme schon annehmen ;)

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"Are you gonna bark all day little doggie, or are you gonna bite?"


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 Betreff des Beitrags: Re: Vampiro (1957)
BeitragVerfasst: 25. Aug 2015, 01:57 
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Kleine, feine Filmperle aus mexikanischen Landen .... dabei filmisch überzeugend und für das Entstehungsjahr
absolut in Ordnung umgesetzt. Als Zuschauer muss man sich ggf. zu Beginn etwas auf das schwarz-weiss Flair einlassen,
es handelt sich eben nicht um eine Produktion aus dem Hause Hammer, mit deren gewohnt schönen Farben, Kulissen bzw.
bekannten Darstellern. Der spanisch-stämmige Schauspieler German Robles mimt allerdings hier einen interessanten
Grafen, der das notwendige Charisma eines Vampirfürsten durchaus gut rüber bringen kann.

Die Szenenbauten inkl. Spinnweben erscheinen aus heutiger Sicht irgendwie 'niedlich', geben aber eine heimelige Gruselatmosphäre
und fügen sich nahtlos in das Gesamtbild ein.

Inzwischen hat sich dieser Film in die "Lieblings-DVD" Ecke geschlichen. Er hat Charme, Unterhaltungswert,
gute Darsteller und zeigt eine eher klassische Variante der Vampirthematik. Wie man sieht, muss es nicht immer
super CGI sein (siehe Dracula untold), sondern es reichen auch einfache Mittel aus, um filmische Klasse zu erlangen ...

8,5/10 Kerzenleuchter

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I don't think runnning will save you.


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