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 Betreff des Beitrags: Vampire Nation (2010)
BeitragVerfasst: 12. Dez 2012, 16:18 
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Vampire Nation
(Stake Land)
mit Danielle Harris, Michael Cerveris, Connor Paolo, Kelly McGillis, Bonnie Dennison, Nick Damici, Sean Nelson, Chance Kelly, Adam Scarimbolo, Marianne Hagan, Gregory Jones, Stuart Rudin, Eilis Cahill, Traci Hovel,
Regie: Jim Mickle
Drehbuch: Nick Damici / Jim Mickle
Kamera: Ryan Samul
Musik: Jeff Grace
Keine Jugendfreigabe
USA / 2010

Aus heiterem Himmel bricht die Vampirkatastrophe über Amerika herein und verwandelt weite Teile der Bevölkerung in blindwütige Blutsauger. Der jugendliche Martin überlebt die Ausrottung seiner Familie nur mit Hilfe des zufällig vorbei kommenden Vampirjägers Mister und weicht diesem fortan auf dessen Odyssee Richtung Kanada nicht mehr von der Seite. Unterwegs treffen sie andere Überlebende, die aber nicht alle freundlich sind, und geraten schließlich kurz vor dem Ziel mit einer Gruppe religiös motivierter Vigilanten aneinander.


Von den ganzen neuartigen Vampirfilmen der letzten Jahre ist "Vampire Nation" mit großem Abstand das Beste, was einem seit langer Zeit unter die Augen gekommen ist. Regisseur Jim Mickle (Mulberry Street) hat hier eine fantastische Mischung aus Endzeitszenario und Vampirfilm gefunden, die den Zuschauer von der ersten Minute an totl in ihren Bann zieht. Mickle ist bei seiner Geschichte nicht in blinden Aktionismus verfallen um eine entsprechende Zielgruppe zu befriedigen, die einen Film lediglich nach dem enthaltenen Härtegrad beurteilt. Vielmehr setzt er auf eine gut erzählte Story, die über eine eher ruhige Erzählstruktur verfügt, die dem Betrachter aber umso mehr unter die Haut kriecht und dabei eine ungeheuer starke Intensität entfaltet. Das liegt in erster Linie in der fantastisch eingefangenen Endzeitatmosphäre begründet die schon in den ersten Minuten des Geschehens extrem stark in den Vordergrund rückt. Zudem werden die Hauptfiguren des Szenarios gekonnt in den Mittelpunkt gerückt und ihre schier endlose Odysee durch ein zerstörtes Land beleuchtet.

Das soll jetzt aber keinesfalls bedeuten, das "Vampire Nation" keine Härte enthält, nur wurden die enthaltenen Passagen absolut perfekt über die gesamte Laufzeit verteilt. Dabei handelt es sich um streckenweise wirklich ziemlich derbe Szenen, so das man schon ein wenig überrascht darüber sein kann, das dieses Werk es geschafft hat, in Deutschland ungeschnitten zu erscheinen. Es ist gerade die fast schon bedächtige Erzählstruktur im Zusammenspiel mit den immer wieder eingeführten Temposteigerungen, die hier für ein exzellentes Filmerlebnis sorgt, das vor allem durch seine düstere-und beklemmende Grundstimmung voll zu überzeugen weiss. Wie eine zentnerschwere Last legt sich das Geschehen auf die Schultern des Zuschauers, der sich der immensen Wirkung der Ereignisse einfach nicht erwehren kann. Dabei ist es ganz besonders die vollkommene Trost-und Hoffnungslosigkeit, die einem hier schwer zu schaffen macht, verspürt man doch den ganzen Film über das Gefühl, sich selbst in dieser scheinbar auswegslosen Situation zu befinden.

Erschwert wird das Ganze noch zusätzlich durch die Tatsache, das die Hauptcharaktere sich nicht nur gegen die Blutsauger zur Wehr setzen müssen, sondern auch von der sogenannten "Bruderschaft" verfolgt werden, bei der es sich um eine große Gruppe religiöser fanatiker handelt. So kämpfen also auch Menschen gegen Menschen, was bei der aussichtslosen Lage schon wie ein schlechter Witz erscheint, die Intensität der Geschichte aber noch zusätzlich hervorhebt. Es ist geradezu ein Paradebeispiel dafür, das Menschen in jeglicher Situation nicht aus ihrer haut herauskonnen und sich anstatt zusammenzuhalten auch noch selbst bekämpfen. Für den Storyablauf an sich ist das ein ganz wesentlicher Faktor, erhält das Szenario dadurch doch auch eine erhebliche Tiefe, was ansonsten in Filmen dieser Art nicht unbedingt der Fall ist und als sehr wohlwollende Abwechslung angesehen werden kann. Wo andere Vampirfilme der neueren Art immer diverse Schwächen aufweisen, kommt "Vampire Nation" als ein Film daher, in dem die einzelnen Komponenten perfekt miteinander harmonieren und so ein herausragendes Gesamtwerk ergeben, das meiner persönlichen Meinung nach zum Besten gehört, was das Subgenre je hervorgebracht hat.

Mit dafür verantwortlich zeichnet ganz bestimmt auch die hervorragend agierende Darstellerriege, denn bis in die kleinsten nebenrollen sind die einzelnen Figuren mit den perfekten schauspielern besetzt. So gibt es beispielsweise auch ein Wiedersehen mit einer Kelly McGillis, die man auf den ersten Blick in der Rolle einer Nonne überhaupt nicht erkennt. Sämtliche Akteure legen absolut überzeugende Leistungen an den Tag und wirken vor allem äusserst authentisch und sehr glaubwürdig. Am meisten beeindruckt hat mich dabei Connor Paolo in der Rolle des jungen Martin, kann man doch bei ihm die Wandlung eines Teenagers in einen Mann perfekt nachvollziehen. Trotzdem bringt er auch immer wieder die Ungläubigkeit und Unsicherheit eines Kindes zum Ausdruck, das einfach nicht begreifen kann, warum sein leben auf einmal vollkommen aus den Fugen geraten ist. Hier kommt man dann zwangsläufig zu der wohl größten Stärke des Filmes die ganz einfach in der Tatsache begründet ist, das man im Prinzip keinerlei Erklärung dafür geliefert bekommt, wie und warum die Vampirseuche über die USA gekommen ist. Von der ersten Einstellung an wird man einfach mit diesem Fakt konfrontiert, was den Ereignissen eine noch unheilvollere Seite verleiht. Bemängelt man ansonsten in Filmen fehlende Hintergrundinformationen, so ist diese Maßnahme in vorliegendem Werk absolut perfekt gewählt und unterstreicht das geniale Enzeitszenario.

Letztendlich ist "Vampire Nation" ein Film, der in allen Belangen aus dem breiten Einheitsbrei sehr positiv heraussticht. Man könnte das Werk auch als Kombination aus "28 Days later" und John Carpenter's "Vampire" bezeichnen, denn dieser Vergleich drängt sich doch in mehreren Passagen förmlich auf. Wie dem aber auch sei, wer aussergewöhnliche Vampirfilme zu schätzen weiss, kommt an dieser Geschichte keinesfalls vorbei.


Fazit:


Jim Mickle hat endlich das geschafft, was auch schon viele andere Regisseure in den letzten Jahren eher vergeblich versucht haben. Er hat einen modernen Vampirfilm geschaffen, bei dem wirklich alle Zutaten perfekt miteinander harmonieren und so ein letztendlich perfektes Gesamtwerk ergeben. Viel Spannung, eine tolle Story, hervorragende Schauspieler und eine geniale Endzeitatmosphäre machen diesen Film zu einem wahren Erlebnis, das man keinesfalls verpassen darf.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Niederländisch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 95 Minuten

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