Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Seed (2007)
BeitragVerfasst: 1. Feb 2013, 19:39 
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Seed
(Seed)
mit Michael Pare, Will Sanderson, Ralf Moeller, Jodelle Ferland, Andrew Jackson, Thea Gill, Brad Turner, Phillip Mitchell, Mike Dopud, John Sampson, Tyron Leitso, Michael Eklund, John Hainsworth, Vincent Walker, William "Big Sleeps" Stewart
Regie: Uwe Boll
Drehbuch: Uwe Boll
Kamera: Mathias Neumann
Musik: Jessica de Rooij
SPIO/JK
Kanada /2007

Max Seed, ein zum Tode verurteilter Massenmörder, soll auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet werden. Als nach drei erfolglosen Versuchen bereits das kochende Blut aus seinen Augenhöhlen rinnt, lebt Seed immer noch. Obwohl das Bundesgesetz der USA besagt, dass der Verurteilte in einem solchen Fall begnadigt wird, beschließen der Gefängnisdirektor, der Henker und der anwesende Arzt, den qualmenden und nach Luft ringenden Seed für tot zu erklären. Lebendig begraben, kämpft er sich mit letzter Kraft und dem festen Willen an die Erdoberfläche, bittere Vergeltung zu üben. Von Rache getrieben, nimmt er die Spur des Henkers auf!


So, nun endlich habe auch ich die Uncut-Version von Uwe Bolls Seed gesehen, der ja von vielen als einer der härtesten Filme der letzten Jahre gehandelt wird. Zugegeben, der Film hat einige wirklich derbe Passagen zu bieten, die dem Zuschauer auch unter die Haut gehen, doch wenn man ganz ehrlich ist, dann gab es doch einige Filme in der letzten Zeit, die um Längen härter waren (Inside, High Tension usw.). Am härtesten habe ich persönlich die am Anfang eingefügten Szenen mit den Tieren empfunden, die mir wirklich eine Gänsehaut über den Körper gejagt haben.

Das soll jetzt aber keineswegs bedeuten, das der Härtegrad des Films nicht hoch angesiedelt wäre, nur hatte ich nach allem, was ich über Seed gehört habe, irgendwie eine neue Dimension an Härte erwartet und das bietet der Film definitiv nicht. Allerdings wirken die enthaltenen harten Szenen sehr derb und intensiv, was durch die vorherrschende Atmosphäre noch zusätzlich unterstützt wird. Denn die ist wirklich absolut gelungen, denn von Beginn an geht es hier extrem düster zur Sache, man kann die vorherrschende Bedrohlichkeit förmlich spüren.

Auch der Spannungsbogen ist recht solide geworden, obwohl man die kommenden Ereignisse eigentlich ziemlich leicht vorraussehen kann. Doch die große Schwäche des Films ist hier die Geschichte an sich, die doch ziemlich ausgedünnt daherkommt und nicht gerade viel Substanz beinhaltet. Nun könnte man diese Werk natürlich auch lediglich auf seinen Härtegrad reduzieren, denn in der Beziehung ist es sicherlich ziemlich hoch anzusiedeln, doch wäre hier etwas mehr Hintergrundinformation doch ganz nett gewesen und hätte das Gesamtbild erheblich aufgewertet. Doch leider bekommt der Zuschauer überhaupt keine Infos über Max Seed, ausser das immer wieder einige Zeitungsausschnitte kurz eingeblendet werden. Meiner Meinung nach hätte man hier mit einer etwas längeren Laufzeit und etwas mehr Komplexität in der Geschichte einen weitaus besseren Film produzieren können. So allerdings wirkt die rahmenhandlung vielmehr wie nötiges Beiwerk, um dem Geschehen wenigstens etwas Hintergrund zu verleihen.

Im Bezug auf die Schauspieler gibt es im Prinzip nicht viel zu sagen, die dargebotenen Leistungen sind für einen Film dieser Art durchaus ausreichend, aber auch nicht mehr. Auch in diesem Punkt hätte man sicherlich etwas mehr herausholen können, als im Endeffekt gezeigt wurde.

So kann man letztendlich festhalten, das Uwe Boll hier wirklich seinen bislang härtesten Film auf die Beine gestellt hat, doch Härte allein ist nicht alles. Wenn man das Gesamtbild bewertet, kommt Seed nicht über das Mittelmaß hinaus, im Bezug auf Härte und Brutalität kann er sicher vor allem die Gorehounds befriedigen. Anschauen sollte man diesen Film auf jeden Fall, allein schon, um sich selbst ein Urteil zu bilden.


Fazit:


"Seed" ist wirklich kein schlechter Film und weiss vor allem im Bezug auf die Härte voll zu überzeugen. Die Schwächen liegen eher in der Geschichte an sich, aus der man weitaus mehr hätte machen können. Etwas mehr Hintergrundinformationen hätten dem Film sicherlich nicht geschadet, dennoch muss man das Werk auf jeden Fall zu Uwe Bolls besseren Werken zählen.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Making Of, Kurzfilm, Deleted Scenes, Audiokommentar, uvm.


6,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Seed
BeitragVerfasst: 1. Feb 2013, 19:47 
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Mein verehrter Kollege hat mich jetzt sprichwörtlich in die Eier getreten :lol22: Warte nur Master, heute hab ich leider keine Zeit mehr,
morgen werde ich ausführlich Stellung nehmen! Geht ja gar nicht Uwe zu kritisieren :help:

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 Betreff des Beitrags: Re: Seed
BeitragVerfasst: 1. Feb 2013, 19:55 
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Ich gehöre wirklich nicht zu den Boll-Verächtern und einige seiner Filme sind sogar richtig gut, aber bei Seed merkt man doch ganz eindeutig, das er nicht der brillanteste Regisseur ist. Die Story weist wirklich erhebliche Mängel auf und wirkt an etlichen Stellen zu unausgegoren. Allein auf die Härte bezogen ist der Film top, aber zu einem besseren Gesamteindruck fehlt halt doch Einiges.

P.S: Ich hoffe das ich keinen Stresse mit deiner Frau bekomme, wegen dem Tritt in die Juwelen. :lol22:

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 Betreff des Beitrags: Re: Seed
BeitragVerfasst: 2. Feb 2013, 09:31 
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Uwe Boll dreht (sehr) gute, mittelmässige und auch richtig schlechte Filme - Seed gehört für mich zu den sehr guten! Die dokumentarischen Szenen zu Beginn
illustrieren die Aussage Bolls zu diesem Film "wie kaputt die menschliche Spezies ist", ich für meinen Teil hätte darauf gerne verzichtet, das geht mir persönlich
zu weit und hat in einem Horrorfilm nichts zu suchen. Die angesprochenen härteren Passagen überzeugen durchaus, nicht zuletzt weil hier Herr Ittenbach seine
Finger im Spiel hatte, und sollten für sich und diesen Film stehen. Mit Vergleichen ob jetzt der ein oder andere Film "härter" ist kann ich nichts anfangen, im
vorliegenden Fall kommt ein richtig derber Schocker heraus der in sich stimmig ist.

Eine Grundregel für einen guten Horrorstreifen besagt dass der Täter umso furchteinflössender wirkt je weniger über ihn bekannt bzw. gezeigt wird, und so ist
es bei Seed. Das Böse braucht keine Erklärung, es ist Teil der menschlichen Natur und Teil von Max Seed, und es wirkt umso archaischer und schockierender
weil es unvermittelt und unkommentiert gezeigt wird.

Der Spannungsbogen zieht sich auch aufgrund der expliziten Härte vom Anfang bis zum Ende das einem die Luft nimmt und erschüttert hinterlässt. Ich habe
an der Story nichts auszusetzen und finde Seed rundum gelungen und fesselnd. 9/10

P. S. keine Angst Master, meine Frau teilt meine Wertschätzung für Dich :lol22:

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 Betreff des Beitrags: Re: Seed
BeitragVerfasst: 2. Feb 2013, 12:48 
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Mir gefällt er auch. Besonders die "Stuhlszene" mit den wechselnden Geschwindigkeiten der Bilder finde ich extrem gut gemacht, auch wenn sie ein wenig verwirrend wirkt. Habe aber auch keinen Vergleich zu anderen Boll-Filmen.

Von der Story muss ich zustimmen, dass es nun nicht gerade die überragende Handlung ist, aber ich kenne da Filme, die noch weniger haben. Von daher irgendwo bei 07-08/10.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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