Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Halloween (2007)
BeitragVerfasst: 17. Jan 2013, 17:47 
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Halloween
(Halloween)
mit Malcolm McDowell, Brad Dourif, Scout Taylor-Compton, Tyler Mane, Sheri Moon, Daeg Faerch, Danielle Harris, William Forsythe, Kristina Kleb, Udo Kier, Danny Trejo, Lew Temple
Regie : Rob Zombie
Drehbuch : Rob Zombie ( basierend auf dem Original - Drehbuch )
Kamera : Phil Parmet
Musik : Tyler Bates
keine Jugendfreigabe
USA / 2007

Vor fünfzehn Jahren ermordete der damals zehnjährige Michael Myers (Tyler Mane) den Großteil seiner eigenen Familie auf grausame Art und verbrachte anschließend sein Leben in einer Hochsicherheitsanstalt für psychisch schwer Gestörte. Diese drei Morde sollen aber nicht seine letzten gewesen sein, aufgrund einer Unachtsamkeit der Wachen, gelingt es Michael zu flüchten. Nur Dr. Loomis (Malcolm McDowell), der den jungen Mann jahrelang studierte, weiß die Bedrohung einzuschätzen, die von dem Psychopathen ausgeht und heftet sich an dessen Fersen. Michaels Weg führt ihn nach zurück nach Haddonfield, in seinen Heimatort, um Jagd zu machen auf seine kleine Schwester Laurie (Scout Taylor-Compton), das verbliebene Familienmitglied. Ein Massaker steht dem verschlafenen Städtchen in der Halloween-Nacht bevor denn Michael kehrt zurück nach Hause – ein kleiner Junge, der in seiner Kindheit weder eine intakte Familie noch irgendwelche Freunde hatte, kehrt als das personifizierte Böse zurück und scheinbar kann ihn niemand aufhalten...

Wohl kaum ein anderer Film des Genres wurde in den letzten Jahren so sehnsüchtig erwartet, wie das Remake zum Klassiker von John Carpenter. 2007 war es dann endlich soweit und die Fans konnten das Ergebnis von Rob Zombie begutachten. Schon im Vorfeld war klar, das dieses Remake keine 1 : 1 Kopie sein würde, sondern Zombie eigene Ideen mit einfließen lassen würde. Das dies auch ein gewisser Drahtseilakt werden würde, war von vornherein klar und nach Sichtung des Films muß man auch sagen, das der geneigte Fan mit durchaus zwiegespaltenen Gefühlen zurückgelassen wurde.

Durch die vollkommen neu eingebaute Vorgeschichte des Michael Myers hat Rob Zombie dem Film ein vollkommen neues Gesicht gegeben, was auf der einen Seite sehr interessant ist, auf der anderen Seite aber auch gleichzeitig das eigentliche Grundproblem dieses Films ist. Denn dadurch, das hier ganz ausführlich auf den Charakter von Michael eingegangen ist, verliert er seinen Nymbus des personifizierten Bösen und wirkt auf einmal menschlich und sogar verletzlich, was für Fans des genialen Originals durchaus gewöhnungsbedürftig ist.

Das andere große Problem des Film ist, das hier zu keiner Zeit die brillante Atmosphäre des Originals erreicht wird, da hilft es auch nicht, das hier Teile der Original - Filmmusik übernommen wurden. Gab die Musik dem 1978 er Werk noch zusätzlich bedrohliche und unheimliche Züge, so wirkt sie hier teilweise sogar etwas deplaciert. So kommt es, das Halloween 2007 doch an manchen Stellen eher wie ein seelenloser Film wirkt, der die hohen Erwartungen der Fans nicht erfüllen konnte.

Das zeigt sich auch an der Tatsache, das die meisten Charaktäre, die in der alten Version tragende Rollen waren, hier eher zu einem kümmerlichen Überbleibsel mutieren, wie zum Beispiel Laurie Strode, deren Charakter hier nicht annäherd so zum Tragen kommt, sondern eher nebensächlich behandelt wird. Auch Malcolm McDowell als Dr. Loomis hat nicht annähernd die Ausstrahlung und Präsenz eines Donald Pleasence, der einfach über viel mehr Ausdruckskraft und Überzeugung verfügte.

Nun muss man aber auch fairerweise anmerken, das man diesen Film aus 2 Sichtweisen betrachten sollte, nämlich als eigenständiges Werk, das lediglich in der zweiten Filmhälfte ein zeitmäßig geschrumpftes Remake ist, da die erste Hälfte ja vollkommen neu ist, oder als richtiges Remake, als das der Film aber fast gänzlich versagt. Als eigenständiger Film ist das Werk von Rob Zombie absolut stark und richtig gut, das kann man nicht anders sagen, aber wenn man so wie ich das Original kennt und verehrt, dann ist es ein eher schwacher Film, der in keiner Weise an die Klasse des Carpenter - Werkes heranreichen kann, auch wenn hier mehr Härte geboten wird.


7/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Halloween (2007)
BeitragVerfasst: 17. Jan 2013, 20:53 
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Archivmeister
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Die Darstellung von Michael an sich fand ich etwas gelungener als im Original, da er etwas düsterer daher kommt. Der Film kommt aber natürlich nicht an das Original heran, aber das erwartet hier glaube ich auch niemand. Insgesamt aber durchaus gelungen. Michaels Kindheit wird ein wenig mehr beleutet. Und allein vom "Gore" (wobei man das hier nicht falsch verstehen darf: Der ist hier auch nicht wirklich vorhanden, aber wenn man das Vorhandene denn so bezeichnen kann, dann ist hier mehr davon da).

Teile sonst insgesamt Masters Wertung mit irgendwo bei 7-8/10.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Halloween (2007)
BeitragVerfasst: 17. Jan 2013, 22:12 
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trashig-exploitativer Chef
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Ich war von Rob Zombie's Halloween schon direkt nach der ersten Sichtung vollends begeistert obwohl ich im Vorfeld meine Zweifel hat; auch wenn ich Zombie's "Haus der 1000 Leichen" und "The Devils Rejects" sehr gerne mag war ich mir nicht sicher ob er es fertig bringen würde ein gutes Remake eines Klassikers zu drehen.
Und Rob hat es definitiv geschafft eine eigenständige Version und zur gleicher Zeit ein Remake von Halloween abzuliefern.
Für mich ist seine Version von Halloween mit eins der besten Horrorfilm Remakes bis dato.
Unbeachtet von eventueller Kritik anderer Horrorfans bzgl. dieser Aussage sage ich es frei raus :
Rob Zombie's Halloween hat mir sogar besser als das Original gefallen!
Dies hat bei mir persönlich folgende Gründe :
1. Ich mochte das Halloween Franchise zwar immer, war aber nie der große Halloween "Fan"; ich war wohl eher ein Friday the 13th und Nightmare on Elm Street Fan.
2. Die Charakterentwicklung im Remake hat mir sehr gut gefallen. Man hat einen wesentlich tieferen Einblick in Michael Meyers Leben bekommen; es wurde gezeigt wie er als Kind aufwuchs und zum Erwachsenen heranreifte und es wurden Gründe für den "Werdegang" von Meyers gezeigt.
3. Hier kommt der Punkt an dem viele Fans des Original Halloween nun die Haare zu Berge stehen werden :D :
Die Entmystifizierung von Michael Myers! Dieser neue Aspekt beim Remake hat mir sehr gut gefallen, auch wenn genau dies oft für Diskussionsstoff sorgt in Fankreisen und es als Schwachpunkt der Remakes genannt wird hat es ein meinen Augen den Charakter und den Film glaubhafter gemacht.
4. Die Atmosphäre des Films.
Diese wirkt dreckiger als die Atmosphäre im Original.Dies wird u.a. aber auch daran liegen das man mehr über Michael's Kindheit erfährt.
Das Portrait dieser White Trash Familie hat dem Film einiges an "grittyness" hinzugefügt!

8.5-9 von 10 dysfunktionalen Familien!

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"Are you gonna bark all day little doggie, or are you gonna bite?"


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 Betreff des Beitrags: Re: Halloween (2007)
BeitragVerfasst: 1. Nov 2013, 18:57 
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Vampir-Adel

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Ich habe mir den Film gestern zu später Stunde mal wieder angesehen, allerdings griff ich dabei auf den Director's Cut
zurück, der ein wenig länger und somit etwas zusätzlich ausführlicher ist.

Etwas spät :D , aber im nach hinein schließe ich mich der Meinung von Dan an.
Mir gefällt der Film nach wievor. Irgendwie ist auch der Junge (Michael Meyers als Kind) genial besetzt. Ist immer wieder
erstaunlich, wie Kinder in Filmen wirken können. z.B. eine Szene, als der verkommende Vater (William Forsythe) dem
Jungen droht, das wenn sein eingegipster Arm geheilt ist, er ihn sich wieder brechen würde und zwar am Gesicht des Jungen.
Der Gesichtsausdruck des Jungen daraufhin, wo er ein wenig den Mund verzieht und agressiv ausschaut, spricht Bände. Klasse!

Überhaupt die Zustände in der Familie, dann anscheinend jedes mal irgendwelche Vorfälle in der Schule ect. zeugen vom
weiteren Verlauf/Werdegang von Michael.

Die erste Hälfte des Films besteht eher aus einem krassen Drama, bzw. der Schilderung diverser Zustände und Michael
schlägt eines Tages erbarmungslos zurück, wie z.B. beim anderen größeren Jugendlichen, der ihn auf der Toilette und
anscheinend schon vorher immer schikaniert hat.

In der zweiten Hälfte wird Halloween zu einem brachialen Gewalt-Thriller, der diesbezüglich keine Wünsche offen läßt.
Der gravierendste Unterschied zw. dem Director's Cut und der ungekürzten Kinofassung ist der Ausbruch von
Michael Meyers. Im D. C. wird vorher noch in der geschlossenen Nervenheilanstalt auf gemeine Art und weise eine psychisch
kranke Frau von zwei Aufsehern vergewaltigt, die sie auch noch vorher in Michael's Zelle brachten. Dieser reagiert etwas spät,
aber dann macht er die Aufseher nieder.

In der uncut Kinofassung, soll Michael von zwei Wärtern aus seiner Zelle geholt werden, um verlegt zu werden. Auf dem Weg
dorthin, macht er beide Wärter nieder.

Der Film ist auch wirklich gut besetzt. z.B. Malcolm McDowell als Dr. Loomis passt.
Auch in diverse Nebenrollen sind keine Unbekannten vertreten.
Immerhin UDO KIER , BRAD DOURIF , DEE WALLACE , WILLIAM FORSYTHE

Das Remake ist auf jedenfall krasser, brachialer und gewalttätiger. Ich finde, das es eine sehr gelungene Neuverfilmung ist.
Zuviel Entmystifizierung gegenüber dem Original, was die Figur von Michael betrifft sehe ich nicht.
Denn irgendwie bleibt er geheimnisvoll. 15 Jahre kein Wort gesprochen und niemand weis im Grunde genommen, wie es
im inneren bei Micheal aussieht. Man könnte es zwar erahnen, aber eben nur vermuten!


9/10 unheimlichen Psychokillern :Up:
GrafKarnstein :kaffee:


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 Betreff des Beitrags: Re: Halloween (2007)
BeitragVerfasst: 1. Nov 2013, 21:12 
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Sicherlich bleibt die Figur von Michael durchaus noch geheimnisvoll, aber der gravierende Aspekt, das er nicht mehr das rein personifizierte Böse ist stört mich immer noch ein wenig. Mittlerweile habe ich mich zwar zumindest mit diesem Remake angefreundet, aber es ist und bleibt für mich gewöhnungsbedürftig. Am meisten stört mich hingegen die Figur von Loomis, denn schon hier ist sehr wohl zu erkennen, das die Charakterzeichnung vollkommen anders ausfällt als in der Original-Reihe. Wie krass es dann letztendlich wirklich wird, stellt sich ja erst im Nachfolger heraus und das ist für mich persönlich nicht nachvollziehbar. Gewisse Änderungen sind ja ganz nett, aber man muss doch nicht ganze Figuren demontieren und charakterlich total anders darstellen. Aber wie erwähnt, mittlerweile mag ich zumindest diesen Teil von Zombie recht gern, auch wenn er nie gegen das geniale Original ankommen kann und das auch nicht durch den höheren Härtegrad.

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