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 Betreff des Beitrags: Exquisite Tenderness (1995)
BeitragVerfasst: 27. Mai 2013, 19:21 
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Exquisite Tenderness - Höllische Qualen
(Exquisite Tenderness)
mit Isabel Glasser, James Remar, Sean Haberle, Peter Boyle, Malcolm McDowell, Charles Dance, Beverly Todd, Charles Bailey-Gates, Walter Olkewicz, Mother Love, Gregory West, Juliette Jeffers, Nancy Banks
Regie: Carl Schenkel
Drehbuch: Patrick Cirillo / Bernard Sloane
Kamera: Thomas Burstyn
Musik: Christopher Franke
ungeprüft
Großbritannien / Deutschland / USA / 1995

Dr. Teresa McCann ist attraktiv, gut angesehen und bei ihren Patienten beliebt. Ihr gefällt nicht, dass der Kollege Dr. Stein glaubt ein Implantat entdeckt zu haben, welches Dialyse-Patienten vor schmerzhaften Vorgängen bewahren soll. Obwohl die Forschungsreihen noch nicht beendet sind, führt er Versuche an einer Patientin durch. Daraufhin schreitet Dr. McCann ein. Bei dem Versuch der Patientin zu helfen, stirbt die Frau. McCann wird vom Dienst suspendiert, doch sie gibt nicht auf da sie weiß, dass sie das einzig Richtige tat. Zusammen mit Dr. Hendricks (James Remar) stellt Teresa Nachforschungen an. Als sie im Keller den toten Dr. Stein entdecken, wissen sie dass noch jemand mit von der Partie ist...


Carl Schenkel (Knight Moves) hat mit Exquisite Tenderness einmal mehr einen absolut gelungenen Beitrag abgeliefert, der sowohl den Thriller wie auch diverse Horror-Elemente miteinander vereint, was für eine absolut explosive Mischung darstellt, die den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute bei Atem hält. Streckenweise beinhaltet der film sogar einige Slasher-Momente, denn an diversen Stellen geht das Geschehen recht hart-und blutig zur Sache, wobei jedoch sorgsam darauf geachtet wurde, das die Szenerie zu keiner Zeit überladen erscheint. Doch ehrlich gesagt ist der Härtegrad eher nebensächlich, denn seine eigentliche Stärke beziehen die Ereignisse aus dem dramaturgisch erstklassig aufgebauten Spannungsbogen, der sich auch wirklich bis zur letzten Szene aufrecht erhalten kann. Und auch wenn einige Dinge hier ziemlich vorhersehbar erscheinen, ändert das rein gar nichts an der Tatsache, das der Zuschauer hier phasenweise wie unter Strom steht, denn die Story verfügt ganz nebenbei auch über ein erstklassiges Tempo, das einen im Prinzip ganzzeitig nie zur Ruhe kommen lässt. Man kann eigentlich gar nicht anders, als sich von der faszinierenden Ausstrahlung des Filmes gefangen nehmen zu lassen, zu sehr ist doch die Intensität zu verspüren, die durch die Geschehnisse ausgelöst wird.

Das die Geschichte an sich natürlich nicht unbedingt den realistischsten Anstrich hat fällt dabei nicht weiter ins Gewicht, denn die vorhandenen Zutaten sind nahezu perfekt miteinander vermischt und geben keinerlei Anlass dazu, sich an sicherlich vorhandenen Logiklöchern zu stören. Auch im darstellerischen Bereich bekommt man wirklich gute Performances der Akteure zu sehen, wobei Sean Haberle in der Rolle des Bösewichtes eine absolute Glanzleistung an den Tag legt. Allein ein Blick in seine Augen verursacht eine Art Schüttelfrost beim Betrachter, spiegelt sich in ihnen doch der gesamte Wahnsinn wieder, der den guten Mann ganz offensichtlich befallen hat. Eine bessere Besetzung hätte man für diese Figur kaum finden können, doch auch die anderen Charaktere sind sehr gut besetzt, so das es insgesamt gesehen keinerlei Grund zur negativen Kritik gibt. Nun ist der film in story-technischer Hinsicht ganz bestimmt kein Meisterwerk, doch ist es Schenkel wie schon in "Knight Moves" absolut erstklassig gelungen, dem Zuschauer einen nicht immer absolut logischen, dafür aber umso spannenderen Film zu präsentieren, der absolut knisternde Züge trägt und allerbestens zu unterhalten weiß.

Dadurch das sich fast das gesamte Szenario in einem Krankenhaus abspielt, ergibt sich trotz weitläufiger Flure und einem riesigen Komplex teilweise eine ziemlich klaustrophobische Note, da die Polizei sämtliche Fluchtmöglichkeiten ausgeschlossen hat. Dennoch ergibt sich eine atemlose und lange vergebliche Suche nach dem ominösen Killer, der das Innere des Krankenhauses wie seine Westentasche kennt, war er doch Jahre zuvor selbst dort beschäftigt. Immer wieder versteht es der Killer zu entkommen und die Polizisten müssen ständig einen neuen Anfang starten, um seiner habhaft zu werden. Das alles geschieht auf sehr rasante und streckenweise harte Art, denn die Jagd fordert selbstverständlich auch ihre Opfer. Zusätzlich bezieht das Werk auch noch sehr viel Spannung aus einem anderen Aspekt, denn der Killer ist nämlich in der Hauptsache hinter einer ganz bestimmten Person her die ich nicht weiter benennen möchte, um anderen nicht die Vorfreude zu nehmen und zuviel zu verraten. Das Ganze hat auch einen ganz bestimmten Grund, auf den an dieser Stelle selbstverständlich nicht näher eingegangen wird.

Im Endeffekt ist "Exquisite Tenderness" ganz sicher kein filmischer Meilenstein, bietet aber faszinierende Unterhaltung, die man sich immer wieder gut anschauen kann. Warum sich bisher niemand erbarmt hat diesem Film eine offizielle-und deutschsprachige Veröffentlichung zu spendieren ist schwer nachvollziehbar, hätte es das Werk doch auf jeden Fall verdient. Sind doch sämtliche Komponenten für einen extrem gelungenen Seh-Genuss vorhanden und wunderbar verpackt worden, so das eigentlich jeder Genre-Fan seine helle Freude an dieser Geschichte haben sollte.


Fazit:


Man sollte nicht unbedingt gesteigerten Wert auf die Glaubwürdigkeit der vorhandenen Story legen, sondern sein Hauptaugenmerk vielmehr auf die erstklassige Atmosphäre des Geschehens legen, dann erlebt man hier auf keinen Fall eine Enttäuschung. Gute Darsteller runden das Ganze sehr gut ab, so das man bis auf diverse Kleinigkeiten von einem richtig überzeugenden Horror-Thriller sprechen kann, der auf jeden Fall empfehlenswert erscheint.


8/10

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