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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Mausoleum der lebenden Toten (1983)
BeitragVerfasst: 13. Jul 2013, 18:37 
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Sie greifen nach den Lebenden
(One Dark Night)
mit Meg Tilly, Melissa Newman, Robin Evans, Leslie Speights, Donald Hotton, Elizabeth Daily, David Mason Daniels, Adam West, Leo Gorcey Jr., Rhio H. Blair, Larry Carroll, Katee McClure, Kevin Peter Hall
Regie: Tom McLoughlin
Drehbuch: Tom McLoughlin / Michael Hawes
Kamera: Hal Trussell
Musik: Bob Summers
ungeprüft
USA / 1983

Es sollte für alle eine Nacht des Schreckens werden. Um in eine Clique aufgenommen zu werden, muss ein junges Mädchen eine ganze Nacht in einem Mausoleum verbringen. Aus der Mutprobe wird bitterböser Ernst. Während die anderen Mädchen versuchen, das Mädchen zu erschrecken, steigen plötzlich die Toten aus ihren Särgen. Es beginnt ein Inferno voller Ekel und Grauen!


OK, so reißerisch wie es die Inhaltsangabe vermuten lässt, gestalten sich die Geschehnisse in diesem Film dann doch nicht, doch warum das Werk von Tom McLoughlin eigentlich in der Hauptsache immer unterdurchschnittliche Kritiken nach sich zieht, will sich mir nicht so ganz erschließen. Zugegebenermaßen kann dieser unter mehreren Alternativ-Titeln bekannte Horror-Flick aus den 80ern durch die Inhaltsangabe eventuell die Erwartungen des Zuschauers in eine etwas falsche Richtung lenken, denn trotz leichter durchaus vorhandener Ansätze würde ich "Mausoleum der lebenden Toten" auf keinen Fall dem Zombiefilm zuordnen. Vielmehr handelt es sich um einen äußerst atmosphärischen Grusler, der lediglich im letzten Drittel ein wenig die Untoten-Thematik aufgreift und diese auch durch einige dürftig maskierte Wiedergänger in Szene setzt. Zunächst hat das Geschehen aber herzlich wenig mit einem Horrorfilm egal welcher Art zu tun, präsentiert sich doch im ersten Film-Drittel eher eine Geschichte, in der es um die üblichen Probleme weiblicher Teenager geht, die der neuen Freundin des EX-Freundes einen auswischen wollen. In einem Neben-Erzählstrang wird gleichzeitig ein zu Beginn etwas verwirrender Faden aufgenommen, indem man die Beerdigung eines Hellsehers zu sehen bekommt, dessen Person aber in der Folgezeit eine wichtige Rolle in den Ereignissen einnehmen soll.

So vergeht dann auch die erste Hälfte des Filmes recht flott obwohl eigentlich so gut wie nichts passiert. Doch gerade die Erzählweise der beiden parallel zueinander laufenden Geschichten erzeugen eine dichte-und bedrohliche Grundstimmung, denn immer mehr lässt sich ein mysteriöses Momentum erkennen, das mit dem verstorbenen Hellseher zu tun hat, der ganz offensichtlich unheimliche Experimente vorgenommen hat. McLoughlin ist es hier sehr gut gelungen, den Zuschauer einerseits regelrecht einzulullen, aber andererseits eine gewisse Erwartungshaltung zu schüren, die sich dann letztendlich auch noch erfüllen soll. Entscheidend dafür ist der Zeitpunkt, an dem die junge Julie (Meg Tilly) als Mutprobe eine Nacht eingeschlossen in einem Mausoleum verbringen soll. Schon die Innenansicht des weitläufigen Gebäudes verursacht bei Grusel-Fans eine Gänsehaut, denn auch wenn alles in einem hellen Farbton erscheint, lässt einen allein der Gedanke an eine Nacht in dem Gebäude erschauern. Nun entfaltet sich auch immer mehr eine äußerst bedrohliche Untermalung des Ganzen, denn aus der als Streich geplanten Mutprobe wird plötzlich tödlicher Ernst.

Ab diesem Zeitpunkt zieht dann auch die Zombie-Thematik in das Geschehen ein und es entwickelt sich ein wirklich gelungener Genre-Mix, der zwar keinerlei nennenswerte Härten offenbart, dafür aber extrem stimmungsvoll in Szene gesetzt wurde. Die hohe Alterseinstufung dieses Werkes ist aber keinesfalls nachvollziehbar, denn eine 16er Freigabe wäre an dieser Stelle mehr als ausreichend gewesen, bekommt man doch eigentlich gar nichts geboten, das eine ungeprüft-Einstufung rechtfertigen würde. Wie dem aber auch sei, die eigentliche Stärke des Filmes liegt ganz eindeutig in den zwei vollkommen verschiedenen Film-Hälften, denn während man zu Beginn anscheinend mit einem eher banalen Teenie-Filmchen konfrontiert wird, entfaltet sich im späteren Verlauf eine atmosphärische Dichte, die man keinesfalls erwartet hätte. Dabei wird man jäh aus einem leichten Dämmerzustand gerissen, denn nach den ersten gut 30 Minuten hätte man fast schon nicht mehr mit einer solchen Steigerung gerechnet, wie Tom McLoughlin sie hier eingebaut hat.

Manch einem wird die Einführung in die Geschichte eventuell etwas zu lang erscheinen, doch meiner Meinung nach ist es gerade die Stück für Stück ansteigende Spannungskurve in Verbindung mit der dadurch entstehenden Atmosphäre, die diesen Film ungemein aufwertet. Sicherlich hätte man durchaus einen annehmbaren Härtegrad beimischen können, doch auch in vorliegender Form funktioniert "Mausoleum der lebenden Toten" ganz hervorragend. Ich möchte sogar soweit gehen und behaupten, das es sich hier um eine kleine, aber leider vollkommen unterbewertete Perle der 80er Jahre handelt, der nie die Beachtung zu teil geworden ist die sie normalerweise verdient. Freunde des gepflegten Grusel-Feelings sollten also definitiv einen Blick riskieren, denn der Film ist keineswegs so schlecht, wie es manche Kritiken vielleicht vermuten lassen könnten.


Fazit:


"Mausoleum der lebenden Toten" ist definitiv kein Zombiefilm und zählt auch nicht zu den Größen des Horror-Genres, jedoch bietet das Werk durchgehend gute Unterhaltung und verpasst einem des Öfteren eine herrliche Gänsehaut. Was als typischer Teenie-Film beginnt, mausert sich immer mehr zu einem tollen Grusel-Erlebnis, das sogar diverse Zombie-Elemente erkennen lässt.


7,5/10

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