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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: [Rec] 3 - Genesis (2012)
BeitragVerfasst: 22. Dez 2012, 19:52 
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[Rec] 3 Genesis
([Rec] 3 Genesis)
mit Leticia Dolera, Javier Botet, Diego Martin, Alex Monner, Ismael Martinez, Claire Baschet, Ana Isabel Velasquez, Carla Nieto, Borja Glez Santaolalla, Emilio Mencheta, Mireia Ros, Paco Moreno, Aitor Legadon
Regie: Paco Plaza
Drehbuch: Paco Plaza
Kamera: Pablo Rosso
Musik: Mikel Salas
Keine Jugendfreigabe
Spanien / 2012

Clara und Koldo feiern den schönsten Tag ihres Lebens: ihre Hochzeit! Die ausgelassene Stimmung kippt aber schnell, als einer der Gäste Zeichen einer seltsamen Krankheit aufweist und beginnt Blut zu spucken. Nachdem sich andere Besucher rasend schnell anstecken und auf die anderen losgehen bricht die Hölle aus: Die gemütliche Festivität wird zum hysterisches Schlachtfest, in der sich die Hochzeitsgesellschaft in einem Kampf um Leben und Tod wiederfindet. Clara und Koldo müssen so schnell wie möglich entkommen - und wie lässt sich das Killer-Virus stoppen?


Nun hat es also auch die [Rec]-Reihe erwischt, denn mit vorliegendem dritten Teil ist meiner Meinung nach ein erheblicher Qualitätsverlust zu erkennen. Ob dies einzig und allein der Tatsache geschuldet ist, das Jaume Balaguero bei der Regie ausgestiegen ist und somit Paco Plaza allein für diesen Film verantwortlich zeichnet wage ich zu bezweifeln, denn es sind doch in der Hauptsache inhaltliche Schwächen, die hier einen eher zwiespältigen Eindruck hinterlassen. [Rec] 3 ist zwar immer noch ein sehenswerter Film, der jedoch das Hauptaugenmerk lediglich auf ein ordentliches Tempo und einige derbe SFX legt und dabei leider inhaltlich nicht wirklich überzeugen kann. Das mag den Fans härterer Splatter-Kost herzlich egal sein denn diese Zielgruppe wird gut versorgt, vergleicht man allerdings die Story mit denen der beiden Vorgänger, so wird in vorliegendem Fall absolute Schmalkost angeboten, die keinerlei höhere Erwartungen erfüllen kann. Und so verkommt dann auch das Geschehen zu einer einzigen Metzel-Orgie die zugegebenermaßen einige herrlich schwarzhumorige Szenen enthält, aber ansonsten relativ wenig Substanz enthält um einen gänzlich überzeugenden Eindruck beim Zuschauer zu hinterlassen.

Paco Plaza weicht außerdem vom altbewährten Stil ab, denn die Wackelkamera kommt hier lediglich in den ersten gut 20 Minuten zum Einsatz. Das sehe ich noch nicht einmal als negativ an, obwohl damit die eigentliche Stärke der Film-Reihe gekappt wird. Verliert sich doch der dokumentarische Look der Ereignisse und man hat ganz automatisch nicht mehr das Gefühl, phasenweise mitten im Geschehen zu sein. Dadurch entsteht nicht mehr diese einzigartige Intensität der beiden ersten Teile und die Faszination der Ereignisse hält sich in durchaus überschaubaren Grenzen. Irgenwie will sich in diesem Film auch nicht wirklich ein echter-und konstanter Spannungsbogen aufbauen, die Geschehnisse erscheinen doch recht vorhersehbar und es gibt keinerlei echte Überraschungsmomente. Der größte Nachteil ist jedoch der gewählte Schauplatz des Szenarios, denn das weitläufige Areal auf dem die Hochzeitsfeier stattfindet dient nicht unbedingt dazu, die absolut bedrohliche-und zudem sehr klaustrophobische Atmosphäre der beiden ersten Teile zu erzeugen.

Die Grundstimmung in dem unter Quarantäne stehenden Mietshauses war einfach viel dichter und hat beim Betrachter dafür gesorgt, das man eigentlich durchgehend mit einer Gänsehaut überzogen war, die hier so gut wie überhaupt nicht aufkommen will. Zu sehr liegt der Focus der Geschichte auf dem vorhandenen Härtegrad, der allerdings phasenweise sehr ordentlich ausfällt und so manche derbe Passage anbietet. Legt man seine Erwartungen einzig und allein auf diesen Aspekt dann wird man wirklich bestens bedient und hat keinerlei Grund zur Beanstandung, erwartet man aber ein wenig mehr, wird man letztendlich doch mit einer kleinen Enttäuschung konfrontiert. Meiner persönlichen Meinung nach ist die Luft aus der [Rec]-Reihe ganz einfach ein wenig raus und mit diesem dritten Teil wird ein wenig der bisherige sehr gute Gesamteindruck zerstört. Es fehlen die zündenden Ideen, stattdessen werden jederzeit austauschbare Komponenten präsentiert, die man schon etliche Male gesehen hat und die auch schon besser umgesetzt wurden. Und auch der schon kurz erwähnte schwarze Humor erscheint nicht immer absolut passend, sondern wirkt an einigen Stellen schon etwas albern, was insbesondere auf das Verhalten der Infizierten zu beziehen ist, wenn sie von einem Pastor zitierte Bibel-Passagen hören. So wird die Ernsthaftigkeit der Ereignisse doch manchmal untergraben, was dem gewonnenen Gesamtbild nicht unbedingt förderlich ist.

Insgesamt gesehen ist "[Rec] 3 Genesis" alles andere als ein schlechter Film, jedoch offenbart das Szenario einige offensichtliche Defizite, die man in den beiden ersten teilen noch nicht erkennen konnte. Für Freunde der harten Gangart ist der Film eine absolute Empfehlung, wer allerdings etwas mehr erwartet dürfte eher enttäuscht sein. Die Geschichte bietet rein inhaltlich wenig Sehenswertes und es fehlt stellenweise an der nötigen Spannung, um von einem wirklich überzeugenden Film zu sprechen. Auch das Schauspiel der Akteure ist maximal als passabel anzusehen und sämtliche Charaktere wirken jederzeit austauschbar. Auch wenn sich das alles jetzt nicht sonderlich positiv anhört, drückt es lediglich meine persönlichen Empfindungen aus und manch einer wird es sicherlich vollkommen anders sehen und restlos begeistert sein. Sehenswert ist dieses Werk auf jeden Fall, man sollte lediglich die eigenen Erwartungen nicht zu hoch ansetzen, denn die Klasse seiner beiden Vorgänger kann dieser Film zu keiner Zeit auch nur annähernd erreichen.


Fazit:


Einzig und allein auf Tempo-und Härte ausgerichtet, bleibt "[Rec] 3" doch weitesgehend hinter den Erwartungen zurück, ist aber dennoch ein unterhaltsames Filmchen, das mit einer Laufzeit von gerade einmal etwas über 70 Minuten keinerlei Längen erkennen lässt. Mehr hätte die ziemlich ausgedünnte Rahmenhandlung allerdings auch nicht hergegeben, denn inhaltlich ist hier Schmalhans der Küchenmeister.


6,5/10

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