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 Betreff des Beitrags: Sleeping Car (1989)
BeitragVerfasst: 6. Aug 2013, 16:32 
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Sleeping Car
(The Sleeping Car)
mit David Naughton, Judie Aronson, Kevin McCarthy, Jeff Conaway, Dani Minnick, Ernestine Mercer, John Carl Buechler, Gary Brockett, Steve Lundquist, Billy Stevenson, Michael Scott-Bicknell, David Coburn
Regie: Douglas Curtis
Drehbuch: Greg Collins O'Neill
Kamera: David Lewis
Musik: Ray Colcord
ungeprüft
USA / 1989

Nach seiner gescheiterten Ehe glaubt Jason nicht mehr an die Liebe, genauso wenig wie an den Weihnachtsmann oder den Boogeyman, aber er irrt sich gewaltig! Jason nimmt sein Journalismus-Studium wieder auf und zieht zur Miete aufs Land in einen stillgelegten Bahnwagon, der frühere Lieblingsort des Misters, dem verstorbenen Mann der Vermieterin. Vom ersten Moment an plagen ihn schreckliche Albträume. Jasons angestauter Hass zu seiner Exfrau erweckt den wütenden Geist des Misters. Auch Jacksons neue Liebschaft Kim spürt die böse Macht, die den Wagon umgibt. Der Mister verabscheut die schnelle Liebe und erteilt allen, die seine Ruhe stören, eine blutige Lektion. Gemeinsam mit Jasons Nachbar Vincent, einem Praktiker der weißen Magie, versuchen sie dem Terror ein Ende zu setzten...


Der eher unbekannte Regisseur Douglas Curtis hat lediglich zwei Regie-Arbeiten in seiner Vita stehen, wobei der vorliegende "The Sleeping Car" aus dem Jahr 1989 auch schon die letzte darstellt. Eigentlich sehr schade, präsentiert uns Curtis doch einen insbesondere in atmosphärischer Hinsicht einen richtig gelungenen Horrorfilm, der durch seine durchweg vorhandene bedrohliche Grundstimmung jede Menge Pluspunkte beim Zuschauer sammeln kann. Da nimmt man es auch gern in Kauf, das sich rein inhaltlich eine ziemlich haarsträubende-und an den Haaren herbeigezogene Geschichte offenbart, der zudem in einigen Passagen auch eine leicht trashige Note beiwohnt. Im Mittelpunkt steht ein ein absolut überzeugender David Naughton (American Werewolf, der den Zuschauer von der ersten Minute an durch seine sympatische Ausstrahlung und seinen trockenen Humor in Beschlag nimmt. Nachdem er sich ein altes Zugabteil als neue Bleibe angemietet hat muss er recht schnell feststellen, das hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht und anscheinend ein böser Geist in seinem neuen Heim zugegen ist. Was er zu Beginn noch nicht ernst nehmen kann, entwickelt sich mit der Zeit zu einer echten Bedrohung, die auch mehreren Menschen zum Verhängnis werden soll, die in dem Abteil auf brutale Art und Weise ihr Leben verlieren.

An dieser Stelle wären wir auch schon bei den teils ziemlich blutigen Effekten des Filmes angelangt und es ist doch immer wieder schön sich die etwas älteren Genre-Beiträge anzusehen, in denen man nicht mit den heute unvermeidlichen CGI-Gewittern überflutet wird. So bekommt man einige wirklich sehenswerte Szenen geboten, die über einen gehobenen Blutgehalt und auch einen angemessenen Härtegrad verfügen, so das der Horror-Fan hier jederzeit auf seine Kosten kommt. Aber auch ganz generell bietet "Sleeping Car" durchgehend sehr kurzweilige-und bestens unterhaltende Horrorkost, bei der auch immer wieder eine leicht komödiantische Note durchschlägt, die sich hauptsächlich in etlichen Dialogen zu erkennen gibt.

Neben einem dramaturgisch gelungenem Spannungsaufbau ist es aber in erster Linie eine erstklassige Atmosphäre, die diese Produktion ganz besonders auszeichnet. Teilweise wunderbar düster gehalten sind es die Passagen die in der Nacht spielen, die einen besonders nachhaltigen Eindruck hinterlassen. In etlichen Passagen kann einen dabei eine leichte Gänsehaut überkommen, beinhaltet das Szenario doch ein erstklassiges Grusel-Ambiente, das im Zusammenhang mit diversen Slasher-Elementen eine absolut gelungene Kombination ergibt. Sicherlich handelt es sich hier um keinen absolut herausragenden Horrorfilm, es ist vielmehr eine der etlichen 80er Jahre Perlen, denen nie die Aufmerksamkeit zu teil wurde, die sie aufgrund der vorhandenen Klasse aber auf jeden Fall verdient hätten. Und so kann man "Sleeping Car" als einen überdurchschnittlich guten Genre-Beitrag einordnen, der mit manchmal schon leicht schrägem Humor versehen ist. Ein Indiz dafür ist sicherlich die deutsche Synchronisation, die ich persönlich unbedingt bei der Sichtung empfehlen würde. Bekommt man dort doch ein Paradebeispiel dafür geliefert wie es sich anhört, wenn man einen Horrorfilm fast schon krampfhaft lustiger erscheinen lassen will, als er es in Wirklichkeit ist. Manche der Dialoge erscheinen nämlich fast künstlich auf cool getrimmt, was andererseits aber den reinen Unterhaltungswert noch einmal zusätzlich ansteigen lässt.

Insgesamt gesehen handelt es sich auf jeden Fall um einen absolut empfehlenswerten Film, denn man sich unbedingt einmal zu Gemüte führen sollte. Ein gut aufgelegter David Naughton, eine wunderbar dichte Grundstimmung, eine ziemlich hanebüchene Geschichte und diverse blutige Passagen ergeben zusammen mit dem schrägen Humor ein wunderbares Film-Erlebnis, das im Bezug auf den puren Unterhaltungswert hoch oben angesiedelt ist. Nicht nur die 80er Jahre Fans sollten definitiv einen Blick riskieren, denn "Sleeping Car" ist durchaus eine generelle Empfehlung wert.


Fazit:


Douglas Curtis hat hier eine Menge richtig gemacht und durch einige ungewollte Mankos die Kurzweil seines Werkes noch zusätzlich in die Höhe getrieben. Das Ergebnis ist ein tolles Relikt der 80er, das meiner persönlichen Meinung nach weitaus mehr Beachtung verdient hätte


7,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Sleeping Car (1989)
BeitragVerfasst: 6. Aug 2013, 17:08 
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Dieser Film lebt auch eher von der Atmosphäre als von wirklichen Shockmomenten. Müsste ich mir eigentlich auch mal wieder ansehen. Hatte ihn über nen Gewinnspiel wieder weiter veräußert. Steht aber auch mittlerweile wieder als große Hartbox im Regal. Großes Manko an diesem Film ist, das Fehlen von markanten Passagen, denn in Erinnerung ist er nicht wirklich geblieben.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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