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 Betreff des Beitrags: Day of the Dead - Das letzte Kapitel (1985)
BeitragVerfasst: 2. Okt 2013, 09:45 
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Zombie 2 - Das letzte Kapitel
(Day of the Dead)
mit Lori Cardille, Terry Alexander, Joseph Pilato, Jarlath Conroy, Anthony Dileo Jr., Richard Liberty, Sherman Howard, Gary Howard Klar, Ralph Marrero, John Amplas, Phillip G. Kellams, Taso N. Stavrakis
Regie: George A. Romero
Drehbuch: George A. Romero
Kamera: Michael Gornick
Musik: John Harrison / Jim Blazer / Sputzy Sparacino
ungeprüft
USA / 1985

Die lebenden Toten haben die Welt überrannt. Nur eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern und Soldaten haben sich in einem verlassenen Raketensilo verschanzt. Die einzige Hoffnung, die sie zum Überleben haben, ist es, einen Weg zu finden, die Zombies zu kontrollieren - oder auszurotten. Ein verrückter Wissenschaftler, Dr. Logan, den seine Kollegen "Frankenstein" nennen, stellt diverse Experimente mit gefangenen Zombies an. Seine Hoffnung, den Durchbruch zu erlangen, liegt in einem Zombie, der noch etwas Menschlichkeit in sich behalten hat. Auf dem klaustrophobisch engem Raum kommt es jedoch auf Dauer zunehmend zu Konflikten zwischen Militärs und Zivilisten, und irgendwann kommt der düsterste Tag, den die Welt je gekannt hatte...


Dieser dritte Streich von George A. Romero galt ja etliche Jahre als gelungener Abschluss einer genialen Trilogie, was sich jedoch in den letzten Jahren durch weitere Nachfolger wieder relativiert hat. 7 Jahre nach "Dawn of the Dead" offenbart sich hier wohl der mit Abstand düsterste Teil der Reihe, dem außerdem eine äußerst klaustrophobische Note beiwohnt. Dies ist ganz einfach durch den Schauplatz des Geschehens vorgegeben, bekommt man es doch lediglich mit ein paar wenigen Überlebenden zu tun, die sich in einer unterirdischen Militärbasis angesiedelt haben. Dabei kommt es schon unter den wenigen Personen immer wieder zu Unstimmigkeiten, leidet doch die kleine Gruppe unter der Herrschaft von Soldaten-Führer Rhodes, der mit ein paar Untergebenen ein sehr strenges Regiment führt. Auf der anderen Seite sind dann ein paar Wissenschaftler, die bei den Soldaten keinen allzu großen Respekt genießen und eher wie unnötiger Ballast behandelt werden. Von dieser fast schon vergifteten Atmosphäre wird das Szenario dann auch durchgehend begleitet, was die ansonsten schon extrem beklemmende Grundstimmung nur noch verstärkt. Kein Wunder also, das man sich auch als Zuschauer von der ersten Minute an nicht sonderlich wohl in seiner Haut fühlt, scheinen einen doch die auftretenden Spannungen regelrecht anzuspringen. Und ganz nebenbei scheint es auch absolut keinen Ausweg zu geben, da das Areal an der Oberfläche von unzähligen Zombies umlagert wird, die nur auf eine Möglichkeit warten, sich die wenigen Überlebenden einzuverleiben.

"Day of the Dead" erreicht meiner persönlichen Meinung nach nicht ganz die Klasse seines Vorgängers, stell jedoch durch sein düsteres Ambiente ein ganz besonderes Seh-Erlebnis dar. Dennoch gilt dieser Teil für viele Fans als zu dialoglastig, was ein wenig auf Kosten der Action geht, die aber immer noch in ausreichendem Maße vorhanden ist. Insbesondere die zweite Filmhälfte hat in dieser Beziehung eine ganze Menge zu bieten, wohingegen die Einführung in die Story etwas zu lang gerät und sich durch die schon erwähnten Zutaten auszeichnet. Das mag nicht unbedingt jedermanns Sache sein, aber es ist doch sehr spannend-und interessant mit anzuschauen, wie Romero hier konsequent seine Idee und den damit verbundenen Weg weiter geht, indem er das Kapitel "Die Evolution der Untoten" weiterführt. Und dieser Begriff ist definitiv nicht von der Hand zu weisen, denn wenn man vor allem die Experimente sieht, die der sogenannte "Dr. Frankenstein" hier an einem Zombie durchführt, schießt einem wirklich ganz automatisch der gleichnamige Film mit Boris Karloff durch den Kopf. Andererseits erscheint es auf eine groteske Art und Weise fast logisch, das man die ureigensten Instinkte ansprechen will, um die Reaktion der Wesen zu testen. Dabei entstehen einige Passagen, die über einen herrlich skurril anmutenden Humor verfügen, doch gleichzeitig verursacht einem das Geschehen auch phasenweise eine echte Gänsehaut. Was in "Day of the Dead" stark angedeutet wird, soll seinen absoluten Höhepunkt im darauf folgenden "Land of the Dead" erleben, doch davon an anderer Stelle mehr.

Wer sich bei diesem Film auf ein Splatter-Gore Festival eingestellt hat wird eventuell eine ganz kleine Enttäuschung erleben, denn die Geschichte besticht doch hauptsächlich durch die grandios geratene Stimmung, die bei manch einem eventuell das Gefühl aufkommender Platzangst auslösen könnte. Zwar sind die unterirdischen sehr weitläufig, dennoch erscheint einem das Ganze so, als wenn sich die wenigen Menschen unmöglich aus dem Weg gehen können. Die Meinungsverschiedenheiten untereinander sorgen dann mit der Zeit auch für immer mehr Zündstoff und als die heimlichen Experimente des "Dr. Frankenstein" bekannt werden, bringt dieser Aspekt das Fass endgültig zum überlaufen. Was bisher noch zumeist unter der Oberfläche versteckt war, dringt nun mit Intensität nach Außen und es entsteht eine Gewaltspirale, die alles außer Kontrolle geraten lässt. Genau an diesem Punkt liegt dann auch die eigentliche Stärke des Filmes verborgen, wurde das alles doch zu Beginn noch mit bissigen Dialogen ausgefochten, so kommt nun die schwarze Seite des Menschen zum Ausbruch, was in erster Linie von der Seite des Militärs ausgeht. Verdeckte Abneigungen werden mit einem Mal zur offensichtlichen Feindschaft und es herrscht einzig und allein das Gesetz des Stärkeren, so wie man es auch aus der Tierwelt her kennt. In diesen fantastisch umgesetzten Passagen entfaltet sich dann auch die ganze Kraft und Intensität des Filmes, was dem Betrachter ganz mächtig unter die Haut fährt.

Auch wenn Romero hier nicht den besten Teil der Reihe abgeliefert hat, so wäre es doch der nahezu perfekte Abschluss unter eine Saga gewesen, die ihren festen Platz im Horror-Olymp einnimmt. Wohl kaum ein anderer Mehrteiler des Genres ist so dermaßen prägend ausgefallen wie dieser und gerade die ersten drei Filme sind an Klasse und Qualität nur schwerlich zu überbieten. Auch wenn es längst nicht jeder so sehen mag, handelt es sich hier um wahre Horror-Klassiker, die einem für alle Zeit im Gedächtnis bleiben werden. Bei "Day of the Dead" ist es besonders die außergewöhnliche Atmosphäre und das düstere Ambiente der Geschichte, das man im Prinzip nicht mehr aus seinem Kopf bekommt, denn Tristesse und Hoffnungslosigkeit sind die Dinge, die das Szenario ganz eindeutig beherrschen. Da kann man es auch gern einmal verschmerzen, das vielleicht nicht ganz so viel Zombie-Action vorhanden ist, wobei man sich dennoch nicht über den enthaltenen Härtegrad beschweren kann.


Fazit:


Düster, bedrohlich und klaustrophobisch zeichnet Romero hier apocalyptisches Horror-Szenario, das einem streckenweise regelrecht die Luft abschnürt. Phasenweise legt sich die Stimmung wie ein zentnerschwerer Bleimantel auf die eigenen Schultern und droht einen dabei zu erdrücken. Auf der anderen Seite steht teils skurriler Humor, der vor allem in Passagen auftritt in denen man es aufgrund der gegebenen Situation kaum erwartet hätte. Und so ergibt sich im Endeffekt ein rundum gelungener Gesamteindruck, der sich nur ein wenig hinter den beiden Vorgängern ansiedelt.


9/10

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