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 Betreff des Beitrags: Re-Animator (1985)
BeitragVerfasst: 8. Dez 2013, 13:10 
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Re - Animator
(Re - Animator)
mit Jeffrey Combs, Bruce Abbott, Barbara Crampton, David Gale, Robert Sampson, Gerry Black, Carolyn Purdy-Gordon, Peter Kent, Barbara Pieters, Ian Patrick Williams, Bunny Summers, Al Berry
Regie: Stuart Gordon
Drehbuch: Dennis Paoli / William Norris / Stuart Gordon
Kamera: Mac Ahlberg / Robert Ebinger
Musik: Richard Band
keine Jugendfreigabe
USA / 1985

Dr. Herbert West hat ein Serum entwickelt, mit dem er die Toten zurück ins Leben holen kann. Wegen seiner dunklen Vergangenheit versteckt er sich als Untermieter bei dem Medizinstudenten Dan und beschließt, ihn und seine Freundin Megan in seine makaberen Experimente einzubeziehen. Megan bemerkt schnell, dass man sich vor dem genialen, aber gefährlichen Mediziner in Acht nehmen muss. Doch Dan wird in den Strudel der blutigen Ereignisse mitgerissen und zum Komplizen und Mittäter des höllischen Treibens.


Wenn man im Horror-Genre einmal nach den echten Klassikern fragt dann fällt eigentlich relativ selten der Titel "Re-Animator". Dabei handelt es sich bei diesem Werk von Stuart Gordon doch wirklich um eine echte Perle, die nach nunmehr fast drei Jahrzehnten auch endlich vom Index gestrichen wurde und so ganz normal im Handel zu erwerben ist. Gleichzeitig handelt es sich auch um den Auftakt einer der wohl besten-und unterhaltsamsten Trilogien, die das Genre je hervorgebracht hat und auch nach heutigen Gesichtspunkten funktioniert die Geschichte immer noch tadellos. Im Mittelpunkt steht der junge Dr. Herbert West, dessen Darsteller Jeffrey Combs durch diese Rolle schon längst in Fankreisen einen gewissen Kultstatus erlangt hat. Als eine Art moderner Dr. Frankenstein hat er ein Seruum entwickelt das Tote wieder ins Leben zurück holt, wobei die Wiedergänger sich keinesfalls so verhalten wie von dem jungen Arzt angenommen. Und so entgleisen die Ereignisse hier in einer Art und Weise, die sich für den Zuschauer unglaublich unterhaltsam darstellt, wobei dies in erster Linie sicherlich in der gelungenen Kombination aus Horror, Splatter-und bissigem schwarzen Humor zu begründen ist, die Stuart Gordon seiner Geschichte verliehen hat, die auf den Motiven von H.P. Lovecraft basiert. Von der ersten Minute an wird dabei kein Zweifel daran gelassen, das man auch mit einigen derberen Einlagen konfrontiert wird, aber "Re-Animator" definiert sich keinesfalls ausschließlich durch seinen visuellen Härtegrad.

Auch wenn das Szenario immer wieder teils heftige-und blutige Passagen beinhaltet, so ist es doch hauptsächlich die Gesamt-Mixtur, die diesen Film zu einem der besten Horrorfilme aufsteigen lässt. Dabei geht es durchgehend ungemein spannend zur Sache und die Ereignisse werden von einer wunderbar morbiden Grundstimmung getragen, in die sich immer wieder bissige Dialoge, skurril anmutende Situationskomik und eine Art von Humor mischen, so das letztendlich ein Gesamtpaket entsteht, das in wirklich allen Belangen vollkommen überzeugen kann. Die Anlehnungen an einen Klassiker wie "Frankenstein" sind definitiv nicht von der Hand zu weisen und lassen sich schon in der Thematik an sich erkennen, im Grunde genommen hat Stuart Gordon dem Ganzen lediglich ein modernes Gewand verliehen und diverse neue Elemente in die Geschichte gepackt, so das ein durchaus innovatives Szenario entstanden ist, das auch in der heutigen Zeit immer wieder begeistern kann. Das ist zum Teil auch dem grandios agierenden Jeffrey Combs zu verdanken, der die Rolle des scheinbar fanatischen Dr. West richtiggehend lebt und dabei eine Kombination von Fanatismus-und Arroganz an den Tag legt, die absolut glaubwürdig erscheint.

Auch die restliche Darsteller-Riege liefert einen sehr guten Job ab und ganz generell warten sämtliche Schauspieler mit einer immensen Spielfreude auf, wobei Jeffrey Combs aber dennoch hervor sticht und dem Film seinen ganz persönlichen Stempel aufdrückt. Auch die vorhandenen Effekte gestalten sich absolut sehenswert, auch wenn sie nach mit den heutigen Maßstäben sicherlich nicht mehr mithalten können. Das soll nun aber keineswegs als Kritik aufgefasst werden, denn in einer Zeit, in der man nur zu oft mit wahren CGi-Effekt-Gewittern überrollt wird ist es immer wieder schön, die damalige Machart der gelungenen SFX zu begutachten. Mir persönlich sagt das weitaus mehr zu, als sich immer und immer wieder mit übertriebenem CGI auseinander zu setzen, denn wirken doch manche der heutigen Produktionen teilweise viel zu überladen und wollen so lediglich über andere Schwächen hinwegtäuschen. Das dürfte bei "Re-Animator" ziemlich schwierig werden, denn die Geschichte lässt im Prinzip überhaupt keine Mankos erkennen und gibt so auch keinerlei Grund zur Beanstandung. Sämtliche Komponenten greifen perfekt ineinander und ergeben ein Geschehen voller Spannung, Witz und jeder Menge Blut, so das der geneigte Fan jederzeit voll auf seine Kosten kommt.

Letztendlich mögen viele Leute das eventuell etwas anders sehen, doch meiner Meinung nach handelt es sich bei "Re-Animator" um einen echten-und wunderbaren Klassiker des Horrorfilms, der leider immer noch oft vollkommen unterschätzt wird und so auch nicht die Beachtung erlangt, die ihm aufgrund der vorhandenen Klasse auf jeden Fall zusteht. Das von Capelight erschienene Mediabook präsentiert diesen wunderbaren Film in neuem Glanz und ist zudem zu einem erschwinglichen Preis erhältlich. Das stellt aber nur einen netten Nebeneffekt dar, denn dieses Werk ist ganz einfach absolut grandios und sorgt durch seine exzellente Mischung jederzeit für extrem kurzweilige Unterhaltung.


Fazit:


Eher selten im gleichen Atemzug mit anderen Genre-Klassikern genannt präsentiert Stuart Gordon mit "Re-Animator" einen absolut zeitlosen Horrorfilm, der im Laufe der Jahre überhaupt nichts von seinem unvergleichlichen Charme und seiner Faszination eingebüßt hat. Ein grandios agierender Jeffrey Combs, etliche blutige Momente und rabenschwarzer Humor sorgen für ein Filmvergnügen der Extraklasse, das in keiner gut sortierten Sammlung fehlen darf.


9/10

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