Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Die Horde (2009)
BeitragVerfasst: 5. Jan 2013, 01:00 
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Die Horde
(La Horde)
mit Claude Perron, Jean-Pierre Martins, Eriq Ebouaney, Aurelien Recoing, Doudou Masta, Antoine Oppenheim, Jo Prestia, Yves Pignot, Adam Pengsawang, Sebastien Peres, Laurent Dernianoff, Alain Figlarz, Stephane Orsolani, Maud Heywang, Ali Karamoko
Regie: Yannick Dahan / Benjamin Rocher
Drehbuch: Arnaud Bordas / Yannick Dahan
Kamera: Julien Meurice
Musik: Christopher Lennertz
Ungeprüft
Frankreich / 2009

Eine Gruppe von korrupten französischen Cops schwört blutige Rache, als ein Kollege auf brutale Weise umgebracht wird. Schon bald finden sie heraus, dass sich die Gangster in einem verlassenen Hochhaus im Norden von Paris verschanzt haben. Der Vergeltungsakt endet jedoch in einem Fiasko, als sich die Cops in der Gewalt der Verbrecher wiederfinden. Ihrem Ende ins Auge blickend, werden sie überraschend befreit - von Horden entstellter Zombies, die von nichts anderem getrieben werden als von ihrem unstillbaren Hunger.


Dem Sub-Genre des Zombiefilms etwas Innovatives und Neues beizufügen, ist gar nicht einmal so leicht, gerade wenn man die regelrechte Schwemme an genre-Vertretern sieht, die in den letzten Jahren über uns gekommen ist. Zumeist versuchen die Macher der jeweiligen Filme, ihre Filme durch explizite Gewaltdarstellungen aufzupeppen und damit vor allem das junge Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Nicht anders verhält es sich bei "Die Horde", der rein auf den vorhandenen Härtegrad vollkommen überzeugen kann, denn blutige Passagen und jede Menge Splatter-und Gore sind hier keine Seltenheit. Da dies aber noch längst nicht alles für einen rundum gelungenen Film und ein kurzweiliges Film-Vergnügen ist, hat man bei vorliegendem Werk anscheinend vergessen, denn die Geschichte weist doch so einige unübersehbare Defizite auf, die man beim besten Willen einfach nicht übersehen kann. Ausserdem ist es auch ziemlich unverständlich, das die deutsche DVD um einige Minuten erleichtert wurde, denn härter und brutaler als einige vergleichbare Zombiefilme der letzten Jahre (Dawn of the Dead-Remake, 28 Weeks later usw.) ist "Die Horde" keineswegs, was einmal mehr den Verdacht der Willkür bei der FSK aufkommen lässt, denn logisch ist dieses Phänomen nicht zu erklären.

So kommen also die Freunde der härteren Welle hier durchaus auf ihre Kosten und es wird ganz sicher nicht wenige Leute geben, die schon einmal den Kultstatus ausrufen werden, doch um diesen zu erreichen, fehlt dem Film doch Einiges an Klasse. Die Geschichte an sich ist ganz einfach viel zu dünn geraten, so erfährt man überhaupt nicht, wie sich auf einmal die verheerende Zombie-Seuche entwickelt hat, die lieben Untoten sind einfach da und man hat es als Zuschauer zu akzeptieren. Sicherlich wirkt sich diese "Null Informations-Politik" nicht unbedingt negativ auf den Unterhaltungswert der Geschichte aus, der prinzipiell die ganze Zeit über vorhanden ist, aber ganz ehrlich gesagt wären einige Hintergrundinformationen doch ganz nett gewesen und hätten das gewonnene Gesamtbild schlüssiger erscheinen lassen. Statt sich aber darüber Gedanken zu machen, haben die Macher viel lieber auf teilweise äusserst überzogene Action-Passagen gesetzt, die zwar zugegebenermaßen sehr viel Spaß machen, aber stellenweise so unlogisch sind, das man sich nur an den Kopf fassen kann.

Die Logik scheint aber ganz generell nicht als Stärke der Story angesehen werden, so schnallt es anscheinend keiner der Protagonisten, das die Zombies nur durch Kopfschüsse endgültig zu töten sind, denn anders ist es nicht zu erklären, das die gesamte Laufzeit über tausende von Patronen in die Leiber der Untoten gejagt werden und diese nach kurzer Zeit wieder aufstehen, damit ihre Oberkörper die nächste Salve aus einem maschinengewehr entgegennehmen können. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, das diverse Sequenzen des Geschehens schon einen fast skurrilen Anstrich aufzeigen, zu unglaubwürdig und hanebüchen wirkt das Szenario. Die Krönung des Ganzen ist aber, das auch etliche Nahkämpfe mit den Zombies stattfinden, in denen diese minutenlang mit Tritten, Fäusten und Gegenständen maltretiert werden, bis endlich einmal jemand auf die Idee kommt, den Viechern das Genick zu brechen. Nun ist es bei einem Film dieser Art sowieso äusserst schwer, einen Begriff wie realitätsnah zu gebrauchen, doch die hier gezeigten Kampfszenen sind schon extrem unrealistisch, das selbst für einen Zombiefilm neue Maßstäbe gesetzt werden.

Stellvertretend für diese Behauptung möchte ich nur die Stelle anführen, an der einer der Polizisten kurz vor dem Ende auf einem Autodach stehend gegen hunderte von Untoten kämpft und diesen kampf doch wirklich einige Minuten durchhalten kann, bevor endlich einmal ein Zombie auf die Idee kommt, auch auf das Dach zu steigen. In der Zwischezeit hat der Polizist selbstverständlich etliche Gegner beseitigt, was einem als Zuschauer schon fast ein Schmunzeln auf die Lippen zaubert. Man sollte meine Kritik aber nicht in den falschen Hals bekommen, das Ganze ist sehr unterhaltsam und auch actionreich inszeniert worden und auch der vorhandene Härtegrad ist sehr ansehnlich, aber etwas mehr Story und realistischere Action-Passagen hätten dem Gesamtbild ganz sicher nicht geschadet. So aber reduziert sich "Die Horde" doch selbst fast ausschließlich auf die vorhandenen Splatter-und Gore Szenen, was ich persönlich etwas schade finde. Zudem ist es auch nicht wirklich gelungen, eine überzeugende Endzeit-Atmosphäre zu schaffen, lediglich an einigen wenigen Stellen kommt diese wirklich zum Vorschein, was den gewonnenen Gesamteindruck nicht wirklich aufwertet.

Dafür bekommt man es allerdings mit äusserst überzeugenden und authentisch agierenden Charakteren zu tun, denn Polizisten wie auch die Gangster hinterlassen einen sehr realistischen Eindruck. Besonders gut hat mir die Tatsache gefallen, das eigentlich kein wirklicher Symphatieträger vorhanden ist, denn selbst auf der Seite der Ordnungshüter gibt es eher Charaktere mit Ecken und Kanten zu begutachten, die alles andere als äusserst symphatisch erscheinen. Letztendlich kann man so von einem Zombiefilm sprechen, der insgesamt gesehen als recht gelungen bewertet werden kann, sich allerdings nicht als der Überfilm offenbart, den viele in ihm erwartet haben.


Fazit:


"Die Horde" bietet stellenweise sehr harte, aber auch vollkommen unlogische Zombie-Unterhaltung, die rein auf die Härte reduziert absolut überzeugen kann. Wenn man allerdings seine Ansprüche etwas höher angesetzt hat, kann es durchaus zu einer kleinen Enttäuschung kommen. Für mich persönlich bewegt sich dieses Werk im oberen Mittelmaß, ohne jedoch daraus herausstechen zu können. Rein filmisch gesehen kann es der Film jedenfalls mit keinem der anderen harten Werke aus Frankreich aufnehmen, die in den letzten Jahren das Herz eines jeden Horror-Fans haben höher schlagen lassen.


6,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Horde
BeitragVerfasst: 4. Mär 2013, 07:09 
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Aber schlecht ist Er nicht!

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Horde
BeitragVerfasst: 4. Mär 2013, 09:26 
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Deathbell hat geschrieben:
Aber schlecht ist Er nicht!



Auf keinen Fall, aber im Gegensatz zu den anderen großen Franzosen fällt er halt ein wenig ab.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Horde (2009)
BeitragVerfasst: 2. Mai 2014, 12:49 
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Ouh, den empfand ich widerum als sehr schwach. Dramaturgisch habe ich ja auch nichts oscar-verdächtiges erwartet. Daran hapert es denn auch nicht wirklich, wobei man anmerken muss, dass der Film die inzwischen recht abgelutschte "Gruppe kämpft sich durch ein Hochhaus"-Prämisse zumindest schon vor THE RAID (2011), DREDD (2012) oder PERSON OF INTEREST (01/07 "Witness", 2011) durchexerziert hat. Während man anfangs noch Spannung aus den Konflikten innerhalb der zusammengewürfelten Gruppe zieht, gelingt dies später weniger. Das liegt hauptsächlich daran, dass einen eigentlich alle Protagonisten scheißegal sind, einer unsympathischer und dümmer als der andere.
Kommen wir zum Gore, und den gibt es ja viel und häufig, allerdings größtenteils leider ziemlich mies getrickst. Am schlimmsten fand ich da auch die Szene mit den dutzenden Zombies in der Garage, offensichtlicher ging es ja wohl nicht mehr. Richtige, vor allem überzeugende harte Szenen sind eher Mangelware. Die fehlende FSK-Freigabe für die ungeschnittene Fassung leitet sich wohl aus der allgemein menschenverachtenden Grundeinstellung des Films und der schieren Häufigkeit im Auftreten der CGI-Splatter- & Gore-Mätzchen ab. Die Indizierung auf Listenteil B erschließt sich mir aber nicht wirklich.
Für mich bleibt letztendlich ein goriger, aber schlecht getrickster Film um einen Haufen Arschlöcher, die in einem Hochhaus der titelgebenden Horde bereitwillig, weil kurzsichtig und dumm, in die verwesenden Arme läuft.
3-4/10 l unpassendem Pixelbluts

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Horde (2009)
BeitragVerfasst: 9. Mai 2014, 20:15 
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Fand den o.k. Vor allem der dreckicke Look des Films, hat mir sehr gut gefallen. Aber es gab halt keine Person mit der man mitgfiebert hat. Wenn einer abgekrazt ist, hat einem das nicht gejuckt. Die bezugs Person hat einfach gefehlt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Horde (2009)
BeitragVerfasst: 1. Jan 2015, 10:27 
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Gestern wurde auch dieser Film von mir gesichtet. Ich fand ihn eigentlich recht gut, auch wenn die Handlung aufgrund der Wahl der Location doch etwas reduziert gewesen war. Die CGI-Effekte fand ich hier gar nicht so schlimm, denn da gibt es andere Filme, wo Blut und Gedärm noch viel künstlicher aussehen. Leider ist das Verhalten einiger Protagonisten doch etwas undurchschaubar, was die Handlung negativ beeinflusst. Gerade der Anfang mit dem Begräbnis als auch die Erstürmung sind weit davon entfernt irgendeine Art von Realismus erkennen zu lassen. Nein, bei einem Zombiefilm erwarte ich kein Realismus, aber in der normalen Handlung sollte trotzdem kein unsinniges Verhalten an den Tag gelegt werden.

Sei es drum. Unterhalten hat er auf jeden Fall, deshalb gibt es hier auch ruhig 07/10 Punkten von mir.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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