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 Betreff des Beitrags: The Human Centipede (2009)
BeitragVerfasst: 10. Dez 2012, 11:21 
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The Human Centipede
(The Human Centipede (First Sequenze)
mit Dieter Laser, Ashley C. Williams, Ashlynn Yennie, Akihiro Kitamura, Andreas Leupold, Peter Blankenstein, Bernd Kostrau, Rene de Wit, Sylvia Zidek, Rosemary Annbella, Mauricio d'Orey
Regie: Tom Six
Drehbuch: Tom Six
Kamera: Goof de Koning
Musik: Patrick Savage / Holeg Spies
ungeprüft
Großbritannien / Niederlande / 2009

Zwei amerikanische Studentinnen touren quer durch Europa. Beim Stopp in Deutschland verfahren sich die beiden auf dem Weg zur Party und haben auf einer verlassenen Waldstrasse eine Reifenpanne. Die beiden stoßen auf ein abgelegenes Haus, in dem der wohl genialste, aber auch bizarrste Chirurg, den Deutschland zu bieten hat, wohnt. Er hegt den abstrusen Plan, aus verschiedenen Körpern eine Art menschlichen Tausendfüßler zusammenzunähen. Und die ersten Opfer hat er dafür schon gefunden…


Wieder einmal bekommt man es mit einem Film zu tun, der die zwiespältigsten Gefühle in einem selbst auslöst, bietet das Werk von Tom Six doch eine Grundidee, die von vielen Leuten als innovativ-von anderen lediglich als absolut krank und abartig angesehen wird. Die Wahrheit liegt sicherlich irgendwo in der Mitte und so kommt es in vorliegendem Fall ganz extrem auf die jeweilige Sichtweise des Zuschauers an, um diesen Film einigermaßen objektiv zu bewerten. Man könnte sich die Sache auch relativ einfach machen und die Hauptfigur Dr. Heiter als eine Art modernen Frankenstein ansehen, jedoch erscheint das hier vorgenommene Experiment so dermaßen abwegig und pervers, das man den guten alten Dr. Frankenstein damit richtiggehend beleidigen würde. Schon die Grundidee der Geschichte hier einen menschlichen Tausendfüssler zu erschaffen, erzeugt bei einem ein Gefühl von Ekel und Abscheu und genau daraus bezieht das Geschehen dann auch seine ganz eigene Faszination. Im Gegensatz zum 2011 erschienenen Nachfolger "The Human Centipede 2" hält man sich hier nämlich im Bezug auf visuelle Härte recht vornehm zurück und präsentiert lediglich einige wenige etwas blutigere Einstellungen. Stattdessen legt Tom Six das Hauptaugenmerk auf die psychische Wirkung seines Szenarios, die einem dann auch durchgehend äußerst stark unter die Haut geht.

So wird beispielsweise die notwendige Operation nur ansatzweise ins Bild gerückt und man bekommt erst das Endprodukt serviert. Damit entsteht dann jedoch ein so immenser Härtegrad im Kopf des Betrachters, der jede explizite Gewaltdarstellung um ein Vielfaches übertrifft. Der Versuch, sich in die makabere Situation der Opfer hinein zu versetzen gelingt fast spielend, so das man sich selbst in die Opferrolle begibt, was die Intensität des Gesehenen noch zusätzlich unterstützt und ein extremes Gefühl der Beklemmung auslöst. Die schier unerträglichen Schmerzen der Protagonisten vermeint man am eigenen Körper zu spüren und die aussichtslose Lage hämmert sich wie in Stein gemeißelt in das eigene Hirn. Hinzu kommt die Darstellung eines Dieter Laser, der die Rolle des psychophatischen Chirurgen auf eine Art und Weise interpretiert, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Der aufkommende Wahnsinn offenbart sich dabei in Mimik-und Gestik, insbesondere der fanatische Gesichtsausdruck des Mannes sorgt für eine ganzzeitig vorhandene Gänsehaut und lässt die Ereignisse äußerst hart-und brutal erscheinen. Die Abartigkeit des Experimentes braucht überhaupt keine Unterstützung durch visuelle Härte, die Vorstellungskraft des Zuschauers ist nämlich vollkommen ausreichend, um hier den absoluten Horror zu entfachen, der mit der Wucht eines Dampfhammers auf einen einprügelt.

Es ist im Prinzip vollkommen egal wie man zu diesem Film steht, Tom Six ist es auf jeden Fall erstklassig gelungen ein Szenario zu schaffen, das einen in eine Strudel der Abartigkeit und Perversion hineinzieht, aus dem man sich unmöglich befreien kann. Obwohl man vom Geschehen angewidert ist, kann man seinen Blick nicht vom heimischen Bildschirm lösen und erliegt der grausamen Faszination einer Geschichte, die einen sehr nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis hinterlässt. Dabei ist es vor allem der tiefe Einblick in die dunklen Abgründe einer menschlichen Seele, der einem am meisten zu schaffen macht. Die hoffnungslose Situation der Opfer tut ihr Übriges, um hier Ekel und Abscheu aufkommen zu lassen, die Ungläubigkeit über das Gesehene verwandelt sich dabei immer mehr in eine Art Schockzustand, aus dem es bis zum bitteren Ende kein Entkommen gibt. Phasenweise fühlt man sich wie paralysiert und kann im Prinzip keinen klaren Gedanken fassen, zu stark wird man in den Sog der Ereignisse hineingezogen und kämpft gegen den aufkommenden Ekel an, der durch die eigene Vorstellungskraft immer wieder aufkommt.

"The Human Centipede" gehört meiner Meinung nach zu den Filmen, die man nur schwerlich als gut oder schlecht einstufen kann. Einerseits ist man wirklich von der Geschichte angewidert und stellt sich immer wieder die Frage, wie krank doch das Gehirn des Regisseurs sein muss, um überhaupt auf eine so abartige Idee zu kommen, andererseits geht vom Geschehen eine so eigenartige Faszination aus, das man den Blick unmöglich abwenden kann. Ganz bewusst wurde hier auf übermäßige visuelle Härte verzichtet und auf die psychische Wirkung gesetzt, die sich wie ein freigesetzter Virus immer tiefer im Kopf des Betrachters festsetzt. Die dabei entstehenden Gefühle sind extrem intensiv und man ist hin-und her gerissen zwischen Schockzustand, Ekel und Abscheu. Ob man sich dieses Werk unbedingt mehrmals anschauen muss wage ich zu bezweifeln, einen Blick ist die Geschichte jedoch auf jeden Fall wert.


Fazit:


Immer wieder gibt es Horrorfilme, die über das Normale hinausgehen und "The Human Centipede" zählt in meinen Augen ganz eindeutig dazu. Der hier dargestellte Horror offenbart sich insbesondere im Kopf des Betrachters und braucht keine großartigen SFX, um seine volle Wirkung zu erzielen. Wer darauf erpicht ist, sollte sich unbedingt den zweiten teil anschauen, der in dieser Beziehung weitaus mehr zu bieten hat. Hier jedoch wird hauptsächlich äußerst intensives Kopf-Kino geboten, das einen gut 90 Minuten lang so intensiv bearbeitet, das man eine geraume Zeit braucht, um das Gesehene erst einmal sacken zu lassen, bevor man wieder zur Normalität übergehen kann.


7/10

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 Betreff des Beitrags: The Human Centipede (2010)
BeitragVerfasst: 8. Aug 2013, 01:25 
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Deutscher Titel : The Human Centipede - Der menschliche Tausendfüßler
Original Titel : The Human Cenitpede (First Sequence)
Produktionsland : Niederlande
Originalsprache :Englisch, Deutsch, Japanisch
Erscheinungsjahr :2009
Länge :92 Minuten
Altersfreigabe : KJ (geschnitten) , ungeprüft (uncut)

Regie : Tom Six
Drehbuch : Tom Six
Produktion : Tom Six, Ilona Six

Besetzung:
Dieter Laser
Ashley C. Williams
Ashlynn Yennie
Akihiro Kitamura
Andreas Leupold
Peter Blankenstein

Inhalt:

Die zwei Freundinnen Lindsey und Jenny haben mir ihren Auto eine Panne und stehen in der Pampa.Um Hilfe zu holen laufen sie durch den Wald und entdecken ein Haus.Sie gehen zu dem einsamen Haus und klingen,ein Mann macht ihnen die Türe auf und bittet sie in sein Haus.Der Besitzer des Hauses Dr. Josef Heiter stellt sich als verrückter Arzt heraus,der eine eigene Kreation eines menschlichen Tausendfüßlers zusammen stellen will.Da kommen ihm die beiden Frauen gerade recht...

Kritik:


Tom Six hat ein Werk geschaffen,dass auf jeden Fall vor besonderen Einfällen nur so strotzt und auf ganzer Linie zu unterhalten weiß.Anfänglich war ich ehr skeptisch dem Werk gegenüber,da ich mich hier nicht zurück halten konnte diverse Kritiken zu lesen.Wenn ich es jetzt betrachte,war es ein großer Fehler.Die Gemüter stritten sich bei diesem Film ja sehr.Viele nannten diesen Film "abscheulich und der größte Rotz den sie jemals gesehen haben",andere wiederum meinten "Ein Meisterwerk und einer der besten Filme der letzten Jahre".Ich schließe mich hier eindeutig Meinung Nummer Zwei an.Und für diese Behauptung habe ich auch klare Gründe zu bieten!

Das Werk "The Human Centipede" ist für mich einer der intelligentesten Horrorfilme,der das Licht der Welt erblickt hat.Weit ab von den 08/15 Horrorstorys wird hier dem Zuschauer eine neue und innovative Geschichte präsentiert,die voller Raffinesse strotzt.
"The Human Centipede" ist weit mehr als ein herkömmlicher Horrorstreifen,er unterscheidet sich sehr stark von anderen Filmen.Wenn man sich die Story genau durchliest,könnte man darauf schließen,dass hier unheimlich der rote Lebenssaft fließen würde.Falsch gefehlt.Der Film bedient sich anderer intensiveren Momente als nur Goreszenen. Diese sucht man in diesem Film vergebens! Tom Six bedient sich hier einer intelligenteren Art die grausamen Momente zu schildern.Vieles sollte sich der Zuschauer selbst zurecht rücken,er lässt viel Platz für eigene Ideen.Das hat mir sehr gut gefallen.

Hinzu wurde auch einer der besten Filmschurken erweckt wie ich finde! Dr. Josef Heiter,ein genialer aber durchtriebener Arzt der seine Opfer demütigt und trotzdem irgendwie eine sympatische Art hat.Perfekt wurde dieser durch Dieter Laser verkörpert,der mich bis zu dem Zeitpunkt meiner ersten Sichtung.Aber seine Darbietung als genial,verrückter Arzt hat mich so fasziniert,dass ich den Film jedes Mal abfeier,wenn ich ihn sehe.Bemerkenswert sich auch seine Wutausbrüche,die im Film (besonders im O-Ton) gut zur Geltung kommen.Für mich kann sich Dr. Heiter mit zu den genialsten Bösewichten der Filmgeschichte einreihen.

Gerade durch seine seltsame Erzählweisse ist dieser Film eine Perle der Filmgeschichte und es kommt niemals auch nur Ansatzweise zu Langeweile.Auch wenn der Film stellenweise sehr dialoglastig ist,unterhält er auf voller Linie.Ist im Grunde genommen wie bei Tarantino Filmen.Diese leben auch von ihren Dialogen und werden niemals zäh oder eintönig.

Fazit: The Human Centipide ist ein Meisterwerk und gehört in jede Sammlung von Horrorfilm Fans.Diese werden definitiv auf ihre Kosten kommen.....am besten den Film im O-Ton anschauen,da im Original auch oftmals deutsch gesprochen wird.


Wertung 10/10

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"Alles, was ich habe auf dieser Welt, sind meine Eier und meine Wort, und das breche ich nicht, für niemanden, ist das klar?" -Tony"Scarface" Montana


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 Betreff des Beitrags: Re: The Human Centipede (2009)
BeitragVerfasst: 17. Okt 2013, 10:16 
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Beiträge: 107
Geschlecht: nicht angegeben
The Human Centipede-ein Film,extrem krank,utra böse und solide inszeniert.Tom Six hat von der Grundidee her,sowie atmosphärisch einer der wohl krankesten Werke geschaffen,die die Filmwelt jemals zu sehen bekommen hat.Was anfangs in ruhigen Bilder eingefangen wird,steigert sich nach und nach immer mehr und endet in einem Alptraum der bösesten Art.Mir persönlich gefällt die Art,wie an diesem Werk rangegangen worden ist,wobei ich sagen muss,das ich erst dachte,es handele sich hierbei um einen Experimentalfilm.Das diese Perle ein"Spielfilm"ist,macht allerdings nichts und kann bestens unterhalten.Der Film ist vom Charackter her eher ruhig,funktioniert aber sehr gut,da er sehr stimmig agiert.Es sind die Momente,wo die musikalische Untermalung bestens mit den Bildern zusammenarbeiten.Teils schüttelte ich schon meinen Kopf und fragte mich,wie man auf solch abartig-geniale Ideen kommen kann.Erwartet man ein Gorefilm,in dem endlos geschlachtet wird,wird man enttäuscht sein,denn es ist ein Film,der auf Atmosphäre ausgelegt ist.Gut,hin und wieder fliesst ein wenig Blut,man bekommt bei der OP Nahaufnahmen der Wunden zu sehen,aber das war es im groben und ganzen schon.Diese Effekte sind allerdings recht gut gemacht.Aber wie schon erwähnt,diese stehen hier nicht im Mittelpunkt.Die Kulisse wirkt steril und aufgeräumt,da man fast nur weisse Wände,ein Schwimmbad und hin und wieder den Garten des Doktors zu sehen bekommt.Ich finde,das es sich perfekt auf´s Gesamtbild auswirkt.Die Darsteller machen ihre Sache sehr gut und lassen den Betrachter des Films an ihren Ekel und Leid buchstäblich teilnehmen.Bildtechnisch bewegt sich die BD definitiv im guten Bereich.Grobes Korn,Bildflimmern und Kantenstufen bekommt man fast kaum zu sehen.Der Ton ist auch in Ordnung.Für mich einer der besten,ruhigsten und von der Grundidee her einer der krankesten Filme,die ich in der letzten zeit zu sehen bekommen habe.

Ich gebe dem Film 8,5/10 Punkte

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Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kommen die Toten auf die Erde zurrück


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 Betreff des Beitrags: Re: The Human Centipede (2009)
BeitragVerfasst: 22. Mai 2016, 20:28 
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Geschlecht: männlich
Ich habe diesen Film vor ein paar Tagen das erste Mal gesehen, und ich hatte recht hohe Erwartungen, da sich doch überwiegend positive Meinungen tummeln. Es gibt auch einige positive Aspekte, denn der Ansatz ist hier mal ein ganz anderer, als wie man ihn aus manch anderem Folterfilm, denn dazu würde ich Human Centipede hier zählen, kennt, denn die "Verknüpfung" der Menschen in eine Art Tausendfüßler ist schon etwas ganz anderes. Auch die Brutalität ist hier eher auf der psychischen Ebene zu sehen als das man jetzt wirklich explizite Gewaltdarstellung erfährt. Leider ist der psychische Aspekt aber so gar nicht bei mir angekommen. Ja, das ist extrem perfide, aber insgesamt auch sinnfrei. Vielleicht denke ich auch beim Ansehen zu viel über diesen Film nach, aber insgesamt gibt er mir einfach zu wenig, als das ich ihn gut nennen könnte. Einzig das er nicht im Einheitsbrei untergeht, ist viel Wert aber gerade auch aus medizinischer Sicht ist das schon extremer Bullshit, der da geboten wird. Deshalb kann es einfach keine hohe Note von mir geben. Mit ach und krach und Augen zu und ganz viel gutem Willen gerade so 04/10.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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