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 Betreff des Beitrags: John Carpenter's The Ward (2010)
BeitragVerfasst: 3. Jan 2013, 19:29 
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John Carpenter's The Ward
(The Ward)
mit Amber Heard, Marnie Gummer, Danielle Panabaker, Laura-Leigh, Lyndsy Fonseca, Jared Harris, Sali Sayler, Susanna Burney, D.R Anderson, Sean Cook, Jillian Kramer, Mark Chamberlin, Andrea Petty, Tracy Schornick, Kent Kimball
Regie: John Carpenter
Drehbuch: Michael Rasmussen / Shawn Rasmussen
Kamera: Yaron Orbach
Musik: Mark Kilian
Keine Jugendfreigabe
USA / 2010

Ein altes Farmhaus im ländlichen Oregon geht in Flammen auf, die verstörte Kristen wird von der Polizei als Brandstifterin festgenommen und in die psychiatrische Abteilung des North Bend Hospital eingeliefert. Ihr behandelnder Arzt Dr. Stringer versucht herauszufinden, was zu ihrem Zusammenbruch führte. Derweilen geht in der Station, die sich die junge Frau mit vier weiteren Patientinnen teilt, ein Phantom um, das ein Mädchen nach dem anderen tötet. Wen wundert es, dass Kristen alles daran setzt, aus der Anstalt zu entkommen.


Seit dem 2001 erschienenen "Ghosts of Mars" war es in den letzten Jahren sehr ruhig um die Regie-Legende John Carpenter geworden, denn ausser 2 Episoden für die "Masters of Horror-Reihe" hat die Horror-Ikone im letzten Jahrzehnt nichts auf den Markt gebracht. Umso größer war dann die Freude, das mit "The Ward" endlich mal wieder ein neuer Horror-Thriller des Altmeisters erscheint, wobei gerade die Erwartungen der eingefleischten Fans sicherlich nicht gerade gering ausfielen. Nun hat Carpenter sicherlich schon bessere Filme unter seiner Regie entstehen lassen, doch bekommt es der Zuschauer mit einem Film zu tun dessen Sichtung sich allemal lohnt. Zwar deuten einige Kritiken im Netz eher in eine andere Richtung, doch liegt es doch wie immer im Auge des jeweiligen Betrachters und in dessen Erwartungshaltung, ob man seinem neuesten Werk viel oder eher wenig abgewinnen kann. Für Freunde des innovativen Kinos wird "The Ward" vielleicht eine kleine Enttäuschung darstellen, bietet die Geschichte nicht unbedingt viel Neues. Selbst die zum Ende hin eingeschlagene Richtung dürfte für Kenner der Szene keine sonderliche Neuheit darstellen, hat man doch erst vor gar nicht allzu langer Zeit eine ähnliche Story-Wendung in einem Thriller von Martin Scorsese gesehen.

Dennoch dürfte die Wendung des Geschehens für einen Großteil der Film-Freunde immer noch einen sehr gelungenen Plot-Twist darstellen, obwohl einige dezente Andeutungen innerhalb der Geschichte so manchen Betrachter auf die richtige Fährte locken dürften. Doch beginnen wir am Anfang des Szenarios das eine gut 30-minütige Einführung in das Geschehen anbietet, die sich zwar nicht sonderlich ereignisvoll gestaltet, dennoch ein wichtiger Bestandteil des Gesamtwerkes ist, da hier auch schon die ersten kleinen Anzeichen für die spätere Auflösung zu erkennen sind. Näher möchte ich nicht darauf eingehen, um an dieser Stelle niemandem die vorhandene Spannung vorwegzunehmen. Man sollte lediglich auf Kleinigkeiten achten und gewisse Anzeichen richtig deuten, womit ich beispielsweise die scheinbar nicht einzuordnenden Bilder meine, die immer wieder wie kleinere Visionen eingestreut werden. Zu erkennen ist dabei lediglich ein angekettetes Mädchen, das aber so scheinbar gar keinen Zusammenhang mit den mysteriösen Vorfällen im Sanatorium ergeben will.

Doch insbesondere durch solche kleinen Details verleiht Carpenter seiner Story eine sehr mysteriöse Aura, die Grundstimmung verdichtet sich von Minute zu Minute und lässt dabei immer unheilvollere-und bedrohliche Züge erkennen. Der aufkommende Horror ist eher subtiler Natur und kriecht dem Zuschauer im Laufe der Zeit immer tiefer unter die Haut. Mit im Prinzip einfachsten Mitteln entsteht eine immer länger anhaltende Gänsehaut beim Betrachter, was ja schon immer eine Stärke der Filme aus dem hause Carpenter war. So sollte man dann auch trotz der hohen Freigabe keine sonderlichen Härten erwarten, zwar wartet die Story mit einigen netten Szenen auf, doch insgesamt gesehen wäre man hier meiner Meinung nach auch mit einer 16er Freigabe durchaus ausgekommen. Wie man es vom Altmeister her kennt, wird auch in diesem Film das Hauptaugenmerk auf eine gelungene Atmosphäre gelegt und diese kann man "The Ward" auch wirklich nicht absprechen. Auch das 60er Jahre Ambiente kommt sehr gut zur Geltung, was man vor allem an den Räumlichkeiten der Anstalt erkennen kann, in der sich die gesamte Szenerie abspielt.

Der optische Leckerbissen wird einmal mehr in Person von Amber Heard präsentiert, die durch ihr Aussehen so manches Männerheru höher schlagen lässt. Doch auch in schauspielerischer Hinsicht weiss die Schönheit durchaus zu überzeugen und liefert eine äusserst gelungene Performance ab. Das gilt jedoch prinzipiell für die gesamte Darsteller-Riege, denn negative Rausreisser nach unten kann man eigentlich nicht entdecken. Letztendlich muss man Carpenter einen gelungenen Genre-Beitrag bescheinigen der auf jeden Fall aufzeigt, das die Regie-Ikone ihr Können noch längst nicht verlernt hat. Mir persönlich hat der Film sehr gut gefallen und obwohl ich der Lösung des mysteriösen Treibens sehr nahe kam, hat mich die endgültige Lösung am Ende der Geschichte doch noch überraschen können.


Fazit:


"The Ward" ist sicherlich nicht in der Top 5 von Carpenter's Filmografie einzuordnen, bietet aber ganzzeitig sehr interessante-und spannende Genre-Kost, die vor allem für Fans absolutes Pflichtprogramm sein dürfte. Man wird bestens unterhalten und wird mit herrlich subtilem Horror konfrontiert, der sich anfangs kaum merklich, dafür mit der Zeit aber immer intensiver unter die eigene haut frisst und dabei eine gepflegte Gänsehaut entstehen lässt. Ich kann den Film jedenfalls nur wärmstens empfehlen, auch wenn die Wendung am Ende nicht unbedingt neu erscheint.


7,5/10

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