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 Betreff des Beitrags: Bloodline - Der Killer (2011)
BeitragVerfasst: 29. Sep 2013, 14:29 
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Bloodline - Der Killer
(Bloodline)
mit Francesca Faiella, Virgilio Olivari, Marco Benevento, Alessandra Aulicino, Monica Citarda, Valentina Del Rio, Roberta Fossile, Francesco Malcom, Francesco Mastrorilli, Elena Ravaioli, Paolo Ricci, Fabio Rizzuto, Bruno Valente
Regie: Edo Tagliavini
Drehbuch: Mario Calamita / Virgilio Olivari / Edo Tagliavini
Kamera: Marina Kissopoulos
Musik: Claudio Simonetti
keine Jugendfreigabe
Italien / 2011

Sandra und ihr Kollege Marco werden von ihrem Boss zu einem Porno-Set geschickt, um einen Hintergrundbericht zu machen. Alles scheint ganz und gar normale, alltägliche journalistische Routine zu sein, doch etwas ist anders. Der Film wird an genau jener Location gedreht, an der vor 15 Jahren Sandras kleine Schwester von einem Serienkiller, den die Zeitungen nur Der Chirurg nennen, ermordet wurde. Sandra zögert, sich ihren Ängsten zu stellen, nimmt den Auftrag aber schließlich an. Doch die Vergangenheit ruht nicht, der Chirurg oder ein Nachahmer ist zurück. Damit nicht genug erwachen seine Opfer wieder zum Leben und morden ebenfalls...


Wenn man ein Fan des italienischen Horrorfilms ist, dann freut man sich natürlich immer wieder über eine neue Produktion aus dem Land, das mit Regisseuren wie beispielsweise Dario Argento, Mario Bava oder auch Lucio Fulci echte Könner ihres Faches hervorgebracht haben. In den letzten jahren ist es ja um italienische Filme etwas ruhiger geworden und leider kann auch "Bloodline - Der Killer" keinerlei neue Impulse liefern, die das italienische Genre-Kino wiederbeleben würden. Edo Tagliavini hat hier einen Regie-Debüt abgeliefert, das zwar phasenweise durchaus gute Momente beinhaltet, in seiner Gesamtheit jedoch viel zu unausgegoren und unrund erscheint, als das man von einem wirklich überzeugendem Film sprechen könnte. Vielleicht mag dies teilweise im niedrigen Budget begründet sein das mit geschätzten 70.000 Euro nicht gerade viel Spielraum für großartige Erwartungen lässt, doch das man auch mit wenig Geld viel bewerkstelligen kann, haben schon etliche andere Filme eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In vorliegendem Fall überkommt einen aber eher das Gefühl, das die Macher etwas besonders Innovatives auf die Beine stellen wollten und sich dabei größtenteils in das eigene Fleisch geschnitten haben. Dabei beginnt die Geschichte recht verheißungsvoll und legt sogleich ein angenehmes Tempo vor, das jedoch gleich darauf wieder für eine ganze Weile wie vom Erdboden verschluckt erscheint.

Stattdessen wird dem Zuschauer eine zu lang geratene Beleuchtung der eher nichtssagenden Charaktere geliefert, von denen insbesondere der Porno-Regisseur Klaus Kinki (!) die volle Aufmerksamkeit erregt, denn nicht umsonst wurde wohl der fast identische Name des als Exzentriker verschrienen deutschen Schauspielers Klaus Kinski benutzt, dessen Eigenschaften ganz offensichtlich kopiert werden sollen. Das gelingt allerdings mehr schlecht als recht und ist auch vielmehr als Fußnote in einem ansonsten teils schläfrigen Geschehen zu betrachten, das erst nach gut 45 Minuten ein wenig an Fahrt aufnimmt. Hier ist nämlich endlich der Zeitpunkt erreicht, an dem das Morden beginnt und zugegebenermaßen beinhaltet der Film für das geringe Budget einige äußerst sehenswerte Effekte, die streckenweise sogar recht derbe-und blutig ausfallen. In dieser Beziehung vermag man sich also nicht wirklich zu beschweren, vielmehr ist es die Erzähl-Struktur an sich, die einem größtenteils die Haare zu Berge stehen lässt. Wird man doch mit diversen Ereignissen konfrontiert, die man ohne Weiteres als absolut hanebüchen und an den haaren herbeigezogen bezeichnen kann. So erwachen die Getöteten ohne ersichtlichen Grund wieder zum Leben, um dann als Zombies die lebenden anzufallen, was in diesem Fall wirklich schon als ziemlich grotesk bezeichnet werden kann, da dem Zuschauer nicht die kleinste Erklärung dafür geliefert wird.

Doch auch ansonsten strotzt die Story nur so vor unlogischen Verhaltensweisen der Protagonisten, beinhaltet einige visionsartige Passagen die auch gern mal für etwas Verwirrung Sorge tragen und wird von äußerst leblosem Schauspiel durchzogen, das keinerlei echte Emotionen zum Betrachter transportiert. Vielmehr erscheinen die Darstellungen zumeist regelrecht künstlich und aufgesetzt, wobei auch ein Hauch unpassender Theatralik nicht gänzlich zu verleugnen ist. Man merkt also, das "Bloodline - Der Killer" alles andere ist als ein filmisches Meisterwerk, denn offenbart sich einem doch vielmehr ein größtenteils amateurhaftes Szenario, dem man fast krampfhaft eine künstlerische Note verleihen will um an die guten alten Zeiten von Bava & Co. zu erinnern. Dieser Versuch muss aber letztendlich als gescheitert angesehen werden, denn normalerweise dürfte man die von mir aufgezählten Namen bekannter Regisseure überhaupt nicht mit diesem Werk in Verbindung bringen, da dies fast schon mit einer Beleidigung gleichzusetzen ist. Einige untaugliche Anlehnungen lassen einen aber definitiv die gescheiterten versuche erkennen, gewisse Stilmittel einfließen zu lassen, die dem betrachter in weit gelungenerer Form aus größeren Produktionen bekannt sind.

Lediglich die letzten Minuten des Treibens entschädigen ein wenig für viel Leerlauf, denn in den letzten Atemzügen erhöht sich noch einmal das Tempo und die Ereignisse wirken schon fast furios. Die längst geklärte Identität des Mörders spielt hier eine sehr untergeordnete Rolle, wobei sich schon im vorherigen Verlauf der Ereignisse nie ein wirklicher Überraschungsmoment aus diesem Aspekt ergeben hat, da doch alles ziemlich vorhersehbar daher kommt und man schon nach einer relativ kurzen Zeitspanne erkennen kann, in welche Richtung der Hase laufen wird. Das bedeutet dann auch gleichzeitig, das man keinesfalls auf viel Spannung hoffen sollte, denn diese bewegt sich doch in einem extrem überschaubaren Rahmen, was aber letztendlich nahezu perfekt in das stark misslungene Szenario hineinpasst und den Film so gesehen im Prinzip perfekt abrundet.


Fazit:


"Bloodline - Der Killer" ist ein eher untauglicher Versuch, mehrere Sub-Genres des Horrors miteinander zu verbinden. Der Mix aus Slasher, Mystery und plötzlich wie aus dem Nichts auftretenden Zombie-Elementen erscheint phasenweise wirr und ohne jegliche Inspiration, lediglich einige nette Effekte sorgen dafür, das dieses Werk nicht zum totalen Rohrkrepierer mutiert.


3/10

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