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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Gallowwalkers (2012)
BeitragVerfasst: 7. Aug 2013, 08:52 
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Originaltitel : Gallowwalkers

Herstellungsland : Großbritannien/USA

Erscheinungsjahr : 2012

Regie : Andrew Goth

Darsteller : Wesley Snipes,Riley Smith,Kevin Howarth,Tanit Phoenix,Steven Elder,Patrick Bergin,Dallas Page u.a.

Laufzeit : 88:34 Minuten

Freigabe : FSK Keine Jugendfreigabe/ab 18

Label : Ascot Elite





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Story :

Amans Mutter war eine Nonne, die ihr Gelübde mit Gott brach - was sie direkt in die Hölle brachte.
Da die von LUzifer regierte Unwelt ein zu unwirtlicher Platz für Kinder ist, wurde Aman zur "Adoption freigegeben" und zusätzlich mit einem Fluch belgegt.
Fortan sollte Aman mit seiner Ziehmutter und deren Tochter auf ihrer Farm leben.
Der schwarze Junge wußte sich schnell mit der neuen Situation zu arrangieren und sein Verhältniss zu seiner neuen Stiefschwester war gut.
Das Verhältniss der beiden war sogar so gut, das sich sich später ineinander verliebten - doch dieses Glück sollte nicht von langer Dauer sein.

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Eines Tages fallen fünf Outlaws in der Farm ein, die Amans Angetraute brutal vergewaltigen und sie bei diesem Akt sogar schwängern.
Bei der Geburt des Kindes kommt Sueno ums Leben und fortan zieht Aman als einsamer Rächer durch den wilden Westen.
Viele Männer haben durch seine peitschenden Kugeln schon den Tod gefunden, doch durch den Fluch der auf Aman lastet kehren die Dezimierten als Untote zurück.
Um die Cowboy-Zombies ein für allemal zu erledingen, hilft auch hier nur die gute, altbekannte Enthauptung.

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Da Aman alleine kein Chance hat, einer Bande von Banditen das Handwerk zu legen, braucht er schusskräftige Unterstützung.
Diese findet er in Fabulos, den er grade vor dem Tod durch den Galgen bewahrt hat.
Zusammen machen die beiden sich auf, um den Banditen das Handwerk zu legen.
Die bevorstehende Konfrontation mit den Outlaws wird für Aman noch eine Überraschung bereithalten, da er auf einen alten Bekannten namens Kansa trifft........



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Bewertung :


Schenkt man dem deutschen DVD Cover glauben - welches dem Zuschauer "Blade is back!" verspricht - dürfte es sich bei GALLOWWALKERS wohl um einen Vampirfilm handeln.
Dem ist aber gar nicht so und hier wurde einfach versucht den Fans mit der Referenzrolle von GALLOWWALKERS Hauptdarsteller Wesley Snipes zu ködern.
Die Verquickung von Western mit Horrorelementen ist auch nichts neues und bereits 1966 wurden mit JESSE JAMES MEETS FRANKENSTEIN'S DAUGHTER und BILLY THE KID VS. DRACULA genrekonfirme Crossover gedreht, auch wenn diese beiden Beispiele eher infantil-trivialer Natur sind.
Wie THE QUICK AND THE UNDEAD aus dem Jahr 2006 wird bei GALLOWWALKERS der Fan mit Zombies im wilden Westen konfrontiert und auch letztere kann hier nur bedingt unterhalten.

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Wenn man weiß, das für GALLOWWALKERS 17 Millionen Dollar an Budget verbraten wurden, stellt sich mehr als einmal die Frage was Regisseur Andrew Goth (EVERYBODY LOVES THE SUNSHINE, COLD AND DARK) mit dem ganzen Geld angestellt hat.
Die Gerüchteküche besagt sogar, das während der Produktion das Geld ausgegangen wäre.
Leider hapert es an allen möglichen Ecken und Enden und es erschliessen sich dem Zuschauer mehr als nur ein Kritikpunkt.
Dies fängt schon beim Drehbuch an, denn fast den ganzen Film über macht es den Anschein als wäre Goth sich nicht wirklich darüber bewusst gewesen welchen Weg er letztendlich mit seinem Film und der Story gehen möchte.
Der nächste Kritikpunkt sind hier die Darsteller, die alle recht unmotiviert und limitiert agieren und sich wenig spielfreudig zeigen.
Selbst Wesley Snipes - der hier seinen Part zwar einigermassen souverän spielt - konnte nicht zu Hochtouren auflaufen und wirkt deplaziert.
Die Präsenz die Snipes sonst in seinem Filmen etabliert fehlt einfach und der Charakter des Aman wirkt einfach zu platt.

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Etwas Feinschliff wäre auch bei den Dialogen von Nöten gewesen, da sich diese durch ihre aufgesetzte Coolness fast vollständig im Sande verlaufen.
Zwar gibt es ab und an mal einen Einzeiler, der einen Funken von Charme einbringt - leider hält sich dies aber in Grenzen.
Die gesamten Charaktere sind vorwiegend zu eindimensional gezeichnet und man kann keinen wirklichen Bezug zu ihnen aufbauen oder gar Sympathien entwickeln.


"Forgive me, father, for I have skinned." (Kansa)


Vom technischen Standpunkt aus gesehen, kann man GALLOWWALKERS keine großen Vorwürfe machen.
Die Spezialeffekte stammen allesamt aus dem CGI Fundus des Rechners, können sich aber durchaus sehen lassen und wirken nicht zu billig oder plastisch.
Eine staubig-trockene Grundstimmung, die durch die opulenten Sets hervorgerufen wird, wirkt sich sehr positiv auf den Gesamteindruck aus - hier wurden einige überzeugende Landschaftsimpressionen gepaart mit einsamen Westernstädten eingefangen, an denen es nicht zu kritisieren gibt.
Durch diese Sets bekommt GALLOWWALKERS stellenweise sogar einen Spaghetti-Western Flair, der aber leider durch die Unzulänglichkeiten meistens wieder zunichtegemacht wird.
Die Choreographie der Kämpfe wieß hier bedingt zu gefallen, wobei Snipes noch mit die beste Figur abgibt - auch wenn seine Leistungen in den Action Szenen nicht mit denen seiner alten Filme standhalten können.
Aber auch hier sollte nicht zuviel erwartet werden, da die Actionsequenzen her rar sind und der Adrenalinspiegel des Zuschauers auf konstant niedrigem Level bleibt.

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Wirklich sehr gewöhnungsbedürftig ist der Score von GALLOWWALKERS, der sich mal so garnicht in das Gesamtbild einfügt!
Hier wurde auf elektronische Klänge gesetz, die sich nach einer naiv-dilettantischen Schnellschussproduktion anhören die mal eben schnell mit Fruity Loops zusammengeschustert wurden.
Genau diese Filmmusik gibt GALLOWWALKERS fast einen finalen Todestoß, der die Italo-Western Stimmung komplett demontiert.

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Ich kann mir vorstellen, das der Film durchaus seine Anhängern finden wird die am Gezeigtem gefallen finden.
Leider hatte ich mir von Wesley Snipes "Comeback" nach der von der Justiz angeordneten Zwangspause wesentlich mehr versprochen - ich hoffe nur das der Mime seiner Karriere mit diesem Film nicht selnst ein ungewolltes Ende geseztzt hat und im C-Movie versumpft.
GALLOWWALKERS ist kein Film der gänzlich ungoutierbar ist, man sollte sich aber im Vorfeld darüber bewusst sein worauf man sich einlässt und mit den Schwächen des Films leben können.


2,5 von 10 Sporen

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Zur DVD :

Das Bild und der Ton der deutschen DVD von Ascot Elite sind ausgezeichnet und es gibt nichts zu bemängeln.
Das Bild wird im Originalformat von 2,35:1 (anamorph / 16:9) präsentiert und es stehen 3 Tonspuren zur Auswahl.
Die deutsche Syncho liegt in Dolby Digital 5.1 und DTS 5.1 vor, der englische O-Ton in Dolby Digital 5.1.
Optional stehen hier auch deutsche Untertitel zur Auswahl.
Als Bonusmaterial gitb es Interviews mit Cast & Crew mit knapp 20 Minuten Gesamtlaufzeit.
Zusätzlich ist noch eine B-Roll (16:08 Minuten), der Originaltrailer, der deutsche Trailer sowie eine Trailershow zu 7 weiteren Titeln mit auf der Disc.


www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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"Are you gonna bark all day little doggie, or are you gonna bite?"


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 Betreff des Beitrags: Re: Gallowwalkers (2012)
BeitragVerfasst: 25. Aug 2013, 11:11 
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Gallowwalkers
(Gallowwalkers)
mit Wesley Snipes, Kevin Howarth, Riley Smith, Tanit Phoenix, Simona Brhlikova, Steven Elder, Patrick Bergin, Jay Grant, Hector Hank, David De Beer, Alyssa Pridham, Dallas Page, Derek Griffiths, Alex Avant
Regie: Andrew Goth
Drehbuch: Andrew Goth / Joanne Reay
Kamera: Henner Hofmann
Musik: Stephen Warbeck
keine Jugendfreigabe
Großbritannien / USA / 2012

Ein Fluch liegt auf Aman. Alle, die durch seine Kugel sterben, kommen zurück. Erst wenn sie ihren Kopf verlieren, sind sie für immer erledigt. Auch die fünf Männer, die seine große Liebe vergewaltigt und geschwängert haben, erheben sich wieder von den Toten. Jetzt soll die Rache auf ihrer Seite sein. Sie sammeln ein Heer von Untoten für das letzte Gefecht. Zu viele für einen einzelnen Mann. Aman rettet deshalb den jungen Sträfling Fabulos vor dem Galgen und bietet ihm einen gut bezahlten Job an: Er erwartet die Zombies am Schlachthaus seiner Ziehmutter, wo er seine Stiefschwester Sueno lieben gelernt hatte. Sie war bei der Geburt des Bastards in ihrem Leib gestorben. An dem Ort, an dem alles begann, soll es auch zu Ende gebracht werden ...


Blade is back


So steht es auf dem deutschen DVD-Cover und manch einer mag sich von diesem kurzen Satz ein wenig in die Irre führen lassen, so das er mit einer vollkommen falschen Erwartungshaltung an diesen Film herangeht. So sind sicherlich auch einige der größtenteils sehr negativen Kritiken zu erklären, die der neue Film mit Wesley Snipes bisher erhalten hat. Nach seiner Haftstrafe tritt der gute Mann hier in einer Kombination aus Western-und Horrorfilm auf, der sogar phasenweise dezente Fantasy-Einschläge erkennen lässt und durch diese ungewohnte Mischung durchaus seinen ganz eigenen Reiz auf den Zuschauer ausübt. Ganz bestimmt ist das Werk von Andrew Goth kein filmisches Meisterwerk und auch das Drehbuch erscheint an einigen Stellen ein wenig unausgegoren, doch insgesamt gesehen präsentiert sich eine jederzeit interessante Geschichte, aus der man allerdings noch etwas mehr hätte herausholen können. Viele Leute beklagen sich darüber, das der Film zu wenig Action beinhalten würde, was ich persönlich ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen kann. Sicherlich handelt es sich definitiv nicht um ein Spektakel, doch das Geschehen ist dafür vielmehr auf klassischen Duellen aufgebaut, wie man sie aus den reinrassigen Western her kennt. Das mag nicht jeden Geschmack treffen, doch gerade dieser Aspekt ist in meinen Augen eine der Stärken eines Werkes, das zu Unrecht so viele schlechte Kritiken nach sich zieht und somit vollkommen unterbewertet wird.

In erster Linie überzeugt das Szenario durch eine ziemlich triste Atmosphäre, die hauptsächlich durch die äußerst karg ausgestatteten Kulissen erzeugt wird. Spielt sich doch das Ganze in einer wüstenähnlichen Location ab, die teilweise schon etwas von einer Endzeit-Stimmung hat. Gleichzeitig wirft die spartanische Ausstattung des Filmes die Frage auf, wo die geschätzten 17.000.000 $ Budget geblieben sind, die das Szenario angeblich verschlungen hat. Wie dem aber auch sei, diese herrliche Grundstimmung übt ihre ganz eigene Faszination aus, die sich ganz automatisch auch auf den Betrachter überträgt. Und so wartet man dann auch gespannt darauf wie sich die Story denn entwickeln mag, die zu Beginn noch ein wenig undurchsichtig erscheint und erst durch das hinzufügen diverser Rückblicke die Zusammenhänge erkennen lässt. In diesem Punkt hat Goth wirklich gute Arbeit geleistet und baut auch durch die eher ruhige Erzähl-Struktur der Ereignisse sehr gekonnt einen Spannungsbogen auf, der sich jederzeit sehen lassen kann. Auch wenn die Elemente des klassischen Western ganz eindeutig im Vordergrund stehen, werden immer wieder diverse Horror-Anteile eingefügt, die letztendlich für diese außergewöhnliche Mixtur sorgen, die "Gallowwalkers" in meinen Augen zu einem absolut sehenswerten Genre-Mix machen.

Im Bezug auf die Härte hätte sich manch einer eventuell etwas mehr erwartet, doch erscheinen die vorhandenen Passagen als vollkommen ausreichend, um hier die 18er Freigabe zu rechtfertigen. Dabei offenbart sich eine Mischung aus handgemachten-und CGI-Effekten, die man als größtenteils gelungen bezeichnen kann. Einige Szenen erscheinen schon ziemlich derbe, jedoch wird der übliche Rahmen zu keiner Zeit überschritten. So ergibt sich dann im Prinzip auch ein Gesamteindruck, der das Werk oberhalb des normalen Durchschnitts ansiedelt und je nach der Sichtweise des jeweiligen Betrachters kann man sogar von einem wirklich gelungenem Film sprechen. Auch die oft kritisierten Leistungen der Darsteller-Riege kann ich nicht nachvollziehen, sicherlich bekommt man keinerlei oscarreife Performances zu sehen und niemand spielt sich sonderlich in den Vordergrund, doch gerade für eine Geschichte dieser Art empfand ich das dargebotene Schauspiel als äußerst solide. Snipes agiert beispielsweise wortkarg und cool wie immer und auch die anderen Darsteller liefern keinerlei Grund zu größerer Beanstandung. Womit sich also einmal mehr die Frage stellt, warum "Gallowwalkers" eigentlich durch die Bank eher negative Kritiken nach sich zieht, die teilweise sicherlich aus einer falschen Erwartungshaltung heraus resultieren.

Im Endeffekt bekommt man nämlich einen ziemlich gelungenen Genre-Mix geboten, der sogar recht gut die einzelnen Elemente miteinander vermischt und so ein recht außergewöhnliches Film-Erlebnis anbietet, an dem man durchaus seine Freude haben kann. Kein filmisches Meisterwerk und schon gar kein Vergleich mit "Blade", aber eine extrem atmosphärische Kombination aus klassischem Western-und Horrorfilm, die zudem durch ein streckenweise unwirklich erscheinendes Ambiente schon Züge des Fantasy-Filmes erkennen lässt. Die trostlose Grundstimmung des Ganzen sorgt dann noch zusätzlich dafür, das ein beklemmendes Gefühl beim Zuschauer aufkommt, so das man insgesamt gesehen von einem gelungenen Szenario sprechen kann, das auf jeden Fall langatmig oder nicht lohnenswert erscheint. Natürlich ist es wie immer reine Geschmackssache, doch bin ich mitr ziemlich sicher, das auch "Gallowwalkers" seine Fan-Gemeinde finden wird.


Fazit:


Eine ruhige Erzählweise, klassische Western-Duelle und etliche Horror-Elemente ergeben hier eine sehr gelungene Mixtur. Sicherlich hätte man noch etwas mehr aus der interessanten Thematik herausholen können, doch insgesamt gesehen ist "Gallowwalkers" weitaus besser gelungen, als manche im Netz veröffentlichte Kritik es höchstwahrscheinlich vermuten lässt.


7/10

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Bild Big Brother is watching you


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