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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Hellraiser 4 - Bloodline (1996)
BeitragVerfasst: 17. Dez 2012, 19:15 
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Hellraiser IV - Bloodline
(Hellraiser : Bloodline)
mit Bruce Ramsay, Valentina Vargas, Doug Bradley, Kim Myers, Charlotte Chatton, Adam Scott, Mickey Cottrell, Louis Turenne, Courtland Mead, Louis Mustillo, Jody St. Michael, Paul Perri
Regie: Kevin Yagher / Joe Chappelle
Drehbuch: Peter Atkins
Kamera: Gerry Lively
Musik: Daniel Licht
FSK 18
USA / 1996

Raumstation "Minos", im Jahr 2127: 130 Jahre nachdem sein Vorfahre John, ein New Yorker Architekt, im Kampf mit den Cenobiten den Tod fand, bereitet sich der Ingenieur Paul Merchant auf die letzte Konfrontation mit den Kreaturen der Hölle vor. Niemand weiß, daß er die gigantische Raumstation nur zu einem Zweck gebaut hat: Um die größte Falle im Universum aufzustellen. Als er die gesamte Besatzung von Bord schickt und die Station auf eigene Faust aus der Erdumlaufbahn steuert, wird eine Eliteeinheit Soldaten in Marsch gesetzt, um ihn unter Arrest stellen sollen. Aber Merchant hat den "Pinhead" bereits gerufen. Verzweifelt versucht er die Offizierin Rimmer von der unvorstellbaren Gefahr zu überzeugen, in der sie alle schweben. Und er erzählt die Geschichte seiner Familie ... Als den Soldaten bewußt wird, daß sie sich nicht allein auf der Raumstation befinden, daß sich eine fremde Macht Zugang zu ihrer Welt verschafft hat, ist es für eine Flucht zu spät. Einen nach dem anderen bringen die Cenobiten auf bestialische Weise um. Paul Merchant bleibt nicht viel Zeit um zu Ende zu bringen, was er begonnen hat...


"Hellraiser IV - Bloodline" ist wohl der Teil der Reihe um die Cenobiten, der die Meinungen der Fans am meisten spaltet, denn nicht jedem gefällt diese Mischung aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die dem Film aber meiner persönlichen Meinung nach das gewisse Extra verleiht und ihn schon ziemlich von den anderen Teilen abhebt. So wird man am Anfang des Werkes mit Passagen im Weltraum konfrontiert, um danach ins 18. Jahrhundert entführt zu werden, wo man dann mit der Entstehung des Zauberwürfels konfrontiert wird. Danach folgt dann der Teil der Geschichte, in der Gegenwart (1996) spielt, wonach sich der Kreis dann wieder im kahr 2127 schließen soll. Die Vereinigung von 3 vollkommen verschiedenen Zeitepochen, von denen eine ja immer noch die ferne Zukunft darstellt, kann man als äusserst gelungen ansehen, verleiht sie diesem Film doch schon eine sehr aussergewöhnliche Note.

Vor allem gefällt mir, das man hier die Entstehungsgeschichte des Würfels präsentiert bekommt und das ist auch der Teil des Films, den ich besonders gut finde. So bekommt der Zuschauer einen äusserst tiefen Einblick in das Cenobiten-Universum, nachdem man ja schon in Teil 3 eine ausführliche Beschreibung über die Herkunft von Pinhead bekommen hat. Dadurch erscheinen viele Dinge auf einmal viel schlüssiger und logisch, die ganze Geschichte erhält so viel mehr Transparenz und man erhält einen viel schlüssigeren Gesamteindruck der Gesamtgeschichte um Pinhead & Co, die bisher doch noch einige Fragen offengelassen hat. Dabei wird das Ganze auch hier sehr atmosphärisch und dicht in Szene gesetzt, alle 3 Geschichtsabschnitte beinhalten eine äusserst gelungene Grundstimmung und vermögen es jederzeit, den Zuschauer für sich einzunehmen.

Der "Weltraum - Teil" des Films ist sicher Geschmackssache, aber ich finde die Idee gar nicht mal schlecht. Vor allem ist es ja auch nicht die einzige mehrteilige Reihe, in der das Weltall als Schauplatz genommen wurde (siehe Jason X). Gerade dieser extreme Kontrast von Mittelalter, Gegenwart und Weltall ist meiner Meinung nach das, was diesen Teil zu etwas ganz Besonderem macht. Und ganz egal, wie man persönlich zu diesem Film steht, es ist die Vielfältigkeit der Schaplätze, die den Film auf einen Sonderstatus hebt und ihm einen sehr fantastischen Anstrich verleiht. Es ist schon erstaunlich, wie sich in allen 3 Zeitepochen ein unglaublich intensives Horror-Feeling aufbauen kann, von dessen Wirkung man ganz einfach fasziniert sein muss, entfaltet es doch schon fast eine bannende Wirkung, der man sich einfach nicht entziehen kann.

Jedenfalls finde ich den Teil zu jeder Zeit spannend und er bietet auch gute und kurzweilige Unterhaltung. Schade ist eigentlich nur, das es die deutsche Version nur in gekürzter Form gibt, aber das ist ja in unserem Land beileibe keine Seltenheit. Bei diesem vierten teil handelt es sich auch gleichzeitig um den letzten Film der Reihe, der im Kino gestartet ist, die nachfolgenden 5 Ableger erschienen lediglich noch auf DVD. Und wenn man es genau nimmt, ist dies auch der Abschluss der Hellraiser-Reihe, denn die folgenden Titel hinterlassen doch den Eindruck einer eigenen Serie, die mit den Vorgängern nur noch recht wenig zu tun hat und sich auch von der Machart her von Teil 1-4 recht stark unterscheidet. Waren die ersten Filme doch ganz eindeutig im Horror-Bereich anzusiedeln, so tendieren Teil 5-8 doch vielmehr in die Richtung Thriller, was ganz sicher auch ein Grund dafür ist, das sie bei den fans eher negative Kritik geerntet haben.




8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Hellraiser 4 - Bloodline
BeitragVerfasst: 18. Dez 2012, 15:03 
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Für mich war das der erste Tiefpunkt der Reihe und zwar deshalb, weil Pinhead hier alle zwei Minuten ins Bild springt, bedeutungsschwangeren Flachsinn verkündet und von seiner geheimnisvollen Präsenz der ersten beiden Teile ist gar nichts mehr vorhanden.

Ich hätte gerne Kevin Yaghers Wunschversion gesehen, welche ursprünglich deutlich länger und epischer sein sollte. Das Hellraiser-Universum sollte mit diesem Film eigentlich ihr Meisterwerk bekommen, doch die Produzenten wollten nur die übliche Geisterbahnfahrt. Sicherlich hat der Film einen gewissen Charme, aber abgesehen von Doug Bradley sehe ich da keine Lichtblicke, sondern nur ultramiese Computereffekte, eine hahnebüchene Story, von der nur noch der Torso übrig geblieben ist und eben einen Pinhead, der mich irgendwann nur noch genervt hat.

Kein Wunder, dass er in "Inferno" vielleicht zehn Minuten Screentime hat, so funktioniert Pinhead am Besten und das ist auch ganz im Geiste von Clive Barker!

Dem vierten Aufguss würde ich passenderweise 4/10 geben. Unterhaltung ist geboten, aber oft auch unfreiwillig.

Immerhin kann man im Horrorgenre noch mieser im Weltraum rumgurken, ich erinnere mal an Leprechaun 4: Space Platoon...

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 Betreff des Beitrags: Re: Hellraiser 4 - Bloodline
BeitragVerfasst: 18. Dez 2012, 23:22 
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Kann Blonder nur beipflichten.

Auch bei mir kommt der 4. Teil nicht ganz so gut weg. Am meisten stört mich daran, dass der auf einmal in der Zukunft und im Weltall spielt. Bei einer Fortsetzungsreihe kann sowas zwar kommen, aber es ist doch sehr weit weg von den ersten drei Teilen. Das Pinehead alle paar Minuten auftaucht, hat mich da weit weniger gestört, aber im Verlauf der Reihe finde ich diesen Teil hier nicht unbedingt "sinnvoll ergänzt", gerade auch wenn man bedenkt, dass ja noch weitere Teile folgen und die dann eigentlich nach dem 4. spielen müssten.

Vom Horrorfaktor war der noch ganz in Ordnung, aber diese Rückblenden ins Mittelalter, die zwar die Vorgeschichte des Würfels gut darstellen, wirken in der Zukunft von einem Raumschiff aus gesehen total unpassend und hätten als eigenständiger Film oder als Nachforschungs-Rückblenden der Gegenwart wahrscheinlich besser funktioniert. So bleibt die Vergangheit-Zukunft-Diskrepanz und die Gegenwart wird fast vollständig ausgeblendet.

Sei es drum. War bislang der letzte Teil, den ich gesehen habe und kommt deshalb bei weitem nicht an 1-3 ran.

06/10

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Hellraiser 4 - Bloodline
BeitragVerfasst: 19. Dez 2012, 00:58 
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Gerade die Mischung aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hat mich doch sehr angesprochen, aber wir können halt nicht alle der gleichen Meinung sein. Ist auch gut so, ansonsten würde ja die Grundlage für jegliche Diskussion fehlen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hellraiser 4 - Bloodline
BeitragVerfasst: 19. Dez 2012, 16:35 
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Master of Horror hat geschrieben:
Gerade die Mischung aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hat mich doch sehr angesprochen, aber wir können halt nicht alle der gleichen Meinung sein. Ist auch gut so, ansonsten würde ja die Grundlage für jegliche Diskussion fehlen.


Und da liegt für mich der Hund begraben. Auf 70+ Minuten sind drei verschiedene Zeitebenen etwas zu viel und werden dementsprechend auch nicht detailiert genug abgegrast. Hier zeigt sich offensichtlich, wie episch der Film angelegt war und wie wenig davon übrig geblieben ist. Diese drei Zeitebenen sind in dieser Schnittversion nur noch ein Horrorgimick, was den Film von anderen Produkten abhebt, aber imo gleichzeitig die Produktionsprobleme offenbart.

Blaine, der Mono hat geschrieben:
Das Pinehead alle paar Minuten auftaucht, hat mich da weit weniger gestört, aber im Verlauf der Reihe finde ich diesen Teil hier nicht unbedingt "sinnvoll ergänzt", gerade auch wenn man bedenkt, dass ja noch weitere Teile folgen und die dann eigentlich nach dem 4. spielen müssten.


Hellraiser 4 war in dieser Fassung kein Film mehr, auf den man aufbauen wollte und galt hinlänglich als Flop und produktionstechnisches Desaster. (Der Regisseur wollte mit dem Endprodukt nichts mehr zu tun haben, verwendete statt seinem Namen das berühmte Pseudonym Alan Smithee) Und wie das bei solchen Filmen immer so ist, geht man im nächsten Teil in eine andere Richtung und blendet den Kontent des Vorgängers aus.

Edit:

Hier mal ein paar interessante Infos:

Zitat:
Kevin Yagher: disowned the version with cuts made behind his back due to conflicting artistry ideas. Yagher's version contained much more graphic imagery, plot, and explained everything that happened in the film. The producers disagreed and demanded Pinhead should appear sooner despite every version of the script up until then having him appear around the 40-minute mark. When Yagher was unable to satisfy he disowned it and never finished filming some final scenes. Joe Chappelle was brought on to finish the film, filming new scenes from re-writes including the narrative framing device. Some scenes of the original script were thus never shot.


auf deutsch:

Zitat:
Kevin Yagher lehnte die Kinofassung des Films ab, weil viele Schnitte und Eingriffe hinter seinem Rücken geschahen. Dies passierte aufgrund künstlerischer Konflikte. Yaghers Version enthielt mehr Brutalität, Handlung und erklärte alles tiefer, was im Film passiert. Die Produzenten lehnten ab und verlangten, dass Pinhead früher auftauchte, weil in verschiedenen Drehbuchfassungen Pinhead erst um die 40-Minuten-Marke auftauchte. Als Yagher damit unzufrieden war und ablehnte, stellte er entscheidende Szenen niemals zu Ende. Joe Chapelle wurde engagiert, um den Film zu Ende zu bringen. Es wurden neue Szenen gedreht, welche auf Drehbuchänderungen basierten inklusive der Handlung in der Handlung. (Die drei Zeitebenen?) Einige Szenen des Originalscripts wurden daher niemals gedreht.


und

Zitat:
Though promotional photos of Aristocratic Cenobites wearing white powdered wigs were released in various sci-fi magazines to promote this film, the Cenobites were cut from the finished film, along with Demon Clowns and an entire ballroom fancy dress party as the studio wanted to get to Pinhead's story sooner.


Zitat:
Obwohl man auf Werbefotos in verschiedenen Sci-Fi-Magazinen die "Aristocratic Cenobites" mit weißer Perücke sah, wurden diese Cenobites aus dem Film geschnitten. Darunter auch Dämonen-Klowns und eine gesamte Ballsaal-Gesellschaft, weil das Studio Pinheads Geschichte früher in den Fokus rücken wollte.


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Quelle: imdb.com

Nur zu gerne würde ich Yaghers Vision mal zu Gesicht bekommen. :/

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 Betreff des Beitrags: Re: Hellraiser 4 - Bloodline
BeitragVerfasst: 20. Dez 2012, 01:10 
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trashig-exploitativer Chef
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Ich selbst gebe dem Film immerhin noch 6 Punkte, auch wenn der Film ein produktionstechnisch ein Desaster war.
Ich würde auch gerne mal Yagher´s ursprüngliche Fassung sehen, aber ich denke nicht das dies jemals passieren wird da die Produzenten diese wohl vernichtet haben.Aber wer weiß, eventuell findet man den "Real Yagher Cut" ja irgendwann mal in einer Salzmine in Transylvanien :)
Es ist wirklich schade da Yagher viel mehr des Films in der Rokoko Epoche hat spielen lassen.
Was dem ganzen aber die Krone aufsetzt von Seiten der Produktionsfirma ist :
- Es wurde angeprangert das Pinhead erst nach +/- 40 Minuten auftaucht.
In der letztendlichen uns bekannten Schnittfassung taucht Pinhead aber auch nicht wesentlich früher auf.

- Dimension hat sich geweigert Yagher etwas mehr Geld für Nachdrehs zu geben.
Letztendlich hat Dimension aber mit dem anheuern von Chapelle und den Nachdrehs und dem ansauerndem Umschneiden des Films definitiv mehr ausgegeben als Yagher benötigt hätte

Ich bin mir auch sicher das die Fassung wie sie von Yagher geplant war wesentlich runder geworden wäre, da in dieser Fassung der Handlungsstrang auf der Raumstation Minos erst zum Schluß angesetzt hätte und nicht zu Begin und am Schluß.
Hätte er seine Version verwirklichen können hätte dies aber auch den Abschluß des Hellraiser Franchise bedeutet.
Und das sehen geldgierige Produzenten natürlich nicht gerne; Dimension hatte ja grade erst die Rechte erkauft und wollte die Kuh gehörig weitermelken.

Schade das Geld die Welt regiert und man nicht mehr Wert auf ein tolles Endprodukt legt!

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"Are you gonna bark all day little doggie, or are you gonna bite?"


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