Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
Aktuelle Zeit: 5. Dez 2016, 09:27

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde





Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 
AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 316

AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Ghosthouse (1988)
BeitragVerfasst: 12. Jan 2016, 20:04 
Offline
Forum Admin
Benutzeravatar

Registriert: 12.2012
Beiträge: 2732
Geschlecht: männlich
Bild




Ghosthouse
(La Casa 3 - Ghosthouse)
mit Lara Wendel, Greg Rhodes, Mary Sellers, Ron Houck, Martin Jay, Kate Silver, Donald O'Brien, Kristen Fougerousse, Willy M. Moon, Susan Muller, Alain Smith, William J. Devany, Ralph Morse, Robert Champagne, Hernest Mc. Kimnoro
Regie: Umberto Lenzi
Drehbuch: Umberto Lenzi / Sheila Goldberg / Cinthia McGavin
Kamera: Franco Delli Colli
Musik: Piero Montanari
ungeprüft
Italien / USA / 1988

Der Funkamateur Paul empfängt ein seltsames Signal. Es hört sich an wie ein S.O.S. Ein Mann schreit um Hilfe. Sorgfältige Nachforschungen führen Paul und seine Freundin Martha zu einem mysteriösen Haus am Waldrand. Hier beginnt für beide die entsetzlichste Zeit ihres Lebens. Hätten sie diesen Hilferuf besser nie empfangen...


Der Name Umberto Lenzi zählt wohl eindeutig zu den bekanntesten in der Gilde italienischer Regisseure und gleichzeitig hat der gute Mann auch eine äußerst vielschichtige Filmografie anzubieten. So findet man seine Werke ebenso unter den Kannibalenfilmen (Mondo Cannibale, Die Rache der Kannibalen, Lebendig gefressen), wie auch im Sub Genre des Poliziesco (Die Kröte, Die Viper), oder aber beim beliebten Gialli (Das Rätsel des silbernen Halbmonds, Labyrinth des Schreckens). Mit vorliegendem Film "Ghosthouse" wagt er einen Ausflug zu den Spukhaus Filmen und liefert dabei eine Arbeit ab, die man als Betrachter mit durchaus gemischten Gefühlen betrachtet. Positiv erscheint auf jeden Fall die Tatsache, das vorliegende Geschichte sämtliche notwendigen Zutaten beinhaltet die eine Geschichte dieser Art braucht, jedoch lässt die filmische Umsetzung der einzelnen Elemente zumindest streckenweise etwas zu wünschen übrig. Das größte und sicherlich offensichtlichste Manko dürfte dabei der Aspekt sein, das die Ereignisse zu keiner Zeit ein wirklich gruseliges Ambiente entfalten. Begründet ist dies in der Vorhersehbarkeit der Abläufe, denn wirkliche Überraschungsmomente hat das Szenario nicht zu bieten. Kein Wunder also, das man fast durchgehend das Gefühl hat der Geschichte immer einen Schritt voraus zu sein und dieser Umstand schmälert das Filmvergnügen dann schon ein wenig.

Gleichzeitig lässt die von Haus aus schon ziemlich dünne Story aber auch selten irgendwelche schlüssigen Zusammenhänge erkennen, so das auch eher selten ein roter Leitfaden zu erkennen ist, der den Zuschauer durch die willkürlich erscheinenden Geschehnisse führt. Stellenweise entsteht der Eindruck eines seltsam zusammen gestückelten Filmes, denn nicht gerade wenige Passagen kommen wie Versatzstücke daher, die man eher lieblos und ohne wirklichen Sinn aneinander gereiht hat. Dazu gesellen sich dann noch die teilweise ganz augenscheinlich überforderten Darsteller, die nicht unbedingt mit glänzendem Schauspiel aufwarten können. Stattdessen bekommt man eher staksige und hölzerne Performances geboten und phasenweise mischt sich eine starke Theatralik in die Szenerie ein, so das einige Strecken des Werkes seltsam künstlich und aufgesetzt daher kommen. Aber trotzdem kann man "Ghosthouse" keinesfalls seinen Unterhaltungswert absprechen, der sicherlich auch durch die beigemengten Splatter Effekte unterstützt wird. Für einen Spukhausfilm geht es nämlich stellenweise recht blutig zur Sache, allerdings sollte man fairerweise anmerken, das die enthaltenen Effekte in Sachen Qualität nicht unbedingt zur ersten Garnitur zu zählen sind.

Zu den bisher aufgezählten Defiziten gesellen sich letztendlich noch die handelsüblichen Logiklöcher sowie diverse kaum nachvollziehbare Handlungsweisen der Akteure. Manchmal wirkt das Ganze dabei schon extrem hanebüchen und völlig an den Haaren herbei gezogen, wodurch die Ereignisse an manchen Stellen mit einem fast schon trashigen Anstrich hervorgehoben werden. Nun mag man zu der Erkenntnis gelangen das so viele Mankos nicht gerade für eine Empfehlung sprechen und irgendwie erscheint diese Einschätzung zumindest auch berechtigt. Lenzi hat an dieser Stelle auch ganz bestimmt nicht seinen besten Film auf die Menschheit losgelassen, aber trotz unübersehbarer Versäumnisse hat mich dieses Werk bestens unterhalten. Mit einem besseren Drehbuch und vor allem mit der richtigen Atmosphäre wäre jedoch viel mehr drin gewesen, denn dann hätte sich "Ghosthouse" im Ranking der Spukhaus Filme auch ganz bestimmt im oberen Drittel ansiedeln können.

Letztendlich ist es wie immer eine Frage des persönlichen Geschmackes und Lenzis Film lässt die Meinungen auch stark auseinander gehen. Vom rein filmischen Aspekt her wurden ganz einfach zu viele Dinge vernachlässigt, als das man von einem rundum gelungenen Werk sprechen könnte. Vom reinen Unterhaltungswert her gesehen kann das stellenweise etwas skurrile Szenario aber durchaus überzeugen, man sollte halt nur von Beginn an mit keiner allzu großen Erwartungshaltung an die Geschehnisse heran gehen.


Fazit:


Es gibt etliche Haunted House Horrorfilme die weitaus besser gelungen sind, dennoch hat der vorliegende Beitrag die teils vernichtenden Kritiken die ihm zu teil werden nicht so ganz verdient. Mangelnde Logik, eher schlecht als recht agierende Darsteller und eine kaum vorhandene gruselige Grundstimmung sind zwar keine positiven Kriterien für einen Film dieser Art, aber dennoch hat man schon unzählige andere Beiträge gesehen, die weit schlechter unterhalten haben.


6/10


Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Ghosthouse (1988)
BeitragVerfasst: 2. Jun 2016, 13:53 
Offline

Registriert: 04.2014
Beiträge: 7
Geschlecht: männlich
Hier haben wir es mit einem Film zu tun, der in Fankreisen ja keinen sehr guten Ruf (um es diplomatisch zu umschreiben) genießt. Nicht ganz zu Unrecht. Allerdings sind die teils vernichtenden Kritiken dann doch überzogen.
Hauptmanko des Streifens (neben den überforderten Darstellern) ist die fehlende Atmosphäre, die ihm über weite Strecken eine gewisse Langatmigkeit verleiht.
Fazit: kein Totalausfall, gepflegtes Mittelmaß eben.

5/10


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker