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 Betreff des Beitrags: Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre (2003)
BeitragVerfasst: 3. Jun 2013, 19:08 
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Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre
(The Texas Chainsaw Massacre)
mit Jessica Biel, Jonathan Tucker, Eric Balfour, Erica Leerhsen, Mike Vogel, R. Lee Ermey, David Dorfman, Lauren German, Heather Kafka, Terrence Evans, Andrew Bryniarski, Marietta Marich
Regie: Marcus Nispel
Drehbuch: Kim Henkel / Tobe Hooper
Kamera: Daniel Pearl
Musik: Steve Jablonsky
keine Jugendfreigabe
USA / 2003

Sommer 1973: Eine Gruppe junger Leute ist im Van über die staubigen Straßen von Texas unterwegs. Plötzlich erscheint wie aus dem Nichts eine Frau auf der Landstraße und wird fast von dem Bus erfasst. Sie redet unverständlich und von Todesangst gezeichnet vor sich hin. Widerwillig lässt sie sich von der Gruppe mitnehmen, doch als die Fahrt sie scheinbar an den Ort des Grauens zurückbringt, dreht sie völlig durch.Der Schrecken hat ein Gesicht - Leatherface Auf der Suche nach Hilfe stößt die Clique in einer abgelegenen Gegend auf deren bizarre Bewohner. Die Tankstellenwirtin, der Polizist und der alte Mann im Rollstuhl scheinen etwas Schreckliches zu verbergen...


Sich an eine Neuauflage eines echten Genre-Klassikers wie "Texas Chainsaw Massacre" heranzuwagen, kann man durchaus als mutig bezeichnen, hat das Werk von Tobe Hooper doch in Fan-Kreisen absoluten Kult-Status. Umso überraschender gestaltet sich dann das Ergebnis, das einem hier Marcus Nispel präsentiert. Zwar servierte der gute Mann Jahre später mit der "Freitag der 13." Neuauflage ein eher schwaches Remake eines Klassikers, so hat er hier doch meiner Meinung nach eine der besten Neuinterpretationen eines Horrorfilms serviert, die überhaupt in den letzten Jahren erschienen ist. Nun ist es ja immer eine Frage, ob man sich möglichst an der Original-Geschichte orientiert, oder eventuell die Abläufe vollkommen abändert, um etwas wirklich innovatives zu bieten. Nispel lehnt seine Geschichte sehr nahe an der des Originals an und das soll sich in diesem Fall auch als äußerst positiv erweisen. Natürlich wurde das Szenario dennoch einigermaßen zeitgemäß aufgemotzt, was sich aber hauptsächlich auf die visuelle Härte der Ereignisse bezieht. Denn im Gegensatz zu Hooper's Film der im Grunde genommen vollkommen unblutig ist, bekommt der Zuschauer hier schon ein wenig mehr geboten, wobei sich aber immer noch alles in einem normalen Rahmen ansiedelt und so die Ereignisse auch nicht verfälscht.

Am wichtigsten dürfte jedoch der Aspekt ins Auge fallen, das man eine absolut gelungene Grundstimmung erzeugen konnte, die zwar trotz aller Bemühungen nicht an die kranke Atmosphäre des 1974er Werkes heranreichen kann, aber dennoch äußerst dicht-und siffig erscheint. Auch wenn Nispel sich zwar unglaublich eng an den Klassiker anlehnt, schafft es die Neuauflage fast spielend, dem Zuschauer ein neues Gefühl für diesen Meilenstein des Terrorfilms zu verleihen, denn das Ambiente der Neuauflage ist extrem stimmig geworden und liefert ein erstklassiges Gesamtbild ab. Obwohl man die Abläufe der Ereignisse im Prinzip ganz genau kennt, verfällt man fast schon zwangsläufig der Faszination dieses Werkes, das intensiv und stimmig eine Geschichte erzählt, in der einige Jugendlich den Horror ihres Lebens erleben und in der Mehrzahl mit ihrem Leben dafür bezahlen müssen. Von Beginn an entwickelt sich dabei ein dramaturgisch erstklassig aufgebautes Szenario, das einen trotz der Kenntnis der Abläufe in seinen Bann zieht. Etliche Gänsehaut-Momente und ein angemessener Härtegrad unterstützen dabei die Brutalitäten, die die Gruppe von Freunden hier durchleben muss.

Auch bei der Auswahl der Schauspieler hat man eine sehr gute Wahl getroffen, wobei insbesondere Jessica Biehl in der Hauptrolle eine absolut überzeugende Probe ihres Könnens abliefert. Untermalt wird das Ganze zusätzlich durch einen durchaus passenden Score, die immer bedrohlicher anschwellende Hintergrundmusik ist nämlich definitiv mit dafür verantwortlich , das der Film erst seine ganze Intensität freisetzen kann. Und so kommt es dann auch zwangsläufig dazu, das man sich als Zuschauer gut in die Lage der Protagonisten hineinversetzen kann und sich auf keinen Fall in deren aussichtsloser Lage befinden möchte. Und so fiebert man auch ganzzeitig mit den Beteiligten mit, denn die Familie in deren Fängen sie sich befinden, ist an Grausamkeit kaum zu überbieten. Krankhafte-und psychopatische Züge sind deutlich zu erkennen, wobei die kranke Original-Familie aus Hooper's Film mir doch noch ein wenig durchgeknallter erschien. Wie dem aber auch sei, jeder hat an dieser Stelle natürlich seinen eigenen Geschmack, doch in der Summe gesehen kann man hier von einem erstklassigen Remake sprechen, das den Namen "Texas Chainsaw Massacre" auch würdig vertritt.

Marcus Nispel hat hier wirklich eine ganze Menge richtig gemacht, was man ihm Jahre später bei seiner Version von "Freitag der 13." nicht so ganz attestieren kann. Hier aber wurde eine größtenteils original getreue Neuauflage in Szene gesetzt, die trotz des heute üblichen Hochglanz-Looks eine erstklassige Stimmung beinhaltet, die durchgehend wunderbar dreckig erscheint, so wie es sich für das "Texas Chainsaw Massacre" gehört. Manchmal ist es dann halt doch gut, wenn man kaum Veränderungen an einem Klassiker vornimmt, um dadurch das Grundgerüst zu erhalten und lediglich einige kleinere Abläufe dezent abändert, damit es sich nicht um eine reine 1:1 Kopie handelt, obwohl dies in vorliegendem Fall eigentlich zutrifft. Wenn aber schon die gleiche Story neu erzählt wird, dann sollte es so wie hier geschehen, denn dann kann man von einem kurzweiligen und bestens unterhaltenden Remake sprechen, das sich kein wahrer Fan der Reihe entgehen lassen sollte. Es lohnt sich allemal einen Blick zu riskieren, denn Spannung, Atmosphäre und gesunde Härte ergeben ein absolut überzeugendes Endprodukt, das man kaum besser hätte in Szene setzen können.


Fazit:


Mit den Remakes der heutigen Zeit ist es immer so eine Sache, manche versagen auf der ganzen Linie, dann gibt es einige die man sich durchaus anschauen kann und zu guter Letzt sind es dann die Wenigsten, die man als wirklich gelungen bezeichnen kann. Vorliegender film zählt meiner Meinung nach zur letzten Kategorie, denn hier handelt es sich um eine der besten Neuauflagen überhaupt.


9/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre
BeitragVerfasst: 3. Jun 2013, 19:20 
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trashig-exploitativer Chef
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Irgendwie kann ich persönlich mit dem Remake des Klassikers garnichts anfangen - eventuell weil dieser mMn nicht die intensive und spannungsgeladene Atmosphäre hat.
Das Original war einfach eine staubig-trockene Tour de Force die das Horror-Genre nachhaltig extrem beeinflußt hat.

Was die neue Horror-Fan Generation wohl von diesem Remake 25 Jahre nach seiner Entstehungszeit noch im Kopf behalten hat, ist das Jessica Biel dicke Huppen hat und diese im Unterhemd/Tanktop spazieren trägt :lol22:

Geschmäcker sind verschieden, aber ich denke DIESES Remake hier ist überflüssig gewesen!

Und jetzt dürfen alle die anderer Meinung sind mich :knueppel: :lol22:

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 Betreff des Beitrags: Re: Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre
BeitragVerfasst: 3. Jun 2013, 19:26 
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Warum denn, ist halt deine persönliche Empfindung und das sollte man respektieren. So ging es mir beispielsweise bei der Neuauflage von "Das Omen", ich fand die vollkommen überflüssig und daneben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre
BeitragVerfasst: 3. Jun 2013, 19:31 
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trashig-exploitativer Chef
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Master of Horror hat geschrieben:
Warum denn, ist halt deine persönliche Empfindung und das sollte man respektieren. So ging es mir beispielsweise bei der Neuauflage von "Das Omen", ich fand die vollkommen überflüssig und daneben.


Ja, ich weiß ja das du die Meinung anderer respektierst und ich tue dies ja auch.

Ein gutes Beispiel ist z.B. "DONT GO IN THE WOODS ALONE" - ein Film ist den du nicht (sonderlich) magst und ich finde das ist ein kultiger Slasher.
Ich meinte mit dem :knueppel: auch eher Leute, die keine andere Meinung als ihre gelten lassen - davon haben wir hier im Forum aber ja zum Glück niemanden!

Das OMEN Remake habe ich nicht gesehen, aber denke auch nicht das ich mir das je anschauen werde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre (2003)
BeitragVerfasst: 11. Aug 2013, 12:10 
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Genialer film :) Leider befindet der sich nicht in meinem besitz, würd ihn gern mal wieder sehen :) :mumie:

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