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 Betreff des Beitrags: Clown (2013)
BeitragVerfasst: 14. Mär 2016, 15:29 
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Clown
(Clown)
mit Andy Powers, Laura Allen, Peter Stormare, Christian Distefano, Chuck Shamata, Elizabeth Whitmere, Victor Cornfoot, Lucas Kelly, Emily Burley, Matthew Stefiuk, Michael Riendeau, Miller Timlin, Robert Reynolds, Antonio Najera
Regie: Jon Watts
Drehbuch: Jon Watts / Christopher Ford
Kamera: Matthew Santo
Musik: Matt Veligdan
keine Jugendfreigabe
USA / 2013

Jack feiert seinen 10. Geburtstag, doch der Clown, der zur Feier kommen sollte, musste absagen. Jacks Vater Kent findet auf dem Dachboden ein altes Clowns-Kostüm und rettet die Party. Doch kaum sind die Kinder weg, hat Kent ein Problem: Das Kostüm lässt sich nicht mehr ablegen. Was als kleiner Witz beginnt, wird schnell zu einem unvorstellbaren Alptraum. Jeder Versuch, das Kostüm loszuwerden, endet in schrecklichen Schmerzen. Außerdem scheint sich Kent ganz allmählich zu ändern. Mit dem Kostüm hat sich auch das Böse in seinen Kopf eingenistet. Er entwickelt einen unersättlichen Hunger auf Kinder!


Das Clowns nicht nur als die lustigen Spaßmacher im Zirkus angesehen werden, wurde schon oft in filmischen Werken dargestellt. Spätestens seit Tim Curry's Paraderolle als Pennywise in Stephen Kings Bestseller Verfilmung "Es" sieht man die grell geschminkten Unterhalter auch aus einer anderen Sichtweise, die relativ wenig mit Witz und Humor zu tun hat. Im vorliegenden Film "Clown" ist es wieder einmal so weit und Regisseur Jon Watts lässt einmal mehr einen bösen Vertreter seiner Art auf den Zuschauer los. Dabei unterscheidet sich die vorliegende Geschichte aber recht deutlich von anderen Vertretern, denn "Clown" ist nicht der von vielen erwartete harte Horrorfilm, sondern vielmehr ein waschechtes Familiendrama mit starken Einflüssen des Horrorfilms. Das führt dann auch dazu, das die Erzählung längst nicht bei jedem gut ankommt, denn anstatt harten Passagen und jeder Menge Tempo setzt Watts viel eher auf eine recht ruhige Erzählweise, in der nur selten kleinere Gewaltspitzen in den Vordergrund rücken.

Irrtümlicherweise gehen immer noch viele Leute davon aus, das "Clown" ein Film von Eli Roth ist, dabei fungiert der gute Mann hier lediglich wie bei diversen anderen Werken als Produzent. Wie dem aber auch sei, es präsentiert sich ein richtig gelungener Genre Beitrag, der insbesondere durch seine teils düstere Optik und die damit aufkommende dichte Atmosphäre punkten kann. Gleichzeitig erscheint die Hintergrund Thematik des Clowns Mythos äußerst interessant, wobei man gerade diesen Teil des Geschehens noch intensiver hätte beleuchten können. Watts konzentriert sich jedoch in der Hauptsache auf das menschliche Drama das sich innerhalb einer Familie abspielt und fokussiert sich dabei größtenteils auf die Hauptfigur Kent, der sich durch das tragen eines Clowns Kostüms immer mehr in eine reißende Bestie verwandelt, die einen unstillbaren Hunger auf Kinder entwickelt. Hierbei wird ganz besonders der körperliche wie auch der seelische Verfall des Mannes sehr gut beleuchtet und von Hauptdarsteller Andy Powers exzellent dargestellt.

Zwischendurch wird der Zuschauer wie schon kurz erwähnt mit den nötigen Hintergrundinformationen versorgt, was es denn eigentlich mit dem geheimnisvollen Kostüm und der damit verbundenen Verwandlung auf sich hat. Etwas mehr Ausführlichkeit wäre an dieser Stelle zwar wünschenswert gewesen, aber auch so entwickelt sich ein sehr dramatisches und spannendes Szenario das einen in seinen Bann zieht. Das Drama steht immer im Vordergrund und so begleitet man Kent bei seinem vergeblichen Kampf, sich gegen das immer stärker aufkommende Böse in ihm aufzulehnen. Die Grundidee des Regisseurs, seine Geschichte mit Elementen der Dämonologie anzureichern kann als äußerst gelungen angesehen werden, gleichzeitig entfaltet sich dadurch auch eine ungeheure Intensität der Ereignisse, die insbesondere im letzten Drittel des Filmes regelrecht explodiert. Hat man bis dahin lediglich diverse kleinere Szenen mit ein wenig Härte begutachten können, so legt das Werk zum Ende hin noch einmal etwas nach. Ein Spektakel an Härte sollte man aber keinesfalls erwarten, jedoch erhöht man am Ende noch einmal gehörig das Tempo und wartet auch mit einigen sehenswerten Szenen auf, insgesamt gesehen bewegt sich jedoch alles in einem recht überschaubaren Rahmen.

Aufgrund einer falschen Erwartungshaltung wird manch einer vielleicht eher enttäuscht von einem Film wie "Clown" sein, doch mir persönlich hat dieses Werk ausnehmend gut gefallen. Die gelungene Mixtur aus Horror und Drama ist intensiv und äußerst interessant und auch über das dargebrachte Schauspiel der Akteure kann man sich keinesfalls beschweren. Die in großen Teilen eher ruhige Erzählung setzt eine starke Faszination frei, die sich auch unweigerlich auf den Betrachter überträgt. Man leidet phasenweise richtiggehend mit der Hauptfigur mit und wünscht ihm, das er den Kampf gegen das Böse gewinnt. Das es aber höchstwahrscheinlich nicht so weit kommen wird kann man sich denken und so wird man dann letztendlich auch mit einem Schlusspunkt konfrontiert, der absolut passend erscheint und einen gelungenen Film nahezu perfekt abrundet.


Fazit:


Der Liebhaber der harten Gangart wird hier definitiv nicht verwöhnt, dafür kommen aber die Freunde eines gelungenen Horror Dramas vollends auf ihre Kosten. Es wurde sehr gute Arbeit geleistet, um letztendlich einen Genre Beitrag zu kreieren, für den man nur eine dicke Empfehlung aussprechen kann. Allerdings sollte man von Beginn an mit der richtigen Erwartungshaltung an "Clown" heran gehen, denn wer an dieser Stelle ein temporeiches SFX Spektakel erwartet, dürfte am Ende eine leichte Enttäuschung erleben.


8/10


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