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 Betreff des Beitrags: Dario Argento's Dracula 3D (2012)
BeitragVerfasst: 24. Mär 2013, 22:33 
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Originaltitel: Dracula 3D

Herstellungsland : Frankreich/Italien/Spanien

Erscheinungsjahr : 2012

Regie : Dario Argento

Darsteller : Thomas Kretschmann,Asia Argento,Rutger Hauer,Marta Gastini,Unax Ugalde u.a.

Laufzeit : 110 Minuten


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Story :

In der Walpurgisnacht wird die junge Tania von ihrer Mutter noch ermahnt alle Fensterläden zu schließen und im Haus zu bleiben.
Obwohl sie weiß das unheimliche Mächte die Gegend in den Karpaten unsicher machen, schleicht sie sich in der Nacht aus dem Haus um sich mit ihrem Freund auf ein heimliches Schäferstündchen in einer Scheune zu treffen.
Als ihr Freund sie nach dem Liebesakt nicht zu ihrem Haus zurück begleiten möchte, legt sie voller Wut ihre Halskette mit dem Kreuz ab.
Ein Fehler der für Tania große Konsequenzen haben wird; schon kurz darauf wird sie von eine Nachteule durch den Wald verfolgt.
Eine Hütte ist in rettender Nähe, aber kurz bevor die junge Frau diese erreicht verwandelt sich der Raubvogel in einen Mann der seine langen Fangzähne in Tania's hals bohrt.

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Kurze Zeit später kommt Jonathan Harker im Dorf an um einen Job beim ortsansässigen Grafen Dracula an zu nehmen den ihm Lucy, eine Freundin Jonathan's und seiner Frau Mina, vermittelt hat.
Ein anderes Anliegen ist auch noch, das Harker gerne ein Grundstück erwerben möchte und seine Frau Mina ihm schon bald nachreisen wird.
Auf dem Weg zum Schloß des Grafen ereignen sich merkwürdige Dinge und Jonathan wird von einem Wolfsrudel verfolgt welches wie aus dem Nichts erschienen ist und genau so schnell auch wieder verschwindet.
Der Adelige und seine erweist sich als durchaus gastfreundlich und auch seine Mitbewohnerin namens Tania ist Harker mehr als ergeben.
Im Anwesen Draculas selbst ist dem jungen Buchhalter auch einiges nicht ganz Geheuer, was schon beim nicht vorhandenem Spiegelbild des Grafen beginnt.
Nach nur einigen Nächten zeigt der Graf dem jungen Harker sein wahres Gesicht und bohrt seine Fangzähne auch in seinen Hals, was auch Jonathan zu einer Kreatur der Nacht macht.

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Zwischenzeitlich ist auch Mina im Dorf angekommen und wird von ihrer Freundin Lucy und ihrem Vater, welcher Bürgermeister der Orts ist, herzlich willkommen geheissen.
Doch Mina ist besorgt um ihren Gatten, der im Schloß in Arbeit zu versinken scheint und möchte ihn dort aufsuchen.
Dieser Plan wird durchkreuzt als Lucy augenscheinlich unter Fieber leidet und Mina sich lieber um ihre Jugendfreundin kümmern möchte.
Bei der Pflege der Kranken fallen ihr zwei seltsame Bissmale an ihrem Unterschenkel auf; Lucy versichert ihrer Freundin aber das es sich dabei nur um Insektenbisse handelt, sich nicht um sie sorgen soll und endlich ihren Ehemann im Schloß besuchen soll.

Auf Lucy's drängen tut Mina dies auch, doch Jonathan ist nicht vor Ort und Dracula erzählt ihr das er für einige Tage ausserhalb des Dorfs geschäfftlich für ihn zu tun hätte.
Auch um Mina kümmert sich der Graf fürsorglich doch nahc kurzer Zeit reist sie in das Dorf zurück da sie sich zu sehr um ihre Freundin sorgt.
Wieder dort angekommen stellt sie mit erschrecken fest das ihre Jugendfreundin zwischenzeitlich der Krankheit erlag.

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Mina merkt das im Ort irgend etwas nicht mit rechten Dingen zu geht um vom Priester erfährt sie das die Einwohner einen Pakt mit einer dunklen, übernatürlichen Macht geschlossen haben um ihr Dorf zu retten.
Unser geistlicher weiß das es nur eine Person gibt die in diesem Fall Abhilfe schaffen kann und schon kurze Zeit später trifft Abraham van Helsing dort ein.
Mina erfährt von van Helsing nun die ganze schreckliche Wahrheit und das Mann es mit einem Vampir zu tun hat.
Die Zeit rennt ihnen davon und nun müssen sie handeln wenn sie Mina's Ehemann und den Rest der Bewohner vor dem Nosferatu retten wollen.




Bewertung :

Da ist er also, der neue Film von Dario Argento, in dem er sich der Verfilmung der literarischen Vorlage von Bram Stoker annimmt.
Wenn es um die Filme geht, die Argento in den 70gern und den 80gern gedreht hat, dann würde ich mich selbst definitiv als "Argentophilen" bezeichnen und auch in den 90gern hat der gute Mann ja gewiss noch ein paar Sachen (AURA-TRAUMA, DAS STENDHAL SYNDROM, TWO EVIL EYES) abgeliefert die durchaus sehenswert sind.
Leider war der wirklich letzte gute Film den der Kult Regisseur den Fans bescherrt hatte SLEEPLESS, welcher ja auch nun auch schon 12 Jahre zurückliegt.
Was nach SLEEPLESS folgte waren leider zu oft uninspirierte Filme bei denen es auch am Budget wohl etwas mangelte; auch wenn PELTS oder DO YOU LIKE HITCHCOCK durchaus goutierbar waren.

Dies trifft leider auch bei DRACULA 3D wieder ein und was man letztendlich bekommt ist einen Film der nur bedingt anschaubar ist.
Das Hauptproblem mit Argento's neueren Produktionen liegt eigentlich auf der Hand, denn mit seinen alten Filmen hat er die Messlatte für sich selbst sehr hochgelegt und kann seine eigenen Meisterleistungen nicht mehr toppen.
Problem Nummer 2 ist, das er halt nicht mehr auf Kodaks IB-Technicolor drehen kann und genau dies machte ja den einzigartigen audiovisuellen Stil seiner Filme immer aus.
Argento's Filme waren ja nie so gestrickt, das sie eine höchst komplexe Story, doch trotz ihrer simpeln Narrativität sind seine frühen Filme Meisterwerke.
Grade bei einer Verfilmung einer literarischen Vorlage, wie in diesem Fall, sollte man nun meinen das es ein leichtes sein sollte die Geschichte flüssig verfilmen zu können; doch leider liegt man mit dieser Annahme bei DRACULE 3D etwas daneben.

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Die Hoffung stirbt ja bekanntlich zuletzt, doch langsam macht es den Anschein das die Fans sich einfach damit abfinden müssen das es Dario wohl nicht mehr gelingen wird einen Geniestreich wir früher abzuliefern um seiner Filmographie einen würdigen und krönenden zufügen zu können.
Wie bei den letzten Werken des Kultregisseurs weicht auch hier die anfängliche Euphorie schnell wieder der Ernüchterung und leichter Enttäuschung.
Diese Ernüchterung tritt bei DRACULA 3D schon bei der Titelsequenz ein; man sieht nämlich eine billige Computeranimation, die uns ein CGI-animiertes Dorf aus der Flugperspektive zeigt, welche von unbedeutender Musik Claudio Simonetti untermalt wird.
Simonetti, seines Zeichens ja ein Mitglied der Band "Goblin", welche ja erheblich dazu beitrug das Argento seinen einzigartigen audiovisuellen Stil etablieren konnte, macht es keinen Deut besser als der hier verantwortliche Regisseur und auch seine Zeiten sind wohl so gut wie gezählt.

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Nach dieser Intro Sequenz kommt dann die ersten Minuten fast so etwas wie Stimmung auf wenn Tania sich trotz der Warnungen ihrer Mutter das Haus verlässt.
Die Locations und Sets verfehlen in den ersten Minuten ihre Wirkung nicht und die Hoffnung lebt wieder ein wenig auf.
Sehr schnell wird dies aber wieder zunichte gemacht wenn die Eule im Wald die menschliche Gestalt des Vampirfürsten annimmt.
Thomas Kretschmann hat in DAS STENDHAL SYNDROM zwar eine solide Leistung erbracht, aber ihm die Rolle des Grafen zu geben war definitiv eine Fehlentscheidung!
Im Gegensatz zu Gary Oldman in BRAM STOKER'S DRACULA fehlt Kretschmann nämlich gänzlich der doppeldeutige und diabolische Charme; Kretschmann spielt hier einfach zu kühl,unbesonnen und zurückhaltend,weswegen er als Vampirfürst deplaziert wirkt.
Selbiges kann man auch über Unax Ugalde sagen, der hier in der Rolle als Jonathan Harker agiert; zu kühl und unbesonnen ist seine Leistung und wird von dem hölzernen herunterspulen seiner Dialoge sogar noch getoppt.
Marta Gastini(THE RITE, EVIL THINGS), die hier Mina spielt, ist leider auch nicht überzeugend in ihrem Acting und man kann ihr ohne Bedenken vorwerfen zu emotionslos zu spielen um ihrem Charakter die nötige Tiefe zu geben.
Asia Argento spielt hier Lucy und auch sie hat ihre Arbeit schon besser gemacht; Lucy ist in der literarischen Vorlage ja mit die komplexeste Figur und genau davon ist man hier im Film weit entfernt.
In den letzten Filmen ihres Vaters, in denen sie mitwirkte machte es mir immer wieder den Anschein als würde sie irgend etwas davon abhalten 100% geben zu können; in Filmen wie THE HEART IS DECEITFUL ABOVE ALL THINGS, LAST DAYS, SCARLET DIVA oder MARIE ANTOINETTE hat sie doch durchaus beweisen können welche schauspielerischen Fähigkeiten in ihr stecken.
Der einzige dem man in DRACULA 3D Leinwandpräsenz und gekonntes Schauspiel zuschreiben kann ist Rutger Hauer, der hier mit viel Leidenschaft van Helsing mimt.

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Ein großes Manko stellen auch durchaus die hier verwendeten CGI Effekte dar; welche, bis auf ein paar Ausnahmen für die Splatter FX, vorwiegend bei den verschiedenen Tiergestalten in die sich Dracula verwandelt zum Einsatz kamen.
Die animierte Eule und auch die Wölfe sehen noch ganz passabel aus und auch eine Szene in der aus einem Schwarm Fliegen sich Dracula manifestiert sind gar nicht mal so schlecht.
Die wohl schlechteste Animation ist hier ohne Zweifel die riesige Gottesanbeterin welche vollkommen billig-trashig und künstlich aussieht.
Alleine schon die Tatsache ansich das der Graf sich hier in eine Gottesanbeterin verwandelt gehört zu den größten "What the Fuck" Momenten in der Geschichte der Dracula Verfilmungen!
In zwei anderen Szenen fallen diese preiswert inszenierten CGI Effekte auch auf; wenn Jonathan und Mina im Film am Bahnhof ankommen wirkt der komplette Hintergrund einfach zu künstlich!
Auf computergenerierte FX wurde auch in einigen,wenigen Splatter Szenen zurück gegriffen, wobei diese aber recht gelungen sind.

Bei den restlichen Gewaltspitzen wurde auf handgemachte Effekte gesetzt und diese sind wirklich solide und recht blutig ausgefallen.
Diese wurden von Sergio Stivaletti in Szene gesetzt und man sieht das auf ihn Verlass ist wenn es um Splatter und Gore geht!

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Von mir bereits kurz erwähnt wurde weiter oben schon der Score des Films, der von Claudio Simonetti stammt.
Simonetti und Argento haben ohne Zweifel etwas gemeinsam; beide haben das letzte mal gute Arbeit bei SLEEPLESS abgeliefert.
Der Score zu DRACULA 3D hat leider keinen Wiedererkennungswert, was ja bei der Band "Goblin" so gut wie immer der Fall war.
Hier wurde einfach uninspiriert etwas Orchestermusik produziert ohne das diese auch nur im geringsten eine Atmosphäre erzeugt oder dem Film selbst dienlich ist.
Simonetti bekräftigt damit die Annahme das er, wie auch Argento mit diesem Film, ein Kapitel zu künstlerischen Niedergang geschaffen hat.

Die neuen Filme von Argento wirken leider oft als würde man sich einen Film anschauen der von "The Asylum" produziert wurde; vielleicht nicht grade so derber Trash, aber schon wirklich nah dran.
In den letzten Jahren macht es leider immer mehr denn Anschein als hätte Dario Argento sein filmisches Auge für das wesentliche Verloren, welches ihm den etablierten Ruf im Horrorgenre erst ermöglichte.
Man vermisst einfach die imposant-vibranten Farben die mit einer perfekten Ausleuchtung im Einklang waren und mit der Musik von Goblin zu einer Einheit verschmolzen, Kamerafahrten über endlos lange Korridore von klaustrophobischer Schönheit und die morbid-gruselige Atmosphäre in der die Narrativität eher sekundär war; dies war es doch was seine Filme so besonders machte.

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Als Fan der früheren Werke Argento's kann man also nur weiter hoffen das er vielleicht doch noch einmal einen Regiestreich vom Kaliber seiner alten Filme zustande bringt, um sich selbst ein kleines Denkmal zu setzen.
Eventuell könnte man auch an die Vernunft und das Verständniss von Kodak appelieren, das sie wieder IB-Technicolor Material herstellen um dies zu ermöglichen.

So sehr ich Dario's ältere Werke auch bewundere, vergöttere und immer wieder anschauen kann, ist meine Meinung zu seinem neusten Werk eher verhalten und ich kann leider nicht mehr geben als :

3,5 von 10 Holzpflöcken




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 Betreff des Beitrags: Re: Dario Argento's Dracula 3D
BeitragVerfasst: 25. Mär 2013, 09:06 
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Sehr schade, ich habe zwar schon das schlimmste befürchtet, aber einen kleinen Funken Hoffnung hatte ich dennoch, dass es Argento mit Dracula gelingt, wenigstens ansatzweise an die alten Zeiten anknüpfen zu können. Eigentlich bietet der Stoff ja eine Steilvorlage und man möchte fast meinen, jeder halbwegs talentierte Regisseur könnte daraus einen atmosphärischen Film basteln. Na ja, ich werd ihn mir mal angucken und mein eigenes Bild machen, aber das höört sich schon nicht gut an.

Wirklich erschreckend, wie sehr Argento doch in der Bedeutungslosigkeit versinkt.

Der 1958-Hammer-Dracula ist zwar mein Lieblings-Dracula, aber was hätte Argento aus dem Stoff in den 70ern gemacht!?


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 Betreff des Beitrags: Dracula 3D (2012)
BeitragVerfasst: 6. Okt 2013, 15:12 
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O-Titel: Argentos Dracula 3-D
Herstellungsland: Spanien
Erscheinungsjahr: 2012
Darsteller: Thomas Kretschmann, Marta Gastini, Asia Argento, Unax Ugalde, Miriam Giovanelli, Rutger Hauer

Inhalt: Der Junge Jonathan Harker (Unax Ugalde) tritt einen Job bei einem neuen Arbeitgeber an: Graf Dracula(Thomas Kretschmann). Seine Aufgabe ist es die gewaltige Bibliothek zu verwalten. Graf Dracula weisst Harker darauf hin dass er nie bei Nacht sein Zimmer verlassen soll. Dies missachtet Harker aber und verlässt sein Zimmer, da er von einen seltsamen Zauber angelockt wird. Drei aufreizende junge Frauen - die Bräute Draculas - locken ihn an um ihn zu vernaschen, aber der Graf kommt Harker zu Hilfe. Aber Dracula nimmt Harker gefangen und labt sich an seinem Blut. Mit Mühe und Not kann Harker fliehen. Und Dracula verfolgt ihn, die Geliebte von Harker ist ihm hintergereist, Mina Murray (Marta Gastini) um nach ihm zu sehen und eine alte Freundin zu besuchen (Lucy Westenra = Asia Argento). In den darauffolgenden Nächten scheint Lucy immer mehr ihren Lebensmut zu verlieren. Ein Experte, Abraham Van Helsing, (Rutger Hauer) wird heran gezogen um die seltsamen Ereignisse aufzuklären. Ab dort folgt die Story exakt Bram Stoker Dracula.

Wertung: Leider zerlegt Argento immer mehr seinen Ruf, der Film ist einfach furchtbar. Thomas Kretschmann ist völlig fehlbesetzt, sein Spiel wirkt eher gelangweilt als dass es jemanden mitnimmt. Einzig und allein Rutger Hauer scheint Spass an der ganzen Sache gehabt zu haben da er den Van Helsing als etwas abgewrakten Alkoholiker darstellt. Die grösste Schwäche des Film liegt in den Effekten des kleinen Budgets von etwa 5 Millionen, sind etwa in die sehr sehr schlecht gemachten CGI Effekte geflossen die eher lächerlich wirken als wirklich gut. Und die neue Idee von Argento Dracula könnte sich in Insekten verwandeln wirkt deplatziert und eher witzig als gruselig

2/10 Punkten


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 Betreff des Beitrags: Re: Dario Argento's Dracula 3D (2012)
BeitragVerfasst: 6. Okt 2013, 15:28 
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Na super, die Kritiken zum Film machen mir als großen Fan von Argento nicht gerade viel Lust auf den Film. :scanners:

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 Betreff des Beitrags: Re: Dario Argento's Dracula 3D (2012)
BeitragVerfasst: 18. Sep 2014, 09:45 
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Dario Argentos Dracula
(Dracula 3D)
mit Thomas Kretschmann, Marta Gastini, Asia Argento, Unax Ugalde, Miriam Giovanelli, Rutger Hauer, Maria Cristina Heller, Augusto Zucchi, Franco Ravera, Francesco Rossini, Giovanni Franzoni, Giuseppe Lo Console
Regie: Dario Argento
Drehbuch: Dario Argento / Enrique Cerezo / Stefano Piani / Antonio Tentori
Kamera: Luciano Tovoli
Musik: Claudio Simonetti
keine Jugendfreigabe
Frankreich / Italien / Spanien / 2012

Im späten 19. Jahrhundert reist der Brite Jonathan Harker nach Transsylvanien, um auf einem Schloss in den Bergen einen gewissen Graf Dracula bei der Katalogisierung der umfangreichen Schlossbibliothek zu unterstützen. Der Graf empfängt Harker freundlich, doch dem dämmert bald, dass es in der Gegend ganz und gar nicht geheuer ist. Tatsächlich wartet der Graf nur darauf, seine untoten Reißzähne in den Hals von Harkers Frau zu schlagen, die zufällig seiner Verblichenen erstaunlich ähnlich sieht.


Der Stoff des klassischen Vampirfilms ist im Prinzip schon seit etlichen Jahren ausgestorben und längst haben moderne Blutsauger wie beispielsweise "Blade" das Genre übernommen. Umso erfreulicher erscheint da die Tatsache das Regie-Legende Dario Argento sich der klassischen Stilmittel bemächtigt hat und mit seinem "Dracula 3D" seine eigene Variante um eine der berühmtesten Figuren der Filmgeschichte vorlegt. Nichtsdestotrotz teilt diese Neuauflage der alten Thematik die Meinungen der Fans und es stellt sich wohl ganz generell die Frage, ob es überhaupt eines neuerlichen Aufgusses bedurfte, da es ja nun wirklich schon unzählige Verfilmungen über den größten aller Vampire gibt. Ich persönlich kann diese Frage nur mit einem klaren ja beantworten, denn Argentos Version ist beileibe nicht so schlecht wie manche Kritiken es eventuell vermuten lassen. Es tritt viel eher das Gegenteil ein, offenbart sich dem Zuschauer doch eine altbekannte Geschichte die insbesondere in atmosphärischer Hinsicht als richtig gelungen bezeichnet werden kann. Stimmige Locations, eine äußerst düstere Grundstimmung und eine tolle musikalische Untermalung versetzen einen dabei von der ersten Minute an in die genau richtige Stimmung, um endlich einmal wieder einen Vampirfilm der alten Schule zu genießen, der zugegebenermaßen natürlich auch mit einigen Elementen der Neuzeit versehen ist. Dabei denke ich in erster Linie an die vorhandenen CGI-Effekte die ja bei den meisten Leuten auf die größte Kritik stoßen. Hier handelt es sich dann auch wirklich um eine der wenigen Schwächen eines Filmes der ansonsten jedoch in allen Belangen zu überzeugen weiß. Die Effekte hinterlassen schon einen recht billigen und auch trashigen Eindruck wobei sich ja hartnäckig die Gerüchte halten, das an dieser Stelle ganz bewusst darauf hingearbeitet wurde, diesen Eindruck beim Zuschauer entstehen zu lassen.

Wie dem aber auch sei, man sollte doch zuerst die Umsetzung der Geschichte an sich bewerten und diese ist auf jeden Fall sehr gelungen. Gleichzeitig handelt es sich wohl auch ganz eindeutig um die härteste aller Dracula-Verfilmungen, denn an manchen Stellen hat Argento äußerst deftige Momente einfließen lassen, in denen es derbe zur Sache geht. Die Alterseinstufung ist dadurch vollkommen gerechtfertigt und in diversen Passagen gelangt man sogar zu der Ansicht, das die FSK anscheinend einen wirklich guten Tag hatte. Kommen wir aber lieber zum zweiten negativen Kritikpunkt der Geschichte, der jedenfalls nach meiner Meinung als solcher anzusehen ist. Dabei handelt es sich um die Hauptfigur, denn die Besetzung durch Thomas Kretschmann möchte ich einmal diplomatisch als ziemlich gewöhnungsbedürftig beschreiben. Es gibt einfach diverse Figuren oder auch Film-Reihen, die man fast zwangsläufig mit gewissen Darstellern verbindet und im Falle des Grafen Dracula denkt man nun einmal an Darsteller wie Bela Lugosi oder Christopher Lee. Kretschmann ist zwar durchaus bemüht, verfügt aber keinesfalls über die Präsenz oder das Charisma der genannten Schauspieler und wirkt so phasenweise schon eher wie ein Fremdkörper mit dem man sich nie so richtig anfreunden kann.

Hier handelt es sich jedoch um meine ganz eigene Empfindung und ich kann mir sehr gut vorstellen das es genügend Leute gibt, die diesen Aspekt vollkommen anders sehen. Ganz generell gesehen kann man die Leistungen der Darsteller-Riege als gut bezeichnen, wobei sich aber niemand sonderlich in den Vordergrund spielt und dadurch besonders auffallen würde. Der Film an sich ist also insgesamt gesehen wirklich gelungen und eventuell sollte man endlich einmal von der Erwartungshaltung abrücken, das Dario Argentos neue Filme an die Klasse solcher Meisterwerke wie "Suspiria" heranreichen sollen. Hier liegt nämlich das wohl größte Problem vieler Leute und langsam sollte man sich dann endlich einmal mit der Tatsache abfinden, das der Regisseur sicherlich den Zenit seines Könnens schon längst überschritten hat. Die Genialität seiner Klassiker ist wohl unbestritten, doch in der heutigen Zeit unterliegt man ganz einfach auch diversen Auflagen der Film-Studios, so das Werke wie zur damaligen Zeit kaum noch zu bewerkstelligen sind. Die Zeiten haben sich leider geändert, zudem sollte man "Dracula 3D" auch als vollkommen eigenständiges Werk betrachten und nicht immer wieder jede neue Produktion des Italieners an seinen großen Erfolgen messen. Eine objektive Sichtweise sollte einen eigentlich zu einem überraschend guten Gesamteindruck kommen lassen, der nach unzähligen vernichtenden Kritiken nicht unbedingt zu erwarten war.

Natürlich muss sich jeder seine ganz eigene Meinung bilden, doch neben dem genialen Original aus dem Jahr 1931 und dem brillanten Remake aus den berühmten Hammer Studios zählt Argentos "Dracula" für mich zu den besten Verfilmungen über den König aller Blutsauger. Eine atmosphärisch erstklassig in Szene gesetzte Geschichte und ein ordentlicher Härtegrad sorgen dabei für ein herrliches Horror-Feeling und die richtige musikalische Untermalung tut ihr Übriges, um endlich mal wieder einen Oldschool-Vampirfilm genießen zu können. Bis auf die beiden angesprochenen negativen Kritikpunkte gibt es nichts zu bemängeln, so das diverse eher vernichtende Meinungen schwerlich nachzuvollziehen sind.


Fazit:


"Dracula 3D" ist längst nicht so schlecht wie sein Ruf, vielmehr präsentiert sich ein wirklich stimmiger Film der die klassischen Motive sehr gut in Szene setzt. Mit kleineren Abstrichen handelt es sich daher um eine der besten Verfilmungen die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Argento hat unter Beweis gestellt das er immer noch eine Menge drauf hat, auch wenn das Werk sicherlich nicht an seine ganz großen Klassiker heranreichen kann.


7,5/10


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