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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Sleepless (2001)
BeitragVerfasst: 30. Dez 2012, 22:36 
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Sleepless
(Non ho sonno)
mit Max von Sydow, Stefano Dionisi, Chiara Caselli, Rossella Falk, Paolo Maria Scalondro, Roberto Zibetti, Gabriele Lavia, Massimo Sarchielli, Barbara Mautino, Elena Marchesini, Conchita Puglisi, Barbara Lerici
Regie: Dario Argento
Drehbuch: Dario Argento / Franco Ferrini
Kamera: Ronnie Taylor
Musik: Goblin / Agostino Marangolo / Massimo Morante / Fabio Pignatelli / Claudio Simonetti
Ungeprüft
Italien / 2001

Siebzehn Jahre nachdem eine Serie grausamer Morde an jungen Frauen aufgeklärt wurde, beginnt das Morden von neuem. Der Täter von einst, der als ‘Killer-Zwerg’ in die Kriminalgeschichte einging, wurde nach seiner Entlarvung tot aufgefunden. Ist es ein Nachahmungstäter? Ist es ein Geist, ein Phantom, das aus dem Grab gestiegen ist, um den absurden kleinen Kinderreim über den Bauern, der alle Tiere tötet, die ihn am Einschlafen hindern, auf grausige Weise zu Ende zu bringen? Der pensionierte Kommissar Moretti (MAX VON SYDOW) begibt sich erneut auf die Suche nach dem perversen Monstrum, das seine Opfer auf schrecklichste Weise hinrichtet.

Ein weiteres Mal taucht Moretti ein in einen Albtraum aus Blut und Tod.



Mit "Sleepless" hat Regie-Altmeister Dario Argento eigentlich das letzte Mal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, das er immer noch dazu in der Lage ist, erstklassige Horror/Thriller zu kreieren. Seine später folgenden Werke konnten bisher leider nicht mehr die hier zu Tage tretende Qualität und Faszination hervorbringen, sondern siedelten sich doch maximal im oberen Durchschnittsbereich an. Von Durchschnit ist in vorliegendem fall allerdings weit und breit keine Spur, offenbart sich dem Zuschauer doch von der ersten bis zur letzten Minute eine absolut packende und fesselnde Geschichte, von der ganzzeitig eine ungeheuer starke Faszination ausgeht, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. In bester Giallo-Tradition präsentiert sich dieses meiner Meinung nach brillante Spätwerk Argentos, das sämtliche Zutaten beinhaltet, die diese Art von Film so absolut sehenswert macht. Im Focus des Geschehens steht ganz eindeutig die extrem spannende Suche nach der Identität eines scheinbar psychophatischen Killers, der fast bis zum Ende im Dunkeln bleibt. Der Aspekt, das es sich um ein-und dieselbe Person handelt, die schon 17 Jahre zuvor gemordet hat, verleiht dem Szenario eine noch zusätzliche Spannungssteigerung, denn die Zusammenhänge, die letztendlich doch noch auf die richtige Spur führen, muss man wirklich erst einmal erkennen, das sie eine geraume Zeit absolut grandios verschleiert werden. Dadurch entfaltet die geschichte eine ganz eigene Dynamik, erscheinen die Ereignisse doch über einen langen Zeitraum sehr schön ineinander verschachtelt, was für ein extrem spannendes Filmerlebnis sorgt, das streckenweise mit absoluter Hochspannung aufwarten kann. Selbst bei einer ausgeprägten Kombinationsgabe fällt es sichtlich schwer, die wahren Zusammenhänge zu erkennen und so der Identität des Killers auf die Spur zu kommen.

Vielmehr ist es Argento einmal mehr eindrucksvoll gelungen, durch etliche falsch gelegte Fährten den Betrachter in die Irre zu führen, der sich ganz automatisch voller Begeisterung in das hier inszenierte Rätselspiel begibt und dabei seine eigenen Vermutungen anstellt, die sich jedoch im Laufe der zeit immer wieder als falsch erweisen. Denn erst im letzten Drittel der Geschichte kann man letztendlich die richtige Fährte aufnehmen, führen nun doch diverse Anhaltspunkte zu einer kaum für möglich gehaltenen Lösung eines Rätsels, das man kaum spannender-und variantenreicher hätte umsetzen können. Der Film kann vor allem in seiner Gesamtheit einen äusserst guten Gesamteindruck hinterlassen, denn ausser der intelligent umgesetzten Story und der immensen Spannung wartet "Sleepless" zudem mit einer herausragenden grundstimmung auf, die einen von der ersten Szene an wie magisch in ihren bann zieht. Dabei ist es nahezu unmöglich, sich der ausgehenden Faszination zu entziehen die dieses Werk freisetzt und bis zur letzten Einstellung beibehält. Gierig wie ein Schwamm saugt man dabei die fantastische Armosphäre in sich auf und wird so fast zwangsweise fast zu einem Teil des Geschehens, das noch nicht einmal den Ansatz eines Spannungseinbruches erkennen lässt. Ich kann noch nicht einmal sagen, wie oft ich mir diesen fantastischen Film schon angesehen habe, der mich bei jeder Ansicht wieder aufs Neue begeistert und in seinen bann zieht, da hier einfach alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind und so ein meiner Meinung nach perfektes Gesamtbild offenbaren.

Einen nicht gerade unwesentlichen Anteil an diesem Eindruck hat auch die Darsteller-Riege, die durch die bank mit vollkommen überzeugenden leistungen aufwarten kann, wobei mir Max von Sydow in der Rolle des pensionierten Kommissars besonders angenehm aufgefallen ist. Mit seiner immer besonnenen und ruhigen Art verschafft er einem wenigstens einmal einige kleinere Entspannungsmomente, die hier wirklich als Seltenheit angesehen werden können. Seiner Kombinationsgabe ist es dann auch letztendlich zu verdanken, das man überhaupt die mehr als rätselhafte Mordserie aufklären kann und auch so manch skurril erscheinende Indizien in einem ganz anderen Licht sieht, so das sie auf einmal einen Sinn ergeben. Eine weitere nicht unwesentliche Stärke ist sicherlich die hervorragende musikalische Untermalung, wie so oft war hier auch die Band Goblin wieder mit am Werk, was die Qualität des Filmes noch einmal zusätzlich etwas aufwertet, obwohl das schon gar nicht mehr nötig gewesen wäre. Nun soll es aber genug sein mit der ganzen Schwärmerei, doch liegt mit diesem Spätwerk Argentos ein Film vor, bei dem ich einfach nicht ganz objektiv bleiben kann, da ich mich schon bei der ersten Sichtung in dieses Werk verliebt habe und diese Liebe auch niemals enden wird.

Letztendlich handelt es sich auf jeden Fall um einen absolut erstklassigen Horror/Thriller, in dem einfach alles perfekt zusammenpasst. Eine extrem spannende-und abwechslungsreiche Geschichte sorgt ganzzeitig für die ungeteilte Aufmerksamkeit des Zuschauers, der wie magisch von den mysteriösen Ereignissen angezogen wird und seinen Blick nicht einen winzigen Moment vom heimischen TV lösen kann. Zu sehr ist man auf den extrem spannenden handlungsablauf fixiert und hat schon fast panische Angst davor, ein entscheidendes Detail zu verpassen. Schweissnasse Hände und eine immer weiter ansteigende innere Unruhe sind hier schon fast logische Begleiterscheinungen, denn das Giallo-Fieber übermannt einen in dieser Geschichte mit einer enormen Wucht, gegen die man machtlos ist. Tolle Darsteller und eine absolut passende musikalische Untermalung runden dieses Kunstwerk absolut perfekt ab und die grandiose Atmosphäre tut ihr Übriges, um den betrachter zu begeistern.


Fazit:


Für mich persönlich zählt "Sleepless" zu den ganz großen Werken eines Dario Argento, das ich im zum Erscheinungszeitpunkt ehrlich gesagt gar nicht mehr zugetraut hätte. Wenn es doch nur viel mehr solcher fantastischer Filmerlebnisse gäbe, die einem solch brillante Kost bieten, an der man sich einfach nicht satt sehen kann. Eine absolute Perle des Cinema Italiano, das seine Hochzeiten ja schon weitaus früher gehabt hat, mit diesem Werk aber noch einmal so richtig aufgeblüht ist. Ich verneige mich innerlich einmal mehr vor der italienischen Filmkunst, die mir mit vorliegendem Werk einen meiner persönlichen Lieblingsfilme beschert hat, weswegen das Urteil auch nur einen Namen haben kann, nämlich...


10/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Sleepless
BeitragVerfasst: 6. Jan 2013, 14:01 
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Der Anfang ist Atmo pur und ein filmisches Meisterwerk das seines Gleichen sucht. Ein scheinbar völlig verlassener Zug, ein Gewitter mit strömendem Regen, ein bis zum geht nicht mehr hinausgezögerter Mord und kräftige, leuchtende Farben, die dem ganzen einen surrealen Touch verleihen. Die Morde sind wunderbar in Szene gesetzt und das Blut spritzt in herrlich knalligen Rot über den Bildschirm. Zusammen mit den obligatorischen schwarzen Handschuhen erzeugt das ganze eine herrliche Giallo-Atmo und erinnert sehr sehr stark an seine Meisterwerke aus den Spät 60ern - 80ern.

Nach der ersten halben Stunde gibt es dann einen deutlichen Cut. Die Bilder wirken realer, kühler und teilweise richtiggehend steril. Zeitweise kommt es einem vor, als hätte ein anderer Regisseur den weiteren Film gemacht. Teilweise kam bei mir das Gefühl auf, einen TV Film wie Inspector Barnaby etc. zu sehen. Argentotypisch bleiben jedoch die extrem langgezogenen, sadistischen Morde.

Dicker Minuspunkt sind für mich die Darsteller, sämtliche Charaktere sind mir absolut unsympathisch und selbst ein Max von Sydow, den ich sehr gerne sehe, bleibt ungewôhnlich blass und wirkt gelangweilt. Auch dieser Sven Hannawald-Verschnitt als junger "Held" kam bei mir nicht wirklich positiv rüber.

Auch Scoretechnisch blieb bei mir, mit Ausnahme eines sich öfters wiederholenden "härteren" Stücks, nicht viel hängen, da hat man von Goblin schon ganz andere Sachen (viel viel bessere) gehört. Auch eine kurze Sequenz eines Harfenspiels blieb bei mir hängen, die wirklich gefiel aber prinzipiell völlig überflüssig .

8/10 Pkt, jedoch nur wegen der sensationell guten ersten 1/2 Stunde und der kruden Mordszenen. Den Mittelteil empfand ich schon als sehr schwach und zu steril inszeniert. Trotz der 8/10 war ich etwas enttäuscht.

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Wer im Glashaus sitzt, sollte ich sich im Dunkeln ausziehen!


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