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 Betreff des Beitrags: Salvage - Die Epidemie (2009)
BeitragVerfasst: 22. Jul 2013, 09:47 
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Salvage - Die Epidemie
(Salvage)
mit Shahid Ahmed, Dean Andrews, Sufian Ashraf, Ben Batt, Linzey Cocker, Shaun Dooley, Trevor Hancock, Kevin Harvey, Paul Howell, Neve McIntosh, Ray Nicholas, Paul Opacic, Alan Pattison, Martin Pemberton
Regie: Lawrence Gough
Drehbuch: Lawrence Gough / Colin O'Donnell / Alan Pattison
Kamera: Simon Tindall
Musik: Stephen Hilton
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / 2009

Es ist Weihnachten. Die Bewohner einer kleinen, ruhigen Straße in einer kleinen ruhigen britischen Stadt, freuen sich auf das Fest im Kreise ihrer Familien, als sie sich plötzlich in einer Welt aus Gewalt, Terror und Paranoia wiederfinden. Eine Gruppe schwer bewaffneter Soldaten stürmt die Straße und bedroht die Menschen mit vorgehaltenen Waffen in deren eigenen Häusern. Sind es wirklich Soldaten oder Terroristen - oder noch schlimmer, durch und durch von Paranoia getriebene Killer? Mit wachsender Furcht wird den Bewohnern klar, dass die Bedrohung weit größer ist als sie es je erahnen konnten. Der Kampf ums nackte Überleben hat begonnen.


Nicht selten kommt es vor, das sich gerade hinter eher unscheinbar wirkenden Produktionen die größten Überraschungen verbergen und auch bei dieser britischen Produktion tritt genau dieser Fall ein. Das Regie-Debüt von Regisseur Lawrence Gough präsentiert sich nämlich als gelungene Mischung aus Horrorfilm-und Thriller, der durch ihre äußerst gelungene Inszenierung zudem noch eine herrliche Endzeit-Stimmung beiwohnt. Dabei beginnt das Szenario viel eher wie ein kleines Familien-Drama, denn in den ersten Minuten bekommt man einen knappen Einblick in das angespannte Verhältnis von einer Mutter zu ihrer pubertierenden Tochter, was jedoch lediglich ein kleineres Intermezzo darstellt. Schon kurz darauf schlägt das Geschehen eine vollkommen andere Richtung ein und überrascht den Zuschauer dabei mit einer extrem dichten-und bedrohlichen Grundstimmung, die sich konsequent durch die gesamte Geschichte zieht. Lawrence Gough versteht es hier erstklassig, mit den Ur-Ängsten des Betrachters zu spielen, sieht man sich doch auf einmal einer Gefahr gegenüber, die zunächst überhaupt nicht greifbar ist. Gerade aus diesem Aspekt heraus bezieht "Salvage" dann auch seine Stärke, befindet man sich doch auf dem gleichen Wissensstand wie die Protagonisten und kann lediglich erahnen, was es mit der bedrohlichen Situation auf sich hat.

Insbesondere das authentische Schauspiel der Darsteller trägt hier dazu bei, das man sich äußerst gut in die vorgegebene Situation hineinversetzen kann, fast durchgehend kann man dabei einen leichten Schweißfilm auf der eigenen Haut verspüren, da die aufgebaute Spannung in diversen Passagen kaum auszuhalten ist. Fast im Minuten-Takt wird die Spannungsschraube dabei immer fester gezogen, wobei es zwischendurch immer wieder zu kleineren Entladungen kommt. Es ist schon ein wirklich erstklassiges Seh-Vergnügen, das sich einem hier präsentiert, denn mit minimalem Aufwand wurde hier eine maximale Wirkung erzielt. Keinerlei großartige Effekte oder eine bombastische Ausstattung fallen hier ins Auge, es ist vielmehr die absolut glaubwürdige Normalität, die diesen atmosphärischen Film ganz besonders auszeichnet. Hinzu kommt der Aspekt, das man über die wahren Hintergründe der Geschehnisse gut eine Stunde lang eher im Dunkeln gelassen wird, zwar kann man durchaus seine eigenen Vermutungen anstellen die auch sicherlich in die richtige Richtung abzielen, doch eine Bestätigung dafür erhält man erst im letzten Drittel der Geschichte.

Doch auch nachdem man erfährt womit man es zu tun hat, mindert dies keinesfalls die Spannungskurve der Ereignisse, denn nun steht der pure Überlebenskampf der Akteure noch mehr im Mittelpunkt und endet zuletzt in einem schon als tragisch zu bezeichnendem Showdown, der einen doch recht bitteren Beigeschmack hinterlässt. Durch die Tatsache, das sich das Geschehen räumlich gesehen auf einem sehr überschaubaren Schauplatz abspielt und auch nur verhältnismäßig wenige Schauspieler am Werk sind, erscheint die ganze Geschichte streckenweise schon fast wie ein Kammerspiel. Das sorgt dafür, das die Geschehnisse teilweise noch wuchtiger und intensiver erscheinen, gleichzeitig entfaltet sich ein äußerst starkes Gefühl der Beklemmung, erscheint die Lage doch so gut wie aussichtslos und die Aussicht auf Besserung ist doch ziemlich gering. Genau aus diesem Punkt bezieht "Salvage" dann auch seine ganz eigene Dynamik und trifft den Zuschauer phasenweise mir der Wucht eines Keulenschlags.

Insgesamt gesehen kann man hier von einem absolut gelungenem Regie-Erstling sprechen, der einen von der ersten bis zur letzten Minute bei Atem hält und dabei keinerlei Einbrüche zu verzeichnen hat. Authentische Darsteller, eine extrem bedrohliche Grundstimmung und Spannung ohne Ende machen das Werk dabei zu einem echten geheim-Tipp, den man sich keinesfalls durch die Lappen gehen lassen sollte.


Fazit:


"Salvage" ist eine eher unscheinbare britische Produktion, die inhaltlich in allen Belangen zu überzeugen weiß. Ein kleiner, aber sehr feiner Horrorfilm, der mit den geringsten Mitteln die maximale Wirkung erzielt und zudem einen nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Mit einer Laufzeit von gerade einmal gut 75 Minuten ist das Ganze dann auch noch kompakt und knackig gestaltet, so das sich keinerlei langatmige Passagen ergeben.


8/10

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