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 Betreff des Beitrags: Andy Warhol´s Dracula (1974)
BeitragVerfasst: 18. Dez 2012, 13:21 
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trashig-exploitativer Chef
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Originaltitel : Dracula cerca sangue di vergine... e morì di sete!!!

Herstellungsland : Frankreich/Italien

Erscheinungsjahr : 1974

Regie : Paul Morrissey

Darsteller : Joe Dallesandro,Udo Kier,Arno Juerging,Maxime McKendry u.a.

Laufzeit : 103:12 Minuten

Freigabe : SPIO/JK: strafrechtlich unbedenklich

Hier ein Filmplakat aus dem englischsprachigem Raum

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Story :

Graf Dracula und dessen Schwester sind die letzten einer aussterbenden Spezies in ihrer Heimat in Transylvanien.
Das einzige was sie vor dem körperlichen Verfall mit Todesfolge jetzt noch bewahren kann ist Blut.
Blut gäbe es ja zu genüge, aber mit ordinärem Blut ist den beiden nicht geholfen.
Es muss das Blut einer weiblichen Jungfrau sein!
Und seit dem Verfall von Sitte und Anstand in Rumänien werden die Jungfrau immer seltener und es gibt weit
und breit keine zu finden.
Diese Misere lässt dem Grafen keine andere Wahl als sich mit seinem Butler Anton in anderen Ländern
nach einer Jungfrau zu suchen um an ihren Lebenssaft zu kommen.

Seine Wahl fällt auf Italien da man munkelt dort gebe es Jungfrauen zu hauf und Dracula will versuchen dort eine
"Frau" zu finden die zu ihm passt.
In der Stadt in der sich der Blutsauger niederlässt lebt Marchese di Fiore mit seiner Frau und seinen vier Töchtern.
Doch das Schicksal meint es nicht gut mit der Familie da sie sich gezwungen sehen ihr pompöses Anwesen zu verkaufen.
Durch die exzessive Spielsucht des Familienoberhaupts haben sich enorme Schulden angehäuft; zu enorm um sie mit dem
eigenem, verbliebenem Geld wieder zu begleichen.

Als man von der Ankunft und der Brautschau des wohlbetuchten Grafen hört, wittert die Gattin des Marchese eine
einmalige Chance eine ihrer Töchter mit dem Adeligen zu vermählen.
So wäre man auf einen Schlag alle Schulden los und könnte wie Parasiten vom Vermögen des neugewonnenem Schwiegersohn leben.
Da Perla mit ihren 14 Jahren zu jung für die Ehe ist und man die introvertierte Esmeralda für zu alt hält bleiben nur noch
Saphiria und Rubinia für die engere Auswahl über.

So bleibt es unausweichlich das unser Graf diesen beideb Mädchen etwas näher rückt.
Doch diese beiden frühreifen Früchtchen sind weit davon entfernt unbefleckt zu sein und ihr
unreines Blut macht den Vampir nur noch schwächer als er schon ist.

Und da wäre ja auch noch Mario, der Gärtner der de Fiores, und dieser ist nicht grade erfreut das man
eine der Töchter mit dem mysteriösem Adeligen aus Transylvanien vermählen möchte.
Ob Dracula es schafft sein lebensnotwendiges und heißbegehrtes Jungfrauenblut zu bekommen müßt
ihr schon selber rausfinden!


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Bewertung :

In den 1930ger Jahren hat Bela Lugosi den Mythos Vampir im Film ja genaustens redefiniert, und seitdem sind
die bleichen Blutsauger nicht mehr von der Leinwand wegzudenken.
Und hier sind wir nun, im ausklingendem Jahr 2012 und in den letzten Jahren sind Vapmpire und die cineastischen Ergüsse
rund um diese untote Zeitgenossen durch den Erfolg von Twillight ja wieder total "en vogue".
Leider führte das in meinen Augen auch zur Entmystifizierung des Vampirs im Film; metrosexuelle Vampir die Menschenfrauen schwängern und eine Familie gründen hat man vor 30 Jahren doch höchstens in Trash Filmen zu sehen bekommen.

Die meisten neueren Genrebeiträge können mich leider nicht wirklich überzeugen und der einzige Vampirfilm der letzten Jahre
der wirklich überzeugen konnte ist in meinen Augen DAYBREAKERS von den Spierig Brothers.
Angesichts dessen heißt es dann für mich "Stick to the roots" und logischerweise war es nur eine Frage der Zeit bis auch ANDY WARHOL´S DRACULA mal wieder den Weg in den heimischen DVD-Player fand.
ANDY WARHOL´S DRACULA (auch als BLOOD FOR DRACULA bekannt) ist eine italienisch-französiche Produktion, die eine eher seltsame Interpretation des legendären Stoffes von Bram Stoker ist und die Grundthematik des Romans wird hier nur genaz leicht angeschnitten.

Regisseur Paul Morrisey ist es gelungen, neben George A. Romero´s MARTIN, einen der besten Independent Vampirfilme der 70ger zu drehen.
Die schiere Brillanz des Films liegt in der Charakterisierung des Grafen, denn hier ist Dracula nicht mehr das übermächtige und niederträchtige Monster welches das weibliche Geschlecht durch seine Erscheinung in den Bann zieht.
Dieser Dracula hier ist ein kränklicher und fast schon erbärmlicher Zeitgenosse mit dem man den ganzen Film über Mitleid verspürt.

Der Humor der sich durch den Film zieht ist schwarz wie die Nacht und jedem "Cult Cinema" Liebhaber dürfte hier das Herz höher schlagen.
Udo Kier in der Hauptrolle ist grandios und gibt eine hervorragende Darbietung; charismatisch, herausragend und auf den Punkt gebracht.
Für Schönling Joe Dallesandro ist die Rolle des Schürzenjägers Mario wie gemacht und er geht vollends darin auf wenn er mit nacktem Oberkörper die Frauen bezirzen darf.
Klar das Dallesandro auch hier nicht fehlen durfte, er gehört ja schon quasi zum Stamminventar in Morrisey´s Filmen.

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Trotz alledem ist Dallesandro hier aber nicht die Art von Held den man anfeuert.Durch seine schmierige und lüsterne Art des Schauspiels macht Dallesandro den Charakter nicht wirklich sympatisch.
Auch sehr positiv hervorzuheben ist Arno Jürging als Anton; er spielt die Rolle des Dieners schüchtern und charmant aber zeigt trotzdem immer wieder seine boshaften Tendenzen.
Und grade diese Darbietung von Jürging prägt sich ins Gedächtnis ein und hilft ANDY WARHOL´S DRACULA sich von anderen Vampirfilmen aus dieser Zeit und Budgetklasse zu differenzieren.

Auch wenn der Film mit so gut wie keinem Budget gedreht wurde merkt man es ihm keine Sekunde lang an; die Sets und Kulissen sehen fabelhaft und pompös aus.
Der Soundtrack des Films ist wundebar und grade die Pianokompositionen sind ergreifend und hervorzuheben.
Auch wenn dies für einige verrückt klingen mag, aber die Grundidee des Films ist schlichtweg herzzerreißend!
Es ist einfach ein sehr tragischer und pessimistischer Film; als würde man einem alten,schwachen Mann langsam beim Sterben zuschauen der nach einem Fahrradunfall am Strassenrand liegt und langsam verblutet.

Komponist Claudio Gizzi hat hier, wie auch schon zuvor in ANDY WARHOL´s FRANKENSTEIN, eine tollen und eindringlichen Score komponiert der dir Tragik des Films noch zusätzlich verstärkt.
ANDY WARHOL´S DRACULA kann ANDY WARHOL´S FRANKENSTEIN zwar bezüglich der Brutalität nicht das Wasser reichen, doch Freunde des roten Lebenssaft kommen im letztem Drittel nochmal voll auf ihre Kosten.

Diese FX sind solide umgesetzt wie auch schon in ANDY WARHOL´S FRANKENSTEIN!
Diese lose auf Stoker´s Roman basierende Umsetzung des Dracula besticht durch tolle Bilder und Kameraarbeit, ein zügiges Tempo in der Narrativität und tolle Special FX.
Blutig, genuin erotisch und nicht scheu des Zuschauers Herz zu erweichen.

Was ich hier definitv noch empfehlen kann :
Leute die der englischen Sprache mächtig sind sollten sich den Film definitiv mal in der Originalsprache anschauen!
Der deutsche Akzent von Udo Kier ist wirklich genial!
Sätze wie : "I niehd ze Blot of a Wihrgin" lesen sie hier zwar wie Niederländisch, laden aber ohne Zweifel zum Schmunzeln ein.
Fans von Kult Horror die diesen Film noch nicht gesehen haben sollten dies unbeding nachholen um dieses Kleinod nicht zu verpassen!

8 von 10 Fangzähnen

Hier das italienische Filmplakat :

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www.youtube.com Video From : www.youtube.com

_________________
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"Are you gonna bark all day little doggie, or are you gonna bite?"


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