Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Tanz der Teufel - The Evil Dead (1981)
BeitragVerfasst: 10. Feb 2013, 16:54 
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Originaltitel: The Evil Dead
Alternativtitel: La Casa
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1981
Darsteller: u. a. Bruce Campbell, Ellen Sandweiss, Richard DeManincor, Betsy Baker, Theresa Tilly, Philip A. Gillis, Dorothy Tapert, Cheryl Guttridge, Barbara Carey, David Horton, Wendall Thomas, Don Long
Regie: Sam Raimi
FSK: ungeprüft

Inhalt:


Ashley, Cheryl, Scott, Linda und Shelly machen einen Ausflug zu einer abgeschiedenen Hütte, die nur über trampelfade und morsche Holzbrücken zu erreichen ist, denn sie liegt mitten im Wald. Der Schlüssel liegt oben auf dem Türrahmen, doch schon bei der Ankunft ereignen sich merkwürdige Dinge: Das Schild, welches vormals zappelnd im Wind hin und her schaukelte, bleibt regungslos als der Schlüssel gefunden wurde.

Drinnen ist es still, dunkel und dunstig, ja sogar nebelig. Am Abend, als alle gemeinsam beim Abendessen sitzen, schlägt die Kellerluke auf. Und Scott geht hinunter, um nachzusehen, was sie aufgeschlagen hat. Dabei findet er das Necronomicon, ein Buch, welches mystische Formeln zur Beschwörung von Dämonen und Toten aufzeigt. Aber die Schrift ist für die Urlauber unleserlich. Doch daneben finden sie ein Tonband des Mannes, der versucht hat dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, und als sie es abspielen, spricht die Stimme die Beschwörungsformeln in einer unbekannten Sprache, was die Dämonen erwachen lässt.

Erst ist es nur so, dass der Wald an sich zum Leben erwacht, doch nach und nach werden alle Personen der "Reisegruppe" von Dämonen befallen. Und dabei kann man sie nur besiegen, wenn der Dämon komplett zerstückelt wird. Dann beginnt das Grauen in der kleinen Holzhütte und ein entkommen scheint unmöglich. Weder mit dem Auto, was erst streikt und dann nicht mehr weiter fahren kann, noch zu Fuß. Und auch der Wald selbst scheint sich gegen die Freunde verschworen zu haben, denn auch er lässt sie mit Schlingpflanzen nicht aus seinem Bann.

Mit Axt und Schrotflinte gehen Ash und anfangs auch Scott gegen die Dämonen vor, doch nur einer der beiden wird das Haus lebend verlassen können...

Wertung:

Jetzt kann ich sagen: Ja, diesen Film habe ich gesehen, aber aufgrund der vielen vielen Kritiken zu diesem Film bin ich doch eher enttäuscht. Und das gar nichtmal, weil der Film schlecht ist. Lange Jahre des Indexdaseins sorgen dafür, dass dieser Film meist zu überteuerten Preisen nur schwer erhältlich ist. Und dann sieht man ihn sich an, denkt noch, dass der ganz okay ist, und schwupps ist er zu Ende.

Die Geschichte mit der Dämonenbeschwörung ist in Ordnung, so wie sie erzählt wird. Auch das Tonband mit den originalen Aufzeichnungen des Wissenschaftlers kommt gut rüber und liefert eine plausible Erklärung für die Erscheinungen, die das Haus heimsuchen werden. Dabei bleibt unklar, warum sich jetzt die eine oder andere Person in einen Dämon verwandelt. Als Shelly aus dem Haus läuft, leuchtet es noch ein, dass sie von einem Dämon befallen werden kann. Nicht zuletzt, weil sie ja auch durch den Wald selbst verwundet wurde. Als sie mit dem Bleistift Linda verletzt, ist auch da plausibel, weshalb Linda zum Dämon wird, die übrigens in ihrer gesamten Darstellung phantastisch rüber kommt, da sie einfach nur verrückt wirkt. Aber warum wird Ash nicht auch zum Dämon? Er wurde schließlich auch durch einen verwundet, und das mehrfach. Er ist der einzige, der nicht bessessen ist und somit der einzige Kämpfer für das "Gute".

Dabei suggerieren einige Cover übrigens einen falschen Eindruck: Die Kettensäge, mit der Ash mehrfach auf diversen Covern zu sehen ist, kommt überhaupt nicht zum Einsatz, nur fast. Es wird lediglich auf eine im Haus vorhandene Axt und auch eine Schrotflinte zurück gegriffen.

Die Kameraarbeit ist gut gelungen, allerdings wirkt es am Anfang etwas merkwürdig, als die Kamera durch das Unterholz fährt, so als ob ein Tier im Wald unterwegs sei. Da die Beschwörung aber noch gar nicht stattgefunden hatte, kann eigentlich dort nichts vorhanden sein.

Vom Splattergehalt ist der Film längst nicht so drastisch wie erwartet. Gerade von der Blutmenge her ist der Film doch eher spärlich bestückt. Einige Szenen sind sehr grausam, weshalb man zwar nachvollziehen kann, weshalb wir es hier mit einem 131er zu tun haben, aber verstehen kann man das nicht. Gerade auch wenn man bedenkt, dass es sich um einen Film aus dem Jahre 1981 handelt und die Darstellungen damals noch längst nicht so drastisch waren wie heute. Einiges hätte dabei gut in einen Wallace & Gromit-Film gepasst, da es einfach wie Knetmasse wirkt, die sich schlussendlich auflöst. Auch das Genre "Splatterkomödie", was immer mal wieder im Zusammenhang mit diesem Titel zu lesen ist, will nicht ganz in meinen Kopf ankommen, denn Humor ist nun wirklich wenig bei diesem Werk vorhanden.

Was bleibt unterm Strich noch zu sagen? Der Film ist so wie er ist ganz in Ordnung und mit Sicherheit auch ein wirklicher Klassiker des Genres. Aber nur weil er ein Klassiker ist, muss er nicht gleich eine Höchstwertung erhalten. An Schwachpunkten sind zum einen das von mir schon erwähnte "Befallsmuster" der Dämonen als auch die noch nicht erwähnte gestreckte Handlung zu Beginn zu nennen. Bruce Campbell hat mir außerdem in "Armee der Finsternis" wesentlich besser gefallen, da er dort einfach eine größere Rolle verkörpert hat als hier. Auch Sam Raimi hat aus meiner Sicht schon wesentlich bessere Filme abgeliefert, auch wenn diese nicht gerade im Horrorgenre angesiedelt sein mögen. Bis auf Bruce Campbell bleiben alle anderen Schauspieler in eher kleineren Rollen haften. Und auch hier haben sie aus meiner Sicht nicht neben den anderen Darstellern herausgeragt.

Deshalb bleiben am Ende noch 07,5/10 übrig.

"Tanz der Teufel" ist zusätzlich ein eigentlich unpassender Filmtitel. Er hat zwar insgesamt was mit Auferstehung und dunkeln Mächten zu tun, aber es sind doch eher Dämonen und Untote um die es hier geht, und nicht um unterschiedliche Arten von "Teufeln".

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Tanz der Teufel - The Evil Dead
BeitragVerfasst: 10. Feb 2013, 17:01 
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Für mich gibt es hier nur eine einzige Wertung und die lautet 10/10, aber Geschmäcker sind nun einmal verschieden. Zudem muss man hier auch anmerken das es ein riesiger Unterschied ist, ob man den Film heute auf dem heimischen Bildschirm sieht, oder damals im Kino live dabei war. Das Ganze hat dort eine vollkommen andere Wirkung erzeugt und etliche Leute sind im Kino zusammengebrochen, so das der Film schon nach wenigen Tagen aus etlichen Kinos entfernt wurde. Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, war damals aber wirklich so.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tanz der Teufel - The Evil Dead
BeitragVerfasst: 10. Feb 2013, 18:02 
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Mach Dir nichts draus Master. Ich habe den Film ja auch damals nicht gesehen und würde Heute trotzdem ganz vielleicht 10/10 rausknallen, wobei das mit kritischem Blick auch sehr gute 9/10 wären. Was die Stimmung und vielen Mittel angeht, um Grusel und Spannung zu erzeugen, kommt eigentlich nichts an "Evil Dead" ran und das Remake wird es verdammt schwer haben.

Ich finde es großartig, dass der Film nicht erklärt wann und warum jemand zum Dämon durch diese Kräfte wird, dadurch bleibt die Spannung aufrecht und einige Szenen kommen immer noch aus dem Nichts und lassen mich hochschrecken. So wie sich die Hütte in dichtem Nebel hüllt, so wird ja aus dem Bösen im ersten Teil noch etwas mysthisches gemacht, dass nicht weiter erklärt wird. Sowas gefällt mir, als immer alles bis zum Erbrechen durchzukauen.

Ich denke, diese Dämonen spielen einfach mit Ash und am Ende bekommen sie ihn ja auch, also würde ich das nicht mit der Zombie-Logik vermischen, dass ein biss oder Angriff zur Dämonisierung führt. Das macht diese unbekannte Macht einfach so, wie sie Lust und Laune hat. :)

Tanz der Teufel ist imo einer der besten und passendsten dt. Filmtitel, die ich in dem Genre je gelesen und gehört habe. Ich versuch das mal zu erklären: der Film ist grotesk, absurd, monströs und was ist grotesker, als tanzende Teufel, die einen angrinsen, während sie Spaß an dem haben, was sie tun? Die Art, wie die Deadites durch die Luft in den Filmen schweben und von den Mächten gelenkt werden, hat oftmals etwas verspieltes, dass mich ans tanzen erinnert, keine Ahnung wieso. Und im dritten Teil tanzt ja der Böse Ash sogar: "Goody little twoshoes" :lol: Selbst wenn es Dämonen, Deadites, Besessene oder Zombies schlussendlich in diesem Film sind, sie haben teuflischen Spaß, bei dem, was sie machen. ;) Und darum passt "Tanz der Teufel" wie ich finde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tanz der Teufel - The Evil Dead
BeitragVerfasst: 10. Feb 2013, 23:00 
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Für mich mitunter einer der besten Horrorfilme, die je gedreht wurden (leider kennt man den Film auswendig). "Tanz der Teufel" war in den 80ern, ähnlich wie "Gesichter des Todes", etwas Derbes, dass man mal gesehen haben "muss". Entsprechend war das ein Thema in der Schule und im Kollegenkreis. Ich war 13/14 als ich den Film das erste Mal auf Video sah und das war genau die richtige Zeit. Man hörte so viel von Heavy Metal, Satanismus und entsprechend die schockierenden Texte und Covers dieser Musikrichtung. Als ich "Tanz der Teufel" dann sah, war ich sehr beeindruckt. Ich fand den Film sehr hart, denn dieser Splatter war zu diesem Zeitpunkt noch namentlich kein Thema und man guckte Filme noch nicht so weil sie besonders gorig waren. Ich fand "Tanz der Teufel" vom Anfang bis zum Ende einfach nur total fesselnd und ich bin total eingetaucht in den Film. Das war alles so bedrohlich in dem Haus und die Brutalität kannte keine Grenzen, es konnte also stets das Allerschlimmste passieren. Daher ist "Tanz der Teufel" für mich persönlich mitunter einer der schönsten Horrorfilm-Erlebnisse überhaupt. Was ich vielleicht noch anmerken möchte ist, dass der Film mir auf VHS von VCL-Video am besten gefiel. Die Fassung war zwar dunkler (was dem Film, vor allem in der Keller-Sequenz sehr zugute kam) als spätere Fassungen und die Bildqualität jenseits von High Quality, aber das war normal zu der Zeit und dadurch wirkte der Film gar nicht so einfach und "billig", wie später bei einer Sichtung auf "DVD". Einer der grossen Klassiker und sicherlich lange Zeit auch so etwas wie ein Aushängeschild für "schlimme" Horrorvideos.

10/10


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 Betreff des Beitrags: Re: Tanz der Teufel - The Evil Dead
BeitragVerfasst: 11. Feb 2013, 17:57 
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Also ich möchte mich auch mal zu diesem Klassiker äussern. Den Film habe ich im zarten Alter von 12 Jahren das erste mal gesehen. Und ich muss sagen, der Film hat mein Leben auf einen Schlag, für immer verändert :D Das Teil rockt das Haus, einfach nur genial der Streifen. Schade das die anderen Teile nich die harte Schiene weiter gefahren sind, aber auch die haben irgendwie ihren Reiz ;) Ich kann es kaum in Worte fassen wie ich diesen Film liebe, von daher soll es das auch von mir gewesen sein, an dieser Stelle :)

10/10 Punkten


Gruss Rudi :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Tanz der Teufel - The Evil Dead
BeitragVerfasst: 11. Feb 2013, 19:30 
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deadlock hat geschrieben:
Für mich mitunter einer der besten Horrorfilme, die je gedreht wurden (leider kennt man den Film auswendig).



Das finde ich bei mir immer das beachtliche bei Evil Dead, denn obwohl ich den Film auswendig kenne, überrascht und schockt er mich immer wieder, selbst, wenn ich genau weiß, dass gleich ein Grusel- oder Schockmoment kommt. Für mich ist der Streifen unfassbar gut gealtert, die Stop-Motion-Effekte, die ich durchaus charmant finde, sahen natürlich damals schon mies aus. :D

Das zeichnet ja immer einen großartigen Film aus, dass er noch beim mehrfachen Glotzen gut funktioniert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tanz der Teufel - The Evil Dead
BeitragVerfasst: 7. Apr 2013, 12:58 
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Warum der öfters als Horrorkomödie bezeichnet wird, kapier ich nicht. Ich finde den einfach nur gruslig und hammerhart. Mein erstes mal Evil Dead gucken war ne 10te VHS Kopie, war nur noch ein Hörspiel, sehen konntest fast garnix mehr...trotzdem hats mich damals schier weggehaut vor Spannung...10/10 Pkt

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 Betreff des Beitrags: Re: Tanz der Teufel - The Evil Dead
BeitragVerfasst: 18. Mai 2013, 08:53 
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Gestern war imVorprogramm von EVIL DEAD der alte tanz der Teufel zu sehen.

Vorab erstmal ein paar Fragen:

Wie gross ist den diese Hütte bitteschön?
Wer hat am Anfang des Films kurz bevor man über die brücke fuhr, den Mann im Bild gesehen?

Egal, genau das macht den Film unheimlich, und zwar diese Hütte und der Wald wo es KEIN zurück oder Ausweg gibt. Die make up Arbeit passt auch perfekt, das hat man richtig unheimlich gemacht. :Up: :Up: :Up:

Die musik bzw. das Geflüstere tut sein übriges, und erschreckt einen im Kinosessel zu Tode. Man fiebert mit ASH mit bis zum Sonnenaufgang, aber in der zwischenzeit wird man ein paar mal in seinem Stuhl geschockt.

Also, der film ist zurecht ein Klassiker und ein Massstab für andere Horrorfilme

8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Tanz der Teufel - The Evil Dead (1981)
BeitragVerfasst: 29. Sep 2013, 18:56 
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Tanz der Teufel
(The Evil Dead)
mit Bruce Campbell, Ellen Sandweiss, Richard DeManincor, Betsy Baker, Theresa Tilly, Philip A. Gillis, Dorothy Tapert, Cheryl Guttridge, Barbara Carey, David Horton, Wendall Thomas, Don Long
Regie: Sam Raimi
Drehbuch: Sam Raimi
Kamera: Tim Philo
Musik: Joseph LoDuca
ungeprüft
USA / 1981

Eine Gruppe Jugendlicher beabsichtigt, das Wochenende in einem heruntergekommenen Haus im Wald zu verbringen. Im Keller des alten Gemäuers entdecken sie ein Tonband, sowie ein unheimliches altes Buch. Aus Neugier spielen sie das Band ab und erwecken so schlafende Dämonen zu neuem Leben. Von diesem Moment an werden die ahnungslosen Freunde von den bestialischen Teufeln terrorisiert...


Als 1981 ein gewisser Sam Raimi sein Langfilm-Debüt "Tanz der Teufel" präsentierte, da ahnte wohl kaum jemand das diese mit gerade einmal 375.000 $ budgetierte Produktion im Lauf der folgenden Jahre zu einem der beliebtesten-und verehrtesten Horrorfilme aufsteigen sollte, die je das Licht der Leinwand erblickten. Raimi hat mittlerweile auch mehrere Blockbuster in seiner Vita stehen, doch wird sein Name auf immer und ewig mit diesem Film verbunden sein. Und dennoch spaltet vorliegendes Werk auch heute noch oft die Meinungen, denn obwohl eigentlich jeder Fan die Geschichte kennt, gibt es auch genügend Leute, die dieser nicht sonderlich viel abgewinnen können. Zugegeben, die Story beinhaltet keinerlei Tiefgang und ist auch ansonsten nicht sonderlich ergiebig, doch stellt sich hier auch gleichzeitig die Frage, ob man das bei einem Film dieser Machart unbedingt erwarten sollte. Und so präsentiert sich dann ein einfach gehaltenes Szenario, das auch noch nie den Anspruch hatte, sich durch einen besonderen Inhalt zu definieren. Viel eher hat Raimi hier eine nicht sonderlich innovative Rahmenhandlung geschaffen und diese im Prinzip durchgehend in einer kleinen Hütte angesiedelt, die in einem dichten Waldgebiet steht. Und genau in dieser minimalistischen Umsetzung liegt eine der ganz großen Stärken des Filmes, entsteht doch so schon nach ganz wenigen Minuten diese extrem bedrohliche Atmosphäre, die das Geschehen fast schon im Alleingang trägt. Es entwickelt sich in rasendem Tempo ein fast einzigartiger Spannungsaufbau, der ganz besonders bei der ersten Sichtung des Werkes zum tragen kommt und einen zwangsläufig zu einem Teil des Geschehens macht.

Das allein würde jedoch noch nicht den absoluten Kultstatus ausmachen, den sich "The Evil Dead" im Laufe der Jahre vollkommen zu recht erworben hat und so wurden dem Ganzen noch einige grundlegende Zutaten beigemischt, die dann letztendlich eine absolut perfekte Mischung ergaben. Dabei handelt es sich keineswegs um in der heutigen Zeit übliche-und sehr kostspielige technische Spielereien, denn die vorhandenen Effekte gehören noch in die Zeit, als man das meiste von Hand gemacht hat. Dabei ist es ein wirklich ordentlicher Härtegrad, der zwar aus heutiger Sicht ganz bestimmt keine Begeisterungsstürme mehr nach sich ziehen würde, doch darf man an dieser Stelle keinesfalls vergessen, das der Film mittlerweile auch schon über 30 Jahre auf dem Buckel hat. Anfang der 80er Jahre war es schon extrem harter Tobak der sich einem hier präsentierte und phasenweise offenbart das Geschehen ein regelrechtes Spektakel, das äußerst blutig-und derbe ausfällt. Was viele Leute mittlerweile eher zum Schmunzeln animiert, setzte damals echte Maßstäbe. Nicht umsonst umgibt dieses Werk eine hinlänglich bekannte Zensurgeschichte in Deutschland, wobei es nach heutigen Maßstäben kaum mehr nachvollziehbar ist, das "Tanz der Teufel" immer noch indiziert ist. Neben den teils sehr harten Effekten hat Sam Raimi aber auch darauf geachtet, das seine Geschichte durchaus auf die Psyche des Zuschauers abzielt, flüsternde Stimmen der Dämonen, sich bewegende Äste und Zweige und eine grandiose Geräuschkulisse runden die ganze Chose perfekt ab und sorgen für ein herausragendes Horror-Spektakel.

Es ist ein riesiger Unterschied, ob man sich den Film heute vor dem heimischen Bildschirm anschaut oder ihn damals im Kino gesehen hat. Die Ausstrahlung auf der großen leinwand war viel intensiver, was man auch am Verhalten des Publikums feststellen konnte. Auch wenn man es sich mittlerweile nicht mehr vorstellen kann, "Tanz der Teufel" wurde sogar in diversen Kinos in Deutschland wieder aus dem Programm genommen, da während einiger Vorstellungen mehrere Leute zusammengebrochen sind. daran kann man eventuell ermessen, welche Wirkung der Regisseur mit seiner Mixtur erreichen konnte, die zwar heute nichts Besonderes mehr darstellt, aber in der damaligen Zeit doch etwas vollkommen Neues war, das man in dieser Form eher selten zu Gesicht bekommen hat. Umso unverständlicher erscheint mir dabei der Aspekt das viele Leute diesen ersten Teil der Trilogie immer noch in den Bereich der Horror-Komödie abschieben, denn das Szenario ist nun wirklich nicht dafür geeignet, das man sich darüber amüsieren kann. Allerdings ist dies auch nur ein weiteres Zeichen dafür, wie abgestumpft viele Zuschauer bei den heutigen Härtegraden der diversen Horrorfilme schon sind, denn schließlich werden die meisten Werke nur noch darauf reduziert. Das beste Beispiel dafür ist sicherlich das nun erschienene Remake dieses Klassikers, das von vielen aufgrund seiner teilweise stattfindenden Splatter-Gore Orgie in den Himmel gelobt wird, aber in seiner Gesamtheit nicht annähernd an die Klasse des Originals heranreichen kann.

Wie dem aber auch sei, Raimis Werk Werk lebt von der genialen-und extrem bedrohlichen Grundstimmung, die in Ergänzung mit den anderen vorhandenen Zutaten ein Gesamtbild ergibt, das man letztendlich nur als absolut überragend bezeichnen kann. Mit einfachsten Mitteln wurde an dieser Stelle ein Meilenstein des Genres geschaffen, an dem auch die Neuauflage nicht rütteln kann. Filme dieser Art sind in der heutigen Zeit anscheinend nicht mehr hinzubekommen, da man einfach nicht dazu in der Lage ist die herausragende Atmosphäre zu erschaffen, die fast alle Horrorfilme der 80er Jahre beinhalten. Zudem ist die jetzige Generation anscheinend hauptsächlich auf bluttriefende Szenarien geeicht, denn je spektakulärer und blutiger ein Horror-Flick daher kommt, desto mehr Anklang findet er beim Publikum. Und so hat man es in vorliegendem Fall mit einem echten Relikt vergangener Tage zu tun, das die Horror-Landschaft definitiv extrem bereichert-und sich selbst einen festen Platz im Horror-Olymp geschaffen hat.


Fazit:


"Tanz der Teufel" ist in meinen Augen einer der besten Horrorfilme aller Zeiten und bietet auch heute noch immer wieder sehenswerte Genre-Kost. Mit wenigen Mitteln wurde eine maximale Wirkung erzeugt und nicht umsonst ist dieser Titel seit etlichen Jahren in aller Munde. das mag einerseits in der Zensurgeschichte begründet sein, liegt aber in erster Linie wohl eher in der vorhandenen Klasse eines Filmes, der auch durch ein gutes Remake nicht zu toppen ist.


10/10

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