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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Howl (2015)
BeitragVerfasst: 27. Apr 2016, 19:16 
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Howl
(Howl)
mit Ed Speleers, Holly Weston, Shauna Macdonald, Elliot Cowan, Amit Shah, Sam Gittins, Rosie Day, Duncan Preston, Ania Marson, Calvin Dean, Brett Goldstein, Sean Pertwee, Ryan Oliva, Robert Nairne, Ross Mullan
Regie: Paul Hyett
Drehbuch: Mark Huckerby / Nick Ostler
Kamera: Adam Biddle
Musik: Paul E. Francis
FSK 16
Großbritannien / 2015

In einer stürmischen, dunklen Nacht: Ein spärlich besetzter letzter Zug in die Vororte verlässt den Londoner Bahnhof, der junge Schaffner Joe freut sich auf seinen Feierabend. Die Hoffnung auf eine ruhige Schicht wird jedoch jäh zunichte gemacht, als der Zug auf offener Strecke mitten im Wald zum Halten kommt. Eines ist bald klar: Dort draußen im Dunkel lauert etwas! Als immer mehr Fahrgäste den Attacken mannsgroßer pelziger Kreaturen zum Opfer fallen, organisiert Joe den bewaffneten Widerstand. In den Trümmern des letzten Waggons entscheidet sich der ungleiche Kampf zwischen Mensch und Monster.


Filme mit Werwölfen gibt es genügend, aber nur die wenigsten Beiträge kann man dabei als wirklich gelungen bezeichnen. Mit "Howl" liegt nun ein weiterer Beitrag von Regisseur Paul Hyett (The Seasoning House) vor, den man meiner persönlichen Meinung nach zu den besseren Vertretern seiner Art zählen kann. Das liegt in erster Linie an der vorherrschenden Grundstimmung des Filmes, die sich doch schon nach wenigen Minuten zu erkennen gibt und von da an fast im Minutentakt immer dichter und bedrohlicher in den Vordergrund rückt. So bekommt der Zuschauer dann auch nur eine gut 15 Minuten lange Einführung vorgesetzt, in der einem die verschiedenen Facetten der einzelnen Figuren oberflächlich näher gebracht werden. In dieser Beziehung schöpft Hyett dann auch wirklich aus dem Vollen und bietet so ziemlich jedes Charakter-Klischee, das man sich nur vorstellen kann. Dies macht sich dann in der Folge stark bemerkbar, denn die einzelnen Personen könnten kaum unterschiedlicher gestrickt sein, was dann zwangsläufig auch mit zunehmender Laufzeit für etliche Spannungen sorgt. Das kommt dem Gesamtbild durchaus zu Gute, denn so wird der fast aussichtslosen Lage der Protagonisten noch mehr Nachdruck verliehen, müssen sie sich doch längst nicht nur gegen mehrere Werwölfe, sondern auch gegen auftretende Spannungen innerhalb der Gruppe erwehren. Das die Abläufe dabei nicht ohne Verluste abgehen dürfte jedem klar sein und so entwickelt sich immer mehr ein kurzweiliger Horrorfilm, der etwas an ein Werk wie "Monster im Nachtexpress" erinnert, nur das hier eben Werwölfe mit von der Partie sind.

Wie dem auch sei, auf jeden Fall rückt "Howl" seine Stärken recht eindrucksvoll in den Vordergrund. Das nächtliche und einsam gelegene Waldgebiet und der begrenzte Schauplatz innerhalb des Zuges sorgen für eine angenehme Gänsehaut beim Zuschauer. Bis auf einen sehr kurzen Ausflug an den Rand des unheimlich erscheinenden Waldes spielt sich dann auch das komplette Szenario innerhalb des liegen gebliebenen Zuges ab, was gleichzeitig auch eine herrlich klaustrophobische Note beimischt. In erster Linie spielt Hyett dann mit den ureigensten Ängsten des Menschen, wobei die Furcht vor der Dunkelheit und dem Unbekannten an vorderster Front stehen. Es dauert dann auch eine geraume Zeit bis man die Werwölfe dann zum ersten Mal in ihrer vollen Pracht erleben kann, denn zunächst bekommt man lediglich einzelne Körperpartien oder schemenhafte Konturen geboten. Das schürt dann fast selbstverständlich die Neugier des Zuschauers und so manch einer wird dann eventuell bei der endgültigen Ansicht der Bestien ein bisschen enttäuscht sein.

Mit den bisher bekannten filmischen Lykanthropen haben die hier agierenden Monster eher wenig zu tun, denn die optische Darstellung erinnert doch eher an stark behaarte Mutanten. Über diesen Aspekt kann man dann auch durchaus geteilter Meinung sein, mir persönlich hat jedoch diese eher menschliche Visualisierung äußerst gut gefallen und verleiht dem etwas angestaubten Sub Genre sogar eine nette Facette, die man in dieser Form noch nicht so oft gesehen hat. An dieser Stelle kommt es dann wie eigentlich immer auf den rein persönlichen Geschmack an, denn wer etwas Ähnliches wie beispielsweise "American Werewolf" erwartet, wird weniger auf seine Kosten kommen. Das bezieht sich hauptsächlich auf die dort grandios in Szene gesetzten Verwandlungsszenen, denn solche sollte man hier nicht erwarten. Vielmehr bekommt man die mordenden Bestien gleich in fertiger Montur zu Gesicht, was aber ehrlich gesagt nicht unbedingt negativ zu bewerten ist und auch keinesfalls störend erscheint.

Zum Ende hin noch ein paar Worte über den enthaltenen Härtegrad, denn nachdem "Howl" in der ersten Filmhälfte fast ausschließlich von seiner grandiosen Atmosphäre getragen wird, bekommt man im zweiten Teil auch diverse blutige und harte Momente zu sehen. Zwar offenbart sich dabei kein echtes Spektakel, aber für einen Film mit einer 16er Freigabe hat das Werk dann doch eine ganze Menge zu bieten. So ergibt sich dann letztendlich auch ein überdurchschnittlich guter Gesamteindruck, denn Hyett hat an dieser Stelle einen richtig unterhaltsamen und sehenswerten Genrebeitrag auf die Beine gestellt, den man ohne Weiteres empfehlen kann. An die Klassiker des Sub Genres wie zum Beispiel "Das Tier" oder auch "American Werewolf" kann die vorliegende Geschichte zwar auf keinen Fall heran reichen, aber für eine Bewertung im oberen Drittel reicht die Qualität in meinen Augen definitiv aus.


Fazit:


Mit "Howl" hat Paul Hyett zwar erst seinen zweiten Film vorgelegt, aber nach dem grandiosen "The Seasoning House" versteht es auch dieser aus einem vollkommen anderen Genre stammende Beitrag durchgehend zu überzeugen. Der ein oder andere wird zwar dennoch diverse Haare in der Suppe finden, aber ich werde mir die Blu-ray sicherlich noch öfter in den heimischen Player legen, da man bestens und kurzweilig unterhalten wird.


7/10


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