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 Betreff des Beitrags: Das Haus an der Friedhofmauer (1981)
BeitragVerfasst: 8. Dez 2013, 19:34 
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Das Haus an der Friedhofmauer
(Quella villa accanto al cimitero)
mit Catriona MacColl, Paolo Malco, Ania Pieroni, Giovanni Frezza, Silvia Collatina, Dagmar Lassander, Giovanni De Nava, Daniela Doria, Gianpaolo Saccarola, Carlo De Mejo, John Olson, Elmer Johnsson
Regie: Lucio Fulci
Drehbuch: Elisa Briganti, Lucio Fulci
Kamera: Sergio Salvati
Musik: Walter Rizzati
ungeprüft
Italien / 1981

Norman, ein junger Historiker, ist mit seiner Frau Lucy und seinem kleinen Sohn Bob von New York nach Neu-England umgezogen, um dort gewisse Forschungen weiter zu führen. Sein Vorgänger (Peterson) hatte Selbstmord begangen. Norman mietet ein Haus, welches ihm die Agentin Laura Gittelson vermittelt. Seit dem Tode Petersons, der vorher dort wohnte, steht das Haus in einem schlechten Ruf. Nicht zuletzt auch, weil vor über hundert Jahren ein gewisser Dr. Freundenstein darin lebte und wirklich unheimliche Dinge geschehen: Bob wiederholt täglich, daß er ein kleines Mädchen, genannt May, kenne und sich mit ihr treffe - aber niemand hat dieses Mädchen je gesehen. Lucy findet in einem Raum des Grauens einen Sarg und unerklärliche Geräusche kommen aus dem Keller.


Der Name Lucio Fulci erinnert einen nicht nur an empfehlenswerte Filme, hat der gute Mann zu Lebzeiten doch auch genügend schlechte Werke unter seiner Regie entstehen lassen. Vor allem im Bereich des Horrorfilmes findet man bei genauerem Hinsehen so manche Graupe, doch vorliegender "Das Haus an der Friedhofmauer" ist sicherlich nicht in diese Kategorie einzuordnen. Fulci hat hier eine äußerst gelungene Mixtur aus Grusel-und Splatter kreiert, wobei ausnahmsweise einmal nicht seine ansonsten berüchtigten derben SFX im Vordergrund stehen. Zwar gibt es auch in vorliegender Geschichte mehrere Szenen zu begutachten die über einen durchaus ansehnlichen Härtegrad verfügen, doch sind diese recht gut über das gesamte Szenario verteilt und kommen zudem auch nicht in der Häufigkeit vor, wie man sie aus anderen Werken des Regisseurs gewohnt ist. Stattdessen konzentriert sich das Szenario hier vielmehr auf etliche mysteriöse Momente, die dem Ganzen insgesamt gesehen auch eine sehr unheilvolle-und geheimnisvolle Note verleihen.

So lässt die Geschichte phasenweise Ähnlichkeiten des Haunted House Horrors erkennen und entpuppt sich gleichzeitig als Zombiefilm mit übernatürlichem Anstrich, was die dadurch entstehende Kombination umso interessanter erscheinen lässt. Wenn es überhaupt etwas an diesem Film zu bemängeln gibt dann ist es sicherlich der Aspekt, das die ganze Chose stellenweise nicht wirklich durchdacht daher kommt und so eine Menge Logiklöcher an den Tag legt. Für manch einen mag hier ein Grund für durchaus angebrachte Kritik vorliegen, doch wenn man einmal ganz ehrlich ist, überwiegen die positiven Elemente doch ganz deutlich, so das man die oft mangelnde Logik ohne Weiteres wohlwollend übersehen kann. Die absolute Stärke hingegen ergibt sich wohl eindeutig durch die vorhandene Grundstimmung, denn das gesamte Szenario wird von einer Atmosphäre getragen, die an Dichte-und Bedrohlichkeit nur schwerlich zu überbieten ist. So achtet man meiner Meinung nach auf weniger auf die jederzeit sehenswerten Effekte, sondern lässt sich vielmehr in den Sog der morbiden Geschehnisse hineinziehen, die eine unglaublich faszinierende Wirkung auf den Betrachter ausüben.

Geht man noch einmal etwas intensiver auf den Punkt der mangelnden Logik in den Abläufen ein so muss man sicherlich feststellen, das "Das Haus an der Friedhofmauer" längst nicht der einzige Horrorfilm des Regisseurs ist, in dem dieses Phänomen auftritt. Auch in Werken wie "Über dem Jenseits" oder "Ein Zombie hing am Glockenseil" sind durchaus Passagen vertreten, die eine gewisse Drehbuchschwäche an den Tag legen und dabei fast schon eklatante Defizite offenbaren. Andererseits zählt Fulci wohl eindeutig zu den Filmemachern, die diese Mankos durch andere Stimittel des Horrorfilms nahezu fantastisch kaschieren konnten. So fallen einem die fehlenden Zusammenhänge zumeist erst im nachhinein auf, da alle der genannten Werke durch herausragende andere Zutaten davon ablenken können. Dabei ist es vollkommen egal, ob man sich als Zuschauer an den derben SFX ergötzen kann, oder sich von der zumeist fast schon hypnotischen Atmosphäre gefangen nehmen lässt, auf jeden Fall bemerkt man die fehlende Logik während der Sichtung der Filme eher selten. Nicht anders verhält es sich in vorliegendem Fall und obwohl hier aus rein filmischer Sicht bestimmt kein fehlerfreies Meisterwerk vorliegt kann man gar nicht anders, als einen dennoch überragenden Gesamteindruck zu gewinnen. Natürlich kommt es dabei auch immer auf die eigenen Erwartungen an, doch wenn man sich nicht gerade als Logik-Fanatiker outet, dann sollte man an dieser italienischen Produktion seine helle Freude haben.

Letztendlich zählt "Quella villa accanto al cimitero" wie der Film im Original heißt für mich persönlich zu den atmosphärischsten Horrorfilmen überhaupt und bietet dabei eine für Lucio Fulci fast schon ungewöhnliche Mixtur. Ein wenig Haunted House Horror, diverse Splatter-Passagen, ein Stück Zombie und etliche übernatürliche Elemente ergeben dabei ein Gesamtwerk, das im Laufe der Zeit rein gar nichts von seiner hypnotischen Faszination eingebüßte hat. Auch über 30 Jahren nach seinem Erscheinen zieht einen die Geschichte immer wieder in ihren ominösen Bann und sorgt für ein durchgehend extrem spannendes Filmerlebnis. Manch einer wird das natürlich anders sehen und dem Werk aufgrund der teils fehlenden Logik einige Punkte abziehen, was aber für mich selbst absolut ungerechtfertigt erscheint. Horrorfilme sollte man nämlich nicht unbedingt nach ihrer Schlüssigkeit bewerten, denn ansonsten würde so mancher hochgelobte Klassiker in einem ganz anderen Licht gesehen werden.


Fazit:


In atmosphärischer Hinsicht handelt es sich hier um eine echte Granate, die einem in so mancher Einstellung eine gehörige Gänsehaut verpasst. Und auch wenn Fulci seiner Geschichte hier nicht die Vielzahl an derben Szenen beigefügt hat wie man es ansonsten gewohnt ist, so dürften auch die enthaltenen Passagen selbst für den geneigten Gorehound durchaus sehenswert erscheinen. Letztendlich handelt es sich aber auf jeden Fall um einen mehr als gelungenen italienischen Horror-Flick den man sich immer wieder gern ansieht.


9/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Haus an der Friedhofmauer (1981)
BeitragVerfasst: 9. Dez 2013, 00:39 
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Das gibt es ja nicht, der hat hier auch noch gefehlt? Gibt aus meiner Sicht nur wenige Fulcis die besser als das Teil hier sind, denn der Streifen ist absolut seenswert. Das war glaube ich der erste Fulci, den ich gesehen habe. Die Geschichte mit Dr. Freudstein und dem Ganzen drum herum war zwar einfach gestrickt aber durchaus gut gemacht. Deshalb eigentlich ein Muss für jeden Horrorfan.

Weil es bessere Fulcis gibt, erteile ich hier auch die 09/10

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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