Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Warnzeichen Gen-Killer (1985)
BeitragVerfasst: 19. Sep 2014, 13:47 
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Warnzeichen Gen-Killer
(Warning Sign)
mit Sam Waterston, Kathleen Quinlan, Yaphet Kotto, Jeffrey DeMunn, Richard Dysart, G.W. Bailey, Jerry Hardin, Rick Rossovich, Cynthia Carle, Scott Paulin, Kavi Raz, Keith Szarabajka, Jack Thibeau, J. Patrick McNamara
Regie: Hal Barwood
Drehbuch: Hal Barwood / Matthew Robbins
Kamera: Dean Cundey
Musik: Craig Safan
FSK 18
USA / 1985

In einem geheimen Biowaffen-Forschungslabor kommt es zu einem Unfall mit einem neu entwickelten Kampfstoff. Als sich die Sicherheitstore schließen werden alle Mitarbeiter in dem Gebäude eingesperrt während sich das Virus langsam ausbreitet. Unterdessen versuchen vor dem verschlossenen Gebäude die Mitarbeiter der Regierung den Vorfall zu vertuschen. Keiner ahnt jedoch, dass das Virus die Menschen nur anfangs augenscheinlich umbringt, nach kurzer Zeit jedoch mit gesteigerter Aggressivität wieder auferstehen lässt...


Mit seinem ersten und leider auch gleichzeitig letzten Regiewerk hat Hal Barwood 1985 einen wirklich gelungenen Horror-Thriller geschaffen, den man wohl ohne Übertreibung zu den vergessenen Perlen des Genres zählen kann. Nicht anders ist es logisch zu erklären das in Deutschland immer noch keine DVD-Veröffentlichung gibt und man so auf die italienische DVD von Koch Media zurückgreifen muss, die glücklicherweise auch eine deutsche Tonspur beinhaltet. Die Thematik ist sicherlich selbst zur damaligen Zeit nicht mehr neu gewesen, hat doch schon George R. Romero 1973 mit seinem "The Crazies" einen düsteren Bio-Zombie Flick auf den Weg gebracht, der das vorherrschende Thema auch durchaus härter und mit mehr Sozialkritik darstellt. Dennoch ändert das keinesfalls etwas an der Klasse der hier erzählten Geschichte, die in diversen Passagen schon als Vorläufer der "Resident Evil" Verfilmungen angesehen werden kann. Barwood setzt hier im Gegensatz zu Romero ein wenig mehr auf den reinen Unterhaltungswert und dieser kann sich mehr als sehen lassen. Von der ersten Minute an hält er sich dabei nicht länger mit Nebensächlichkeiten auf und kommt so äußerst schnell zur Sache.

Dabei baut sich ein konstanter Spannungsbogen auf der zu keiner Zeit irgendwelche Einbrüche erkennen lässt. Auch die vorhandene Atmosphäre ist vom Feinsten, baut sich innerhalb des hermetisch abgeriegelten Labors eine nahezu klaustrophobische Grundstimmung auf und man möchte als Zuschauer auf keinen Fall mit den eingeschlossenen Personen tauschen. Vielleicht fehlt es "Warnzeichen Gen-Killer" ein wenig an der hohen Intensität eines "The Crazies" und auch die dort ins Auge springende Sozialkritik wird hier nur oberflächlich angeschnitten, aber eine sehr gut agierende Darsteller-Riege und jede Menge Spannungsmomente gleichen dieses kleine Manko locker aus. Ganz ohne Kritik an der Gesellschaft und politischen Ränkespielen kommt das Werk dann aber doch nicht aus, denn einmal mehr nutzt anscheinend die Regierung die gutmütige Landbevölkerung aus, indem unter dem Deckmantel landwirtschaftlicher Experimente in Wahrheit Bio-Waffen hergestellt werden, wovon die Bevölkerung selbstverständlich nichts weiß. Man merkt also, das es sich um ein altbewährtes Thema handelt das sicherlich auch schon oft genug verfilmt wurde, doch diese kleine Perle des Genres zählt in meinen Augen definitiv zu den besten Verfilmungen und hat auch im Laufe der Jahrzehnte nichts von ihrer Faszination verloren.

Neben der jederzeit interessanten Geschichte verfügt der Film auch über ein ordentliches Tempo, Angst vor Langeweile muss man also gar nicht erst haben. Größere Härten oder einen stetig ansteigenden Blutgehalt sollte man jedoch keinesfalls erwarten, denn in dieser Beziehung wird dann doch zumeist eher auf Sparflamme gekocht. Sicherlich gibt es die ein-oder andere etwas intensivere Passage, doch insgesamt gesehen bewegt sich alles in einem äußerst überschaubaren Rahmen. Dieser Aspekt fällt aber keinesfalls negativ ins Gewicht, denn auch ohne visuelle Härte versteht es Barwood fast spielerisch, den Zuschauer durchgehend an sein Szenario zu binden, viel zu abwechslungsreich gestaltet sich nämlich das Geschehen, als das man irgend etwas sonderlich vermissen würde. Zudem erfreut sich der Betrachter auch am gelungenen Schauspiel der Akteure, unter denen man einige wohl bekannte Gesichter erkennen kann. Neben Sam Waterston (Law and Order) und Yaphet Kotto (Freddy's Finale) sind mit Kathleen Quinlan, Jeffrey DeMunn oder auch G.W. Bailey noch andere bekannte Akteure der damaligen Zeit mit an Bord, die allesamt durch eine gelungene Performance überzeugen.

Im Endeffekt ist es natürlich Geschmackssache, doch "Warnzeichen Gen-Killer" zählt meiner Meinung nach zu den vielen 80er Jahre Perlen, die mittlerweile fast gänzlich in Vergessenheit geraten sind. Natürlich handelt es sich hierbei um kein filmisches Meisterwerk und es mag auch ganz bestimmt Genrevertreter die das behandelte Thema intensiver beleuchten, doch insgesamt gesehen kann diese Produktion in allen Belangen überzeugen. Regisseur Hal Barwood ist ganz einfach ein grandioses Gesamtpaket gelungen, das Spannung, Atmosphäre, tolle Darsteller und einen immensen Unterhaltungswert perfekt miteinander vereint. Manch einer mag das eventuell anders sehen, doch auch nach mittlerweile fast 30 Jahren zieht mich dieses Genre-Juwel immer wieder in seinen Bann und bietet dabei Kurzweil bis zum abwinken.


Fazit:


Warum nach diesem beachtlichen Regie-Debüt nichts mehr von Mr. Barwood folgte kann ich mir nicht erklären, aber zumindest hat er die Filmwelt um diese Produktion bereichert, die man sich in regelmäßigen Abständen immer wieder gern anschaut ohne das Interesse zu verlieren.


8/10


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