Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Live Evil (2009)
BeitragVerfasst: 23. Dez 2013, 18:40 
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Live Evil
(Live Evil)
mit Tim Thomerson, Mark Hengst, Asa Wallander, Ken Foree, Lee Perkins, David Ament, Kevin Bangos, Fidencio Barrios, Jeff Burr, Sean Cain, Richard G. Calderon, Al Cortez, Eva Derrek, Dan Glenn, Clint James, Tammy Klein
Regie: Jay Woelfel
Drehbuch: Jay Woelfel
Kamera: Kelly Richard / Scott Spears
Musik: Austin Wintory
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Der Priester ist ein Vampirjäger. Er ist gewillt, ein Leben in Sünde zu verbringen, um das Böse zurück in die Hölle zu schicken. Nun jagt er eine Vampir-Clique, die sich auf der Suche nach reinem Blut auf nach Los Angeles macht. Denn Vampire können nur reines, nicht von Krankheiten oder Umwelteinflüssen kontaminiertes Blut verzehren. Doch solch reines Blut zu finden, wird in der selbstzerstörerischen Gesellschaft der Menschen immer schwerer. Benedict ist der älteste Vampir der Gruppe, der den Aufstieg und Fall seines Geschlechts miterlebt hat. Er liebt die immer mehr außer Kontrolle geratene Sidney. Yael ist ein früher Stummfilmstar, der noch immer damit hadert, dass der Ton seine Karriere vernichtete. Sie alle wollen zu Max, einem Blut-Dealer, der noch reine Ware besitzt. Doch der Priester ist ihnen auf den Fersen. Und er will Blut fließen sehen ...


Das mittlerweile schon seit mehreren Jahren der Vampirfilm ein vollkommen neues Gewand bekommen hat und immer mehr von der klassischen Vampir-Thematik entfernt hat, ist beileibe keine wirkliche Überraschung und so erscheinen immer mehr Werke, die teilweise immer mehr Neuerungen beinhalten. Um solch einen Film handelt es sich auch bei "Live Evil", der zwar sicherlich kein filmisches Meisterwerk offenbart, aber eine sehr kurzweilige und teils bizarre Geschichte, die sich selbst nicht ganz so ernst nimmt, was in etlichen Passagen des Films sehr gut zur Geltung kommt. Es ist eine ganz besondere Kombination aus deftigen Sprüchen, skurriler Situationkomik und äusserst blutigen und harten Passagen, die dieses Werk von Regisseur Jay Woelfel so extrem unterhaltsam erscheinen lässt und so auch darüber hinwegsehen lässt, das insbesondere in der ersten Filmhälfte die Zusammenhänge des Ganzen nicht eindeutig zu erkennen sind. Gerade die Motive des Priesters, der anscheinend richtiggehend besessen davon ist, die vierköpfige Vampir-Clique zu töten, offenbaren sich erst zum Ende hin, so das man vorher den Bezug der ganzen Ereignisse nur schwerlich erahnen kann.

Doch auch, wenn sich die ganzen Zusammenhänge erst am Ende zusammenfügen, ändert das rein gar nichts am hohen Unterhaltungswert, den dieser Film beinhaltet und der die gesamte Laufzeit über vorherrscht. Schon die einzelnen Charaktere sorgen hier für eine Menge Spaß, so wird man beispielsweise mit einem Vampir konfrontiert, der perfektes Schweizer-Deutsch spricht, was einerseits wirklich gewöhnungsbedürftig erscheint, aber andererseits ein untrügliches Zeichen für den erstklassigen Humor ist, denn man dem Geschehen beigefügt hat. Doch auch der Priester stellt eine sehr markante Erscheinung dar und legt ein Verhalten an den Tag, das man nicht unbedingt von einem Mann Gottes erwartet. Lediglich seine Kleidung lässt den Kirchenmann in ihm erkennen, jedoch zeigt sein Verhalten vielmehr die Züge eines knallharten Desperados auf, denn er säuft, flucht und schmeißt mit markigen Sprüchen um sich, das einem teilweise Hören und Sehen vergeht.

Ganz nebenbei scheut er sich auf seiner Jagd nach der Vampir-Clique, bei der er von einer schwarzfarbigen Schönheit begleitet wird, auch nicht davor zurück, etliche andere Blutsauger zu töten, was phasenweise äusserst hart und blutig in Szene gesetzt wird. Und so ist man fast zwangsläufig beim Härtegrad des Filmes angelangt, der sich wirklich sehen lassen kann und vor allem die Splatter-und Gore Freunde begeistern dürfte. Nun sind zwar die vorhandenen SFX nicht unbedingt auf dem höchsten Qualitäts-Standard angesiedelt, doch für eine Produktion, die gerade einmal ein Budget von geschätzten 400.000 $ hatte, kann man sich wirklich nicht beschweren, denn hat man doch schon in weitaus höher budgetierten Werken weitaus schlechtere Effekte zu Gesicht bekommen. Wer also nicht mit den allerhöchsten Ansprüchen an "Live Evil" herangeht, der dürfte im Endeffekt keinen Grund zur Beanstandung haben und müsste sich an diesem herrlich bizarren Horrorfilm erfreuen können.

Eine solide Rahmenhandlung, deren Zusammenhänge sich allerdings erst zum Ende hin zu erkennen geben, jede Menge schräge Situationskomik, derbe Sprüche, skurrile Charaktere und eine äusserst derbe und blutige Inszenierung garantieren hier für eine bunte Mixtur, die sich selbst nicht zu ernst nimmt und so sollte man auch als Betrachter die Geschehnisse mit einem Augenzwinkern betrachten. Wenn man dazu in der Lage ist und über kleine Schwächen hinwegsehen kann, wird man mit einem Vampirfilm belohnt, der so vollkommen anders gestrickt ist als die Klassiker des Genres, aber durch einen extrem hohen Unterhaltungs-Faktor zu überzeugen weiss. Fehlende inhaltliche Substanz wird mit viel Charme und Humor ausgeglichen und ein stellenweise derber Härtegrad wird selbst Gorehounds in verzückung geraten lassen, so das man insgesamt von einem äusserst gelungenen Genre-Beitrag sprechen kann, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte, da man ansonsten wirklich etwas verpasst hat.


Fazit:


Jay Woelfel hat mit "Live Evil" nicht unbedingt einen hochklassigen, aber jederzeit bestens unterhaltenden Vampirfilm abgeliefert und aus einem geringen Budget das Maximale herausgeholt, um dem Zuschauer ein spaßiges und sehr hartes Film-Vergnügen zu bescheren. Ein Film, der über keinerlei inhaltliche Tiefe verfügt, sondern lediglich dafür ausgelegt ist, den Horror-Fan kurzweilig und humorvoll zu unterhalten. Und das schafft dieser Film absolut perfekt, der zudem noch über ein hohes Maß an Härte verfügt, so das der Gesamteindruck trotz kleinerer, aber verzeihbarer Schwächen als überdurchschnittlich gut zu bezeichnen ist. Für Freunde des neuen Vampirfilms kann man jedenfalls bedenkenlos eine absolute Empfehlung aussprechen.


7/10

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