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 Betreff des Beitrags: We Are Still Here - Haus des Grauens (2015)
BeitragVerfasst: 11. Feb 2016, 19:11 
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We Are Still Here - Haus des Grauens
(We Are Still Here)
mit Barbara Crampton, Andrew Sensenig, Lisa Marie, Larry Fessenden, Monte Markham, Susan Gibney, Michael Patrick Nicholson, Kelsea Dakota, Guy Gane, Elissa Dowling, Zorah Burress, Marvin Patterson, Connie Neer
Regie: Ted Geoghegan
Drehbuch: Ted Geoghegan
Kamera: Karim Hussain
Musik: Wojciech Golczewski
FSK 16
USA / 2015

Anne und Paul Sacchetti haben bei einem Autounfall ihren einzigen Sohn verloren. Um wieder zurück ins Leben zu finden, ziehen sie in ein abgelegenes Landhaus. Doch bald mehren sich in dem Haus einige unheimliche und unerklärliche Vorkommnisse. Die beiden suchen bei May und Lacob Lewis, einem befreundeten Paar, nach Hilfe. Die Lewis beschäftigen sich seit Jahren mit solch mysteriösen Phänomenen. Sie sollen dem Spuk ein Ende bereiten. Schnell wird klar, dass eine rachsüchtige Geister-Familie das Haus bewohnt und alle Neuankömmlinge attackiert. Von den Einwohnern der Stadt ist keine Hilfe zu erwarten hütet doch das ganze Dorf ein sehr dunkles Geheimnis.


Einmal mehr steht ein ominöses Spukhaus im Mittelpunkt einer Geschichte und dennoch weicht "We Are Still Here" ein wenig von den ansonsten üblichen Haunted House Vertretern ab. In der Hauptsache liegt das darin begründet, das Regisseur Ted Geoghegan (Hatchet III) auch diverse Splatter und Gore Elemente beigemischt hat, die sich allerdings erst zum Ende der Geschichte hin zu erkennen geben. Zunächst einmal beginnt nämlich alles äußerst ruhig und behutsam, wobei es Geoghegan recht gut gelungen ist, von der ersten Minute an eine ziemlich deprimierende Grundstimmung zu erzeugen. Diese tritt schon bei der Einführung der beiden Hauptfiguren zu Tage, denn das ältere Ehepaar Sachetti hat durch einen tragischen Unfall seinen erwachsenen Sohn verloren und dieser Umstand ist insbesondere der Mutter stark anzumerken, die sich ganz augenscheinlich überhaupt nicht damit anfreunden kann. Die Geschehnisse zeichnen sich dann in den ersten Minuten auch hauptsächlich durch eine bedrückende Stille aus, da das Ehepaar kaum miteinander redet. Das sorgt natürlich nicht unbedingt für intensive Charakter Zeichnungen, gibt jedoch andererseits die Gefühlslage der beiden sehr gut wieder.

Die Location des alten Landhauses wirkt nicht gerade einladend und auch diverse Kameraeinstellungen der einzelnen Zimmer hinterlassen keinen einladenden Eindruck beim Zuschauers. Man vermeint vielmehr spüren zu können, das hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht und diese Vorahnung soll sich dann in der Folge auch eindrucksvoll bestätigen. Zunächst wirkt das Szenario aber keinesfalls sonderlich bedrohlich, so das insbesondere im ersten Teil der Erzählung kaum so etwas wie ein gepflegtes Gruselgefühl aufkommen will. In diesem Aspekt ist dann aber auch der einzig negative Kritikpunkt zu suchen, da ansonsten wirklich sämtliche Zutaten vorhanden sind. um für ein spannendes Filmerlebnis zu sorgen. Natürlich liegt das auch im Auge des Betrachters und dessen Empfinden, denn es ist durchaus nachvollziehbar, wenn der hier zum Vorschein kommende Horror eventuell nicht bei jedem den Funken überspringen lässt. Bei mir selbst hat "We Are Still Here" aber definitiv gezündet, auch wenn das Werk ganz sicher nicht frei von irgend welchen Mängeln ist. Einer ist sicherlich darin zu finden, das es kaum erschöpfende Erklärungen für die Vorkommnisse gibt, die sich im Laufe der Zeit in dem Landhaus abspielen. Man kann zwar einige Dinge erahnen und manche der Dorfbewohner treten auch immer wieder mit diversen Andeutungen auf den Plan, wirklich lückenlose Erklärungsversuche bekommt der Zuschauer dabei jedoch leider nicht angeboten.

So läuft es am Ende dann auch auf ein recht offenes Finale hinaus und es wird eine ganze Menge der Fantasie des Betrachters überlassen. Das mag manch einen eher stören, doch mir hat gerade das offene Ende äußerst gut gefallen, kann man sich so doch der eigenen Vorstellung hingeben und die Abläufe für sich selbst interpretieren. An diesem Punkt haben die Macher also eine Menge richtig gemacht, was ebenso auf den Hauch der 80er Jahre Atmosphäre zutrifft, die diesen Film immer wieder durchstreift. "We Are Still Here" ist also keinesfalls perfekt, bietet aber auf jeden Fall richtig gute Genrekost, die streckenweise auch diverse recht derbe Einstellungen zu bieten hat. In den letzten Minuten nimmt das bis dahin eher ruhige Geschehen nämlich nicht nur ordentlich an Tempo auf, es treten auch mehrere Splatter und Gore Einlagen in den Vordergrund, die man in einem Haunted House Vertreter eher selten zu Gesicht bekommt. De erscheint es bei manchen Szenen schon erstaunlich das dieses Werk mit einer 16er Freigabe davon gekommen ist, denn schon ganz andere Filme sind wegen weitaus harmloseren Passagen höher eingestuft worden.

Im Prinzip ist das aber auch vollkommen egal, denn letztendlich ist es doch das Gesamtpaket das man hier bewerten sollte. Und dieses ist trotz kleinerer Mängel ziemlich gelungen, was manch einer aber vielleicht völlig anders sehen wird. Mir hat "We Are Still Here" jedenfalls sehr gut gefallen und insbesondere die Kombination aus verschiedenen Sub Genres des Horrorfilms empfand ich als extrem angenehm. Mit einer deprimierenden Grundstimmung, einem sehenswerten Härtegrad und diversen gruseligen Momenten ergibt sich so in der Summe ein größtenteils stimmiger Gesamteindruck, so das man an dieser Stelle definitiv eine Empfehlung aussprechen kann.


Fazit:


Ein ruhiger Beginn und ein recht deftiges Finale, dazwischen ein gelungener Spannungsaufbau und eine Atmosphäre, die an die Gruselfilme der 80er Jahre erinnert, so trifft man den Nagel wohl genau auf den Kopf. Die Meinungen bei diesem Film werden bestimmt auseinander gehen, denn nicht jeder ist empfänglich für den eher subtilen Horror, der erst am Ende seine volle Wucht und Intensität entfalten kann.


8/10


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