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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Diary of the Dead (2007)
BeitragVerfasst: 2. Jun 2013, 09:15 
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Diary of the Dead
(Diary of the Dead)
mit Michelle Morgan, Joshua Close, Shawn Roberts, Amy Ciupak Lalonde, Joe Dinicol, Scott Wentworth, Philip Riccio, Chris Violette, Tatiana Maslany, Todd Schroeder, Daniel Kash, Laura DeCartaret, Martin Roach, Megan Park, George Buza
Regie: George A. Romero
Drehbuch: George A. Romero
Kamera: Adam Swica
Musik: Norman Orenstein
Keine Jugendfreigabe
USA / 2007

Der Filmstudent Jason, seine Freundin Debra und ein aus Mitstudenten bestehendes Filmteam drehen in den Wäldern Pennsylvanias einen Horrorfilmfür ihre Uni, als im Radio erste Meldungen von wiederauferstehenden Toten laufen. Verzweifelt und verängstigt versucht die Gruppe, sich zu ihren Familien und Freunden durchzuschlagen. Doch Jason beschäftigt ein ganz anderes Problem: Weil er die Verlogenheit der Berichterstattung anprangert, lässt er auf der Flucht vor den Untoten gnadenlos seine Kamera mitlaufen und dokumentiert den Angriff der Zombies, um sie später über das Internet der Allgemeinheit zugänglich zu machen.


Da haben wir ihn nun endlich, den mittlerweile fünften Streich des "Herrn der Zombies" George A. Romero. Man könnte dem Film auch den Nebentitel "Wie alles begann" verleihen, denn nachdem sich die ersten vier Teile der Dead-Reihe immer kontinuierlich weiterentwickelt haben, geht dieser Teil zurück zum eigentlichen Ausbruch der Seuche. Nachdem es in den letzten Jahren sehr beliebt ist, auch Zombiefilme in einem dokumentarischen Stil zu drehen ([REC], The Zombie Diaries), hat sich nun auch der Altmeister dieses Stilmittels bedient und das Endergebnis ist meiner Meinung nach absolut gelungen. Ausserdem ist es schön zu sehen, das sich Romero auch in diesem Film treu geblieben ist, denn im Gegensatz zu den mittlerweile populären rennenden und schnellen Untoten gibt es hier einmal wieder die "Oldschool-Zombies" zu bewundern, die man ja eigentlich nur noch aus der Vergangenheit kennt.

Wie in allen Teilen der Dead-Reihe zieht sich auch hier ein straff gezogener Spannungsbogen durch den gesamten Film und es entwickelt sich diese wunderbare Endzeit-Atmosphäre, die diese Filme so auszeichnet. Kaum ein anderer Regisseur vermag es, eine so dichte und düstere Stimmung zu erzeugen, wie es Romero immer wieder gelingt. Es entsteht ein extrem beklemmendes Gefühl, das fast zwangsläufig auf den Zuschauer überspringt und so für ein sehr angespanntes Sehverhalten sorgt. Durch den dokumentarischen Drehstil überkommt einen nicht selten das Gefühl, das man selbst ein Teil der Geschichte ist und man vergisst teilweise, das es sich lediglich um einen Film handelt. Das ist ein unbeschreibliches Phänomen, das einem fast ausschließlich Filme vermitteln, die in diesem Stil gedreht wurden. Alles wirkt ganz einfach viel autenthischer und das Gesehene vermittelt einen viel intensiveren Eindruck, der dazu führt, das man tiefer in das Geschehen eintauchen kann und sich mit der Szenerie viel stärker identifiziert.

Nun wäre Romero nicht er selbst, wenn in diesem Film nicht auch wieder eine sozialkritische Note vorhanden wäre. So wird natürlich in erster Linie die Berichterstattung der Medien angeprangert, die das Geschehen immer beschönigen und auch verharmlosen. Andererseits wird gerade zum Ende des Films auch das Verhalten der Menschen kritisiert, als einige schießwütige sich einen Spaß daraus machen, die Untoten nicht nur ganz normal endgültig ins Jenseits zu befördern, sondern es richtiggehnd zelebrieren indem sie eine Art Spiel daraus machen. So erscheint dann auch die im Hintergrund von Debra gestellte Frage: "Seid ihr es überhaupt wert, gerettet zu werden?" in einem ganz anderen Licht und stimmt einen nachdenklich.

Die SFX sind wie immer erstklassig und von einer sehr hohen Qualität, das kann man nicht anders sagen. Auch von der Anzahl her kann man hier nicht meckern, jeder fan wird hier ohne Frage auf seine Kosten kommen. Dennoch hält sich der Härtegrad in einem überschaubaren Rahmen, manch einem Gorehound wäre es vielleicht sogar lieber gewesen, wenn man noch mehr Splatter/Gore Szenen eingearbeitet hätte. Meiner Meinung nach wurde hier aber genau das richtige Maß gefunden, das dem Film so auch noch mehr Autenzithät verleiht

Schlussendlich kann man "Diary of the Dead" als einen sehr guten Film einordnen, in dem auch die darsteller einen überzeugenden und ausdrucksstarken Eindruck hinterlassen. Romero hat es noch keineswegs verlernt, seinen Fans das zu bieten, was sie sehen wollen, nämlich einen erstklassigen und kompromisslosen Zombiefilm, der sehr spannend ist und einen extrem düsteren Eindruck eines Szenarios hinterlässt, das Gott sei Dank nur eine Fiktion ist und so nie eintreten wird.


8/10

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