Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
Aktuelle Zeit: 7. Dez 2016, 15:22

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde





Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 
AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 305

AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Nightmare on Elm Street (2010)
BeitragVerfasst: 17. Dez 2012, 01:36 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 12.2012
Beiträge: 147
Geschlecht: männlich
Bild

O-Titel: A Nightmare on Elm Street
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2010
FSK:16

Inhalt:

Freddy Krueger (Jackie Earle Haley) hat eine besonders perfide Methode, seine Opfer zu töten - er sucht sie in ihren Träumen heim. Nach und nach ermordet er die Jugend von Springwood. Als erstes trifft es Dean (Kellan Lutz), der sich vor den Augen seiner Freundin Kris (Katie Cassidy) die Kehle aufschlitzt. Kris und ein paar andere Jugendliche nehmen den Vorfall sehr ernst, da sie seit einiger Zeit Albträume haben. Doch gerade als Kris, ihr Ex-Freund Jesse (Thomas Dekker), Nancy (Rooney Mara) und Quentin Smith (Kyle Gallner) erkennen, dass sie im Schlaf alle von demselben narbengesichtigen Mann verfolgt werden, tötet er wieder. Bloß nicht einschlafen, lautet fortan die Devise...

Quelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/10122 ... treet.html

Kritik:

"A Nightmare on Elm Street" oder "Freddy's Dead Part 2"

Leichte Spoiler!

Wer kennt ihn nicht, den vieleicht fiesesten und beliebtesten Filmmörder aller Zeiten? Beliebt, weil er in der Originalreihe von Fortsetzung zu Fortsetzung immer mehr zu einer Popfigur verkam, welche sprücheklopfend Teenies meuchelte. Michael Bay's Produktionsfirma Platinum Dunes setzte sich nun die Maxime, genau diesen Aspekt für ihr Remake auszumerzen, Freddys Image wieder in eine ernste Richtung zu lenken und eine würdige Neuinterpretation abzuliefern. Über letzteres lässt sich streiten. Es scheint offensichtlicher, dass man einen finanziellen Erfolg produzieren wollte, statt ein Remake mit Herzblut zu drehen. Und tatsächlich ist das Endprodukt ein respektloses Rebootgedöhns geworden, was jedem Fan ins Gesicht spuckt.

Für ein solches Debakel sind die folgenden Faktoren verantwortlich: Das Casting, das Script und die Inszenierung.
Zunächst ging ein Raunen durch die Fangemeinde, ein neuer Schauspieler für Freddy Krueger wäre ein Hohn und unvertretbar - da waren sich alle einig. Tatsächlich aber ist Jackie Earle Haley, welcher in Watchmen eine hervorragende Performance ablieferte, hier keine Schuld anzulasten. Er sieht sich umgeben von lustlos-agierenden Pseudoschauspielern, einem völlig verhunztem Drehbuch und eben der lächerlichen Präsentation des Ganzen. Vorgenommen hatte man sich, Krueger bösartiger denn je zu machen, damit ist man aber weit über das Ziel hinaus geschossen, da man hier plumpe "Buhmomente" mit echter Spannung verwechselt. Nach gut 30 Minuten begreift der Zuschauer, dass er nicht lange zu warten braucht, bis Krueger wieder samt donnernder Musikuntermalung ins Bild springt. Das er die fix ausgemachten Survivor dabei ständig davonkommen lässt, damit diese natürlich abschließend gegen ihn antreten dürfen, springt dem Zuschauer mindestens genau so nervig-schnell ins Auge. Somit macht man aus einem ehemals charismatischen, aber weniger seriösem Filmkiller einen belanglosen Spezialeffekt, welcher schon im Ansatz der zukünftigen Reihe den tödlichen Dolchstoß versetzt. Schauspielern darf Haley also eher weniger.

Die lachhaften Dialoge tun ihren Rest, kopieren sogar teilweise Sprüche aus genau den Filmen der Originalreihe, welche Freddy als Sprücheklopfer präsentierten. Genau das sollte nicht passieren. "Feuchte Träume" kennen wir z. B. schon aus Nightmare 4... Wobei wir schon zum nächsten Problem kommen, dem respektlosen Plagiieren einiger Schlüsselszenen des Originals. Wo der Sinn in einem Horrorremake/Reboot/Whatever steckt, wenn man Szenen der Vorlage 1:1 übernimmt, ohne ihnen einen neuen Anstrich oder gar eine überraschende Wendung zu verpassen, will sich mir nie erschließen. Der Kenner wird also 90 völlig unüberraschende Minuten serviert bekommen, welche den blutigen Geschmack des Versagens mit sich tragen.
Atmosphäre hätte man schaffen können, wenn man dank heutiger CGI-Effekte spektakulär-unwirtliche Albtraumwelten kreiert hätte, doch auch dieses großspurige Versprechen wurde nicht eingelöst - stattdessen stampfen die Akteure durch graue Fabrikhallen, Kellergemäuer und auf "scary" getrimmte Klassenzimmer. Unspektakulär ist hier noch das netteste, was man sagen kann.
Beim Script hat man versucht, die Geschichte Freddys wenigstens neu zu erzählen, dies aber schon dermaßen ausgebreitet, dass es in zukünftigen Sequels noch kaum etwas zu erzählen geben wird. Auf interessante Hintergründe, die z.B. den Krallenhandschuh oder Freddy's Wiedergeburt zu einem Traumdämon beleuchten, wartet man vergebens. Wenigstens geht das Makeup in Ordnung und wirkt deutlich besser, als alle es befürchtet haben. Es macht durchaus den Eindruck, man hätte es mit einem echten Brandopfer zu tun. Wenigstens dort hat man sein Ziel nicht verfehlt.

Platinum Dunes hatten mit "Texas Chainsaw Massacre" ein brauchbarers Remake gezaubert, Freddy sollte dies nicht bekommen. Schlechte Träume bekommt hier nur der Fan der Ur-Reihe, wenn er nämlich von eventuellen Fortsetzungen träumt. Belanglose Dialoge, ein uninspiriertes Drehbuch und viele vertane Chancen und Ziele lassen das Remake mit Vollgas gegen die Wand fahren. Ein brauchbarer Hauptdarsteller, welcher es bitter nötig gehabt hätte, dass eine subtile und spannende Inszenierung ihn unterstützt, kann sich nicht gegen eine Übermacht von sterilen Bildern, steifen Nebendarstellern und dutzenden, ausgelutschten Jumpscare-Momenten behaupten. Haley hat darum auch nie die Möglichkeit, die Fans zu überzeugen oder umzustimmen. Freddy's Wiedergeburt ist somit gleichzeitig Abtreibung und ein zu-Grabe-tragen all' der faszinierenden Aspekte, welche das Original zu einem heute noch verehrtem Klassiker machte. Fail.

3,5/10

Mr. Blonde für OFDb.de
http://www.ofdb.de/review/191899,414858 ... Elm-Street

_________________
Bild


There are two kinds of people in the world, my friend: Those with a rope around the neck, and the people who have the job of doing the cutting.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Nightmare on Elm Street (2010)
BeitragVerfasst: 17. Dez 2012, 12:14 
Offline
Archivmeister
Benutzeravatar

Registriert: 12.2012
Beiträge: 1716
Geschlecht: männlich
Dieser Film kommt bei mir nicht wirklich gut an. Habe erst die komplette Box gesehen und anschließend dieses Remake und bin restlos enttäuscht.

Die Handlung ist in einigen Abschnitten verändert worden, was noch in Ordnung gewesen wäre, aber Freddy wird total abgewertet, und er ist ja schließlich der Charakter, der die ganze Reihe ausmacht bzw. geprägt hat. Nicht nur die Dialoge sondern die Art und Weise der Darstellung hat mir nicht gefallen (u. a. die Optik, die eventuell realistischer ist, aber gänzlich anders als das Original, und die Synchronisation, die teilweise einfach gelangweilt rüber kommt). Ganz gruselig waren die Messer an den Fingern: Seit wann machen denn bitte Messer auf Metall ein Geräusch von angezündeten Wunderkerzen? Das Quitschen fehlt glaube ich sogar gänzlich, und auch damit ist ein Markenzeichen der Freddy-Filme weg.

Es gibt sehr gute Remakes, was natürlich immer Geschmackssache ist, aber dieses hier gehört bestimmt nicht dazu. Deshalb gibt's von mir auch nur 02/10, einen Zusatzpunkt für den Versuch, die Story ein wenig auszuschmücken mit dem, was im Original zwar erzählt aber nicht dargestellt worden war.

_________________
Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Nightmare on Elm Street (2010)
BeitragVerfasst: 17. Dez 2012, 13:05 
Offline
Forum Admin
Benutzeravatar

Registriert: 12.2012
Beiträge: 2733
Geschlecht: männlich
Dann falle ich mal vollkommen aus der Reihe:

Nach Michael Myers und Jason Voorhees hat nun auch die dritte Horror-Ikone vergangener Tage ihre Neuauflage erhalten, denn mit Freddy Krueger kehrt eine absolute Kultfigur auf die Leinwand zurück. Haben schon die Neuverfilmungen von "Halloween" und "Freitag der 13." die unterschiedlichsten Meinungen hervorgerufen, so spaltet sich auch hier die Fan-Gemeinde in die unterschiedlichsten Lager. Aufgrund einiger extrem schlechter Kritiken über die Auferstehung von Freedy bin ich mit äusserst gemischten Gefühlen an das Werk von Regisseur Samuel Bayer herangegangen und musste umso überraschter feststellen, das mich der Film vollkommen überzeugt hat. Liegt hier doch in meinen Augen die mit Abstand beste Neuverfilmung der drei größten Horror-Reihen vor, in der eine gelungene Kombination aus einer zeitgemäßen Neuinterpretation mit dem unvergleichbaren Charme des genialen Originals gefunden wurde. Eine 1:1 Kopie wäre sicherlich der falsche Weg gewesen, jedoch hat Bayer zum größten Teil an der Originalgeschichte festgehalten, diese aber mit einigen interessanten Abänderungen und Neuerungen versehen, so das man keinesfalls von einem Plagiat sprechen kann. Das bezieht sich vor allem auf die Rückblenden in Freddy's Vergangenheit, die recht ausführlich in die Geschichte eingebaut wurden, aber auch auf viele andere Handlungsabläufe, die hier doch entschieden anders als im Werk von 1984 dargestellt werden. So stehen auch die betroffenen Teenager in abgeänderter Verbindung zueinander, was man als durchaus gelungene Änderung ansehen kann.

Im Prinzip gibt es an diesem Film eigentlich recht wenig zu beanstanden, ist doch ein äusserst guter Spannungsaufbau zu verzeichnen, der sich wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte zieht und den Zuschauer auch jederzeit bei Atem hält, zudem ist auch iene äusserst temporeiche Erzählweise zu erkennen, die keinerlei Platz für langatmige oder gar zähflüssige Passagen lässt, was einen ganzzeitig sehr hohen Unterhaltungswert garantiert. Auch die düstere und sehr bedrohliche Grundstimmung kann sich absolut sehen lassen, auch wenn in dieser Beziehung bestimmt nicht ganz das hohe Niveau des Originals erreicht werden kann, doch ehrlich gesagt konnte man das auch nicht unbedingt erwarten. Dafür sind allerdings für einen Film mit einer 16er Freigabe einige recht harte und blutige Sequenzen zu sehen, die dem geschehen einen ordentlichen Härtegrad verleihen, den ich als absolut angemessen bezeichnen würde. Hier muss man den Machern des Films ein Kompliment aussprechen, sind sie doch nicht in blinden Aktionismus verfallen um die Geschichte künstlich aufzupushen und mit übermäßig viel Härte anzureichern, nur um eventuell beim jüngeren Publikum mehr Pluspunkte zu sammeln.

Der einzige wirkliche Kritikpunkt den ich erkennen konnte, liegt in der Figur des Freddy Krueger begründet, denn kaum eine andere Kultfigur des Genres ist so dermaßen mit ihrem Darsteller in Verbindung zu bringen. Robert Englund hat diese Rolle nicht nur gespielt, er hat sie förmlich gelebt und ihr eine Seele eingehauht. Deswegen hatte der gute Jackie Earle Haley (Watchmen - Die Wächter) es auch von Anfang an extrem schwer, in diese großen Fußstapfen zu treten, die Englund überlassen hat. Haley ist zwar sehr bemüht, die Figur möglichst authentisch und überzeugend zu interpretieren, jedoch erreicht er zu keiner Zeit die Ausstrahlung und das Charisma eines Robert Englund's, der ganz einfach untrennbar mit diesem Charakter verbunden ist. Zudem ist es für Fans der Original-Reihe äusserst gewöhnungsbedürftig, sich mit der Gesichtsmaske des neuen Freddy anzufreunden, denn die optischen Unterschiede fallen doch recht deutlich in das Auge des Betrachters, so das man doch größere Schwierigkeiten hat, sich mit dem neuen Gesicht so wirklich anzufreunden. Dennoch ist gerade das Schauspiel von haley gar nicht einmal so schlecht, kann allerdings keinesfalls an die Leistungen des Original-Freddy's heranreichen. Es fehlt vor allem an dem herrlichen Sarkasmus und den bitter-bösen Sprüchen, die man aus den alten Filmen kennt, ausserdem hat Haley auch im Bereich der Mimik einige eklatante Defizite aufzuweisen, lässt er doch lediglich ein-und denselben Gesichtsausdruck erkennen, der herzlich wenig von der vielseitigen Mimik des alten Freddy's erkennen lässt. Auch wenn es sich hier um lediglich einen einzigen Kritikpunkt handelt den ich persönlich empfunden habe, ist es selbstverständlich ein äusserst wichtiger Punkt, denn hat die Nighmare-Reihe doch in erster Linie von ihrer prägenden Hauptfigur gelebt, die ihr den ganz besonderen Stempel aufgedrückt hat.

Trotz dieses nicht gerade unwichtigen Mankos komme ich zu einem äusserst positiven Gesamteindruck, den dieser Film bei mir hinterlassen hat. Die teilweise vorgenommenen Abänderungen innerhalb der Story sind sehr positiv zu bewerten, bringen sie doch einigen neuen Pfiff in die Ereignisse, die teilweise auch recht hart in Szene gesetzt wurden. Hierfür sei stellvertretend nur die Schlußszene angeführt, die ein absoluter Höhepunkt eines Filmes ist, der auch mit den gezielt eingesetzten Schockmomenten überzeugen kann. Und so wird man dann auch letztendlich gerade durch die gelungene Schluß-Pointe mit einem äusserst befriedigendem Gefühl entlassen, das die Vorfreude auf einen weiteren Teil in die Höhe schnellen lässt. Man kann sich wohl auch ziemlich sicher darüber sein, das diese Neuverfilmung nicht das Ende, sondern vielmehr der Anfang einer neuen Reihe sein wird, denn alles andere würde schon als eine sehr starke Überraschung gelten.


Fazit:


Wes Craven's Original ist und bleibt ganz sicher unangetastet, jedoch hat Samuel Bayer eine wirklich gelungene Neuinterpretation kreiert, deren einzige Schwachstelle aber ausgerechnet die Hauptfigur darstellt. Auch wenn viele Leute das sicherlich ganz anders sehen, konnte ich keinerlei andere Defizite erkennen, da auch die restlichen Schauspieler durch äusserst solides Schauspiel zu gefallen wussten. Und so wird man im Endeffekt mit einem tollen Horrorfilm konfrontiert, in dem ein gelungener Spannungsbogen und eine herrlich düstere Grundstimmung für ein jederzeit gelungenes Filmvergnügen sorgen, das zudem auch noch mit guten Schockmomenten und einem angemessenen Härtegrad angereichert wurde. Als Nightmare-Fan kommt man an dieser Neuauflage auf keinen Fall vorbei, verspürt allerdings dennoch ein wenig Wehmut, da der neue Freddy Krueger noch nicht so recht zu überzeugen weiß.


8/10

_________________
Bild

Bild Big Brother is watching you


Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker