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 Betreff des Beitrags: Butcher Boys (2012)
BeitragVerfasst: 17. Jun 2014, 16:45 
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Butcher Boys
(Butcher Boys)
mit Ali Faulkner, Johnny Walter, Derek Lee Nixon, Tory Tompkins, Gregory Kelly, Phillip Wolf, Matt Hensarling, Jon Clinkenbeard, Matt Beene, Katie Patterson, Jack Lee, Justin Meeks, Tom Byrne, Tank Turner
Regie: Duane Graves / Justin Meeks
Drehbuch: Kim Henkel
Kamera: Ricardo Diaz
Musik: Josh Morrow
keine Jugendfreigabe
USA / 2012

Es sollte eine Nacht voller Spaß werden, doch am Ende steht der blanke Terror. Als Sissy und ihre Freunde ungewollt einen Autounfall mitverschulden, bei welchem ein Hund angefahren wird, beschwören sie damit den Zorn der Butcher Boys herauf. Einer nach dem anderen wird von der psychopathischen Gang gejagt und zur Strecke gebracht, bis nur noch Sissy übrig ist. Ganz auf sich allein gestellt, muss Sissy erkennen, dass sie es mit mehr als nur Mördern zu tun hat. Sie findet sich im denkbar schlimmsten Albtraum wieder, aus welchem es kein Entkommen gibt.


Bei manchen Filmen kann es immer mal wieder vorkommen, das der Titel und die Inhaltsangabe den Zuschauer in eine falsche Richtung lenken und gleichzeitig nur annähernd preisgeben, was einen denn nun wirklich erwartet. So verhält es sich auch beim vorliegenden "Butcher Boys", bei dem man wohl in der Hauptsache einen recht blutigen Horrorfilm erwartet und letztendlich aber mit einem filmischen Wahnsinn konfrontiert wird, der sich hauptsächlich in der zweiten Filmhälfte zu erkennen gibt. So verläuft dann die Einführung in die von Kim Henkel (Blutgericht in Texas) geschriebene Geschichte auch noch nach den üblichen Gesetzen eines Terror-Filmes, in dem eine scheinbar knallharte Gang Jagd auf einige Teenager macht, die lediglich für die Verletzung eines Hundes verantwortlich zeichnen. Von einem Höchstmaß an visueller Härte ist dabei allerdings recht wenig zu verspüren, denn bis auf einige wenige blutige Einstellungen hat der Film nicht sonderlich viel zu bieten, so das man sich hier von Beginn an keinerlei Hoffnungen auf ein extrem hartes Spektakel machen sollte. Zudem sollte man auch im Vorfeld schon keinerlei Erwartungen an einen wirklich ernst zu nehmenden Beitrag hegen denn mit der Zeit wird immer klarer, das es sich hier viel eher um einen äußerst trashigen Mix aus Horror-und Terrorfilm handelt.

So ist das Werk von Duane Graves und Justin Meeks zu keiner Zeit wirklich ernst zu nehmen und aufgrund dieses Aspektes auch nur einer bestimmten Zielgruppe zu empfehlen, entfaltet sich doch immer mehr ein kruder Mix, der inhaltliche Anleihen an Filme wie "Texas Chainsaw Massacre", "The Lost Boys" und auch "Haus der 1000 Leichen" beinhaltet. Insbesondere der filmische Wahnsinn des zuletzt genannten Titels von Rob Zombie kommt dabei besonders zum tragen, wobei "Butcher Boys" keinesfalls die Qualität von Zombie's Regie-Erstling erreichen kann. Zu unausgegoren und wirr erscheint nämlich vor allem der zweite Teil der Geschichte, in dem der Zuschauer relativ schnell zu der Erkenntnis gelangt, das man hier schon zu viel des Guten bewerkstelligt hat. Vollkommen überzogen und streckenweise albern gestalten sich die Ereignisse, wobei man auf die Handlungsweisen diverser Protagonisten gar nicht näher eingehen möchte, da einem allein schon bei dem Gedanken an die fehlende Logik auch die letzten Haare ausfallen. Es ist schon phasenweise viel zu bizarr was sich dem Betrachter hier eröffnet und selbst mit einer ausgeprägten Vorliebe für Trash kann man im Endeffekt zu einem maximal durchschnittlichen Gesamteindruck gelangen. Eine gradlinige Story und ein wenig mehr Inhalt wären an dieser Stelle sicherlich hilfreich gewesen, aber das Drehbuch von Henkel ist dermaßen löchrig und unausgegoren, das man phasenweise nur die Hände vor dem Kopf zusammen schlagen kann.

Charakter-Beleuchtungen gibt es im Prinzip überhaupt nicht, man wird lediglich immer wieder mit neuen Gesichtern konfrontiert, über die man allerdings gar nichts erfährt und so auch keinerlei Bezug zu einer der Figuren aufbauen könnte. Es findet also keinerlei Identifikation statt und so verfolgt man auch eher unbeteiligt die Geschehnisse die hier in etlichen Phasen schon zu äußerst skurriler Situationskomik führen, was man dem Film letztendlich positiv anschreiben kann. Und dann wäre da auch noch die recht gelungene Grundstimmung des Ganzen, die durchgehend wunderbar siffig daher kommt und ehrlich gesagt das einzige wirkliche Highlight dieser Produktion darstellt, in der ansonsten nicht unbedingt viel richtig gemacht wurde. Man sagt nicht umsonst das zu viele Köche den Brei verderben würden und bei "Butcher Boys" trifft diese Redewendung genau ins Schwarze. Der Mix aus mehreren Genre-Klassikern ist sicherlich gut gemeint, fällt in der Umsetzung jedoch ziemlich mangelhaft aus. Man hätte weitaus mehr bewerkstelligen können als dem Zuschauer ein inhaltlich fast leeres Szenario zu verkaufen, an dem selbst eingefleischte Trash-Liebhaber nur bedingt ihre Freude haben werden.

Teilweise beinhaltet "Butcher Boys" sehr wohl einige nette Schauwerte und lässt auch diverse starke Momente erkennen, in seiner Gesamtheit kann der Film jedoch nicht wirklich überzeugen. Wer sich auf einen gradlinigen Horrorfilm mit viel Blut und härte einstellt wird sicherlich enttäuscht sein, Freunde grotesker Szenarien dürften zumindest teilweise auf ihre Kosten kommen. Gestaltet sich die erste Hälfte noch einigermaßen nachvollziehbar, so verfällt das Geschehen danach in einen filmischen Wahnsinn den man selbst gesehen haben muss, um sich ein Urteil darüber erlauben zu können. Man sollte also schon im Vorfeld wissen auf was man sich hier einlässt, denn ansonsten könnte man am Ende doch mit einem ziemlich ernüchternden Gefühl zurück gelassen werden und sich nicht zu Unrecht die Frage stellen, was man da soeben eigentlich gesehen hat.


Fazit:


Trotz etlicher Schwächen bin ich im Endeffekt zumindest zu einem durchschnittlichen Gesamteindruck gelangt, da ich persönlich schon eine gewisse Vorliebe für diese skurrilen Filmchen habe, die wenigstens einen gewissen Unterhaltungswert beinhalten. Dennoch hätte ich mir etwas mehr Story erwartet und an etlichen Stellen hätte man auch sparsamer mit den vollkommen überzogenen Passagen umgehen können. So kann man letztendlich auch nur eine bedingte Empfehlung an all jene aussprechen, die einen teils wirren Mix aus mehreren Genre-Klassikern zu schätzen wissen und dabei keinerlei Ansprüche an die Logik hegen, die hier so gut wie gar nicht vorhanden ist.


5,5/10

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