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 Betreff des Beitrags: Blutiger Sommer - Das Camp des Grauens (1983)
BeitragVerfasst: 3. Nov 2013, 16:53 
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Blutiger Sommer - Das Camp des Grauens
(Sleepaway Camp)
mit Felissa Rose, Jonathan Tiersten, Karen Fields, Christopher Collet, Mike Kellin, Katherine Kamhi, Paul DeAngelo, Thomas E. van Dell, Loris Sallahian, John E. Dunn, Willy Kuskin, Desiree Gould, Owen Hughes, Robert Earl Jones
Regie: Robert Hiltzik
Drehbuch: Robert Hiltzik
Kamera: Benjamin Davis
Musik: Edward Bilous
ungeprüft
USA / 1983

Die 4-jährigen Zwillinge Angela und Peter baden mit ihrem Vater in den Nähe des Feriencamps in einem See. Ein Mototboot, gesteuert von leichtsinnigen jungen Leuten aus dem Camp, gerät außer Kontrolle und tötet Angelas Zwillingsbruder und ihren Vater. Acht Jahre später. Angela verbringt mit ihrem Cousin Ricky die Ferien im selben Camp, in dessen Nähe der Unfall geschehen war. Durch den damals erlittenen Schock ist Angela ein scheues, verstocktes Mädchen geworden. Für die anderen Jugendlichen ein willkommenes Opfer für gehässige Scherze. Dann bricht eine mysteriöse Todesserie aus. Zuerst versucht man, sie als Unfälle zu rechtfertigen. Als aber einem Mädchen der Rücken von oben nach unten brutal aufgeschnitten wird, ist allen klar, daß ein wahnsinniger Mörder unter ihnen ist. Immer mehr Kinder müssen grauenvoll sterben...


Die goldenen 80er Jahre haben ja so manche echte Filmperle an den Tag gebracht, wobei insbesondere das Sub-Genre des Slashers eine wahre Hochkonjunktur erlebt hatte, denn im Sog von "Halloween" oder "Freitag der 13." wollten selbstverständlich unzählige Regisseure auf den Erfolgszug aufspringen und statteten ihre Filme mit ähnlich gelagerten Geschichten aus. Vorliegendes Werk von Robert Hiltzik zählt dabei zu den etlichen Vertretern mit der allseits beliebten Feriencamp-Thematik, wobei "Blutiger Sommer" längst nicht das halten kann, was dem Zuschauer in der gut klingenden Inhaltsangabe ganz offensichtlich versprochen wird. Vielmehr präsentiert sich hier nämlich ein fast gänzlich blutarmer und aus heutiger Sicht vollkommen harmloser Vertreter seiner Art, der gerade in der heutigen Zeit der immer härter werdenden Horrorfilme einen extrem biederen Eindruck hinterlässt. Und dennoch genießt der Film in diversen Kreise einen regelrechten Kultstatus, was man persönlich nach einer neuerlichen Sichtung kaum mehr nachvollziehen kann. Was einem eventuell damals noch etwas härter vorkam, ist mittlerweile an Harmlosigkeit kaum zu überbieten und trotzdem muss ich zugeben, das die Geschichte dennoch immer noch eine nicht näher zu erklärende Faszination auf einen ausstrahlt, obwohl dies ganz sicher nicht im enthaltenen Härtegrad begründet ist.

Dieser tendiert nämlich ehrlich gesagt gegen null, zwar weisen die diversen Kills zumindest einen gewissen Einfallsreichtum auf, denn der ominöse Killer lässt sich immer wieder neue Tötungsarten einfallen. Das Problem an der ganzen Sache ist lediglich, das man die Tötungen eigentlich gar nicht im Bild sieht, sondern die Kamera immer erst auf die Opfer schwenkt, wenn diese schon längst ermordet wurden. So kann man es also durchaus nachvollziehen, wenn viele Leute in diesem Fall von einem eher sehr unspektakulären Slasher sprechen, dessen Nachfolger weitaus interessanter gestaltet wurden, doch andererseits geht vom Geschehen dieser typische Charme der damaligen Zeit aus, der das Ganze wiederum einigermaßen aufwertet. In atmosphärischer Hinsicht weiß die Geschichte auch durchaus überzeugen, doch leider vergeudet man auch zu viel Zeit mit eher belanglosen Nebensächlichkeiten, so das an einigen Stellen einige kleinere Längen auftreten. Am störendsten aber erscheint einem jedoch das teils pubertäre Gehabe der Teenies, das an etlichen Stellen zu intensiv in den Vordergrund gerückt wird und den Ereignissen eine streckenweise ziemlich naive Note verleiht. Zudem merkt man "Blutiger Sommer" jederzeit seinen B-Movie Charakter an, was im Grunde genommen ja oftmals als Kompliment aufgefasst werden kann, in vorliegendem Fall allerdings des Öfteren negativ auffällt. Besonders tritt dies zumeist beim dargebotenen Schauspiel in den Vordergrund, denn um Kosten zu sparen wurden nicht nur Statistenrollen sondern auch diverse Sprechrollen mit Laien-Darstellern besetzt, was sich in manchen Fällen eher negativ bemerkbar macht. So bekommt man mehr als nur einmal eher hölzernes Schauspiel geboten und das Geschehen erscheint an der einen-oder anderen Stelle schon fast unfreiwillig komisch.

Vielleicht sind es aber auch gerade diese kleinen Randnotizen, die den Film irgendwie liebenswert machen und unverkennbar mit einem gewissen Charme ausstatten. Zudem muss man Regisseur Robert Hiltzik auf jeden Fall zu gute halten das er hier den Versuch unternommen hat, keinen wahllos mordenden Killer zu erschaffen, sondern vielmehr probiert, sich von der psychologischen Seite her den Beweggründen des Killers zu nähern. Leider ist dies aber nur teilweise gelungen, denn die erst zum Ende hin erfolgten Erklärungsversuche für die Motive fallen definitiv recht spärlich aus und eine etwas tiefer gehende Beleuchtung hätte das Szenario doch um Einiges aufgewertet. Der absolute Höhepunkt dieses eher sehr unspektakulären Genre-Vertreters ist ganz eindeutig in der abschließenden Schluss-Sequenz zu erkennen, die gerade bei der ersten Sichtung des Filmes einen zumindest kleinen Aha-Effekt für den Zuschauer beinhaltet. Dadurch sieht man die Ereignisse dann auch aus einer etwas anderen Sichtweise und die psychologische Komponente des Szenarios erhält zumindest noch einmal eine kleinere Gewichtung, als es zuvor der Fall war. Gleichzeitig deutet die letzte Szene auch schon ganz augenscheinlich darauf hin, das die Thematik mit diesem einen Film noch längst nicht erledigt ist und es nur eine Frage der Zeit war, wann man den ersten Nachfolger präsentieren würde.

Insgesamt gesehen zählt wohl die gesamte und mittlerweile 4 Filme umfassende "Sleepaway Camp Reihe" nicht zu den stärksten des Genres und gerade dieser erste Teil ist nicht als filmisches Highlight anzusehen. Dennoch werden gerade die Freunde des Oldschool-Slashers ihre Freude an diesem unblutigen Filmchen haben, das trotz etlicher Unzulänglichkeiten und diversen Längen seinen ganz eigenen Charme beinhaltet. Für mich persönlich handelt es sich um einen durchaus atmosphärischen Vertreter, der auch ohne visuelle Härte absolut sehenswert erscheint und in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte.


Fazit:


"Blutiger Sommer - Das Camp des Grauens" kann keinesfalls das halten, was einem der Filmtitel sowie die Inhaltsangabe versprechen. Wer blutige Metzeleien und viel Härte erwartet ist hier definitiv an der falschen Adresse, denn gerade nach heutigen Maßstäben entpuppt sich der Film in dieser Beziehung als biedere-und harmlose Hausmannskost. Dennoch kann man dem Werk seinen Unterhaltungswert nicht absprechen und lässt sich immer wieder gern in "Das Camp des Grauens" entführen.


6/10

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