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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Die Nacht der Vogelscheuche (1981)
BeitragVerfasst: 28. Jan 2013, 06:24 
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trashig-exploitativer Chef
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Originaltitel : Dark Night of the Scarecrow

Alternativtitel : Nacht für Nacht
Scarecrow - Ein Toter schlägt zurück
Rache des Gelynchten, Die


Herstellungsland : USA

Erscheinungsjahr : 1981

Regie : Frank De Felitta

Darsteller : Charles Durning,Robert F. Lyons,Tonya Crowe.Larry Drake u.a.

Laufzeit : 92:56 Minuten

Freigabe : FSK Keine Jugendfreigabe/ab 18


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Story :

Irgendwo im mittleren Westen der USA.
Hier in den kleinen Städten und Dörfern kennt man noch jeden persönlich und mit Namen; eine vertraute Idylle stellt sich hier zwangsläufig ein.
In einer dieser Kleinstädte lebt auch der 36jährige Bubba.
Bubba ist ein erwachsener Mann und simpel gestrickt; böse Zungen würden auch sagen das er geistig ein wenig Unterbelichtet ist.
Quasi ein Mann mit dem Intellekt eines Kindes, weswegen er sich auch am liebsten mit den örtlichen Kinder abgibt uns seine Freizeit mit ihnen verbringt.
Die aufgeweckte Mary-Lee ist Bubba's beste Freundin und zusammen verbringen sie viel Zeit in den umliegenden Feldern beim herumtollen, singen und Blumen pflücken.
Bei den örtlichen Erwachsenen, die voll von Vorurteilen sind, trifft das leider nicht auf großes Verständnis oder gar Gegenliebe.
Bubba wird von ihnen argwöhnisch beobachtet und als gefährlicher Außenseiter abgetan, ist dem Spott und Hohn dem er täglich ausgesetzt wird aber durchaus gewachsen und begegnet diesem mit Ignoranz.
Als Bubba und Mary-Lee eines Tages nach dem Spielen auf dem Weg nach Hause sind ist die Kleine vollkommen entzückt über einen anliegenden Garten.
Das Mädchen schlägt alle Warnungen in den Wind und kletter über den Zaun um sich alles aus der Nähe zu betrachten.
Es kommt wie es kommen muß und Mary-Lee wird von einem Wachhund angegriffen.
Bubba gelingt es sie aus den Fängen des Hundes zu befreien und bringt sie blutüberstömt zu ihrer Mutter.
Natürlich denken die anderen Bewohner nun das Bubba sie mißbraucht und getötet hat; das die geistig behinderte Zeitbombe ist nun explodiert ist, so wie sie es immer vorausgeahnt haben.
Otis P. Hazelrigg ist der örtliche Postbote und hatte schon immer die Befürchtung das Bubba irgendwann mal etwas unverzeihliches tun wird.
Nachdem er die Neuigkeit um Mary-Lee gehört hat zögert er nicht lange und trommelt seine "Jungs" zusammen.
Otis ist nämlich so etwas wie der Anführer einer Gruppe Rednecks die in "ihrer" Stadt für Recht und Ordnung sorgen wenn benötigt.
Der Postbote und seine gehorsamen Freunde Skeeter, Philby und Harless schultern ihre Schrotflinten und blasen zu einer Hetzjagd auf den Übeltäter.
Sie spüren Bubba letztendlich in einem der Maisfelder auf, wo er sich als Vogelscheuche getarnt hat.
Getrieben von Hass und Rachegefühlen eröffnen sie das Feuer und der "Dorftrottel" stirbt in einem massiven Kugelhagel.
Zu dumm nur, das kurz darauf ein Funkspruch reinkommt und man die Meldung bekommt das Mary-Lee nicht tot ist und durch ihre schweren Verletzungen nur in ein Koma gefallen ist.
Und zudem stellt sich auch noch heraus das Bubba unschuldig war und seine Geschichte mit der Hundeattacke die Wahrheit war.
Die vier Hinterwäldler werden von Bubba's Mutter angezeigt und vor Gericht gezehrt.
Da es sich aber so verhält das hier fast jeder miteinander verschwägert ist kommen die vier Revolverhelden frei da sie angeblich in Notwehr gehandelt hätten.
Erst scheint es so als würden sie ihrer gerechten Strafe entgehen können, doch dann scheint es so als würden die Übeltäter verfolgt und beobachtet werden.
Und seltsamerweise hat sich auch die Vogelscheuche in der Bubba sich versteckt hat und seinen Tod fand auf mysteriöse Weise verselbstständigt.



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Bewertung :


DIE NACHT DER VOGELSCHEUCHE ist ein Juwel der atmosphärischen Horrorfilms und war Wegbereiter für die sogenannten "Scarecrow Horrormovies".
In seiner gruseligen Atmosphäre und seiner Intensität gibt es in diesem Bereich auch keinen anderen Beitrag der ihm dort das Wasser reichen kann!

Die Genrebeiträge die in den 80gern folgten haben anstatt auf Spannung und Atmosphäre wie bei DIE NACHT DER VOGELSCHEUCHE eher auf brutale Splatter Effekte gesetzt was sich nicht immer als vorteilhaft herausstellte.
Es handelt sich hierbei übrigens um einen Fernsehfilm der für den US Sender CBS produziert wurde und dort in der "The CBS Saturday Night Movies" Reihe lief.
Man wünscht sich wirklich das es zu dieser Zeit, oder auch noch heutzutage, mehr Filme von diesem Kaliber geben würde/gegeben hätte.

DIE NACHT DER VOGELSCHEUCHE ist ein tiefgreifender Horrorfilm der routiniert Elemente des Slashers, des Vigilante Movie und des Revenge Movie miteinander verbindet und zu einem einzigartigem Kleinod verknüpft.
Das der Film so gut funktioniert ist zweifelsohne auch den Darstellern zu verdanken, die nie unglaubwürdig vor der Kamera wirken und 110% geben um den Film mit Authentizität zu füllen.
Besonders erwähnenswert sind hier vor allem Larry Drake als Bubba der seinen Part absolut genial verkörpert. Drake war später u.a. auch in DR. GIGGLES und DARKMANN 1&2 zu sehen und seine erfolgreichste Rolle hat er wohl in der TV Serie L.A. LAW.
Seine erste Rolle hatte er interessanterweise in THIS STUFF'll KILL YA von H.G. Lewis aus dem Jahr 1971.


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Die darstellerische Leistung von Charles Durning, der den fiesen Otis spielt, ist auch absolute Oberklasse und er spielt seinen Part so überzeugend das man vor Antipathie fast Brechreiz bekommt.
Auch Tonya Crowe als Mary-Lee macht ihren Part klasse; leider hat Crowe ausser in TV Serien wie WER IST HIER DER BOSS? und A FAMILY AGAIN nicht mehr viel im schauspielerischen Bereich gemacht und war das letzte Mal 1997 in der TV Serie DIE SCHATTENKRIEGER in einer Gastrolle zu sehen.
Oft trägt ja auch der Soundtrack viel zu einem gelungenem und atmosphärischen Horrorfilm bei und dies trifft auch hier genau zu.
Der Score von Glenn Paxton ist wie gemacht für diesen Film und verstärkt die sich stetig aufbauende Spannung mit seinen gruseligen Tönen und Klanggeflechten.
Regisseur Frank De Felitta hat das Unheimliche hier absolut erhaben auf Zelluloid gezaubert ohne Einbußen beim Spannungsbogen verzeichnen zu müssen.
De Felitta war definitiv die richtige Wahl um das Drehbuch von J.D.FEIGELSON adäquat umzusetzten, was nicht wirklich verwundert.
Zuvor hatte er nämlich schon die Drehbücher für z.B. AUDREY ROSE - DAS MÄDCHEN AUS DEM JENSEITS oder THE ENTITY verfasst,welche in ihrer verfilmten Form auch packend, fesselnd und unheimlich waren.
Im ganzen Film gibt es nicht wirklich viele Effekte zu sehen, wenn aber einmal welche zum Einsatz kommen sind diese wirklich realistisch aussehend und schön gemacht.
Für diese Special FX war Cliff Wenger zuständig, welcher für unzählige Filme die SFX geliefert hat.


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Die Effekte in DIE INSEL DES DR. MOREAU, BIRDY, FLETCH DER TROUBLEMAKER, AUF DER SUCHE NACH DEM GOLDENEM KIND, FIGHT CLUB oder TOY SOLDIERS gehen alle auf sein Konto, um mal nur einige zu nennen.
Das wirklich beeindruckende bei DIE NACHT DER VOGELSCHEUCHE ist zweifelsohne das der Film fast komplett ohne Effekte auskommt aber nie in irgendwelch Längen oder belanglosen Dialogen ausufert.
Hier sind die Dialoge perfekt geschrieben,wirken nie aufgesetzt und dienen der vorbildlichen Storyentwicklung.
Das Drehbuch kommt komplett ohne Plotlöcher daher und wirkt nie unausgegoren, hier hat man sich wirklich Gedanken gemacht was der Story dienlich ist und wie man zur gleichen Zeit den Spannungsbogen beibehalten kann.
Und letztendlich macht es sich auch bezahlt und auch die mystisch-unheimlichen Komponente fügen sich so mehr als gut in das Geschehen ein.

Um das Mystische und Unheimlich so glaubwürdig wie möglich zu machen wurde auch die Kamera bestmöglich genutzt und man bekommt tolle Fahrten und Einstellungen über die Felder und einsame Gebäude geboten die als perfekte Sets für die Rache des Gelynchten dienlich sind.
Man darf auch nicht aus den Augen verlieren das DIE NACHT DER VOGELSCHEUCHE mehr als nur ein Grusel/Horror Film ist!


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Es ist nämlich auch die Geschichte über ungewöhnliche Freundschaften und die Vorurteile die andere diesen Freundschaften eventuell entgegenbringen.
Und es ist auch die Geschichte darüber wenn diese Vorurteile in Hass umschlagen, dieser Hass zu unüberlegten Handlungen führt und dies letztendlich in Rache oder anderen Konsequenzen endet.

Für mich ist DIE NACHT DER VOGELSCHEUCHE ein Wegbereiter eines Subgenres im Horror und auch definitiv der Genrebeitrag mit der größten Intensität, den besten Darstellern und der herausragendsten Atmosphäre.
Es muß ja schließlich nicht immer Gore Galore sein und man sollte auch mal den weniger brutalen Filmen frönen.

Von mir eine uneingeschränkte Empfehlung und

8 von 10 Mistgabeln

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"Are you gonna bark all day little doggie, or are you gonna bite?"


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Nacht der Vogelscheuche
BeitragVerfasst: 28. Jan 2013, 12:49 
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Unheimlich guter Streifen, der meiner Einschätzung nach manche vielleicht enttäuscht hat, weil sie einen typischen Slasher erwartet haben, ein Jason im Gewand einer Vogelscheuche wenn man so will. Der Film verzichtet aber auf blutige Details, was dem Film jedoch nicht schadet, weil die Handlung recht spannend ist. Die Darsteller sind gut und deren Charaktere sind recht deutlich gezeichnet. Es gibt durchaus schöne atmosphärische Momente im Film, man denke zum Beispiel an die Vogelscheuche auf dem Feld im Wind. Überhaupt ist die Gegend der Bauern recht einladend. Wie schon erwähnt, verzichtet der Film auf graphische Details, auch wird der Rächer praktisch nicht gezeigt und es werden keine weiteren Informationen geliefert. Jedoch habe ich das durchaus positiv betrachtet und es lässt einen gewissen Spielraum für Spekulationen. "Die Nacht der Vogelscheuche" ist einer meiner persönlichen Favouriten und ich habe den Film schon öfters gesehen.

9/10


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Nacht der Vogelscheuche
BeitragVerfasst: 28. Jan 2013, 17:14 
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Ich hatte damals eigentlich einen leidlich unterhaltsamen B-Horrorstreifen erwartet und ich bekam etwas, was ich gar nicht in Worte fassen kann. Natürlich sollte man seine Erwatungen realistisch halten, doch ich hatte nicht erwartet, dass der Hauptdarsteller einen Dummkopf spielt, der eigentlich behindert sein sollte. Nicht falsch verstehen, aber der spielte ungefähr so, als wenn Jerry Lewis einen Bescheuerten spielt. Das ist keine Darstellung eines geistig Behinderten, die ich so ertragen kann... Den Film konnte ich dementsprechend zu keiner Sekunde ernstnehmen, weil Dialoge, Darsteller und die Geschichte für mich einfach haarsträubend mies waren. Dazu zog sich der Film ewig hin, was für mich kein Problem wäre, wenn Atmosphäre aufkäme. War bei mir nicht der Fall, ich habe mich wirklich für den Film geschämt und wenn ich nicht ganz falsch liege, war das sogar nur eine TV-Produktion, also sollte ich etwas weniger kritisch sein. Bin ich aber nicht. :lol:

Freut mich, dass der anderen gefallen hat, für mich war das ein dümmlicher Kraftakt. 3/10, weil die Grundidee eigentlich nicht verkehrt ist, aber die Umsetzung einfach so furchtbar oberflächlich und klischeehaft ist, dass es einfach zu viel ist. Es gibt auch gewisse Dinge, die beim Slasherfilm nicht zuuuuu dick aufgetragen sein sollte und für mich war es das Spiel von Drake und dem Dorfpöbel einfach zuuuuuuu eindimensional. Der Stoff hätte sich sogar super für ein Drama eignen können, aber für einen Slasher, den ich ernstnehmen muss, war das zu lächerlich.

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There are two kinds of people in the world, my friend: Those with a rope around the neck, and the people who have the job of doing the cutting.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Nacht der Vogelscheuche (1981)
BeitragVerfasst: 27. Jan 2014, 12:05 
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Man gut, dass ich nochmal nach "Vogelscheuche" gesucht habe, denn der Film heißt für mich entweder "Die Rache des Gelynchten" oder "Dark night of the Scarecrow". Der Titel, wie er hier auf meinem Cover ist, hat mir so übrigens am Besten gefallen, denn so passt er auch am Treffendsten. Wobei hier die Rache etwas reduziert ist, denn so richtig klar wird es nicht, dass Bubba zurück kommt, um seinen eigenen fälschlicherweise begangenen Lynchmord zu rächen.

Von der Unterhaltung her hat der Film aber vollends überzeugen können. Erst hatte ich einen Trashfilm erwartet, aber das ist er ganz und gar nicht. Ein Gore-Feuerwerk darf man aber auch nicht erwarten. Sehenswert ist er aber auf jeden Fall und mir auch 08/10 Punkten wert.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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