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 Betreff des Beitrags: Altitude - Tödliche Höhe (2010)
BeitragVerfasst: 20. Nov 2013, 16:30 
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Altitude - Tödliche Höhe
(Altitude)
mit Jessica Lowndes, Julianna Guill, Ryan Donowho, Landon Liboiron, Jake Weary, Mike Dopud, Ryan Grantham, Chelah Horsdal, Ian Robison, Michelle Harrison, Teghan Gentles, Seth Ranaweera
Regie: Kaare Andrews
Drehbuch: Paul A. Birkett
Kamera: Norm Li
Musik: Jeff Tymoschuk
FSK 16
Kanada / USA / 2010

Die junge Pilotin Sara plant einen letzten gemeinsamen Ausflug mit ihren Freunden, bevor sie nach Montreal umziehen wird. Anstatt jedoch mit dem Auto zu fahren, hat sie kurzerhand eine Cessna gechartert und ihren neuen, etwas merkwürdigen Freund Bruce ebenfalls eingeladen. Schon kurz nach dem Start kommt es zu einer technischen Fehlfunktion der Maschine. Doch das ist erst der Anfang: Der Treibstoff wird knapp, und die Stimmung unter den fünf Passagieren ist zum Zerreißen gespannt. Als letzten Ausweg wagt Cory den Versuch, in schwindelerregender Höhe von außen das Höhenruder zu reparieren. Doch in der unbekannten Höhe, außerhalb des Fliegers, sind andere übernatürliche Kräfte am Werk, die den Flug zu einem wahren Überlebenskampf machen.


Ich kann durchaus nachvollziehen, das dieses Regie-Debüt von Kaare Andrews die Meinungen extrem spaltet. Dem Zuschauer offenbart sich nämlich eine Geschichte, die während der Laufzeit von gut 90 Minuten eine totale Richtungsänderung erfährt, die man vor allem zu Beginn noch überhaupt nicht absehen kann. Dabei scheint sich zu Beginn ein ganz normaler Katastrophen-Thriller zu entfalten, der jedoch mit zunehmender Spielzeit immer mehr Fantasy-Elemente erkennen lässt, die man eine geraume Zeit gar nicht so richtig zuordnen kann. Hier liegt aber meiner Meinung nach die große Stärke eines Filmes, den ich als sehr ambitioniert-und auch innovativ bezeichnen möchte, denn die gefundene Mischung kann sich als Gesamtbild jederzeit sehen lassen. Dennoch darf man einige Defizite nicht übersehen, denn das Szenario bietet auch die ein oder andere Passage, die jenseits jeglicher Realität angesiedelt ist. Damit ist aber keinesfalls die übernatürliche Thematik gemeint, die nach dem ersten Film-Drittel ganz klar die Oberhand gewinnt, sondern ganz einfach diverse Verhaltensweisen diverser Protagonisten. Als bestes Beispiel kann man hier wohl den vollkommen unglaubwürdigen Versuch anführen, das man in einer immensen Höhe versucht, das offensichtlich beschädigte Höhenruder des Propeller-Flugzeuges von außen zu reparieren, was bei den vorherrschenden Temperaturen auf jeden Fall zum Tod durch erfrieren geführt hätte.

Andererseits ist diese Sequenz aber äußerst förderlich für die vorherrschende Spannung, denn als Betrachter fiebert man auf jeden Fall sehr stark mit. Ganz generell ist der vorhandene Spannungsbogen als konstant zu bezeichnen, auch wenn sich das Geschehen räumlich gesehen fast ausschließlich in dem kleinen Flugzeug abspielt. Hier herrscht schon nach einer relativ kurzen Zeitspanne eine sehr dichte Grundstimmung, bei der sich eine unterschwellige Aggression unter den Passagieren breit macht. Daraus beziehen die Ereignisse auch ihre größte Stärke und die Darsteller tragen durch ihr gelungenes Schauspiel eine Menge dazu bei, das man die Faszination der Story förmlich wie ein Schwamm in sich aufsaugt. Auch wenn man hier gewisse Dinge frühzeitig erkennen kann, bleibt die eigentliche Lösung des mysteriösen Geschehens lange Zeit im Dunkeln und stellt am Ende durchaus eine echte Überraschung dar.

Natürlich hat der finale Showdown recht wenig mit Realität zu tun, doch darauf ist "Altitude - Tödliche Höhe" auch überhaupt nicht ausgelegt. Kaare Andrews hat sich scheinbar ganz bewusst für eine übernatürliche Note entschieden, die der Geschichte auch sehr gut zu Gesicht steht. Nun gibt es wie fast immer wieder etliche Menschen die auch dieses Werk mit ihren Kritiken gnadenlos niedermachen, was eventuell aber auch in einer vollkommen falschen Erwartungshaltung begründet sein kann. Natürlich handelt es sich um kein Meisterwerk, doch kaum lässt ein Regie-Neuling einmal etwas Innovation in eine Geschichte einfließen, ist es auch wieder nicht richtig. Dabei beinhaltet "Altitude" im Prinzip doch alles, was für ein zugegebenermaßen außergewöhnliches Film-Erlebnis notwendig ist. Beginnend wie ein normaler Thriller werden mit der Zeit dezente Horror-Elemente beigefügt und der Story-Verlauf schlägt danach eine vollkommen andere Richtung ein, die angefüllt ist mit SCI/FI-und Fantasy-Elementen. Vielleicht ist das für einige Leute ganz einfach eine zu starke Kombination, oder manch einer hat den Film ganz einfach nicht verstanden. Und natürlich kommt dann auch noch der persönliche Geschmack hinzu, der die hier gefundene-und sehr außergewöhnliche Mixtur einfach nicht akzeptieren will.

Wie dem aber auch sei, den Regie-Erstling von Kaare Andrews als schlecht oder konfus zu bezeichnen, ist meiner Meinung nach nicht unbedingt objektiv. Das Werk hat sicherlich auch seine Schwachstellen, doch der positive Eindruck überwiegt doch recht stark. Vielleicht erscheint das Szenario an einigen Stellen schon etwas zu innovativ, aber das ist doch weitaus besser, als wenn man immer wieder den gleichen Käse vorgesetzt bekommt. Wenn man sich der hier erzählten Geschichte öffnet und nicht immer in den gleichen eingefahrenen Schienen denkt, wird man mit einem sehr interessanten Film belohnt, den man sich auch durchaus mehrmals anschauen kann. Mir persönlich hat "Altitude" äußerst gut gefallen und ich kann dieses außergewöhnliche Werk nur jedem wärmstens empfehlen, der nicht alltägliche Genre-Kombinationen zu schätzen weiß.


Fazit:


Einige kleinere Defizite können auf keinen Fall darüber hinwegtäuschen, das es sich im vorliegendem Regie-Debüt um eine sehr ambitionierte Arbeit handelt, bei der auch einmal Mut bewiesen wurde, indem man die Geschichte mit Elementen versehen hat, die dem Ganzen eine ganz außergewöhnliche Note verleihen. Viel Spannung, jede Menge Übernatürliches und gut agierende Jung-Darsteller sind fast schon eine Garantie für einen tollen Film-Genuss.


7,5/10

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