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 Betreff des Beitrags: Vor Morgengrauen (1981)
BeitragVerfasst: 26. Mai 2013, 18:14 
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Vor Morgengrauen
(Just Before Dawn)
mit George Kennedy, Mike Kellin, Chris Lemmon, Gregg Henry, Deborah Benson, Ralph Seymour, Katie Powell, John Hunsaker, Charles Bartlett, Jamie Rose, Hap Oslund, Barbara Spencer
Regie: Jeff Lieberman
Drehbuch: Mark Arywitz / Jeff Lieberman / Jonas Middleton
Kamera: Dean King / Joel King
Musik: Brad Fiedel
juristisch geprüft
USA / 1981

In einem abgelegenen, von dichtem Wald umgebenen Gebiet wütet ein grausamer Dämon. So berichtet es zumindest ein verstörter alter Mann einer Gruppe von jungen Leuten, die in diesem Gebiet ihr Lager errichten, um einen gemütlichen Campingurlaub zu verbringen. Die zeigen sich davon jedoch unbeeindruckt, witzeln über die Phantasie der abergläubischen Bergbewohner und genießen überschwänglich die wunderbare Natur sowie die Tatsache, endlich unbeaufsichtigt zu sein. Doch der Schein einer ruhigen und sorglosen Sommeridylle trügt.Bald fällt ein machetenschwingender Killer über die ahnungslose Gruppe her, und die Ferien der jungen Camper werden zu einem absoluten Horrortrip


Wenn man in der heutigen Zeit von den sogenannten Backwood-Slashern redet, kommen einem ganz unwillkürlich Filme wie "Wrong Turn" oder auch "Timber Falls" in den Sinn. In einem dichten Waldgebiet angesiedelt überzeugen diese Werke hauptsächlich durch eine sehr dichte-und bedrohliche Atmosphäre, sowie einen ordentlichen Härtegrad. Mit "Just Before Dawn", wie vorliegendes Werk im Original heißt, hat Jeff Liebermann 1981 ein Frühwerk dieses Sub-Genres auf den Weg gebracht, das sich doch in diversen Punkten ziemlich erheblich von den heutigen Vertretern unterscheidet. Im Prinzip bezieht sich das aber nicht auf die notwendigen Grundzutaten, denn auch hier kann die vorliegende Geschichte vor allem im Bezug auf die Grundstimmung vollkommen überzeugen, es ist vielmehr die Erzählweise des Geschehens, die den Zuschauer nicht vollends ansprechen kann. Denn im Gegensatz zu den erwähnten Genre-Kollegen ist hier weitaus weniger Tempo zu verspüren, in diversen Passagen ziehen sich die Ereignisse sogar arg in die Länge. So gestaltet sich insbesondere die Einführung des Filmes äußerst in die Länge gezogen, denn in der ersten Filmhälfte tut sich so gut wie gar nichts.

Stattdessen wird der Betrachter mit den für die Story wichtigen Figuren bekannt gemacht, wobei sich die Charakter-Zeichnungen trotz einer mehr als ausreichenden Zeitspanne eher oberflächlich gestaltet. Die fünfköpfige Gruppe zeichnet sich in erster Linie durch ellenlange-und größtenteils nichtssagende Dialoge aus, was einem mit der Zeit schon ein wenig auf die Nerven geht. Bevor dann auch endlich einmal etwas passiert vergeht dann auch eine geraume Weile, so das man sich dann doch sichtlich freuen kann, als endlich einmal ein wenig Action Einzug in das Geschehen hält. Die vorhandenen Kills einiger psychophatisch veranlagten Einheimischen gestalten sich jedoch nicht so hart-und blutig, wie manch einer sich das eventuell vorgestellt hat, denn im Bezug auf explizite Gewaltdarstellungen hält Lieberman sich eher etwas bedeckt. Dennoch bewegt man sich immer noch in einem durchaus soliden Rahmen, denn etliche andere Genre-Kollegen geizen noch mehr am Kunstblut und etwas härteren Szenen, doch eine Offenbarung stellt auch "Vor Morgengrauen" nicht dar.

Auch eine Erklärung für Motive wie für die Herkunft der Killer fällt ziemlich dürftig aus, ist aber für das Gesamtbild nicht unbedingt erforderlich. So bewegt sich dann der gewonnene Gesamteindruck des Szenarios auch gänzlich im breit gefächerten Durchschnittsbereich, wobei man als Fan dieser Film-Gattung durchaus noch den ein-oder anderen Bonuspunkt verteilen kann. Mit den echten Größen kann Lieberman's Film jedoch keinesfalls mithalten, denn dafür erscheint die Geschichte an etlichen Stellen zu unrund-und unausgegoren. Lediglich die wunderbare Location eines majestätisch anmutenden Waldgebietes und die damit verbundene Atmosphäre sorgt hier für echte Höhepunkte, wobei vor allem die an einigen Stellen eingefügten Panorama-Aufnahmen einen absolut bleibenden Eindruck im Gedächtnis des Betrachters hinterlassen. Da überkommt einen doch phasenweise richtiggehend die Lust auf die Natur, die mit der Zeit jedoch wieder schwindet, nachdem sich das Gebiet als Todesfalle für die Freunde entpuppt. Hätte man hier doch nur auch den Rest des Filmes so gut in Szene gesetzt wie die beiden genannten Dinge, dann hätte man hier einen Backwood-Slasher zu sehen bekommen, der sich zumindest im oberen Drittel ansiedeln würde. Verhindert wird dies jedoch allein schon durch den Aspekt, das sich die streckenweise vorhandene Spannung nicht kontinuierlich aufrecht erhalten kann. Nicht selten kommt es zu diversen Einbrüchen, was das Seh-Vergnügen letztendlich doch ein wenig trübt.

Und dennoch mag ich diesen Film, was in erster Linie wohl in meiner Vorliebe für Slasher im Allgemeinen begründet ist. Lieberman hat hier alles andere als einen Klassiker geschaffen, denn dafür beinhaltet das Geschehen doch zu viele ganz offensichtlich ins Auge fallende Defizite. Und trotzdem entfaltet die Geschichte ihren ganz eigenen Charme, dem man als Fan des Genres doch auf eine gewisse Art und Weise erliegt. Im Endeffekt sollte man jedoch trotzdem bemüht sein, das Werk einigermaßen objektiv bewertet und dann dürfte man im Normallfall auch nicht über das gesunde Mittelmaß hinauskommen.


Fazit:


"Vor Morgengrauen" gehört ganz sicher nicht zu den echten Klassikern des Genres, wobei dem Film trotz seiner Mankos von vielen Leuten dennoch ein gewisser Kultstatus zugeschrieben wird. Diesen konnte ich persönlich nicht erkennen, dennoch mag ich das Ambiente des Geschehens und kann so auch großzügig über diverse Schwächen hinwegsehen.


6-6,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Vor Morgengrauen
BeitragVerfasst: 26. Mai 2013, 23:50 
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trashig-exploitativer Chef
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Mich persönlich konnte Vor Morgengrauen nicht wirklich überzeugen.
Zu klischeehaft wurden hier die gängigen Muster des Backwood-Slasher runtergekurbelt und mir fehlte es es etwas an eigener SUbstanz und Wiedererkennungswert.
Es mag sich hier zwar nicht um den schlechtesten Beitrag des Genres handeln, doch gibt es auch wesentlich mehr Filme die überzeugender sind.

Mir hat es selbst auch etwas an Dynamik gefehlt und langatmigkeit machte sich breit, die nur in den letzten 15-20 Minuten wettgemacht werden konnte.

Lieberman hätte hier lieber noch eine Film vom Kaliber eines Blue Sunshine drehen sollen....


5 von 10 Campingtrips

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