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 Betreff des Beitrags: 100 Tears (2007)
BeitragVerfasst: 20. Mai 2013, 23:58 
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Originaltitel : 100 Tears

Herstellungsland : USA

Erscheinungsjahr : 2007

Regie : Marcus Koch

Darsteller : Raine Brown,Joe Davison,Georgia Chris,Jack Amos u.a.

Laufzeit : 92:41 Minuten

Freigabe : ungeprüft (Deutschland), NC-17 (USA), 16 (Frankreich)


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Story :

Seit über 20 Jahren macht der sogenannte "Tears Killer" - der nach jedem Mord eine namensgebende Träne auf die Wand des Tatorts malt - Florida unsicher und 168 Opfer gehen auf sein Konto.
Trotz intensiver Recherchen konnte die lokale Polizei ihm nie auf die Spur kommen und das Handwerk legen - es wird gemunkelt das der eigentliche Killer schon lange tot sei und es sich um Trittbrettfahrer handelt.
Mark und Jennifer, die beide als Reporter für das Boulevardblatt "Midnight Star" schreiben, suchen nach einem reißerischen Aufhänger für eine Titelstory.
Bei ihren Recherchen über Serienkiller stoßen sie auf den Fall des "Tears Killer", was den perfekten Aufhänger für ihre Story bietet.

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Wie der Zufall es will hat der Killer grade erst wieder zugeschlagen und die Insassen eines Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige auf blutig-grausame Art dezimiert.
Mark und Jennifer suchen den Tatort auf und von der einzigen Überlebenden erfahren sie das es sich beim Mörder um einen Clown mit überdimensionalem Fleischerbeil handelt.
Ein Wanderzirkus soll den beiden helfen mehr herauszufinden und durch den kleinwüchsigen Drago bekommen sie die benötigten Informationen.

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Beim Killer-Clown handelt es sich um Gurdy, dem vor 20 Jahren zu Unrecht eine Vergewaltigung angelastet wurde.
Dieser Vorfall ließ den sonst sympathischen jungen Mann zu einer eiskalten Tötungsmaschine mutieren vor der niemand sicher ist.
Und nun ist Gurdy zurück in der Stadt und verseztz die Einwohner erneut in Angst und Schrecken....


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Bewertung :

Clowns sind beliebte Spaßmacher im Zirkus und auf Kindergeburtstagen, die aber auch in unregelmässigen Abständen Einzug in das Horror-Genre halten.
Nach Stephen Kings ES, CLOWNHOUSE und KILLER CLOWNS FROM OUTER SPACE läßt auch Marcus Koch in seinem 100 TEARS den Freudenstifter zum Killer mutieren.
Koch, der vor 100 TEARS schon bei FELL, ROT und SNUFF PERVERSIONS Regie führte, ist in der Indie-Szene kein Unbekannter der vorallem durch seine Arbeit als Special-FX-und Make-Up Artist auf sich aufmerksam machen konnte.
Die Liste der Filme wo er Reqisiten und blutige Effekte zu beisteuerte ist lang und Titel wie NIKOS THE IMPALER, TOXIC AVENGER 4, THE UH-OH SHOW, SWEATSHOP oder THE THEATER BIZARRE sollten dem Horror-Fan ein Begriff sein.


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Auch bei 100 TEARS war Marcus Koch für die Effekte selbst verantwortlich und diese tragen zweifelsohne seine blutige Handschrift.
Allein schon die Mordwaffe des Clowns - welches das wohl größte und epischste Fleischerbeil der Filmgeschichte ist - lässt keine Zweifel aufkommen das hier auf Gore und Splatter bezogen keine Gefangenen gemacht werden.
Gorehounds und Splattermaniacs kommen hier vollends auf ihre Kosten, wenn das Beil in Gliedmaße und Köpfe eindringt und diese fein säuberlich durchtrennt und amputiert.
Bei 100 TEARS fließt der rote Lebensaft in Strömen und für lau gibt es sogar noch eimerweise Eingeweide obendrauf.


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Wer nun aber denkt das 100 TEARS außer einer Aneinanderreihung von sinnlosen Splatter-FX nichts weiteres zu bieten hat, liegt definitiv falsch!
Sicherlich bedient man sich auch hier einiger bekannter Elemente des Slasher- und Serienkiller Genres, doch verleiht Koch dem ganzen einige neue Impulse.
So gibt es nach ca. 60 Minuten Laufzeit nämlich einen Storytwist, den der Zuschauer so nicht erwartet und der für kurzweilige und willkommene Abwechslung sorgt.

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Man darf natürlich nicht aus den Augen lassen das es sich hier um eine Low-Budget Produktion handelt, die grade mal 75.000 $ gekostet hat und in Anbetracht dessen kann man 100 TEARS als sehr gelungen bezeichen.
Auch wenn Marcus Koch hier mit einem gesunden Maß an Profesionalität ran ging nimmt der Film sich selbst nicht wirklich ernst - die zotigen Sprüche und One-Liner sitzen und laden mehr als nur einmal zum Schmunzeln oder Lachen ein.
Hierbei darf aber nicht unerwähnt bleiben das die deutsche Synchronisation genau diesen Wortwitz nicht gut zu transportieren weiß und den Film seiner Substanz beraubt.
Dies kann ich aus eigener Erfahrung bestättigen, da auch ich 100 TEARS zuerst in der deutschen Fassung sah und wenig begeistert war!
Das dürfte letztendlich auch der Grund sein warum man des öftern deutschsprachige Rezensionen liest in denen der Film getadelt und schlecht bewertet wird.
Diese Kritiken sind vollkommen ungerechtfertigt und man kann hier weder Marcus Koch noch den Protagonisten vorwürfe machen - bravourös wurde hier von allen Involvierten eine tolle Leistung gebracht.
Ich kann hier nur an die Vernunft der Leser appelieren sich 100 TEARS im englischen O-Ton (ggfs. mit den deutschen Untertiteln) anzuschauen, da sich dies sehr aufwertend auf den Film auswirkt!


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Storytechnisch erwartet man im Vorfeld wahrscheinlich nicht wirklich viel von diesem Film, doch auch hier kann man einige erfrischende Unterschiede bemerken.
Zu Beginn von 100 TEARS wird dem Zuschauer schon ein kleines Fragment vom Finale preisgegeben, welches sich aber anders entpuppt als es am Anfang noch den Anschein macht.
Rückblickend wird dann parallel auf zwei Handlungsebenen - welche später fusionieren - dem Clown und dem Reporterpaar gefolgt.
Ein kleines Manko hat das Script aber dann doch inne und es wirkt doch etwas unrealistisch.
Das z.B. der Killer seit 20 Jahren sein Unwesen treibt, die Polizei nicht einen einzigen Anhaltspunkt finden konnte und die Reporter grade mal 2 Tage dafür benötigen wirkt schon etwas unrealistisch.
Das hier teilweise nicht zuviel Wert auf Logik gelegt wurde ist spürbar, aber trübt den Filmgenuß nicht zu sehr - in Filme muss auch nicht immer alles 100% logisch oder realistisch sein um Spaß zu gewährleisten!

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Kameratechnisch bewegt man sich auf sicherem Boden und es gibt sogar einige optisch ansprechenden Verfremdungseffekte zu sehen, die zu überzeugen wissen.
Ein kleiner Wehrmutstropfen bezüglich der Kamera ist lediglich das Finale, da dort alles etwas dunkel geraten ist und eine bessere Ausleuchtung der Lagerhalle wäre hier dienlich gewesen.

Einige der Darsteller dürftem dem versierten Indie-Fan übrigens bekannt sein und neben Joe Davison (TIMO ROSE'S BEAST, FEARMAKERS) und Georgia Chris (THE TENANT, JUST ANOTHER DAY, VAMPIRE BIKER BABES) spielt hier auch Raine Brown (BARRICADE, DARKNESS SURROUNDS ROBERTA, PSYCHO HOLOCAUST, GAME OVER) eine tragende Rolle.
Wer diese Protagonisten aus anderen Produktionen kennt, weiß das diese für routiniert-glaubhafte Leistungen stehen.

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Musikalisch wird bei 100 TEARS definitiv Abwechslung geboten und die Bandbreite reicht von Zirkus-Polka, über instrumentalen Hip Hop bis hin zu hartem Rave Techno.
Mir selbst hat dabei der Song "When You're Evil" von Voltaire gefallen, den man schon in den Opening Credits zu hören bekommt.
Voltaire's Musik hört sich an als würde man die Violent Femmes mit Tom Waits kreuzen und "When You're Evil" hat Ohrwurmqualitäten.

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Zuletz möchte ich noch einmal auf die Splatter-Fx zurückkommen und erneut anmerken das die nach oben offene Gore-Richterskala vollkommen ausgereizt wurde.
Auch wenn diese ab und an mal ein wenig unrealistisch aussehen, sind sie trotzdem überzeugend und lassen keine Wünsche offen!


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Filmfreunde die sich mit Low-Budget und Indie Produktionen anfreunden können und Wert auf den exzessiven Einsatz von Filmblut und künstlichen Gliedmaßen legen, kommen hier voll auf ihre Kosten!
Mir hat der Film im O-Ton 92 vergnüglich-blutige Minuten bereitet und mein Fazit lautet :

7 von 10 Tränen


Ein Dank geht an Elmar Berger von Manic Entertainment, der bei 100 TEARS als Produzent fungierte und mir einen Screener des Films zur Verfügung gestellt hat! :Up:

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 Betreff des Beitrags: Re: 100 Tears
BeitragVerfasst: 21. Mai 2013, 08:43 
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Mit diesem Low Budget Slasher hat Regie-Neuling Marcus Koch einen wirklich recht guten Genre-Vertreter geschaffen, der vor allem durch den Härtegrad und die durchaus gelungenen SF/X zu überzeugen weiss. "100 Tears" ist phasenweise ein wahres Festival an Splatter / Gore Effekten, die sehr gut in Szene gesetzt wurden und extrem blutig sind. Der Härtegrad ist trotz leichter Kürzungen in der deutschen DVD sehr hoch und lässt das Herz eines jeden Genre-Fans in die Höhe schnellen.

Dafür muß man allerdings bei einigen anderen Dingen doch gewisse Abstriche machen, da man dem Film teilweise doch das niedrige Budget anmerkt. Vor allem im Bereich der Darsteller fällt das doch etwas stärker ins Gewicht, denn die dargebotenen Leistungen sind nun wirklich nicht besonders gut, aber immer noch annehmbar. Einen hohen Spannungsbogen oder eine besonders dichte, gar bedrohliche Atmosphäre kann man nicht unbedingt ausmachen, da der Film sich doch hauptsächlich auf die Härte und Effekte konzentriert und in der Beziehung kann er auch vollends punkten. Ausserdem bekommt man hier den Serienmörder mit dem wohl gewaltigsten Hackebeil der Filmgeschichte zu sehen, soviel steht fest.

Hätte Marcus Koch hier ein höheres Budget zur Verfügung gehabt und eventuell etwas talentiertere darsteller, dann wäre dieser Film sicherlich noch höher zu bewerten gewesen. Ob die leicht trashige Note, die dem Film beiwohnt gewollt oder ungewollt ist, lasse ich mal dahingestellt, jedenfalls kann man behaupten, das sie ihm gut zu Gesicht steht."100 Tears" hat auf jeden Fall einen sehr hohen Unterhaltungswert, auch wenn im Mittelteil des Films einige kleinere Längen zu verzeichnen sind.

Insgesamt gesehen kann man also festhalten, das hier für ein Erstlingswerk ein wirklich gutes und sehr kurzweilig unterhaltendes Endprodukt entstanden ist. Vor allem Genre-Fans dürften an diesem Werk ihre helle Freude haben. Die von der Firma Sunfilm vorliegende DVD hat eine sehr gute Bild-und Tonqualität und bietet als Extras Deleted Scenes, Outtakes, den Trailer und eine Trailershow, insgesamt gesehen ein sehr gutes Gesamtpaket.



6,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: 100 Tears
BeitragVerfasst: 23. Mai 2013, 18:06 
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Wenn meine Vorschreiber hier von "kurzweilig und unterhaltsam" schwärmen, so muss ich leider wiedersprechen. Ich hab nix gegen Indies oder Low budget-Filme, aber Koch hat hier einen Riesenfehler gemacht, der wahrscheinlich gar nicht hätte sein müssen. Er hat 90 Prozent der Dollars in Blutkonserven angelegt statt einige in die Storyentwicklung zu investieren. Das sieht anfangs gar nicht so aus, denn die erste knappe halbe Stunde war durchaus launig- Clown mit Hackebeil ist geil!
Doch dann kam mir das kotzen: Allerdings nicht von Blut und Kaldaunen, sondern von der ab da stattfindenden stinklangweiligen und völlig sinnfreien Gore-Arie (ein Gore jagt den anderen..hihi). Und noch was tritt ab Minute 25 zu Tage: die Schauspieler sind unterste Schublade und ich musste mich zusammenreissen um nicht auf den Fernseher einzuprügeln....

Bei mir nur 2 von 10 Hackebeilen für die erste halbe Stunde :oger:


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 Betreff des Beitrags: Re: 100 Tears
BeitragVerfasst: 23. Mai 2013, 19:19 
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Sicherlich ist die Story hier wirklich nicht als Stärke anzusehen, aber manchmal ist halt auch ein launiges Gore-Spektakel durchaus unterhaltsam.

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 Betreff des Beitrags: Re: 100 Tears
BeitragVerfasst: 23. Mai 2013, 19:20 
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trashig-exploitativer Chef
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Master of Horror hat geschrieben:
Sicherlich ist die Story hier wirklich nicht als Stärke anzusehen, aber manchmal ist halt auch ein launiges Gore-Spektakel durchaus unterhaltsam.



So sieht es aus!
Und wie ich schon angemerkt habe macht die deutsche Synchro hier SEHR viel kapput und die Darsteller wirken durch diese wesentlich schlechter als sie es in der englischen Originalfassung sind !

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