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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Cradle will Fall (2008)
BeitragVerfasst: 14. Mär 2014, 17:31 
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Cradle Will Fall
(Baby Blues)
mit Colleen Porch, Aiden Kersh, Ridge Canipe, Sean Johnson, Holden Thomas Maynard, Kali Majors, Joel Bryant, Gene Witham, Tanner Etan Todd, Chip Lane, Kenny Banes, Tom Fendley, Alan Nesbit, Noelle Monteleone, Jeffrey Hill
Regie: Lars Jacobson / Amardeep Kaleka
Drehbuch: Lars Jacobson
Kamera: Matthew MacCarthy
Musik: Michael Filimowicz
FSK 16
USA / 2008

Was, wenn die eigene Mutter versucht ihre Kinder zu ermorden? Genau das passiert dem 10-jährigen Jimmy. Seine psychisch kranke Mutter ist besessen von dem Gedanken, ihre vier Kinder umbringen zu müssen Jimmy muss sich und seine Geschwister vor der eigenen Mutter schützen, mit allen Mitteln!


Die Liebe einer Mutter


Es gibt Filme, die allein schon aufgrund der behandelten Thematik ein gewisses Gefühl der Beklemmung beim Zuschauer auslösen und das ist definitiv auch beim Regie-Erstling von Lars Jacobson und Armadeep Kaleka der Fall. Dabei erscheint es vollkommen egal, ob die hier erzählte Geschichte wirklich auf einem wahren Fall basiert, wie es zu Beginn des Filmes eingeblendet wird oder ob es sich um eine frei erfundene Geschichte handelt. Denn von der ersten Minute an wird der Betrachter hier mit einer äusserst beklemmenden Grundstimmung konfrontiert, in der das unheilvolle Szenario förmlich mitschwingt, das sich im Laufe der Zeit entwickeln soll. Schon in den ersten Minuten erkennt man dabei, das mit der jungen Mutter irgend etwas nicht stimmt, denn sie erweckt von beginn an den Anschein, das sie unter einem enormen psychischen Druck steht, dem sie anscheinend nicht mehr gewachsen ist. Ihr Blick wirkt leer und ihre ganze Ausstrahlung verrät, das sie kurz vor einem Nervenzusammenbruch steht und sich nur schwerlich zusammenreissen kann. Lediglich der älteste Sohn Jimmy scheint dies zu bemerken und ahnt, das mit seiner Mutter etwas nicht stimmt.

Bis dahin bewegt sich alles noch in einem recht normalen Rahmen, doch spätestens ab dem Zeitpunkt, als die junge Frau seltsame Visionen hat, nimmt die Story einen Verlauf, der einem den Schrecken in die Glieder jagt und phasenweise wie paralysiert vor dem Bildschirm sitzen lässt, da man die nun folgenden Ereignisse kaum glauben mag. Dabei ist es erstaunlich, welch intensive Wirkung von den folgenden Geschehnissen ausgeht, die sich fast unauslöschlich in das Bewustsein des Zuschauers einbrennen und für ein extrem angespanntes Filmerlebnis verantwortlich zeichnen, das man nicht so schnell wieder vergisst. Einerseits ist man sichtlich geschockt, andererseits geht aber auch eine unglaublich starke Faszination von den Bildern aus, die sich einem präsentieren. Die authentische Wirkung der Geschichte ist in erster Linie den beiden grandios agierenden hauptcharakteren zu verdanken, denn sowohl Colleen Porch in der Rolle der psychisch kranken Mutter, als auch Ridge Canipe in der Rolle des Jimmy liefern hier absolut glaubwürdige Leistungen ab. Besonders die Darstellung von Colleen Porch sorgt auch dafür, das einem so manch kalter Schauer über den Rücken jagt, erscheint das Schauspiel doch schon fast erschreckend realistisch, so das man in den meisten Phasen des Filmes gar nicht auf die Idee kommt einen Spielfilm zu sehen, viel eher meint man sich in einer erschreckend authentischen Reality-Doku zu befinden.

So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das die Ereignisse einem wirklich ziemlich stark unter die Haut gehen und ein gewisses Gefühl der Ohnmacht hinterlassen, irgendwie will der eigene Verstand das Gesehene nicht so recht glauben, obwohl man ganz genau weiss, das ähnliche Szenarien in der heutigen Zeit leider viel zu oft wirklich vorkommen. Es ist genau die hier entstehende Mixtur aus Fassungslosigkeit, einem intensiven Schockgefühl, aber auch einer unglaublichen Faszination, die diesen Film zu etwas ganz Besonderem machen. Ebenso gelungen ist die Kombination verschiedener Genres, die hier flüssig ineinander übergehen, handelt es sich doch eigentlich um ein äusserst intensives Drama, so ist "Cradle Will Fall" aber auch gleichzeitig ein hervorragender Horrorthriller, der sogar Elemente des Slashers beinhaltet. Insgesamt bekommt man es so mit einer extrem explosiven Mischung zu tun, die eine ungeheure Wirkung auf den Betrachter freisetzt, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann.

Letztendlich muss man den beiden Regisseuren ein großes Kompliment machen, haben sie doch gleich mit ihrem Regie-Debut ein eindrucksvolles und sehr schockierendes Werk geschaffen, das den Zuschauer mit der Wucht eines Keulenschlages mitten in die Eingeweide trifft. Denn auch wenn es sich lediglich um einen Spielfilm handelt, gehen einem die Geschehnisse sichtlich unter die Haut. Dabei ist es keineswegs visuelle Härte die einem hier zu schaffen macht, denn in dieser Beziehung hält sich der Film vornehm zurück, es ist die Thematik die sich im Kopf festsetzt und einen so erschreckenden Eindruck hinterlässt. Die gesamte Laufzeit über verspürt man einen unglaublichen Druck auf den Schultern und fühlt sich einer Ohnmacht nahe, da man die Ereignisse tatenlos über sich ergehen lassen muss, ohne dabei hilfreich eingreifen zu können. Dabei fühlt man sich in der eigenen haut nicht besonders wohl, denn die Beklemmung die man ganzzeitig verspürt, nimmt einem phasenweise fast die Luft zum atmen. Man sollte also ganz genau wissen, auf was für einen Film man sich hier einlässt, denn zärtere Gemüter sollten eventuell lieber zu anderen Filmen greifen.


Fazit:


"Cradle Will Fall" ist ein wirklich beeindruckender Film, der vor allem durch seine Thematik, die extrem beklemmende Grundstimmung und durch seine beiden hervorragend agierenden Hauptdarsteller einen sehr nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Es handelt sich um ein äußerst intensives Filmerlebnis, das schockierend und faszinierend zugleich ist. Man sollte schon gute Nerven haben und etwas abgehärtet sein, denn das Geschehen ist aufgrund seiner unglaublichen Intensität und Authenzität ein Schlag in die Magengrube, den man nicht so leicht verdauen kann.


8,5/10


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