Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
Aktuelle Zeit: 6. Dez 2016, 03:50

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde





Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 
AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 906

AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Die Rache der Kannibalen - Cannibal Ferox (1981)
BeitragVerfasst: 22. Jan 2014, 22:10 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 08.2013
Beiträge: 58
Wohnort: Mal hier, mal da und überall
Geschlecht: männlich

Bild
Originaltitel: Cannibal Ferox
Herstellungsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1981
Regie: Umberto Lenzi
Laufzeit: 89 min. Uncut
Freigabe: ungeprüft

Genre: Kannibalen/Splatter /Drama/Abenteuer

Indiziert: Ja /Beschlagnahmt: Ja

Darsteller:
Giovanni Lombardo Radice
Lorraine De Selle
Danilo Mattei
Zora Kerova
Walter Lucchini
Fiamma Maglione
Robert Kerman
John Bartha
Venantino Venantini
'El Indio' Rincon


____________
WERTUNG: 7
HÄRTE: 8,5
BLUT: 8
ACTION: 4
SPANNUNG: 2
SPAß: 2
DRAMA: 5



Story:

Anthropologin Gloria (Lorraine De Selle) ist von sich überzeugt, dass es im Dschungel keine Kannibalen mehr gibt. Als sie aber hört, dass im kolumbianischen Regenwald in einem Dorf tatsächlich noch Kannibalen leben sollen, macht sie sich mit ihrem Bruder Gary (Danilo Mattei) und einem bekannten Freund namens Pat (Zora Kerova) auf die Suche nach dem Dorf und den angeblichen Kannibalen. Als ihr Auto im Regenwald stecken bleibt, schlagen die drei ihre Suche zu Fuss fort. Mitten in der grünen Hölle treffen sie noch zwei weiter Männer: Einen drogensüchtigen namens Mike (Giovanni Lombardo Radice) und seinen leicht verletzten Kumpel Joe (Walter Lucchini). Diese berichten, dass sie vor den Kannibalen geflüchtet seinen, weil sie dort gefangen genommen waren und sie sonst getötet worden wären. Aber die Realität sieht ganz anders aus. Joe erzählt den anderen, in der Abwesenheit von Mike, die wahre Geschichte. Mike hat durchgedreht und einen der Kannibalen gekillt. Sie haben sich also nur gerächt. Zu diesem Zeitpunkt erschiesst Mike gerade ein junges Kannibalen Mädchen. Als das die restlichen Kannibalen erfahren, sind diese nicht gerade sehr erfreut darüber und machen Jagd auf die Gruppe, um sie schliesslich grausam zu foltern, und Stück für Stück aufzufressen...

Kritik:

Bei „Cannibal Ferox“ handelt es sich um einen der bedeutendsten Beiträge zum Thema Kannibalenfilm und gilt für viele als härtester Film aller Zeiten. Naja der härteste FIlm aller Zeitern ist er mit Sicherheit nicht, aber durchaus ein Werk das wegen seinen nicht gerade harmlosen Gewaltszenen, es durch aus in sich hat. Nachdem ich den Trailer etliche Male sah, war ich mehr als gespannt diesen Kannibalenstreifen zusehen.

Umberti Lenzi; dieser Name dürfte wohl bekannt sein, erschuf er doch im Jahre 1972 "Mondo Cannibale" und setzte den Grundstein für das Kannibalengenre und hat 8 Jahre später sein reißerisches Machwerk "Eaten Alive" abgedreht, obwohl mir ehrlich gesagt "Eaten Alive" besser gefällt, als wie dieses hier jetzt vorliegende Werk. Dennoch war "Lebendig gefressen" recht Brutal, der Titel war dort Programm und absolut nichts für Zartbesaitete, und trotz all dem, wer hätte es gedacht, übertrumpfte Lenzi dies alles noch um einige male in "Die Rache der Kannibalen". Der Trailer versprach viel, nur leider sah man alle Gewaltszenen bereits im Trailer. Also bleibt nur die Geschichte erwähnenswert, und die ist... hmm naja eher gesagt nicht die aller beste. Nach dem verzweifelten "Es gibt keinen Kannibalismus, es gibt keinen Kannibalismus..." hab ich mich richtig darauf gefreut, wie sie vom Gegenteil überzeugt wird. Die Geschichte dennoch bietet nichts, was man nicht bereits aus anderen Kannibalenfilmen kennt (interessant ist eventuell, dass der Grund für die Expedition diesmal der Beweis für die Nichtexistenz des Kannibalismus ist) und im Groben wird die Story von "Nackt und zerfleischt", sprich Menschen reisen zu Eingeborenen und entpuppen sich als die wahren Bestien, wiederholt. Das konnte auch "Nackt und Zerfleischt" in einer noch viel intensiveren, verstörenden Härte rüber bringen mit einer Botschaft die sich wie ein Schlag in den Fresse anfühlte. Der wenigere brutalere ist " Cannibal Ferox" definitiv nicht, in der Tat "erfreut" sich dieses Werk vor allem bei Splatter- bzw. Gorefreaks doch recht hoher Beliebtheit. Die Handlung ist - wie auch bei anderen Streifen des Genres - eher nebensächlich, Schauspielerisch sind auch keine Höchstleistungen hier zu erwarten. Ziel solcher Filme war es wohl ausschließlich, das Publikum zu schocken Zu einem Kannibalenfilm gehört für mich einfach, dass alle Ureinwohner als unzivilisierte Kannibalenstämme dargestellt werden und die Weißen als Sadisten, die sich an den Ureinwohnern vergehen und sich unter aller Sau benehmen, sowie der "normalen" Bevölkerung, die Angst vor den Kannibalen hat, aber gute Kontakte in die USA pflegt. Menschlich betrachtet verwerflich, aber in den Filmen sind diese Klischees Pflicht. Ebenfalls enttäuschend war die Verbindung zwischen Mike (dem Drogensüchtigen) und der blonden Vermieterin, die später in den Dschungel fliegt. Das wirkte total dahingeklatscht und schlecht eingebunden. Das hätte man sich sparen können! Schauspielerisch gesehen ist "Die Rache der Kannibalen" kein echter Hingucker, die Darsteller wirkten zum größten Teil lustlos bei der Sache, hölzern, zum teil fehl am Platze, wenig überzeugend und dienten wohl eher nur als Kanonenfutter für die exzessiven Gewaltszenen. Vielleicht lag dies auch mal wieder an der sau schlechten und wirklich unpassenden Synchro, aber gut da konnte der Film ja nichts für. Giovanni Lombardo Radice als Mike Logan fiel eingiermaßen positiver auf und kam ein wenig überzeugender rüber als der restliche Cast. Bleibt noch zusagen; Schauspielerisch wirken eigentlich sonst nur die Eingeborenen authentisch und tragen einen wesentlichen Teil zur Atmosphäre bei.

Zum Abschluss will ich noch was positives sagen, denn so schlecht war der Film auch wieder nicht. Die Splatter/Goreeffekte waren wie oben schon erwähnt sehr gut, richt Klasse realistisch und kreativ, zudem hatten einige davon es echt in sich, nein im Ernst, das was man da geboten bekommt ist echt nicht ohne und "Make them Die Slowly" darf sich mit Sicherheit voll und ganz zu den blutigsten Kannibalenstreifen zählen. Da hab ich nichts zu bemängeln zum anderen Teil die geil atmosphärisch passende Filmmusik, die richtig gut rüber kommt, wahnsinnig wie das noch zur Atmo beiträgt und gewissen Szenen unvergesslichen machen lässt. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist, dass auf Tiersnuff fast vollständig verzichtet wurde. Lediglich eine Schildkröte und ein Wildschwein(?) mussten dran glauben. Dafür sah man vermehrt, wie sich Tiere gegenseitig auffressen - wobei die Stelle mit dem Tiger und dem Affen sehr schlecht reingequetscht wirkte. Aber auch das ist schon an Tiersnuff zuviel wie ich finde, nur gut also, dass auch die "Zweibeiner ihr Fett abkriegen". Nicht selten müssen dabei die männlichen und/oder weiblichen Geschlechtsteile "dran glauben.

Fazit: Keine Frage, der Streifen dient nur der Sensationslust und der Darstellung unmenschlicher Abgründe, da die Story im Prinzip selten dämlich und schwach ist. Wenn man den Film nicht sieht, verpasst man nichts, aber wer Kannibalenfilme mag, sollte auf jeden Fall mal rein sehen, die DVD ist ja heute auch keine Seltenheit mehr und überall für´n 10er schon zu haben . Was die Goreszenen anbelangt darf man deutlich höher werten, als was Handlung & Co.etc. betrifft. Allerdings gibts hier nicht viel Neues von der Kannibalenfront, aber der bei diesem Genre wichtige Exploitationfaktor ist hoch und die dichte und beklemmende Atmosphäre stimmt dank der toll ausgewählten objektiven Kulisse und Soundtrack, an einigen Stellen auch, nicht das beste was dieses Genre zu bieten hat, nein "Cannibal Holocaust" ist für mich einfach das beste was dieses Genre hergibt, und für mich die Crené de la Cremé unter den Kannibalenstreifen, das wird auch immer so bleiben und da kommt auch dieses Werk neben vielen Anderen einfach nicht heran, dennoch bin ich der Meinung, das man "Cannibal Ferox" in den frühen 80ern zu den wichtigeren Beiträgen des Kannibalengenre zählen darf. Naja, unterm Strich vergebe ich mal eine glatte 7 von 10 Punkte

_________________
Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit alles zu tun!


And the eighth and final Rule: If this is your first Night at Fight Club, you have to fight!.



Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker