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 Betreff des Beitrags: Chucky - Die Mörderpuppe (1988)
BeitragVerfasst: 9. Nov 2013, 14:16 
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Chucky - Die Mörderpuppe
(Child's Play)
mit Catherine Hicks, Brad Dourif, Chris Sarandon, Alex Vincent, Dinah Manoff, Tommy Swerdlow, Jack Colvin, Neil Giuntoli, Juan Ramírez, Alan Wilder, Richard Baird, Raymond Oliver
Regie: Tom Holland
Drehbuch: Don Mancini / John Lafia
Kamera: Bill Butler
Musik: Joe Renzetti
FSK 18
USA / 1988

Schwerverletzt versteckt sich der geisteskranke Massenmörder Charles Lee Ray auf seiner Flucht in einem Spielwarengeschäft und überträgt im Sterben seine Seele auf die Kinderpuppe "Chucky". Genau diese Puppe bekommt der kleine Andy zum Geburtstag geschenkt. Die Morde, die im Folgenden in Andys Umgebung passieren, werden tatsächlich dem Kind angelastet. Seine Mutter und ein mit der Untersuchung betrauter Polizist glauben Andy erst, als "Chucky" auf ihn selbst losgeht und von seinem Körper Besitz ergreifen will. Mit vereinten Kräften gelingt es, die Mörderpuppe zu vernichten.


Filme die sich mit Puppen-Horror beschäftigen, haben bei den meisten Genre-Fans zumeist einen eher schwierigen Stand und werden nicht selten als zu seicht und albern klassifiziert. Dennoch gibt es mit "Chucky" einen Vertreter seiner Art, der es in gewissen Kreisen durchaus zu einem Kultstatus geschafft hat und sich größter Beliebtheit erfreut. Als Regisseur Tom Holland 1988 diesen Film präsentierte ahnte wohl noch niemand, das hier der Startschuss zu einer ganzen Film-Reihe gefallen war, die mittlerweile durch den kürzlich erschienenen "Curse of Chucky" den mittlerweile sechsten Teil hervor brachte, was ein ganz eindeutiges Indiz dafür ist, das sich die fiese Puppe immer noch größter Beliebtheit erfreut. Im Grunde genommen ist schon die Grundidee, die Seele eines wahnsinnigen Serienkillers in den Körper einer Puppe zu verfrachten als höchst innovativ anzusehen, wenn diese dann auch noch den Namen "Good Guy" trägt, entbehrt dies nicht einer leicht makaberen Note. Gleichzeitig kann man darin eine leichte Andeutung erkennen, das man diesen Film und auch seine Nachfolger nicht zu ernst nehmen sollte, denn "Chucky - Die Mörderpuppe" ist ganz sicher nicht ein Horrorfilm, der sein Hauptaugenmerk auf explizite Gewaltdarstellungen oder vor Blut triefende Szenen legt. Vielmehr präsentiert sich hier ein eher recht harmloser Slasher, in dem durch das Einfügen von fiesen Sprüchen und jeder Menge schwarzem Humor eine sehr gelungene Kombination zu erkennen ist.

Dennoch entfaltet sich mit der Zeit durchaus ein gewisses Maß an Härte, das jedoch insbesondere aus heutiger Sicht eher harmlos erscheint. So deuten diverse Passagen zumindest an, das ein echter Killer in der kleinen Puppe versteckt ist, dessen Bösartigkeit die ganze Zeit über eindrucksvoll zum Vorschein kommt. Hauptsächlich wird das Szenario jedoch von seiner äußerst stimmigen-und teils sogar leicht düsteren Grundstimmung getragen, denn nicht gerade selten lassen sich aus dieser auch ziemlich bedrohliche Züge erkennen, die hauptsächlich dann zum Vorschein kommen, wenn der kleine Killer richtiggehend ausrastet. In diesen Momenten verwandelt sich "Chucky" nämlich von einer optisch niedlich erscheinenden Puppe in eine richtige reißende Bestie, was insbesondere in den Veränderungen seines Gesichtes zu erkennen ist. In vorliegender Story will natürlich niemand dem kleinen Andy Glauben schenken als dieser behauptet, das seine "Good Guy" Puppe ein seltsames Eigenleben führt. Das ist selbstverständlich durchaus nachvollziehbar, siedelt sich das Geschehen doch rein inhaltlich generell jenseits der Realität an. Und so muss es dann auch erst zu diversen Ereignissen und morden kommen, bevor seine Mutter und der ermittelnde Polizist ihre logische Denkweise über Bord werfen und sich mit dem übernatürlichen Umstand anfreunden, das wirklich ein Killer in der niedlichen Puppe lebt.

Bis dahin wird der Mörder aber schon mächtig aktiv, wobei er nicht nur für eine Menge Action, sondern auch für die notwendige Portion Humor Sorge trägt, damit der Zuschauer ein wirklich unterhaltsames Szenario geboten bekommt, das einen gänzlich überzeugenden Eindruck hinterlässt. Dabei verfügt die Geschichte über einen äußerst gelungenen Spannungsbogen und die vorhandene Atmosphäre ist sowieso eine der ganz großen Stärken dieses Horrorfilmes, der auch im Laufe der Jahre nichts von seinem Reiz-und ganz eigenen Charme verloren hat. Man muss "Chucky" einfach gern haben, denn obwohl der etwas zu kurz geratene Kerl eine Menge auf dem Kerbholz hat, gibt es wohl kaum einen anderen Killer des Genres, dem man als Betrachter dermaßen viel Sympathie entgegen bringt. Von diesem Aspekt zehrt natürlich auch die gesamte Reihe, denn die meisten Leute werden diese Filme wohl hauptsächlich in ihrer Sammlung haben, weil sie den kleinen fiesen Mörder ganz einfach in ihr Herz geschlossen haben.

Und so schaut man sich immer wieder gern diesen Erstling einer Film-Reihe an, der man eigentlich nie das Potential zugesprochen hätte, das sie einmal fünf Sequels nach sich zieht. Denn dafür ist am Ende dieses Filmes noch gar kein Anzeichen zu erkennen, lässt die finale Einstellung doch eindeutig darauf schließen, das es sich hier um eine einmalige Begegnung mit der Kult-Puppe handelt, was sich im nachhinein Gott sei Dank als fataler Irrtum herausgestellt hat. Letztendlich wird die Figur von "Chucky" wohl immer die Meinungen der Horror-Fans spalten, präsentiert sich doch für die einen eine kleine Ikone des Genres, wohingegen andere überhaupt nichts mit den Filmen anfangen können. Gut, das die Geschmäcker verschieden sind, denn so kann sich ein jeder selbst sein Bild von einem Killer machen, der sich absolut von seinen anderen Genre-Kollegen unterscheidet, deswegen aber keinesfalls weniger bösartig daher kommt.


Fazit:


Für mich persönlich ist "Chucky" absoluter Kult und aus dem Bereich des Horror-Filmes überhaupt nicht mehr wegzudenken. Man darf diesen Film allerdings nicht zu ernst nehmen und sollte das Ganze auch immer mit dem nötigen Humor sehen, der dem Szenario streckenweise aus allen Poren dringt.


8/10

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