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 Betreff des Beitrags: Cold Sweat (2010)
BeitragVerfasst: 19. Jun 2013, 09:55 
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Cold Sweat
(Sudor frio)
mit Facundo Espinosa, Marina Glezer, Camila Velasco, Omar Musa, Omar Gioiosa, Noelia Vergini, Daniel de la Vega, Victoria Witemburg, Rolf García, Diego Cremonesi, Nicolás Marotta, Pablo Pawlowicz
Regie: Adrián García Bogliano
Drehbuch: Adrián García Bogliano / Ramiro García Bogliano / Hernán Moyano
Kamera: Ernesto Herrera
Musik: Facundo Espinosa / Andres Martinesi / Fernando Monteleone
keine Jugendfreigabe
Argentinien / 2010

Als Romans Freundin verschwindet, vermutet er sie in den Armen eines anderen Mannes wiederzufinden. Er findet sie tatsächlich, jedoch nicht bei einem neuen Liebhaber, sondern bei einem Paar verrückter Rentner, das sie im Kellergeschoss ihrer heruntergekommenen Villa eingeschlossen hat. Bewaffnet mit verworrenen politischen Idealen und kistenweise jahrzehntealtem und höchst instabilem Sprengstoff, führt das kriminelle Duo illegale Experimente an jungen Frauen durch, die sie über das Internet in ihr Haus locken. Falls es Roman nicht gelingt, seine junge Liebe zu befreien, wird es sie wahrscheinlich zerreißen - dank einer großzügigen Schicht aus Nitroglycerin...


Schaut man sich einmal die Filmografie von Regisseur Adrián García Bogliano an, dann findet man doch einige Werke, die sich in Sachen Qualität doch grundlegend unterscheiden. So steht einem wirklich misslungenen Film wie "Bloody Birthday" beispielsweise ein recht gelungener Beitrag wie "I'll Never Die Alone" gegenüber und vorliegender "Cold Sweat" reiht sich irgendwo dazwischen ein. Die hier erzählte Geschichte beinhaltet dabei einige gelungene Ansätze, krankt aber andererseits am zu oft schwächelnden Drehbuch, das doch stellenweise ziemlich unausgegoren erscheint. So bekommt der Zuschauer dann auch beispielsweise eher karge Erklärungsversuche für die Beweggründe der beiden alten Männer im Bezug auf das ständige Foltern junger Frauen. Zwar wird im Vorspann versucht, einige Indizien in den Raum zu stellen und auch diverse Dialoge lassen die Motivlage dezent erkennen, aber wirklichen Aufschluss über die Motive der Peiniger sucht man vergebens. Dennoch entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit ein durchaus bedrohliches Szenario und diverse Folterungs-Passagen lassen beim Zuschauer die Hoffnung aufkeimen, das man in der Folge eventuell ein intensives Film-Erlebnis mit einem ansehnlichen Härtegrad präsentiert bekommt, was sich jedoch letztendlich als ziemlicher Trugschluss erweisen soll.

So ist es dann auch in der Hauptsache die recht dichte-und dreckige Grundstimmung dieser Low Budget Produktion, die zumindest einige Pluspunkte sammeln kann, wohingegen sich der aufkommende Spannungsbogen in einem eher überschaubaren Rahmen bewegt. Zu vorhersehbar gestalten sich die Ereignisse, zudem ist das Geschehen mit extrem dämlichen-und unlogischen Verhaltensweisen einiger Protagonisten behaftet, wobei ich in erster Linie auf den Haupt-Charakter Roman anspielen möchte. So beobachtet der gute Mann doch erst einmal in aller Ruhe wie eine junge Frau zu Tode gefoltert wird, bevor er überhaupt einen Gedanken daran verschwendet, in irgendeiner Art aktiv zu werden und eventuell sogar hilfreich einzugreifen. Ganz besonders absurd erscheint das Ganze vor allem darum, weil es sich bei seinen Gegnern um zwei alte Männer handelt, von denen sich einer sogar ohne Gehhilfe gar nicht vorwärts bewegen kann.

Wer nun erwartet, das sich das Szenario nun zumindest durch einige nette Folterszenen auszeichnet muss im Endeffekt eine kleine Enttäuschung hinnehmen, denn bis auf ganz dezente Ausnahmen hält sich "Cold Sweat" in dieser Beziehung doch äußerst vornehm zurück. Die entsprechenden Szenen werden zumeist lediglich angedeutet und es wird der Fantasie des Betrachters überlassen, sich die Folgen auszumahlen. Natürlich entsteht dadurch ein gewisser Grad an Härte im eigenen Kopf, doch insgesamt gesehen kann auch dieser Aspekt die anderen offensichtlichen Mankos der Geschichte nur bedingt ausgleichen. Das Gesamtbild präsentiert sich leider recht unrund und unausgegoren, aus der vorhandenen Thematik hätte man sicherlich weitaus mehr herausholen können, so das hier ein richtig guter Film hätte entstehen können.

Letztendlich bleibt dann ein Szenario übrig, das leider nur bedingt überzeugen kann und sich maximal im normalen Durchschnittsbereich ansiedelt. Nun könnte man als Grund dafür das recht niedrige Budget von geschätzten 430.000 $ zu Grunde legen, aber auch mit wenig Geld hätte man hier durchaus mehr bewerkstelligen können. Etwas mehr Fantasie der Macher und ein besseres Drehbuch wären da schon einmal recht hilfreich gewesen, wobei auch die versammelte Darsteller-Riege nicht unbedingt durch sensationelles Schauspiel aufwartet. Insbesondere der Haupt-Charakter Roman ist hier einmal mehr zu nennen, denn der gute Mann agiert doch in den meisten Passagen wie eine typische Fehlbesetzung und verleiht dem Ganzen dadurch eine teils unfreiwillig komische Note, die irgendwo so gar nicht in das Geschehen hineinpasst.


Fazit:


Trotz vieler offensichtlicher Defizite ist "Cold Sweat" ein Film, den man sich durchaus einmal anschauen kann, einen nachhaltigen Eindruck wird das Werk aber wohl nur bei den wenigsten hinterlassen. Zu unausgegoren kommt die Story daher, die zudem auch nichts Überraschendes beinhaltet, das man besonders hervorheben könnte.


5/10

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