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 Betreff des Beitrags: Evil Words (2003)
BeitragVerfasst: 9. Aug 2013, 19:26 
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Evil Words
(Sur le seuil)
mit Michel Cote, Patrick Huard, Catherine Florent, Albert Millaire, Jean L'italien, Jaques Lavallee, Jean Pierre Bergeron, Nicolas Canuel, Normand D'Amour, Frederique Collin, Annette Garant, Christine Foley, Alexis Belec, Paul Doucet
Regie: Eric Tessier
Drehbuch: Eric Tessier / Patrick Senecal
Kamera: Denis-Noel Mostert
Musik: Ned Bouhalassa
FSK 16
Kanada / 2003

Ein Polizist, der scheinbar grundlos mit seiner Pistole auf eine Gruppe von Kindern schießt. Ein erfolgreicher Schriftsteller, der sich mit einem Sprung aus dem Fenster versucht das Leben zu nehmen. Zwei unterschiedliche Vorfälle, die offensichtlich nichts miteinander zu tun haben. Nur ein Psychiater und ein Journalist erkennen, dass hinter diesen beiden Vorfällen mehr steckt als anfangs angenommen. Beide kommen einem grausamen Geheimnis auf die Spur .


"Evil Words" ist mittlerweile schon der dritte Titel in der bekannten Störkanal-Reihe, der auf einem Drehbuch von Patrick Senecal basiert. Bisher waren die Filme "7 Days" und "5150 Elm's Way" erschienen, wobei letztgenannter Titel auch schon unter der Regie von Eric Tessier entstand. Und so handelt es sich auch bei vorliegendem Werk aus dem Jahre 2003 wieder einmal um eine kanadische Produktion, in der eine äusserst faszinierende Geschichte erzählt wird, deren Thematik allerdings nicht unbedingt als neu zu bezeichnen ist. Denn schon in Filmen wie "Stark" oder auch "Die Mächte des Wahnsinns" bekam es der Zuschauer mit ähnlich gelagerten Szenarien zu tun, in denen fiktiv niedergeschriebene Horrorgeschichten auf einmal zur schrecklichen Realität wurden und eine Menge Schmerz und Unheil über die Menschen brachten. Ziemlich schnell merkt man, das auch "Evil Words" genau auf dieser Schiene fährt und obwohl keine großartige Innovation zu erwarten ist, entpuppt sich das Geschehen doch als äusserst spannend-und faszinierend.

Vergleicht man den Film mit Carpenters "Die Mächte des Wahnsinns", dann stößt man zwar auf etlichen Ähnlichkeiten und dennoch spürt man auch ganz eindeutig, das die beiden Werke vollkommen unterschiedlicher Natur sind. Erscheint doch Tessiers Variante der Thematik eher nüchtern und realisttischer, so spielt Carpenter in seinem unterschätzten Meisterwerk doch intensiver mit der Fantasie des Betrachters und verleiht seiner Story durch den Einsatz mehrerer Fantasy-Elemente einen Anstrich, der dem eines Horror-Märchens gleichkommt. Tessier hingegen beschränkt sich eher auf eine realitätsnahe Erzählweise und bringt den kontroversen Aspekt zwischen Wissenschaft und Kirche in den Focus des Geschehens, der insbesondere im letzten Drittel der Story sehr stark in den Vordergrund rückt. Besonders hervorstechend ist meiner Meinung nach Tessiers Feingefühl für den dramaturgischen Spannungsaufbau der Geschichte, die mit 2 scheinbar vollkommen zusammenhanglosen Tragödien beginnt und erst im späteren Verlauf immer mehr eine erschreckende Wahrheit ans Tageslicht bringt, gegen die sich insbesondere der Psychater Dr. Paul Lacasse innerlich verschließt, der den Schriftsteller Thomas Roy nach seinem Selbstmordversuch behandelt. Lacasse vertritt ganz eindeutig den wissenschaftlichen Aspekt und weigert sich zunächst strikt, über den logischen-und erklärbaren Horizont hinauszusehen. Erst nachdem immer mehr unbestreitbare Vorfälle und Beweise zum Vorschein kommen, verändert sich seine Sichtweise der Dinge zusehends und er stellt eigene Nachforschungen an, um der erschreckenden Wahrheit auf die Spur zu kommen.

"Evil Words" ist kein Film der auf explizite Gewaltdarstellungen setzt, obwohl es im furiosen Showdown durchaus einige Momente zu sehen gibt, die ziemlich derbe und blutig in Szene gesetzt wurden. Insgesamt gesehen bezieht das Werk allerdings seine große Stärke aus der von den Ereignissen ausgehenden Faszination, die einem spürbar unter die Haut kriecht. Hinzu kommt eine äusserst dichte Grundstimmung, die mit zunehmender Laufzeit immer bedrohlichere Züge erkennen lässt und eine Darsteller-Riege, die durch die Bank mit ausgezeichnetem Schauspiel aufwarten kann. Alles zusammengenommen kann man ohne Übertreibung von einem überdurchschnittlich gutem Film sprechen, auch wenn es sich vielleicht nicht um einen der besten Titel der Störkanal-Reihe handelt. Mir persönlich hat das Werk aber extrem gut gefallen, denn Geschichten mit einem mysteriösen-und religiösen Hintergrund strahlen eigentlich immer eine ganz besondere Intensität aus, die auch hier keinesfalls zu übersehen ist.

Nicht so fantasievoll und bildgewaltig ausgestattet wie "Die Mächte des Wahnsinns" kann "Evil Words" dennoch in allen Belangen überzeugen und bietet ein jederzeit sehenswertes Filmerlebnis. Bei einer Spielzeit von knapp 100 Minuten bekommt man ein ganzzeitig sehr spannendes-und atmosphärisches Szenario serviert, in dem der Kontrast zwischen logischer Wissenschaft und dem Glauben der Kirche intensiv herausgearbeitet wird. Liebhaber intensiver Horrorthriller sollten auf jeden Fall zugreifen, werden sie doch mit überdurchschnittlich guter Genrekost belohnt.


Fazit:


Wieder einmal hat Störkanal einen tollen Beitrag auf dem deutschen Markt herausgebracht, der sich nahtlos in die Reihe erstklassiger Filme einreiht, die bisher schon erschienen sind. Dabei sind es gerade diese kanadischen Produktionen, die immer wieder einen sehr nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen, da sie durch die von ihnen ausgehende Intensität teilweise recht schwer zu verdauen sind.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Französisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 100 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow, Exklusives Booklet


8/10

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