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 Betreff des Beitrags: Beyond Re-Animator (2003)
BeitragVerfasst: 21. Apr 2014, 16:32 
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Beyond Re-Animator
(Beyond Re-Animator)
mit Jeffrey Combs, Tommy Dean Musset, Jason Barry, Bárbara Elorrieta, Elsa Pataky, Ángel Plana, Javier Sandoval, Santiago Segura, Lolo Herrero, Enrique Arce, Nico Baixas, Simón Andreu, Joaquín Ortega, Raquel Gribler
Regie: Brian Yuzna
Drehbuch: Xavier Berraondo / Miguel Tejada-Flores / José Manuel Gómez
Kamera: Andreu Rebés
Musik: Xavier Capellas
keine Jugendfreigabe
USA / Spanien / 2003

Dr. Herbert West sitzt seit 14 Jahren in einem alten Gefängnis, doch seine Experimente hat er heimlich weitergeführt. Er war enttäuscht darüber, dass alle ins Leben zurückgekehrten nicht mehr ihre alte Persönlichkeit besaßen und bösartig wurden. Sein Ziel ist es, die Seele eines Verstorbenen zu retten und ihn wieder auferstehen zu lassen. Mit einem neuen Serum glaubt er nun endlich am Ziel seines Schaffens zu sein. West setzt damit erneut eine Kette von grausamen Ereignissen in Gang...


In den 80er Jahren (85 & 89) erschien mit den ersten beiden Teilen um den "Re-Animator" Herbert West eine neuzeitliche Version des Dr. Frankenstein und beide Filme haben mittlerweile einen festen Platz im Horror-Genre. 14 lange Jahre musste man danach jedoch warten, bis 2003 mit "Beyond Re-Animator" doch noch eine weitere Fortsetzung der Geschichte den Weg zu den Fans fand, mit der Regisseur Brian Yuzna einen durchaus würdigen Abschluss seiner Trilogie setzte, die allerdings nicht mehr ganz an die Qualität der beiden Vorgänger heranreichen konnte. Es mag an der zu großen Zeitspanne liegen die zwischen Teil 2 & 3 liegt, aber die hier vorliegende Geschichte scheint doch ein wenig den Biss verloren zu haben, der die bisherigen Teile so ausgezeichnet hat. Dabei bekommt man im Prinzip das altbewährte Schema geboten, doch dieses Mal entstehen gerade dadurch einige Ermüdungserscheinungen, denn phasenweise überkommt einen schon das Gefühl, das man die immer gleich ablaufenden Dinge lediglich in einer anderen Location serviert bekommt. Schauplatz ist dabei ein Gefängnis in dem Herbert West seit nunmehr 14 Jahren einsitzt, ansonsten hat sich jedoch bis auf die wechselnden Darsteller so gut wie gar nichts geändert. Und so merkt man auch, das die Thematik trotz genügend enthaltener Komik und diversen netten Splatter-Einlagen keinesfalls mehr die gleiche Begeisterung in einem entfacht, wie es noch zum Beginn der Trilogie der Fall war.

Jeffrey Combs agiert zwar ebenso routiniert und diabolisch wie 1985, aber es ist eher die Figur Herbert West, die hier nicht mehr auf die ganz große Gegenliebe beim Betrachter stößt. Gewisse Abnutzungserscheinungen sind unübersehbar, zudem ist auch der Aufbau der Geschichte denen seiner Vorgänger erschreckend ähnlich. Insbesondere in der ersten Stunde passiert nicht wirklich viel und Yuzna hat den gesamten Härtegrad fast ausschließlich in das letzte Filmdrittel gepackt, das sich dann allerdings auch wirklich sehen lassen kann und der absolute Höhepunkt des ansonsten etwas mauen Geschehens darstellt. Der Genre-Liebhaber wird nun richtig gehend verwöhnt und bekommt so manch derbe Passage geboten, zudem kommt nun auch der beißende Humor sehr gut zum Vorschein, der davor leider lediglich in Ansätzen zu erkennen war. Eine etwas ausgeglichenere Verteilung von Blut und Härte wären dem Gesamtbild sicherlich förderlich gewesen und hätten das Werk zudem auch ganz bestimmt etwas aufgewertet, doch leider hat Yuzna dieses Mal eine falsche Gewichtung der enthaltenen Zutaten vorgenommen und so für ein nicht gänzlich stimmiges Gesamtpaket gesorgt.

Man sollte dann aber doch erwähnen das es sich hier immer noch um einen sehr guten Film handelt, der lediglich im direkten Vergleich mit den beiden ersten Teilen nicht mehr die konstante Qualität und das hohe Niveau erkennen lässt, das diese doch so sehr ausgezeichnet hat. Für Fans der Reihe ist Teil 3 dann sowieso unverzichtbar, auch wenn es sich meiner Meinung nach um den ganz klar schlechtesten Film der Reihe handelt. Das ist besonders auffällig wenn man die Werke an einem Stück anschaut und war Herbert West zu Beginn noch eine Figur, die einen fast schon kometenhaften Aufstieg in der Beliebtheits-Skala des Genre-Liebhabers feiern konnte, so ist der moderne Dr. Frankenstein doch etwas in die Jahre gekommen und kann nicht mehr ganz an die Brillanz vergangener Tage anknüpfen. Dennoch lässt das relativ offene Ende der Geschichte eventuell den Schluss zu, das irgendwann doch noch ein weiterer Teil folgen könnte, wobei dieser Schachzug der Reihe insgesamt nicht unbedingt gut tun würde.

Man sollte es definitiv dabei belassen, schließlich sind mittlerweile auch schon zu viele Jahre ins Land gegangen, als das ein neuerliches Erscheinen von Dr. Herbert West als echte Bereicherung angesehen werden könnte. Nichtsdestotrotz ist "Beyond Re-Animator" trotz einiger unübersehbarer Mängel immer noch ein sehenswerter Schlusspunkt unter einen Mehrteiler, der zwar nie die Beachtung wie manch andere Horror-Reihe erlangt hat, aber gerade der erste Teil dürfte doch als unterschätzter Klassiker des Genres gelten. Eine gelungene Kombination aus Horror, bissigem Wortwitz und streckenweise skurriler Situationskomik ist hier entstanden und bis in die heutige Zeit kann man sich die Filme immer wieder gut anschauen, auch wenn der letzte Film in Sachen Qualität ein wenig abfällt. Wie dem aber auch sei, der "re-Animator" ist nicht umsonst Kult und hat sich verdientermaßen einen festen Platz im Bereich des Horror-Filmes gesichert, den ihm wohl auch nur die wenigsten absprechen würden.


Fazit:


Nicht so gut wie seine Vorgänger bietet "Beyond Re-Animator" aber immer noch mehr als genügend Potential für einen größtenteils kurzweiligen Film-Genuss. Eine ausgeglichenere Gewichtung der einzelnen Zutaten hätte einen noch besseren Gesamteindruck entstehen lassen, doch auch in vorliegender Form bewegt man sich immer noch etwas oberhalb des normalen Durchschnitts.


6,5-7/10


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