Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Symphony in Blood Red (2010)
BeitragVerfasst: 9. Mär 2013, 23:42 
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Herstellungsland: I
Erscheinungsjahr: 2010
Darsteller: u. a. Sharon Alessandri, Nikol Brown, Federica Carpico, Tony Cimarosa, Michela Foresta, Fabio Giovannini, Anna Morosetti, Simona Oliverio, Matteo Pastore, Riccardo Serventi Longhi, Antonio Tentori, Gianluca Testa
Regie: Luigi Pastore
FSK: KJ

Inhalt:


Hast du jemals etwas Böses gesehen? Hast du schonmal versucht jemandem weh zu tun?

Es ist aus mit ihm. Sie liebt ihn nicht mehr. Sie hat einen anderen. Es tut ihr Leid. Ein Arztbericht. Schizophrenie. Paranoia. Eine Kamera. Er hat es wieder getan. Chaos ist in seinem Kopf. Er hat sie umgebracht...

Erinnerungen an eine Frau...

Claudia geht auf der Straße in Richtung ihres Hauses. Ein kleines Rufen ihres Namens in ihrer Küche. Ein Stich mit einem Messer. Tot. Sie war die Erste. Eine Kamera. Er filmt einen Teich. Als Kind ist er immer da gewesen. Ein Friedhof. Der Tod fasziniert ihn. Er ist ein böser Junge gewesen. Er erinnert sich. Als Junge saß er auf einer Treppe, und der Pater zieht sich Handschuhe an. Nein.

Eine Straße, Kirche. Er geht in den Beichtstuhl. Der Pater Alfredo ist ein Heuchler. Der Mann kennt ihn. Er spielt mit dem Menschen, wirft ihm einiges an den Kopf. Der Mann geht. Pater Alfredo warnt jemanden per Telefon vor dem Mann. Aber zu spät. Er wird umgebracht.

Ein Puppenspiel. Wer getötet hat kann nicht mehr aufhören.

Eine Bar. Er sitzt an einem Tisch und beobachtet eine Gruppe junger Leute. Nähert sich einer jungen Frau. Lisa. Er hört ihre Telefonnummer, als sie ihr Handy aufladen lässt. Sie entschwindet mit ihren Freunden zum bowlen. Es existiert keine Liebe. Es gibt nur Sex. Er ruft eine Telefonsexhotline an. Will vorbei kommen. Verabredet sich mit der Dame am Telefon.

Ein Mann hat Sex mit einer Hure. Doch auf einmal ist sie tot. Erstochen. Der Freier bekommt das gar nicht mit, und macht einfach weiter. Dann hat er ein Messer im Hals. Alles ist mit der Videokamera aufgenommen worden. Ein Kuschelbär erinnert den Mörder an seine Kindheit. Er kann per Knopfdruck das ABC abspielen. Eine Frau bricht zusammen.

Die Nachrichten berichten über einen Serienmörder.

Ein Mann ist mit seinem Hund auf der Jagd. In dem Haus, dem sich der Jäger nähert, zersäbelt der Mörder gerade ein Opfer. Der ganze Raum ist voller Blut, und der Jäger fragt sich noch, was für ein Schwein dort geschlachtet worden ist. Dann wird er nieder geschlagen. Als er wieder zu sich kommt, ist er gefesselt. Zack! Das Beil steckt in seinem Schädel.

4 Morde und keine Erklärung. Eine Sondersendung wird über die Mordserie gesendet. Sie nennen es "Die gelbe Nacht". In Erinnerungen wieder diese Frau. Der Moderator bleibt hinterher allein zurück. Er wird auf dem Parkplatz vor dem Sender überwältigt und bewusstlos gemacht. Als er zu sich kommt, ist er in einem Raum gefangen. Er ist geknebelt. Eine Kamera ist auf ihn gerichtet. Er wird geschlagen. Ein Rasiermesser. Erst nur aufgelegt, dann auch zugestochen. Erst am Bauch, dann im Gesicht, zum Schluss durch die Kehle. Der Mörder ist wieder unterwegs auf den Straßen...

Der Dodo und der Felix, die Handpuppen, kommen wieder ins Bild. Sie haben sein Herz gebrochen...

Der See. Vogelgezwitscher. Lisa sitzt dort in einem Boot am See. Er filmt sie heimlich. Sieht sich den Film zu Hause an. Und erinnert sich.

Eine Autofahrt in der Nacht. Beide wahrscheinlich zugedröhnt. Sie halten an einem abgeschiedenen Ort. Ein Haus steht am Rand. Er will dort hinein um ein bisschen rumzufummeln, sie will nicht. Dann gehen sie doch. Das Auge. Ein Hieb. Ihr Freund blutet. Ein Stich in den Bauch. Sie ist tot. Wieder Erinnerungen an eine Frau. Blutend auf dem Boden. Er mag diese ungeplanten Ereignisse nicht. Es gibt keinen Sinne mehr zu töten. Er muss hier raus.

Eine Kirche. Eine Orgel. Nein, ein Club, mit einem Rockkonzert. Eine Tänzerin, die auch eine Stripperin sein könnte. Um sie herum: Männer. Hände gehen in ihre Richtung, dann ein Stich mit einem Messer und sie stirbt.

Die Handpuppen. Seine Zeit ist bereits abgelaufen.

Lisa bekommt von ihm einen Anruf. Er filmt sie aus der Ferne dabei, doch sie bekommt Angst und möchte, dass er sie in Ruhe lässt. Sie informiert einen Freund am Abend und will sich mit diesem treffen. Er steigt in sein Auto und wird vom Killer erwürgt. Erinnerungen. Claudia stirbt, geht zu Boden.

Der See. Lisa sitzt dort wieder. Er filmt sie und geht zu ihr. Sie rennt vor ihm weg. Er soll die Kamera aus machen.

Nächste Szene: Lisa ist gefesselt. Bei ihm. Er wird ihr nicht weh tun. Er braucht sie. Aber er dachte auch, dass sie anders als die anderen wäre. Wenn sie sich retten möchte, dann muss sie ein Spiel spielen. Er macht sie los, legt das Messer auf den Boden. Sie soll es nehmen und ihn töten. Doch sie nimmt reiß aus und flieht...

Wellen. Er sitzt am Strand. Er erinnert sich an eine Frau.

Lisa steht völlig verschwitzt und wahnsinnig bei sich zu Hause. Und übergibt sich. Doch sie ist schwanger. Ist es wirklich Lisa? Sie fängt an zwischen den Beinen zu bluten. Und gebärt ihr Baby auf den Boden. Sie hebt das Baby auf, geht zu einem Haus, seinem Haus, und schmeißt ihm das Baby auf die Veranda. Das Monster wird sterben. Strand. Wellen. Die Polizei kommt. Und erschießt ihn.

Beweismaterial, Kamera: Der tote Moderator. Der See. Der Friedhof. Eine blutige Toilette. Ein Tunnel. Ein Wasserfall. Eine Küste. Die Bruchbude. Vollgeschmiert. Der See. Lisas auf der Bank zurückgelassener Apfel.

Die Schaukel bewegt sich noch, und das Auge schaut panisch umher...

Wertung:

Dieser Film wird ausschließlich in der Ich-Perspektive des Mörders wieder gegeben. Auch das macht eine Rezension dieses Mal etwas komplizierter. Gerade auch, weil es sich um einen psychisch kranken handelt, was die Gedankengänge manchmal sehr konfus erscheinen lässt und eine geordnete Handlung nur ansatzweise zustande kommt. Es bleibt vieles unklar. Was soll z. B. die Frau in seinen Erinnerungen? Es wird nicht aufgeklärt, wer diese ist. Wie ist Lisa, wenn es denn Lisa ist, zu der Schwangerschaft gekommen, denn nirgendwo was das vorher erwähnt. Man denkt zumindest, dass das Lisa ist, denn die Szene der Geburt erfolgt auf die Flucht aus der Folter bzw. Gefangenschaft. Aber ob sie es wirklich ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Und das tut dem Film nicht gut.

Auch wie oder warum er vor den Wellen sitzt, passt irgendwie gar nicht. Auch was mit ihm in seiner Kindheit passiert ist, bleibt ungeklärt. Die Morde, die er verübt, sind anfangs noch von Sinn geprägt. Er tötet den Pater ja, da der ihm etwas in seiner Kindheit angetan hat, aber warum die anderen ihr Leben lassen müssen, wird nicht erklärt. Vielleicht sind es auch einfach nur Zufallsopfer, wobei diese dann doch sehr willkürlich ausgewählt werden.

An schauspielerischen Glanztaten gibt es keine. Kein Schauspieler hat genug Szenenbild, so dass er näher in Erinnerung bleiben würde. Der Mörder selbst bleibt vom Namen her unerwähnt. Auch sein Gesicht bleibt den ganzen Film über verborgen. Durch die Ich-Perspektive bekommt man zwar seine Sicht sehr gut gezeigt, doch fehlt es an einem richtigen Charakter.

Das absolut Beste an diesem Film aber ist sein Soundtrack, und dieser ist hier mit dabei. Dieser lohnt auch, ohne den Film gesehen zu haben (siehe Soundtrack-Review). An Gore ist ein wenig vorhanden. Alles in allem aber Szenen, die mit einer Stich- oder Schlagwaffe durchgeführt werden. Es wird wenigstens nicht übertrieben viel Blut verwendet.

Für mich hat sich beim Anblick des Covers und dem was so über den Film geschrieben steht der Eindruck aufgezwängt, dass es sich um einen Gialli handeln könnte. Das finde ich nicht. Es geht zwar um einen Mörder, aber es gibt keine Sicht auf irgendeine Polizeiarbeit. Deshalb ist dies hier eher ein Horrorfilm als etwas anderes.

Eine Anmerkung noch zur Synchronisation. Diese ist durchweg in Ordnung, aber wenn die Sendung "Notte Gialli" mit "Gelbe Nacht" übersetzt wird, ist dies zwar sprachlich korrekt, macht aber deutlich, dass die Skriptschreiber nicht wirklich mit der Thematik auskennen und sich nicht mit dem Charakter beschäftigt haben.

Mit guten Willen aber trotzdem 06/10, vielleicht auch etwas mehr.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Symphony in Blood Red (2010)
BeitragVerfasst: 30. Jul 2013, 08:24 
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Giallo, ein Genre das vor vielen Jahren wirklich groß im Kommen war, erlebt derzeit eine kleine Renaissance. Nachdem wir zuletzt aus Frankreich mit Blackaria und Last Caress (aka Glam Gore 1+2) solide Kost präsentiert bekommen haben. Schickt sich nun, der 2009 entstandene, Coma una crisalide (was auf deutsch „Wie eine Metamorphose“ heißt) an, auch aus Italien neuen Wind in dieses Genre zu bringen. Wird dieser eben so für Begeisterungsströme sorgen, wie die zwei französischen Vertreter?

Crisalide (auf deutsch die Metamorphose) ist ein zorniger Mann, der als Waise in der Kirche aufgezogen wurde und dort die Hölle auf Erden erleben musste. Daher rächt er sich nun an allen, die ihm damals unrecht getan haben.

Die Story von Symphony in Blood Red, so der deutsche Titel, ist nicht wirklich der Rede wert und kann nicht mal richtig als Aufhänger für die Kills herhalten, da man nicht wirklich eine Erklärung für die meisten Morde bekommt. Besonders zu Beginn klappt es zwar noch sehr gut, aber nach den ersten 2 Morden wird nur noch umgebracht, was unsererm Mörder vors Messer läuft. Sehr schade, da die Gialli eigentlich auch immer eine interessante und meist sehr verzwickte Geschichte hatten. Hier hätte man sich deutlich mehr gewünscht. Die Schauspieler sind wirklich gut und machen ihren Job ordentlich. Besonders Antonio Tentori als Killer kann überzeugen. Seine Originalstimme passt perfekt auf die Rolle und unterstreicht, den verrückten Mörder sehr gut.

Cinematographisch bekommt man hier wirklich schöne Bilder präsentiert, Oftmals sehr verspielt und verträumt, wird der Zuschauer in eine Welt gezogen, die auf der einen Art die Schönheit des Lebens zeigt aber auf der anderen Seite auch die Grausamkeit wieder spiegelt. Gerade die Morde sind hervorragend in Szene gesetzt. Sowohl bildlich, als auch handwerklich. Immerhin war hier auch Monsieur Stilvaletti am Werk, welcher sich in den 80ern und 90ern einen Namen in der Goregemeinde gemacht hat. War er doch verantwortlich für die Effekte in Phenomena, Opera und The Church, um nur einige zu nennen. Und auch hier schöpft er aus den Vollen. Eindrucksvolle Morde, die sich wirklich sehen lassen können.

Auch Musikalisch hat man sich einen bekannten Namen ins Bord geholt. Niemanden geringeren als Claudio Simonetti zeichnet sich für den Score verantwortlich und hat sogar eine kleine Rolle als Keyboarder der Band Daemoni. Simonetti bietet dem Zuschauer einen sehr abwechslungsreichen Soundtrack, der von kirchlichen Klängen, wie Orgel und Klavier, bis hin zu rockigen Sounds, alles bietet was man sich wünschen kann. Zudem kombiniert er oft grausige Taten, mit Musik die aus einem Kinderfilm stammen könnte. Wodurch es zu einer sehr zwiegespaltene Stimmung kommt und man sich als Zuschauer nie sicher sein kann, was als nächstes kommt.

Das Mediabook von 8 Films kann sich sehen lassen. Der Buchteil bietet einige nette Hintergrundinformationen zum Film und den Verantwortlichen. Die DVD bietet neben einer deutschen Synchro, auch den italienischen Originalton mit deutschen oder englischen Untertiteln. Und ich kann hier jedem nur empfehlen sich den Film mal in seinem Originalton anzuschauen. Die Stimmen sind wirklich hervorragend und besonders Crisalide kommt hier noch böser rüber. Die Extras bieten ein Making Of und ein Interview, sowie einige Trailer. Zudem bekommt man den hervorragenden Soundtrack von Simonetti als seperate CD mitgeliefert.

Fazit: Sehr gelungener Neo-Giallo, der bei der Story etwas schwächelt, dafür bei den restlichen Punkten gute Arbeit leistet. Für Fans von Gialli definitiv ein Blick wert. Wir können nur hoffen, dass es in Zukunft noch mehr solcher Filme geben wird.

8/10 Punkten

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 Betreff des Beitrags: Re: Symphony in Blood Red (2010)
BeitragVerfasst: 22. Aug 2013, 13:33 
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Herstellungsland: Italien

Erscheinungsjahr: 2010

Regie: Luigi Pastore

Darsteller: u. a. Sharon Alessandri, Nikol Brown, Federica Carpico, Tony Cimarosa, Michela Foresta, Fabio Giovannini, Anna Morosetti, Simona Oliverio, Matteo Pastore, Riccardo Serventi Longhi, Antonio Tentori, Gianluca Testa

Laufzeit : 78:09 Minuten

Freigabe : ungeprüft

Label : 8-Films

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Story :

Als Weise wurde Crisalide in einer Kirche aufgezogen, wo er durch die Hölle gehen musste.
Erniedrigung, körperliche Gewalt und auch sexueller Missbrauch standen dort an der Tagesordnung.
Nun ist Crisalide ein erwachsener Mann, dem durch seinen Psychiater Schizophrenie und Paranoia diagnostiziert wurde.
Doch das ehemelige Waisenkind ist voller Zorn und Rachegelüsten und will sich an allen Involvierten die ihn zu dem seelischen Krüppel der er ist rächen.

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Ganz oben auf der Liste steht der Pater Alfredo, der ihm durch seine sexuellen Übergriffe seiner Kindheit beraubte und ihn unfähig machte zu lieben und normale sexuelle Beziehungen einzugehen.
Doch nicht nur der Priester muss die gewalttätige Wut am eigenen Leibe erfahren, schon bald stapeln sich die Leichen in dem kleinen Dorf in Italien.
Und auch unschuldige Menschen geraten ins Visier des paranoiden Killers auf der Suche nach Vergeltung.
So auch die junge Lisa, die in der Laden ihr Handy auflädt und dort ihre Telefonnummer angeben muss.
In diesem Moment hält sich auch Crisalide dort auf und hat nun die Nummer seiner "Angebeteten" und die junge Frau weiß noch nicht welches blutige Martyrium ihr noch bevorsteht.....


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Bewertung :

Mit SYMPHONY IN BLOOD RED liefert Luigi Pastore sein Regiedebüt ab, welches für die Fans italienischer Genrefilme - primär dem Giallo - sehr interessant sein dürfte.
Bei SYMPHONY handelt zwar eher um einen Hybrid aus Giallo und den blutigen, italienischen Horrorfilmen der 80ger , doch die elementaren Versatzstücke sind nicht zu leugnen - die Liebhaber beider Genre bekommen von Pastore quasi ein "Best of" von beidem.
Der Debütanten hat hier zwar kein perfektes Meisterwerk geschaffen und storytechnisch hätte man mehr aus SYMPHONY IN BLOOD RED machen können, doch für seinen Erstling kann sich das Gesamtprodukt wirklich sehen lassen.
Nicht zu leugnen ist, das SYMPHONY mit ein paar kleinen Schwächen zu kämpfen hat auf die ich etwas später noch genauer eingehen werde.

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Das Pastore zuvor schon das Glück hatte und mit den großen des Genre zusammenarbeiten konnte, kommt SYMPHONY IN BLOOD RED sehr zugute und den Hauptinspirationsquellen wurde auf adäquate Weise ein Tribut in neumodischem Gewand gezollt.

Die Liste der Leute mit denen der Regieneuling schon gearbeitet hat liest sich wie ein Bestandsaufnahme des italienischen Genrefilm und unter anderem zählen Luigi Fulci, Joe D'Amato, Bruno Mattei und Dario Argento zu ihnen - wobei hier aber letztere der Haupteinfluss gewesen ist.
Für den Meister des italienischen Horrors - Dario Argento - hat Luigi Pastore in der Vergangenheit sogar schon hinter den Kulissen gearbeitet und war seit Kindheit ein Bewunderer seiner Filme.

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Auch die Liste der Beteiligten an SYMPHONY IN BLOOD RED kann sich sehen lassen und einige große Namen sind zu vernehmen, die dem geneigtem Fan in einen leichten Zustand der Euphorie versetzen dürften.
Für das Script - auch wenn dies ein paar Wünsche offen lässt - war hier Antonio Tentori verantwortlich, der schon die Drehbücher zu Fulcis NIGHTMARE CONCERT und DEMONIA schrieb.
Die blutigen Effekte in SYMPHONY IN BLOOD RED haben es wirklich in sich, sind allesamt handgemacht und bis auf ein paar Ausnahmen auch sehr authentisch ausgefallen.
Diese FX wurden von keinem geringerem als der italienischen FX-Legende Sergio Stivaletti inszeniert, der sein Handwerk schon in unzähligen Filmen wie DELLAMORTE DELLAMORE, DÄMONEN 1 & 2, THE CHURCH, THE SECT oder auch TERROR IN DER OPER erfolgreich unter Beweis stellen konnte.
Auch hier gelingt es ihm wieder dem blutigem Grauen die angemessene Visualität zu verleihen, die zu überzeugen weiß.

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Musikalisch dürfte SYMPHONY IN BLOOD RED vor allem die Fans der Band "Goblin" ansprechen, da der Ex-Goblin Claudio Simonetti hier knapp ein Drittel zur Filmmusik beisteuerte.
Mit seiner neuen Band "Daemonia" wird hier Neues wie auch Altbekanntes vorgetragen und jeder Fan von "Goblin" kommt voll auf seine Kosten - Simonetti und "Daemonia" haben als Band sogar einen Gastauftritt im Film und performen dort in einem Nachtclub auf der Bühne.
Der Rest des Soundtracks wurde von "Art Vision" komponiert und eingespielt, die sich dem Sound der guten, alten Genreflicks aus dem Land der Pasta und Pizza verschrieben haben und diesen auch bestens in das neue Jahrtausend transportieren.
Insgesamt gibt es an der hier verwendeten Filmmusik keinen Grund etwas zu bemängeln, da diese die Atmosphäre und die eingefangenen Bilder grandios untermalt und unterstüzt - ein Italo-Retro Horrorfeeling stellt sich wohl bei jedem Betrachter zwangsläufig ein.


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Kinematographisch kann sich SYMPHONY IN BLOOD RED auch durchaus sehen lassen, auch wenn
das verwendete Filmmaterial - welches wohl DV gewesen sein dürfte - ein wenig Grund zu Beanstandungen gibt.
Dadurch wirkt der Film stellenweise nämlich etwas billig und hat eine etwas unprofessionellen Look.
Hätte man SYMPHONY auf 35mm gedreht und wohlmöglich noch IB-Technicolor gehabt, dann hätte man mit einem etwas ausgefeilterem Script ein kleines, modernes Meisterwerk - ein Referenzstück des italienischen Horrorfilm des 21. Jahrhunderts - schaffen können.

Nichtsdestotrotz bekommt man aber doch einiges an versierter Kameraarbeit zu sehen und grade die Close-Ups lassen Erinnerungen an Filme wie TERROR IN DER OPER oder TENEBRAE wach werden.
Auch das Spiel mit intensiven Primärfarben wurde beherrscht und streckenweise führt dies schon zu fast ekstatischen Zuständen, die den Zuschauer zurück in die Blütezeit des Giallo versetzt.

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Bei den Protagonisten müssen leider einige Abstriche gemacht werden und auch wenn diese ihr bestes geben, sollten keine darstellerischen Meisterleistungen erwartet werden.

Dafür sind aber einige der Aktricen sehr zeigefreudig und sich auch nicht zu Schade ihren nackten, wohlgeformten Alabasterkörper von Filmblut besudeln zu lassen - daran dürften sich vor allem die männlichen Zuschauer erfreuen können.

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Ein darstellerisches Highlight in SYMPHONY IN BLOOD RED ist zweifelsohne Antonio Tentori - der mit Luigi Pastore zusammen auch das Drehbuch verfasste - als Killer.
Tentori liefert eine eindringliche und überzeugende Darstellung eines zum gewaltätigem Monster mutiertem Mannes.
Vor allem wenn man SYMPHONY IN BLOOD RED im Originalton mit Untertiteln schaut, kann Tentori mit seiner kalten und bedrohlichen Performance überzeugen.
Interessant und der Atmosphäre dienlich ist dabei auch, das Tentoris physische Präsenz in der Umsetzung begrenzt ist und man nie sein direktes Anlitz zu sehen bekommt - dies verleiht dem Gesamteindruck einen mystischen, nicht greifbaren Aspekt.

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Wie es meist bei Regiedebüts der Fall ist, hat auch SYMPHONY IN BLOOD RED mit minimalen Schwächen zu kämpfen.
Da wäre zum ersten die recht dünne Story, die mit fortschreitender Laufzeit immer mehr in den Hintergrund rückt und nachher lediglich als Aufhänger für weitere Morde dient.

Dort finden sich auch ein paar unlogische Handlungsabläufe wieder, da es nicht ganz nachvollziehbar ist warum auch unschuldige, nicht involvierte Menschen dem Killer zum Opfer fallen.
Auch die Charakterzeichnungen sind ein wenig flach ausgefallen und lediglich zum Mörder und Lisa kann der Zuschauer ein wenig Bezug aufbauen.
Hier werden des öfteren neue Charaktere in den Film eingebracht, ohne diese einzuleiten und sie dienen lediglich als Kannonenfutter.

Ein anderes Manko tut sich in den letzten Minuten das Films auf, da im finale auf jegliche Erklärungen bezüglich Lisas trächtigem Zustand verzichtet wird.

Einen interessanter Ansatz findet man in der Visualisierung der Psyche des Killers wieder, auch wenn dies auf den Zuschauer oft Irrational wirkt.

Leider hat Pastore dieses Potenzial nicht vollends genutzt, denn wäre dies der Fall gewesen wäre aus SYMPHONY IN BLOOD RED ein grandiose, perfides Giallo-Psychokammerspiel geworden.

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Dem Regisseure sollten aber keine zu großen Vorwürfe gemacht werden, da auch trotz dieser Kritikpunkte der Film durch Charme und der Verbeugung vor den Vorbildern überzeugen und punkten kann.

Wirft man einen Blick auf die letzten Werke des Meisters Dario Argento - welche mitunter allesamt für Enttäuschung und Ernüchterung sorgten - ist bei Luigi Pastores Homage an die Referenzstücke Argentos ein wesentlich überzeugenderer Film bei rumgekommen, als es der italienischen Giallo-Ikone selbst in den letzten Jahren geglückt ist.
Ich bin mir aber sicher, das sich der Regisseur dieser Ungereimtheiten und Kritikpunkte bewusst ist und ihm diese bei seiner nächsten Regiearbeit nicht erneut passieren werden.

7,5 von 10 Küchenmessern

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Zur DVD :

Das Label 8-Films bietet dem deutschen Endkonsumente auch bei diesem Neo-Giallo die wohl opulenteste Veröffetlichung die sich mehr als sehen lassen kann.
Als Verpackung wurde hier ein Mediabook gewählt, welches inhantlich als auch optisch überzeugen kann und auf 1500 Stück limitiert ist.
Das Booklet selbst ist mit 24 Seiten eventuell nicht so umfangreich wie es bei anderen Mediabooks der Fall ist, lässt aber keine Wünsche offen.
Neben einer reichen Bebilderung kommt nicht nur der Regisseur Luigi Pastore in einem Kurzinterview in deutscher und englischer Sprache und einer Einleiitung zu Wort.
Hier gibt es sogar Anekdoten und Meinungen von bekannten Namen wie Claudio Simonetti, Lamberto Bava, Luigi Cozzi, Sergio Stivaletti, Daria Nicolodi, Antonio Tentori und Dario Argento persönlich nachzulesen.
Die Bezeichnung "Collectors Edition" trifft bei dieser 2 Disc Edition vollends zu.
Auf der ersten Disc befindet sich der Hauptfilm HD Remastered in 1,78:1 (anamorph / 16:9) in makelloser, grandioser Bildqualität.
Bei dem Ton hat man die wahl zwischen dem italienischem Originalton und der deutschen Synchro (beide je in Dolby Digital 2.0 Stereo und Dolby Digital 5.1 aufgespielt).
Dazu gibt es optionale Untertitel in Deutsch und Englisch.
Bei dem Bonusmaterial hat 8-Films aus den vollen geschöpft und wohl alles mit draufgepackt was vorhanden war.
Neben einem Making of gibt es hier noch Interviews, die Kino-Premiere,einen Teaser , Trailer,, eine Picture Gallery und ein Behind the Scenes geboten.
Bei der zweiten Disc handelt es sich um eine Audio CD, welche die komplette Filmmusik von "Claudio Simonetti" und "Art Vision" beinhaltet.
Bei der Mediabook Veröffentlichung von 8-Films kann man also bedenkenlos zugreifen, das diese die wohl weltweit beste Edition präsentiert!

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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"Are you gonna bark all day little doggie, or are you gonna bite?"


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 Betreff des Beitrags: Re: Symphony in Blood Red (2010)
BeitragVerfasst: 3. Mär 2014, 10:58 
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Der italienische Gialli feiert ja in den letzten Jahren durch einige Produktionen eine kleine Wiederauferstehung und Werke wie beispielsweise "Glam Gore", die deutsche Produktion "Masks" oder auch der kürzlich erschienene "Tulpa" hauchen dem Sub-Genre wieder neues Leben ein. Schon 2010 erschien mit vorliegendem "Symphony in Blood Red" ein weiterer Vertreter, der zwar prinzipiell mehr zum italienischen Horrorfilm tendiert, sich aber gleichzeitig auch der üblichen Mechanismen des Gialli bedient. Regisseur Luigi Pastore legte mit seinem Erstling eine Geschichte vor die sich ganz bestimmt nicht über die inhaltliche Tiefe definiert, handelt es sich doch vielmehr um eine notwendige Rahmenhandlung, die nicht unbedingt durch sehr viel Substanz ins Auge fällt. Der Zuschauer bekommt die handelsübliche Mordserie geboten und muss aber auch gleichzeitig feststellen, das sich dieses Werk relativ stark von den üblichen Genre-Vertretern abhebt. So steht beispielsweise die Identität des Mörders in keiner Phase des Geschehens im Mittelpunkt und auch die Opfer des Killers werden eher willkürlich ausgewählt, wobei zwischen den Geschlechtern keinerlei Unterschied gemacht wird. Pastore versucht vielmehr die Beweggründe seiner Hauptfigur in den Fokus zu rücken, wobei er durch immer wieder eingestreute Rückblenden in die Vergangenheit des Mannes die Motive präsentiert, die ganz offensichtlich für dessen psychopathisches Verhalten verantwortlich sind.

Gewalt und Missbrauch stehen dabei ganz eindeutig im Vordergrund und auch wenn man kein Verständnis für die begangenen Morde aufbringen kann, empfindet man doch ein wenig Mitleid mit einem Menschen, der durch die ihm zugefügten Leiden einen solch starken Mordtrieb entwickelt hat, das etliche Menschen auf brutalste Art und Weise ihr Leben verlieren. Nun verhält es sich so, das unter den Opfern durchaus Personen zu finden sind, die für die Leiden in der Kindheit des Killers verantwortlich sind, wohingegen andere vollkommen unbeteiligt sind. Manch einer mag darin etwaige Logiklöcher erkennen, doch kommt während der Geschichte mehr als einmal stark zum Ausdruck, das der Täter unter einer Art innerlichem Zwang steht und das unbedingte Verlangen verspürt, anderen Menschen das Leben zu nehmen. Bei diesem Aspekt wird hier auch eine richtig gute Charakter-Beleuchtung des Mörders vorgenommen und der Zuschauer bekommt einen tiefen Einblick in dessen Psyche. In gewisser Art und Weise wird die Geschichte sowieso aus den Augen des Killers gezeigt, so das diverse Ähnlichkeiten zu Alexandre Aja's "Maniac" zu erkennen sind. Das macht die Ereignisse noch um Einiges interessanter und lässt so auch gleichzeitig eine Intensität aufkommen, die wirklich nicht von schlechten Eltern ist. Das wird durch die enthaltene Voice-over Technik noch zusätzlich unterstützt, denn schließlich erzählt der Täter hier seine eigene Geschichte und verleiht dieser durch das Aufnehmen mit einer Video-Kamera einen fast schon dokumentarischen Anstrich, was die Abläufe für den Betrachter unglaublich realistisch erscheinen lässt.

Sicherlich hätte Pastore das vorhandene Potential noch intensiver ausschöpfen können, doch auch in vorliegender Form stellt "Symphony in Blood Red" eine nahezu brutale Charakter-Studie eines gequälten Menschen dar, der nur durch die Ermordung anderer Menschen von einem immensen Druck befreit werden kann, der zentnerschwer auf seiner Seele lastet. Eingefangen wurde das in teilweise grandiosen Bildern, die von einem genialen Score unterlegt sind. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, zeichnet doch mit Claudio Simonetti der ehemalige Keyboarder der Band Goblin verantwortlich, was eigentlich jedem Fan ein absoluter Begriff sein dürfte. Es offenbart sich also insgesamt gesehen ein äußerst stimmiges Gesamtpaket, in dem auch ein relativ hoher Härtegrad zu erkennen ist, denn die meisten Kills sind doch ziemlich blutig-und derbe in Szene gesetzt wurde. Phasenweise ergibt sich sogar ein surreal erscheinender Bilderrausch, denn die ständigen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, sowie diverse Visionen sorgen größtenteils für einen visuellen Hochgenuss. Und so hat Pastore letztendlich ein audiovisuelles Gesamtpaket geschnürt das den Genre-Fan absolut begeistern kann und streckenweise sogar in regelrechte Verzückung versetzt. Da nimmt man dann auch gern einmal in Kauf, das die Story an sich nicht ganz so ausgefeilt daher kommt wie es sicherlich möglich gewesen wäre, denn die dezenten Abstriche sind definitiv zu verschmerzen.

Insgesamt gesehen handelt es sich hier um einen rundum gelungenen Regie-Erstling, der einen gelungenen Spagat zwischen Horrorfilm-und Gialli darstellt. Das liegt sicherlich auch in der Tatsache begründet, das Regieneuling Pastore auch schon mit den Größen des italienischen Films zusammengearbeitet hat, unter denen sich Namen wie Dario Argento oder auch Lucio Fulci zu finden sind. Betrachtet man vorliegenden Film nun einmal unter diesem Aspekt, dann dürfte wohl der Einfluss von Argento am stärksten zum tragen kommen und so kann man als Liebhaber des Genres nur inständig hoffen, das Luigi Pastore auch in Zukunft noch mit weiteren Werken auf sich aufmerksam machen kann. Nachdem "Symphony in Blood Red" ja zuerst lediglich über Österreich zu beziehen war, wird der Film nun noch einmal von Ascot Elite herausgebracht. Dabei wird es sowohl eine DVD, eine Blu-ray und auch ein schickes Mediabook geben, wobei mir Letzteres zur Ansicht vorlag. Neben dem Film auf DVD und mehreren Extras enthält das Mediabook auch noch eine Soundtrack-CD und ist mit einem informativen Booklet ausgestattet, so das eine Anschaffung dieser gelungenen Veröffentlichung auf jeden Fall empfehlenswert erscheint.


Fazit:


"Symphony in Blood Red" ist ein mehr als nur gelungener Neo-Gialli und bietet erstklassige Genre-Kost. Liebhaber dürften hier auf ihre Kosten kommen und auch wenn die Geschichte rein inhaltlich sicher kleinere Schwächen erkennen lässt, weiß das Werk in allen anderen Belangen gänzlich zu überzeugen. Wer also bisher noch nicht zugegriffen hat sollte dies auf jeden Fall nachholen, denn dieser Film wandert bestimmt nicht nur zur einmaligen Sichtung in den heimischen DVD-Player.


8/10

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