Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Cabin in the Woods (2011)
BeitragVerfasst: 10. Dez 2012, 21:38 
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Inhalt:

Eine Gruppe von jungen Leuten macht sich auf in die Wälder, um ein Paar gemütliche Tage in einer Waldhütte zu verbringen. Alles beginnt ganz idyllisch, doch dann bekommen sie es mit allerlei mysteriösen und monströsen Ereignissen zu tun. Dabei ist nichts, wie es scheint. "You think you know the story? Think again!"

Kritik inkl. kleiner Spoiler:

Was ist wahre Leidenschaft zum Horrorfilm? Das Herunterkurbeln der immer gleichen Abläufe, mal mehr, mal weniger originell verpackt und das willenlose Abnicken des ewig konsumierenden Publikums? Oder ist es das Aufzeigen und genüssliche Zurschaustellen aller Schwächen und Makel, die das Genre bis tief zurück in die 80er Jahre behaftet? Wes Craven hat diese Frage bereits gestellt, Drew Goddard und Joss Whedon beantworten sie. Mit geradezu chirurgischer Präzision legen sie die inneren Organe des Horrorkinos frei und beweisen, dass es nur noch durch Zerstörung zu retten ist. Dabei ist ihnen jedes Klischee lieb und billig, um eine große Inszenierung zu vervollständigen, die bis jetzt einmalig scheint.

Was als Hommage an "Tanz der Teufel" beginnt, entwickelt sich dabei rasend schnell zu einer Tour De Force, die wirklich jeden Aspekt abklappert. Relativ schnell wird nämlich klar: hier werden alle bekannten Motive aufgegriffen, eben weil wir Horrorfans sie so lieben. Hinterwäldler, Monster, dämliche Entscheidungen der Twens - alles dabei und doch ganz anders. Diesmal wird hinterfragt! „Wir sollten uns trennen, so können wir besser suchen." - „Wieso eigentlich?" Alleine dieser Dialog lässt die Zunge schnalzen und befreit, weil dieser Moment schon so lange überfällig war. Derlei Beobachtungen sind ständig zu verzeichnen, dass man Angst bekommt, man könnte etwas übersehen. Gespickt ist das Ganze noch mit vielen Überraschungen und bösen Pointen.

Der Spaß an „Cabin In The Woods" rührt dann ganz einfach daher, dass die Mechanismen des Horrors und das Reglement ganz offen angesprochen werden. Dabei bekommt jede Horrorkultur ihr Fett weg. Besonders gelungen dann auch die kurzen, aber treffenden Seitenhiebe auf das fernöstliche Gruselkabinett und deren merkwürdige Wirkung auf westliche Zuschauer.

Härtetechnisch geht es durchweg zur Sache, aber nie übermäßig brutal oder selbstzweckhaft. Blut und Splatter werden dezent und stilvoll eingesetzt. Das Infernal-Finale ist dann nur ausufernd, weil es eben eine weitere Konvention ist, die befriedigt werden muss. Gleichzeitig wird es aber ad absurdum geführt, wenn vor lauter Gemansche nicht mehr oben von unten unterschieden werden kann. Da treffen absichtlich mies anmierte Riesenschlangen (Asylum-Style) auf Killerclowns, dass es eine wahre Freude ist. Trotz allem wird am Ende ganz klar, dass es der ursprüngliche Horror ist, der Eindruck hinterlassen hat. Uralte Kreaturen, Geschöpfe wie aus dem Lovecraftschem Schaffen, die immer noch am meisten Schaudern lassen. Das man sich dabei bedeckt hält und so mancher Zuschauer deswegen enttäuscht sein wird, ist dann nur ein weiterer Grund, dieses Phänomen anzusprechen, wenn auch nur in einem Satz. Dieser lässt dann aber wohl jeden, der das Unbekannte liebt, grinsen.

Wenn der Abspann zu den Klängen von „Nine Inch Nails" abläuft, wird man mit einem zufriedenen Gefühl zurückbleiben. Man hat etwas neues gesehen, etwas originelles und das allein reicht schon völlig. Eine Fortsetzung wird gar völlig verneint. Bravo!


„Cabin in the Woods" ist kein Horrorfilm, es ist vielmehr ein Kommentar dessen, was wir am gespielten Schrecken lieben und welchen Blödsinn wir dafür immer und immer wieder in Kauf nehmen. Eine hintergründige Analyse, aber auch offensiv genug, um selbst dem letzten Denkfaulen zu zeigen, dass das Genre ewig auf der Stelle tritt. Die festen Regeln blockieren sämtliche Kreativität und liegen wie schwere Ketten an. Um diese zu sprengen, muss sich der Horror selbst überwinden.

„Tucker & Dale" haben es auf ulkige Art vorgemacht und hier wird es erbarmungslos auf die Spitze getrieben. Wer sich an so einer Zerstörungswut erfreuen kann, wird hier förmlich weggeblasen. Pflichtprogramm für jeden, der sich gerade wegen der Imperfektion so sehr am phantastischen Film erfreut.

9/10

Mr. Blonde für OFDb.de

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 Betreff des Beitrags: Re: Cabin in the Woods
BeitragVerfasst: 22. Jan 2013, 17:40 
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Über diesen Film habe ich bisher nur gute Bewertungen oder Kritiken im Netz gelesen. Auch vorher waren die Erwartungen an Cabin in the Woods hoch gewesen und er wurde mit Spannung erwartet...

Zitat:
„Cabin in the Woods" ist kein Horrorfilm, es ist vielmehr ein Kommentar dessen, was wir am gespielten Schrecken lieben und welchen Blödsinn wir dafür immer und immer wieder in Kauf nehmen.


Dieser Satz trifft den Nagel auf den Kopf. Womöglich war ein solcher Film auch schon lange überfällig. Jedenfalls hat er alles gesagt, was gesagt werden musste.
Persönlich konnte ich mich mit diesem Streifen nicht anfreunden, weder darüber lachen noch fand ich ihn recht unterhaltsam. 3/10

:ooooooppss:


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 Betreff des Beitrags: Re: Cabin in the Woods
BeitragVerfasst: 1. Mär 2013, 19:08 
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Ein entspanntes Wochenende in einer Hütte im Wald, in der Mitte von Nirgendwo soll es werden, fernab der Zivilisation und jeglicher Beobachtung, kein Handy-Empfang, kein Internet, kein Mensch weit und breit. Nur fünf Freunde und die Natur - ein Abenteuer, ein großer Spaß. Selbst die Warnungen eines bedrohlich wirkenden Tankwarts können die Vorfreude nicht dämpfen. Zunächst wirkt die Hütte auch wie die Erfüllung aller Verheißungen. Doch dann entdecken die Freunde den verborgenen Zugang zu einem Keller - und als die Neugier gegen die Vernunft siegt, gehen sie zu fünft die knarzende Treppe hinab ins Dunkel... Gleichzeitig sitzen zwei Wissenschaftler weit entfernt in einem geheimen Labor tief unter der Erde und drücken ein paar Knöpfe...


Mehr als die knappe Inhaltsangabe sollte man über die Handlung der Geschichte keinesfalls verraten, denn ansonsten würde man anderen wirklich die Spannung und den Überraschungsmoment nehmen, den das Regie-Debüt von Drew Goddard definitiv beinhaltet. Zwar ist "The Cabin in the Woods" einerseits der typische Vertreter des Horrorfilms den man schon tausend Mal gesehen hat und bedient dabei auch sämtliche Klischees die man sich nur vorstellen kann. So wird man beispielsweise gleich beim Anblick der ominösen Hütte im Wald unweigerlich an Raimi's Klassiker "Tanz der Teufel" erinnert und auch diverse andere Passagen lassen unübersehbare Ähnlichkeiten erkennen. Auf der anderen Seite steht ein Neben-Erzählstrang der dem Zuschauer von der ersten Minute an suggeriert, das es sich hier trotz aller vorhandenen Klischees um einen Horrorfilm der anderen Art handelt, auch wenn man zu Beginn lediglich erahnen kann, in welche Richtung das Szenario letztendlich tendiert. Und so entsteht hier eine extrem unterhaltsame Mischung aus altbekannten Horror-Klassikern (TdT, Freitag der 13.) und einigen Fantasy-Elementen, deren ganze Bedeutung man jedoch erst kurz vor dem Ende erfahren soll.

Während des Geschehens stellt man sich zusätzlich ganz automatisch die Frage, ob man es nun mit einem waschechten Horrorfilm zu tun hat, oder ob die Ereignisse doch mehr in die Richtung einer Komödie abzielen. Verantwortlich dafür sind die Teile des Filmes, die sich in dem geheimen Labor abspielen, das man der Story zunächst nur schwerlich zuordnen kann. Wenn man die Verhaltensweisen der dort arbeitenden Menschen sieht, dann bekommt das Ganze schon einen fast skurrilen Anstrich. Nach Beendigung des Werkes erscheinen die Abläufe dort jedoch in einem vollkommen anderen Licht und aus den grotesken Jubelszenen und bissigen Dialogen wird mit einem mal der pure Sarkasmus. Im Zusammenhang werden dann sämtliche zuvor lustig erscheinende Äußerungen zum absoluten Galgenhumor und man kann Reaktionen-und Aktionen aller Protagonisten viel besser nachvollziehen. Weiter kann man auch überhaupt nicht auf die Geschehnisse eingehen, denn ansonsten würde man zuviel verraten, man muss sich diesen Film schon selbst anschauen, um die Gesamt-Zusammenhänge zu erkennen, die "The Cabin in the Woods" wohl zu einem der innovativsten Horrorfilme machen, den man die letzten Jahre gesehen hat.

Dabei ist es auch vollkommen unerheblich, das die Geschichte letztendlich im Reich der Fantasie anzusiedeln ist, sprudelt sie doch nur so vor Innovation und frischem Blut, was dem Genre insgesamt gesehen wirklich zu Gute kommt. Sicherlich gibt es auch genügend Leute die das wieder einmal vollkommen anders sehen, doch beschweren wir uns nicht immer darüber, das den Filme-Machern keine neuen Ideen einfallen würden? Drew Goddard hat sich das anscheinend zu Herzen genommen und eine Kombination auf den markt gebracht, die man in dieser Form wohl eher noch nicht gesehen hat. Das die enthaltenen Horror-Anteile dabei altbekannt sind sehe ich keinesfalls als negativen Kritikpunkt an, wird dem Betrachter hier doch das geboten, was man von einem Film dieser Art erwartet. Die neu hinzugefügte Hintergrund-Thematik ist dann das eher Unbekannte, was dem Szenario das Außergewöhnliche verleiht und einen Gesamteindruck präsentiert, den man eigentlich nur als sehr gut beschreiben kann. "The Cabin in the Woods" beinhaltet meiner Meinung nach alles was einen innovativen Horrorfilm auszeichnet und sorgt für absolut kurzweilige Unterhaltung, die zudem auch noch einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

Wer also nicht auf altbekannte Zutaten verzichten möchte aber gleichzeitig auch neue Impulse zu schätzen weiß, der bei beim Regie-Erstling von Drew Goddard nahezu perfekt aufgehoben. Jede Menge Klischees, Untote und Monster, aber auch viele neue Ideen ergeben eine Kombination, die man sich unbedingt anschauen sollte. Nicht zu vergessen gibt es auch noch etliche humorige Passagen, die man jedoch am Ende der Geschichte aus einem vollkommen anderen Blickwinkel betrachtet. Die größtenteils vorherrschende und typische Slasher-Atmosphäre tut dann ihr Übriges, um für ein äußerst rundes und stimmiges Gesamtbild zu sorgen, das man Fans des Genres unbedingt ans Herz legen sollte.


Fazit:


Mich persönlich hat "The Cabin in the Woods" wirklich absolut überzeugt und phasenweise auch so richtig überrascht. Die Mixtur aus Neuem und Altbekannten ist so simpel wie genial, wird aber ganz bestimmt auch die Meinungen ein wenig spalten. Nichtsdestotrotz sollte man diesem starken Film auf jeden Fall eine Chance geben, da man ansonsten wirklich etwas verpasst.


8,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Cabin in the Woods
BeitragVerfasst: 2. Mär 2013, 12:36 
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ich dachte jetzt zuvor an CABIN FEVER

Ich dachte auf einmal, wieso der überall so gut weggekommen its, owbei ich aber über diesen Streifen NIX gutes gehört habe

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Veggie...now
http://www.peta2.de/web/schrittfuerschritt.1102.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Cabin in the Woods
BeitragVerfasst: 2. Mär 2013, 17:33 
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Geschlecht: männlich
markus hat geschrieben:
ich dachte jetzt zuvor an CABIN FEVER

Ich dachte auf einmal, wieso der überall so gut weggekommen its, owbei ich aber über diesen Streifen NIX gutes gehört habe


Genau diese Masche hat sich das dt. Label für Cabin Fever 1+2 auf Blu-ray zu eigen gemacht, wo sie einfach mal ganz dreist das Poster von CitW abgekupfert haben. :roll:

Den Film muss ich mittlerweile auf 10/10 aufwerten, da er einer der wenigen Filme der letzten Jahre neben "Drive" ist, der mich komplett umgehauen hat. Das hat die zweite Sichtung nur noch unterstrichen. Mir tun die ganzen Leute Leid, die einen waschechten Horrorfilm erwarten und nicht sofort merken, dass der Film etwas ganz anderes beabsichtigt. Anders kann ich mir die teilweise extrem negativen Rezensionen von Horrorfans nicht erklären, die dem Film vorwerfen, dass er alle Klischees bedient, obwohl das ja das Mittel zum Zweck in diesem Fall ist und eben nicht die Ausgeburt mangelnder Kreativität.

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