Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Abominable (2006)
BeitragVerfasst: 26. Jan 2013, 17:21 
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Abominable
(Abominable)
mit Matt McCoy, Haley Joel, Christien Tinsley, Karin Anna Cheung, Jeffrey Combs, Natalie Compagno, Michael Deak, Lance Henriksen, Jim Giggans, Paul Gleason, Ashley Hartman, Rex Linn, Phil Morris, James Morrison, Tiffany Shepis
Regie: Ryan Schifrin
Drehbuch: Ryan Schifrin
Kamera: Neal Fredericks
Musik: Lalo Schifrin
Keine Jugendfreigabe
USA / 2006

Er wurde schon über 42000 mal in 68 Ländern gesehen. Eine bösartige Kreatur, ein Mythos, eine Legende. Sie nennen ihn Sasquatch, Yeti oder Big Foot. Wir haben ihn gejagt. Diese Erfahrung macht der gehbehinderte Bergsteiger Preston Rogers, als die blutrünstige Bestie in einem abgelegenen Bergdorf über ihn herfällt. Rogers kann mit Mühe und Not entkommen. Auch eine Gruppe ignoranter Jäger will ihn töten. Sie werden ebenfalls Opfer der Kreatur. Der ortsansässige Polizeichef nimmt sich der Sache an und will mit einer Gruppe Studenten das Monster stellen...


Horrorfilme mit Bigfoot-Thematik sind nicht gerade die Glanzlicheter des Genres, um es einmal diplomatisch und vorsichtig auszudrücken. So geht man dann auch sicherlich mit äusserst geringen Erwartungen an vorliegenden Film heran, dessen deutsche DVD-Veröffentlichung zudem noch mit einem wenig ansprechenden DVD-Cover aufwartet. Umso überraschter stellt man dann allerdings ziemlich schnell fest, das es sich hier wohl ganz eindeutig um die beste Bigfoot-Verfimung handelt, denn Regisseur Ryan Schifrin hat bei seiner Geschichte wirklich ganze Arbeit geleistet. Von der ersten Minute an offenbart sich dem Zuschauer eine sehr atmosphärische Story, deren Grundstimmung sich fast im Minutentakt immer weiter verdichtet und dabei ein herrlich bedrohliches Szenario entstehen lässt, das doch etliche richtige Gänsehautmomente garantiert. Schifrin hat es dabei ausgezeichnet verstanden, den Spannungsbogen der Ereignisse im ersten Drittel des Filmes eher langsam und fast schon bedächtig aufzubauen, um dem Betrachter in der darauffolgenden Zeit mit einer erheblichen Steigerung zu konfrontieren, die insbesondere im letzten Filmdrittel in absolute Hochspannung ausartet. So fühlt man sich gerade in der Einführungsphase fast schon in seiner Vermutung bestätigt, es auch hier mit einem weiteren Rohrkrepierer zu tun zu haben, denn das vorhandene Erzähltempo ist zu Beginn doch eher langsam gewählt und auch auf eventuelle Action-Passagen wartet man zuerst vergebens. Fast selbstverständlich erscheint da auch der Aspekt, das man das Monster lediglich ansatzweise zu Gesicht bekommt und nicht in seiner vollen Pracht genießen kann.

Das "Abominable" nach den ersten gut 30 Minuten dann eine solch brachiale Wendung nimmt, hätte man dem Werk beim besten Willen nicht zugetraut, doch all die Dinge die man zu Beginn eventuell noch vermisst hat, verleihen dem Film nun eine Güteklasse, die einen teilweise vom Hocker hauen kann. Aus dem beschaulichen Filmchen entwickelt sich ein ganz erstklassiger Horrorfilm, der insbesondere in atmosphärischer Hinsicht zu einer echten Bombe mutiert, die durch geschickt eingefügte Schockmomente immer wieder neu gezündet wird und dem Zuschauer ein teilweise schweisstreibendes Filmvergnügen bietet, das man als Horror-Fan nur zu gern annimmt. Knisternde Spannung und das immer stärker werdende Gefühl der Bedrohung sorgen für eine extrem starke Faszination die nun vom Geschehen ausgeht und die einen bis zum Ende hin nicht mehr loslässt. Nun ist man so richtig in der Geschichte angekommen und fiebert mit den Akteuren mit, die sich ständigen Attacken des Monsters ausgesetzt sehen. Das dies nicht ohne Tote abgehen kann, liegt dabei wohl ziemlich offensichtlich auf der Hand, doch der dabei an den Tag gelegte visuelle Härtegrad ist doch äusserst überraschend. Nun ist es nicht so, das man ein reines Schlacht-Spektakel zu sehen bekommt, doch die Morde des Bigfoot's sind recht derbe und blutig in Szene gesetzt worden, hier dürften selbst die Gorehounds auf ihre Kosten kommen.

Es ist ganz einfach die Mischung, die hier einen wirklich guten Horrorfilm ausmacht und rückwirkend gesehen ist selbst die etwas ruhige Einführungsphase in die Geschichte als äusserst gekonnt anzusehen. Nur so kann sich erstklassig aufgebaute Spannungsbogen so richtig entfalten, der eigentlich nur von der herausragenden Atmosphäre übertroffen wird. Selbst das Monster kann sich durchaus sehen lassen, denn auch in diesem Punkt hat man schon weitaus Schlechteres zu Gesicht bekommen. Wenn man "Abominable" als Gesamtpaket betrachtet, dann kann man eigentlich nur zu der Erkenntnis kommen, das es sich hier erstens um die beste Bigfoot-Verfilmung-und zweitens um einen wirklich erstklassigen Horrorfilm handelt. So wird man also mit einem erstklassigen Filmerlebnis bedient, das sämtliche Zutaten beinhaltet, die ein solcher Film haben muss. Eine stetig anwachsende Spannungskurve, eine nahezu grandiose Atmosphäre, einen angemessenen aber zu keiner Zeit übertriebenen Härtegrad und solide agierende Darsteller, die allesamt einen ordentlichen Job abliefern. Zudem tummeln sich in der Riege auch einige sehr bekannte Gesichter wie beispielsweise Rex Linn oder auch lance Henriksen, um nur zwei Namen zu nennen.

Wenn man dann doch noch ein Haar in der Suppe finden möchte, kann es sich eigentlich lediglich um die deutsche Synchronisation des Filmes handeln, denn diese ist doch mit Verlaub eher bescheiden ausgefallen. Letztendlich dürfte das aber dem ansonsten extrem positiven Gesamteindruck keinerlei Abbruch tun, den man von "Abominable" gewinnt. Endlich einmal ein Horrorfilm mit Bigfoot-Thematik, der auch wirklich überzeugen kann und ein äusserst spannendes Szenario anbietet, das den Zuschauer bis zur allerletzten Minute bei Laune hält und zudem noch mit einigen richtig harten Momenten garniert ist. Ryan Schifrin hat hier alles richtig gemacht und einen tollen Film kreiert, der in allen Belangen überzeugen kann.


Fazit:


"Abominable" ist ein vorzüglich unterhaltender Horrorfilm, den sich kein echter Fan des Genres entgehen lassen sollte. Zieht man einmal einen thematisch ähnlich gelagerter Film wie "Der Teufel tanzt weiter" zum Vergleich heran, liegen fast schon qualitative Welten zwischen den beiden Werken. So wie in vorliegendem Fall muss ein Bigfoot-Film aussehen, damit man auch seine echte Freude daran haben kann. Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten und kann dieses Werk nur wärmstens weiterempfehlen.


8/10

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