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 Betreff des Beitrags: Bride of Re-Animator (1989)
BeitragVerfasst: 11. Mär 2014, 11:08 
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Bride of Re-Animator
(Bride of Re-Animator)
mit Jeffrey Combs, Bruce Abbott, Claude Earl Jones, Fabiana Udenio, David Gale, Kathleen Kinmont, Mel Stewart, Irene Cagen, Michael Strasser, Mary Sheldon, Marge Turner, Johnny Legend, David Bynum
Regie: Brian Yuzna
Drehbuch: Rick Fry / Woody Keith / H.P. Lovecraft / Brian Yuzna
Kamera: Rick Fichter
Musik: Richard Band
keine Jugendfreigabe
USA / 1989

Die beiden Wissenschaftler Dr. Herbert West und Dr. Dan Cain haben ein Serum entwickelt, das nicht nur Tote wiederbelebt. Es ermöglicht ihnen auch, aus allen möglichen und unmöglichen Körperteilen neue, höchst bizarre Lebensformen zu schaffen. Ihr Erfindungsreichtum kennt dabei keine Grenzen. Gerade sind sie dabei, ihrer zusammengesetzten Traumfrau" den letzten Schliff zu geben, als ein Polizist und der reanimierte Kopf von Dr. Carl Hill mit seiner Zombiearmee zum Großangriff blasen ...


Vier Jahre nach dem Kultfilm "Re-Animator" schickte Regisseur Brian Yuzna seine Version der zeitgemäßen Frankenstein-Thematik 1989 in die zweite Runde und wie kaum anders zu erwarten dreht sich dieses Mal alles um eine neu erschaffene Braut, die aus verschiedenen Leichenteilen zusammengesetzt in ein neues Leben versetzt werden soll. Zeitlich gesehen siedelt sich die Geschichte 8 Monate nach dem Massaker in Teil 1 an und zu Beginn sieht man die beiden Haupt-Charaktere bei einem freiwilligen Einsatz in einem Krisengebiet, in dem sie ziemlich ungestört an der Weiterentwicklung ihres Serums arbeiten können. Erst kurz danach verschlägt es West und Cain wieder zurück an ihre alte Wirkungsstätte, die einmal mehr als Hauptschauplatz für die folgenden Ereignisse dienen soll. Wie schon im Vorgänger kehrt Yuzna insbesondere den offensichtlichen Fanatismus des Dr. West ganz besonders heraus, während sich Cain als eher beeinflussbarer Gegenpol zu erkennen gibt, der keinesfalls aus echter Überzeugung an den etlichen Experimenten teilnimmt, sich aber immer wieder durch diverse Aussagen seines Partners zurück ins Boot holen lässt, um die Formel für neues Leben endlich zu perfektionieren. Das hierbei selbstverständlich eine ganze Menge schief läuft kann man sich bestimmt denken und so ist es letztendlich auch nicht wirklich verwunderlich, das die beiden Wissenschaftler im letzten Drittel des Filmes einen Kampf gegen eine ganze Zombie-Horde bestehen müssen.

Ebenso wie im Original bekommt es der Zuschauer auch hier mit einer eher ernsten Story zu tun, die jedoch auch immer wieder einige urkomische Passagen beinhaltet, die dem Gesamtbild einen wunderbar schwarzen Humor beifügen. Es ist eben diese äußerst gelungene Kombination aus Horror-und dezenter Komik, die auch diese Fortsetzung so ganz besonders auszeichnet. Dabei erscheinen die witzigen Einstellungen aber zu keiner Zeit übertrieben und die Ernsthaftigkeit des Geschehens wird definitiv nicht zu sehr in den Hintergrund verfrachtet. Auch im Bezug auf die Härte steht "Bride of Re-Animator" dem Original in nichts nach, wobei vor allem in der ersten Hälfte des Geschehens noch recht sparsam mit dem Kunstblut umgegangen wird. Danach zieht Yuzna allerdings sämtliche Register um den geneigten Genre-Liebhaber bestens zu bedienen, wobei das Ganze aber zu keiner Zeit in eine sinnlose Schlacht-Orgie ausartet. Ganz generell ist diese Film-Reihe ja noch nie durch ein wahres Splatter-Gore Spektakel im Gedächtnis des Betrachters hängen geblieben, aber die jeweils enthaltenen Passagen können sich auch in der heutigen Zeit immer noch sehen lassen und tragen ganz sicher ihren Teil zu einem insgesamt hervorragenden Gesamteindruck bei, der diesen Werken ja schließlich auch ihren Kultstatus eingebracht hat.

Für zusätzlichen Zündstoff sorgt in diesem Szenario auch ein Polizist, der den Fall des zurückliegenden Massakers noch längst nicht zu den Akten gelegt hat, wobei seine Skepsis auf einem Fakt beruht, der dem Ganzen schon eine sehr sarkastische Note beifügt. Und auch der in Teil 1 verstorbene Dr. Hill nimmt eine nicht unwesentliche Rolle ein, auch wenn dies nur in Person seines Kopfes passiert, der letztendlich aber als Auslöser für die Abläufe im letzten Filmdrittel verantwortlich zeichnet. Für mich persönlich steht diese Fortsetzung dem Original im Prinzip in nichts nach, wobei ich Teil 1 aus persönlichen Gründen aber immer noch ein wenig vorziehe. Aber Yuzna hat mit diesem Film eine absolut sehenswerte Weiterführung der Geschichte auf den Weg gebracht und einmal mehr ein äußerst glückliches Händchen bei der Kombination der enthaltenen Elemente bewiesen. Es ist ja eher selten das bei einer mehrteiligen Film-Reihe eine Fortsetzung die Qualität des Vorgängers erreicht, doch in vorliegendem Fall ist dies auf jeden Fall gelungen.

Und so sollte man eigentlich "Bride of Re-Animator" ebenso in sein Herz schließen wie den vorherigen Teil, da sich beide Filme wirklich nur in Kleinigkeiten etwas nehmen. Natürlich lebt auch dieser Teil mit von der Präsenz eines brillant agierenden Jeffrey Combs, der die Figur des neuen Dr. Frankenstein absolut grandios verkörpert. Fanatisch, offensichtlich vollkommen unberührt von den Ereignissen und dennoch unglaublich sympathisch drückt er auch diesem Film seine ganz persönliche Note auf, so das sich der Zuschauer auch keinen anderen Schauspieler in dieser Rolle vorstellen kann. Letztendlich handelt es sich hier also um eine atmosphärische-und absolut gelungene Fortsetzung die nahtlos an die Geschichte des Originals anknüpft und ebenso wie diese mit dem perfekten Soundtrack unterlegt ist, für den auch dieses Mal wieder Richard Band verantwortlich zeichnet. Dank des Labels Capelight erstrahlt das Werk nun im schicken Mediabook in neuem Glanz und jeder der bisher noch nicht im Besitz des Filmes ist, sollte an dieser Stelle unbedingt zugreifen.


Fazit:


"Bride of Re-Animator" enthält die gleiche gelungene Mischung, die schon Teil 1 zum absoluten Kultfilm aufsteigen ließ. Und obwohl die Geschichte mit köstlichem-und teils sehr schwarzen Humor unterlegt ist, würde ich sie doch keinesfalls in den Bereich der Horror-Komödien einordnen. Der spagat zwischen Härte-und Komik ist nahezu perfekt und ein konstant ansteigender Spannungsbogen, eine äußerst dichte Atmosphäre, sowie glänzend agierende Schauspieler lassen einen stimmigen Gesamteindruck entstehen, so das man im Endeffekt nur eine richtig dicke Empfehlung für diese Fortsetzung aussprechen kann.


8,5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: Bride of Re-Animator (1989)
BeitragVerfasst: 11. Mär 2014, 11:19 
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