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 Betreff des Beitrags: John dies at the End (2012)
BeitragVerfasst: 5. Mai 2013, 20:50 
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trashig-exploitativer Chef
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Originaltitel : John Dies at the End

Herstellungsland : USA

Erscheinungsjahr : 2012

Regie : Don Coscarelli

Darsteller : Chase Williamson,Rob Mayes,Paul Giamatti,Clancy Brown,Glynn Turman u.a.

Laufzeit : 95:35 Minuten

Freigabe : FSK 16

Label : Ascot Elite / Pandastorm Pictures


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Story :

Dave trifft sich mit Arnie in einem China-Restaurant und was dem Journalisten dort aufgetischt wird hört sich im ersten Moment nicht wirklich glaubwürdig an.
Dave und John sind nämlich als Kammerjäger für allerlei übernatürliche und seltsame Kreaturen tätig.

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Doch laßt uns von Anfang beginnen :
Nach einem Konzert seiner Band "Three Arm Sally" haben Dave's bester Freund John und einige andere Jugendliche von einem mysteriösem Rastafari mit hellseherischen Fähigkeiten eine seltsame neue Droge bekommen.
Diese Droge nennt sich "Soy Sauce" , ist pechschwarz und scheint zu auch noch ein Eigenleben zu haben.

Als John sich einen "Bad Trip" auf der Sauce schiebt, eilt Dave ihm zur Hilfe und diese Nacht wird das Leben der beiden für immer verändern!
Auf dem Weg ins Hospital sticht sich Dave im Auto versehentlich mit einer Spritze die, mit "Soy Sauce" gefüllt ist und das Teufelszeug gerät auch in seine Blutbahn.

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Durch die Sauce bekommt der Konsument die Gabe in der Zeit zu reisen, in die Zukunft zu sehen und Dinge und Kreaturen zu sehen die einem Nicht-Konsumenten verborgen bleiben.
Doch auch Nebenwirkungen bleiben beim Konsum nicht aus und bis auf John und einen anderen Erstkonsumenten sind alle anderen tot.

Eine Bedrohung für unseren gesamten Planeten, der die Vernichtung zur Folge hat und John und Dave scheinen die einzigen zu sein die das Schlimmste noch verhindern können.
Ob John wirklich am Ende stirbt und was der berühmte Illusionist Dr. Marconi mit all dem zu tun hat solltet ihr schon selbst raus finden.....

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Bewertung :

"It’s the End of the World as We Know It And I Feel Fine", dieser Songtitel der US-amerikanischen Rockband R.E.M. trifft hier eigentlich den Nagel genau auf den Kopf.

In seiner Laufbahn als Regisseur hat Don Coscarelli (BUBBA HO-TEP, DAS BÖSE 1-4, BEASTMASTER) es auf grade mal 11 Filme gebracht und JOHN DIES AT THE END ist sein aktuellstes Werk.
Coscarelli beweist mit seiner neusten Regiearbeit - wie schon zuvor mit BUBBA HO-TEP - das er ein Händchen dafür hat wenn es um die Adaption eines Buchs/Comics geht und das es sich qualitativ sehr positiv auswirkt wenn man nicht alle 2 Jahre einen neuen Film abdreht.
Schon bei PHANTASM 3 & 4 bemerkte der Zuschauer, das eine Menge Humor in den Filmen vorzufinden war, was bei BUBBA HO-TEP weitergeführt und getoppt wurde.
Wer nun meint, das Elvis der es mit einer Mumie aufnimmt an bizarr-durchgeknallter Komik nicht mehr zu überbieten sei, sollte sich JOHN DIES AT THE END nicht entgehen lassen.

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Was Don Coscarelli hier auftischt ist schier unglaublich und man kann es besten als wilden Mix aus TANZ DER TEUFEL 2, DAS BÖSE, NAKED LUNCH, BUCKAROO BANZAI - DIE 8. DIMENSION, SOUTHLAND TALES, DONNIE DARKO, BILL UND TEDS VERRÜCKTE REISE DURCH DIE ZEIT und HOUSE 2 beschreiben.
Bei JOHN DIES AT THE END nicht handlet es sich nicht um einen reinen Horror Film sondern mehr um einen Genremix; eine Fantasy, Horror und Comedy Achterbahnfahrt, die des Zuschauers Gyrus cerebri - zu Deutsch auch Hinrwindungen genannt - in ihrer verrückten Komplexität beansprucht.
Nicht das man denkt der Zuschauer kann der Story nur schwer folgen, denn diese ist durchaus verständlich - nur sollte der Betrachter sich während der 95 Minuten Laufzeit nicht ablenken lassen und sich vollkommen dem Film widmen!

Schon nach den ersten Infos zu JOHN DIES AT THE END waren Fans weltweit in Begeisterung ausgebrochen und die Erwartungen waren hoch.
Was ich hier versichern kann, ist das der Film die Erwartungen halten kann und er zu Recht die fast durchweg positiven Kritiken bekommen hat.
Bei JOHN DIES IN THE END ist jede Szene, jeder Dialog und jede Kameraeinstellung bestens durchdacht um dem Comic eine adäquate Adation zu gewährleisten.
Schon die mehr als gelungene Eröffnungssequenz, in der es um die Langlebigkeit von Äxten geht, kann voll überzeugen und etabliert zu Beginn den Grundtenor des Films.
Mit fortschreitender Laufzeit wird der Zuschauer immer mehr in die Handlung und Bann gezogen und man schüttelt hier mehr als nur einmal ungläubig den Kopf aufgrund der abstrus-genialen Storyentwicklung!
Die Storyentwicklung ist alles andere als vorhersehbar und ein perfekter Gegenentwurf zum zynisch durchkalkuliertem und uninspiriertem Popcorn-Mainstream Kino der heutigen Zeit!

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Getragen wird das ganze Szenario von den beiden Hauptdarstellern Chase Williamson als Dave und Rob Mayes als John, die sich perfekt die Bälle zuspielen das die Dialoge vor Wortwitz sprühen.
Ich selbst habe das letzte Mal so herzlich gelacht und Spaß gehabt bei TUCKER & DALE VS. EVIL und könnte mir für JOHN DIES AT THE END kein besseres Duo als Williamson und Mayes vorstellen.
Abgerundet wird deren Performance noch durch Auftritte von Doug Jones (HELLBOY, ABSENTIA - der hier an John Waters in jungen Jahren erinnert), Paul Giamatti (ROCK OF AGES, HANGOVER 2, SHOT 'EM UP, AMERICAN SPLENDOR, THE ILLUSIONIST), Clancy Brown (BUCKAROO BANZAI, BLUE STEEL, HIGHLANDER, STARSHIP TROOPERS) und Glynn Turman (SUPER 8, COOLEY HIGH, DAS SCHLANGENEI) und sie alle liefern eine exzellente Performance.
Als besonderes Schmanckerl gibt es auch noch einen Cameo von Angus "The Tall Man" Scrimm, der hier einen Priester spielt.

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Von der FSK 16 Freigabe sollte sich der geneigte Fan blutiger Unterhaltung nicht abschrecken lassen, denn hier geht es stellenweise nicht grade zimperlich zur Sache.
So bekommt man neben allerlei grotesk anmutenden Kreaturen auch das ein oder andere abgetrennte Körperteil oder blutige Einschüsse zu sehen.
Auch wenn dies teilweise ein wenig Trash-Charakter aufweist - obwohl hier der Begriff "Trash Chic" eher greift - sind die FX durch die Bank weg genial.
Das verwundert nicht den diese Effekte wurden von Robert Kurzman - dem "K" der KNB FX Group - als Supervisor überwacht und das Herr Kurtzman sein Handwerk versteht ist ja kein Geheimnis.
Hier konnte Robert definitiv mal die Puppen tanzen lassen und neben schleimigen Würmern, fliegenden Schnautzern die Leute attackieren und Genital-Türgriffen gibt es sogar ein Monster zu sehen welches sich komplett aus Würstchen, Rippchen und Steaks manifestiert.


"Denkst du was ich denke?" (John)

"Das Franz Kafka's Kopf explodieren würde wenn er hier wäre!" (Dave)



Das klingt für den Leser alles vollkommen verrückt und bizarr, was es auch ist - aber zu keiner Zeit langweilig!
Die Story bietet eigentlich keinen großen Spannugsaufbau - dies ist aber auch nicht zwingend von Notwendigkeit und man wird bestens unterhalten!
Es ist als würde man ein einen riesen Wollknäuel entwirren in desen Mitte sich Paralleluniversen, Zeitreisen, Monster, sprechende Hunde, Flashbacks, Hot Dog Telefone und Zukunftsvisionen befinden!

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Schnitt und Kameraführung sind bei JOHN DIES AT THE END auch über jeden Zweifel erhaben und lassen keinen Raum für Kritik offen - der Film ist durchgestylte und perfekt in Szene gesetz.
Grade in den Szenen, in denen Akteure im Soja-Rausch sind können sich sehen lassen und mitunter denkt man jemand hat einem heimlich einen tropfen der lebenden Substanz ins Getränk geschüttet
Vollkommen genial ist auch eine im Cartoon Look verwendet Sequenz die es in sich hat und meiner Meinung nach konnte diese Entscheidung kosten sparen und auch einer eventuellen Gewaltzensur vorbeugen.
Diese Sequenz fügt sich auch bestens in das Gesamtbild, da der ganze Film Comicartig und überzogen wirkt!

Komplettiert wird das ganze Szenario durch den wirklich tollen Score von Brian Tyler, der u.a. für seine Scores für SIX STRING SAMURAI (in Zusammenarbeit mit der Band RED ELVISES), JOHN RAMBO, DAS LAZARUS-PROJEKT, DIE STUNDE DES JÄGERS oder jüngst IRON MAN 3 bekannt sein dürfte.
Teilweise erinnert diese Musik an die heroischen Soundtracks der Spaghetti-Western und unterstreicht somit das unsere zwei Hauptprotagonisten sich von antriebslosen Slackern zu kampfbereiten Helden gemausert haben.
Zudem befinden sich auch noch 2 Stücke der Band "The Inevitable Backlash" aus Kalifornien auf dem Score und diese wissen mit noisigen Punk-Rock zu überzeugen, der wie ein Mix aus "The Replacements" und "Saccharine Trust" klingt.
Im Film werden diese beiden Songs von John's fiktiver Band "Three Arm Sally" live auf der Bühne performed und rocken das Haus.

Zwangsläufig muss man bei JOHN DIES AT THE END wohl akzeptieren das die Logik ein wenig auf der Strecke bleibt - eventuell liegt es aber auch an der allgemeinen, leichten Sperrigkeit des Films und es werden einfach mehrere Durchläufe benötigt damit alles schlüssiger wirkt.
Trotz allem kann man JOHN DIES AT THE END keine Vorwürfe machen er sei uninspiriert oder nicht innovativ, denn Eigenständigkeit und Innovation sind zwei Begriffe die hier vollends zutreffen - der Film strahlt einfach eine frische Coolness aus, die man in den letzten Jahren selten in einem Genre-Mix zu sehen bekommen hat!
Es mag sich zwar um einen B-Movie handeln , doch Coscarelli's Low Budget Arbeiten heben sich erheblich von anderen ab -JOHN DIES AT THE END kann sein hohes Tempo und den grotesken Humor die komplette Laufzeit über beibehalten ohne in langweilige Phrasendrescherei abzurutschen!

www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Nun bleibt abzuwarten was uns der Regisseur als nächstes in BUBBA NOSFERATU : CURSE OF THE SHE-VAMPIRES - dem Sequel zu BUBBA HO-TEP - wieder um die Ohren haut!
Solange verkürzt man sich die Wartezeit am besten mit diesem Werk hier, bei dem Mann doch glatt denken könnte das der Filmtitel der wohl größte Spoiler in der Geschichte ist.....



9 von 10 Bratwurst Telefonen


www.youtube.com Video From : www.youtube.com



Die DVD :

Label : Ascot Elite / Pandastorm Pictures
DVD-Format : DVD-9 (8,5 GB)
TV-Norm : PAL
Regionalcode : 2
Verpackung : Keep Case (Amaray)
Bildformat : 1,78:1 (anamorph / 16:9)
Tonformat : Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel : Deutsch/Englisch
Extras : - Original Kinotrailer (2:20 Min.)
- Trailershow mit Trailern zu 8 weiteren Titeln

_________________
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"Are you gonna bark all day little doggie, or are you gonna bite?"


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