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 Betreff des Beitrags: Deathgasm (2015)
BeitragVerfasst: 1. Feb 2016, 16:48 
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Deathgasm
(Deathgasm)
mit Milo Cawthorne, James Blake, Kimberley Crossman, Sam Berkley, Daniel Cresswell, Delaney Tabron, Stephen Ure, Colin Moy, Jodie Rimmer, Nick Hoskins-Smith, Erroll Shand, Kate Elliott, Aaron McGregor
Regie: Jason Lei Howden
Drehbuch: Jason Lei Howden
Kamera: Simon Raby
Musik: keine Information
keine Jugendfreigabe
Neuseeland / 2015

Brodie, gerade neu in die Stadt gezogen, und der wilde Zakk gründen die Heavy-Metal Band DEATHGASM kein leichtes Unterfangen hier in der Provinz. Doch nachdem sie eher zufällig auch noch eine wild gewordene Zombie-Meute zum Leben erweckt haben, müssen Ruhm und Erfolg noch etwas warten...


Schon im Vorfeld erntete diese neuseeländische Produktion eine ganze Menge Vorschusslorbeeren und soll laut Aussage einiger Leute auch an die Anfänge eines Peter Jackson erinnern, der in seiner Anfangszeit mit Kultfilmen wie "Bad Taste" und "Braindead" für jede Menge Furore sorgte. Und wirklich, in bester Tradition der genannten Werke präsentiert sich mit "Deathgasm" ein extrem unterhaltsamer Fun Splatter, der das Herz eines jeden Fans höher schlagen lassen müsste. Jason Lei Howden hat an dieser Stelle ein absolut bemerkenswertes Regie Debüt an den Tag gelegt, das teilweise aberwitzig und insbesondere in der zweiten Filmhälfte äußerst blutig daher kommt. Die FX können sich dabei wirklich mehr als sehen lassen und in Kombination mit dem erstklassigen Humor ergibt sich so eine Mischung, die dem Zuschauer jede Menge Freude bereitet. In den ersten gut 40 Minuten hält sich die Erzählung in Sachen Härte noch etwas zurück, denn bis auf 1-2 kleinere Einlagen gibt es hier noch nicht viel zu bestaunen. Stattdessen werden einem die wichtigsten Figuren ein wenig näher gebracht und das Szenario zeichnet sich in erster Linie durch jede Menge Wortwitz und skurriler Situationskomik aus. Der zum Vorschein kommende Humor gehört dabei nicht zur albernen und völlig überzogenen Sorte, sondern ist erstaunlicherweise durch eine gewisse Trockenheit gekennzeichnet, wobei jeder einzelne Spruch wie eine Pfeilspitze ins Schwarze trifft und der jeweiligen Situation etwas urkomisches verleiht.

Das veredelt das Ganze dann auch ein wenig und lässt einen richtig edlen Trash Anstrich erkennen, der in vorliegendem Fall absolut passend ist und den Gesamteindruck des Filmes noch einmal zusätzlich aufwertet. Die Einstufung als Zombiekomödie kann man jedoch nur teilweise akzeptieren, denn eigentlich handelt es sich bei den hier wütenden Horden um von Dämonen besessenen Menschen, die durch eine "schwarze Hymne" auf den Plan gerufen werden, die der junge und deprimierte Brodie mit seiner Metal Band "Deathgasm" zum Besten gibt. Zombies oder Dämeonen, im Prinzip ist das vollkommen egal, denn was Jason Lei Howden in der zweiten Hälfte seines Erstlings auf die Menschheit los lässt ist der absolute Kracher. Splatter-und Gore vom Feinsten prasseln nun auf den Betrachter ein und die dabei verwendeten Effekte wurden absolut erstklassig in Szene gesetzt, so das sich ein grandioser Fun Splatter offenbart, der meiner persönlichen Meinung nach das absolute Zeug zu einem Kultfilm aufweist. Hier werden alle Register gezogen und dennoch definiert sich "Deathgasm" keinesfalls einzig und allein über seinen Härtegrad. Dieser ist zwar relativ hoch und erinnert zumindest teilweise an eine wunderbare Schlachtplatte, aber um den Blutgehalt eines "Braindead" zu erreichen, fehlen dann doch noch einige Liter.

Das ist aber auch überhaupt nicht weiter schlimm, denn letztendlich ist es das geschnürte Gesamtpaket, das hier einen überragenden Gesamteindruck hinterlässt. Die Kombination aus Härte, Blut, brillantem Wortwitz und herausragender Situationskomik ist dermaßen grandios, das einem das Herz vor Freude lacht. Diverse groteske Ideen würzen das Szenario dann noch zusätzlich, so werden beispielsweise Sexspielzeuge wie Dildos als Waffe gegen die Dämonen eingesetzt, wobei diese Zweckentfremdung für o manchen herzhaften Lacher beim Zuschauer sorgt. Mit solchen Momenten ist dieser Film reichlich bestückt und man kann sich so ein gutes Bild darüber machen, das es phasenweise herrlich witzig zur Sache geht. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht daran erinnern, in letzter Zeit einen so gelungenen Regieerstling gesehen zu haben, der sämtliche Zutaten eines Fun Splatters beinhaltet und diese auch noch so extrem gut vermischt, das man über die gesamte Laufzeit ohne Ausnahme hervorragend unterhalten wird.

Im Endeffekt war die Vorfreude auf den neuesten neuseeländischen Streich mehr als gerechtfertigt, denn "Deathgasm" kann die hohe Erwartungshaltung die man in diesen Film gesetzt hat fast spielerisch erfüllen. Freunde der harten und blutigen Gangart kommen dabei ebenso auf ihre Kosten wie die Liebhaber des trockenen Humors, wobei Letzterer zu jeder Zeit den Nagel genau auf den Kopf trifft. Auch eine kleine Huldigung an den guten Mr. Jackson ist dann noch mit von der Partie, ist doch einer der Protagonisten mehrmals in einem "Bad Taste" T-Shirt zu sehen, worin man auch ohne Weiters eine Homage an den Filmemacher erkennen kann. Zum Schluss sollten auch die Darsteller nicht gänzlich unerwähnt bleiben, denn an dieser Stelle wird man mit jungen und unverbrauchten Gesichtern konfrontiert, die durch die Bank einen äußerst ordentlichen Job abliefern. Das wirkt ungemein erfrischend, denn das ständige Auftreten irgendwelcher Hollywood Schönlinge bekommt man ja in genügend anderen Filmen geboten, so das in dieser Beziehung endlich einmal für ein wenig Abwechslung gesorgt ist. Auf jeden Fall kann man für "Deathgasm" nur eine ganz dicke und uneingeschränkte Empfehlung aussprechen, denn das blutige Szenario unter teils heftigen Metalklängen ist weit mehr als nur ein Geheim Tipp, in meinen Augen wird man endlich mal wieder mit einer Horrorkomödie konfrontiert, die das nötige Potential beinhaltet, um in gewissen Kreisen den Kultstatus zu erlangen.


Fazit:


Meine persönliche Erwartungshaltung an "Deathgasm" war nach all den im Vorfeld zu hörenden Lobeshymnen entsprechend hoch, wurde aber durchgehend und gänzlich erfüllt. So muss ein echter Fun Splatter aussehen, damit der geneigte Fan vollends auf seine Kosten kommt. Bleibt zu hoffen das auch in Zukunft noch viel mehr von Jason Lei Howden zu sehen sein wird, denn der gute Mann hat anscheinend das richtige Gespür den Nerv der Zeit zu treffen und dürfte zumindest im Horror Genre noch für richtig Furore sorgen.


9/10


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