Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Let Us Prey (2014)
BeitragVerfasst: 28. Jul 2015, 22:07 
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O-Titel: Let Us Prey
Herstellungsland: GB / IRE
Erscheinungsjahr: 2014
Darsteller: u. a. Liam Cunningham, Pollyanna McIntosh, Sophie Stephanie Farmer, Niall Greig Fulton, Bryan Larkin, James McCreadie, Douglas Russell, Hanna Stanbridge, Brian Vernel, Jonathan Watson
Regie: Brian O'Malley
FSK: KJ

Inhalt:


Irgendwo in Schottland in irgendeiner Stadt, die verlassen scheint. Caesar rast mit seinem Auto durch die Straßen und er hat reichlich Alkohol getankt, auch wenn man ihm das nicht anzumerken scheint. Die junge Polizistin Rachel Heggie, die noch neu auf ihrer Wache ist, macht einen Rundgang am späten Abend, als Caesar einen Mann überfährt. Doch beim genaueren Nachsehen, ist dieser Mann verschwunden. Einen Verletzten scheint es nicht zu geben. Doch Rachel legt Caesar Handschellen an und nimmt ihn mit aufs Revier und sperrt ihn in eine Zelle. Drei weitere Polizisten darunter der Leiter der Wache machen sich auf, um den Verletzten zu finden.

Es gibt bereits einen Insassen im Gefängnis des Reviers: Einen Mann, der sich anscheinend an Kindern vergriffen hatte. Dann tauchen die beiden Officer Jack und Jennifer mit dem Verwundeten auf. Er scheint in einfacher Kleidung daher zu kommen und hat eine Kopfwunde. Dr. Hume wird zu Hilfe gerufen und soll den Patienten verartzen. Als er diesem jedoch näher kommt, begreift Hume, dass der Fremde weiß, was der Arzt gemacht hat. Er will den Fremden deshalb erstechen, doch Rachel kann dies verhindern und sperrt den Doktor ebenfalls ein. Der Fremde weiß es....

Und er scheint noch allerhand mehr über die Insassen und ihre Wärter zu wissen, doch auch er landet vorerst in einer Zelle. Und im Verlauf offenbahren sich die dunklen Geheimnisse eines jeden in der Polizeistation und sie werden für ihre Sünden bezahlen. Jeder einzelne.

Wertung:

Von der Geschichte eigenlich nichts Neues und eigentlich nicht schlecht erdacht erwartet man bei der Erwähnung des "Fantasy Film Fests" doch ein wenig mehr, als dass, was letzten Endes zu sehen war, denn dies bewegt sich auf sehr hohem Amateurniveau mehr aber auch nicht. Die Charaktere sind allesamt nichtssagend und farblos. Gerade was die Verbrechen oder Sünden betrifft, scheint sich überhaupt kein Schema abzuzeichnen, so dass prinzipiell jeder in dieser viel zu leeren Stadt, denn es mangelt an Einwohnern an allen Ecken und Enden, irgendwas auf dem Kerpholz zu haben, und das ist einfach unpassend.

Den Hauptpart nimmt Rachel ein, doch auch sie ist eigentlich ein unbedeutender Charakter. Gespielt wird sie von Pollyanna McIntosh, die auch "The Woman" in Jack Ketchum's "The Woman" spielte, und doch sagt sie mir gar nichts. Lediglich der Unbekannte in Form von Liam Cunningham hab ich in "The Card Player", "Der 1. Ritter" oder "Strike Back" mal gesehen, so dass er nicht gänzlich unbekannt ist. Neben Rachel hat er die größte Rolle, auch wenn ich es von Nachteilen finde, dass diese so geheimnissvoll erscheint, denn dadurch bleibt der Charakter auch eher im Verborgenen. MAn erfährt im Verlauf zwar, dass mit Rachel bereits vorher Kontakt bestand und am Ende versucht der Film zumindest eine Aufklärung über das Wieso und Warum zu geben, was zwar zum Filmthema passt ich als insgesamt aber wenig gelungen empfinde. Ganz furchtbar fand ich übrigens die deutsche Synchronisation von Caesar. Das wirkte schon sehr amateurhaft, ohne das dieser Film wirklich in dieses Genre gesteckt werden will.

Die Aufmachung in seiner Erstauflage im Mediabook sieht zwar schön aus und ist auch gut verarbeitet, ein solcher Film braucht eine derartige Veröffentlichung aber überhaupt nicht. Man hat hier leider immer mehr das Gefühl, dass lediglich die Verpackung zum Kauf anreizen soll, da der Film an sich wohl nicht überzeugen konnte. Die Qualität des Mediabooks ist sehr gut. Das macht den Film leider auch nicht besser, der höchstens B-Movie-Niveau hat. Ein paar Gewalteinlagen berechtigen zwar zu einer gewissen Freigabe, tragen aber nur wenig zur Handlung bei. Insgesamt ist dieser Film aus meiner Sicht deshalb nur Mittelmaß und erhält deshalb auch nur 06/10 Punkten. Kann man sehen, muss man aber nicht.


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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Let Us Prey (2014)
BeitragVerfasst: 29. Jul 2015, 09:50 
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Das MB liegt hier noch, muss aber noch gesichtet werden.....
Bin mal gespannt, den die Kritiken pendeln sich meist alle so zwischen 6-8/10 ein

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 Betreff des Beitrags: Re: Let Us Prey (2014)
BeitragVerfasst: 29. Jul 2015, 17:24 
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Let Us Prey
(Let Us Prey)
mit Liam Cunningham, Pollyanna McIntosh, Bryan Larkin, Hanna Stanbridge, Douglas Russell, Niall Greig Fulton, Jonathan Watson, Brian Vernel, James McCreadie, Sophie Stephanie Farmer, Andrew Parker
Regie: Brian O'Malley
Drehbuch: David Cairns / Fiona Watson
Kamera: Piers McGrail
Musik: Steve Lynch
SPIO/JK
Großbritannien / Irland / 2014

Die junge Polizistin Rachel ist gerade auf dem Weg zu ihrer ersten Nachtschicht in einem gottverlassenen Kaff in Schottland. In den gespenstisch leeren Gassen wird sie Zeugin eines Autounfalls, dessen Opfer scheinbar spurlos verschwindet. Im Revier angekommen, muss sich Rachel gegenüber den Sticheleien ihrer misstrauischen und zwielichtigen Kollegen erwehren, als plötzlich das Unfallopfer auftaucht. Die Herkunft des charismatischen und schweigsamen Mannes ist völlig rätselhaft, doch übt der Fremde einen dunklen Einfluss auf die inhaftierten Sträflinge aus. Schon bald scheint die Hölle auf Erden auszubrechen und ein tödlicher Albtraum beginnt.


"Let Us Prey" ist die mittlerweile vierte Veröffentlichung des Labels Pierrot Le Fou und stellt gleichzeitig auch das Erstlingswerk von Regisseur Brian O'Malley dar. Wie nicht anders zu erwarten kommt auch dieses Mal ein relativ harter Film auf den Zuschauer zu, wobei sich die visuellen und teilweise expliziten Gewaltdarstellungen erst in der zweiten Hälfte des Szenarios zu erkennen geben. Zuvor setzt O'Malley erst einmal sein Hauptaugenmerk darauf eine wirklich düstere Atmosphäre aufzubauen und dieser Schachzug ist auch als absolut gelungen anzusehen. Von der Ausgangslage und der Location her wird man fast schon zwangsweise an John Carpenter's Klassiker "Assault on Precint 13" erinnert, denn auch hier spielt sich die gesamte Geschichte räumlich sehr begrenzt in einem kleinen Polizeirevier ab und zudem tendiert auch der Aufbau der Geschichte in diese Richtung. Ziemlich schnell kehrt dann jedoch auch eine stark mysteriöse und übernatürliche Note in das Geschehen ein, was in erster Linie durch den unbekannten Fremden (Liam Cunningham) der Fall ist, der hier nämlich ganz offensichtlich etliche böse Geheimnisse der restlichen Akteure kennt. Durch diesen Punkt erscheinen dann auch unübersehbare Ähnlichkeiten zu einem anderen und eher unbekannten Film auf, denn im weiteren Verlauf ergeben sich doch mehr als deutliche Parallelen zum 2010 veröffentlichten "The Traveller - Nobody Will Survive", in dem Val Kilmer die Hauptrolle spielte.

Näher sollte man auch keinesfalls darauf eingehen, denn ansonsten würde man anderen ganz eindeutig jegliche Spannung vorweg nehmen. Allerdings muss man auch nicht gerade das Abitur haben um frühzeitig zu erkennen, in welche Richtung die ganze Chose letztendlich hinaus läuft und was es mit dem geheimnisvollen Fremden auf sich hat. Großartig innovative Ansätze sollte man also nicht unbedingt erwarten doch dafür ist "Let Us Prey" im Prinzip auch überhaupt nicht ausgelegt worden. Vielmehr wurde sich an dieser Stelle augenscheinlich bei den genannten Werken bedient, um eine letztendlich jederzeit interessante Geschichte zu erzählen, dessen auffälligstes Merkmal ganz sicher die zwei vollkommen unterschiedlichen Filmhälften darstellen dürften. Während man im ersten Teil nämlich fast ausschließlich mit der dichten und streckenweise fast apokalyptisch anmutenden Grundstimmung um die Gunst des Zuschauers buhlt, serviert man im zweiten Teil ein stetig ansteigendes Tempo und jede Menge härterer Passagen. Das wird dann in erster Linie den geneigten Gorehound erfreuen, der mit ein wenig Geduld ausgestattet definitiv auf seine Kosten kommen wird.

Dennoch artet die Chose zu keiner Zeit in ein sinnloses Gekröse aus, denn O'Malley ist wohl darauf bedacht, den Betrachter nicht ausschließlich mit einer Schlachteplatte zu versorgen, sondern ihm auch die Abgründe der menschlichen Seele zu offenbaren, die bis auf eine Ausnahme bei allen Akteuren mehr als deutlich zum Vorschein gelangen. Somit wären wir dann auch bei den Charakteren angekommen, die bis auf die junge und neue Polizistin Rachel durch die Bank extrem unsympathisch daher kommen. Ausgenommen davon ist zusätzlich noch der scheinbar allwissende Fremde, der trotz seiner am Ende erklärten Bedeutung viel eher als Neutrum anzusehen ist. Was sich ansonsten sowohl von den Polizisten wie auch den Gefangenen präsentiert ist im Prinzip nur mit dem Begriff menschlicher Abfall zu bezeichnen, denn die zum Vorschein kommenden dunklen Geheimnisse offenbaren so manche grausame Tat, die dem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren lässt. So sind die Sympathiepunkte dann auch schnell vergeben und man kann sich den zwar recht vorhersehbaren, aber dennoch jederzeit spannenden Abläufen widmen, die einem phasenweise durch etliche kleine Flashbacks näher gebracht werden. Durch dieses Stilmittel erfährt man nämlich immer mehr von den einzelnen Figuren und kann sich so auch aufgrund dessen schon frühzeitig erklären, welche Rolle der Fremde in diesem teils blutigen Szenario einnimmt.

Das an dieser Stelle dann kein wirklich großer Überraschungseffekt zu Tage tritt ist durchaus zu verschmerzen, denn das Gesamtbild von "Let Us Prey" kann sich auf jeden Fall sehen lassen und stellt letztendlich ein absolut gelungenes Regie Debüt dar, zu dem man O'Malley nur gratulieren kann. Natürlich wird nicht jeder das so sehen, doch hier wurden die nötigen Zutaten für einen durchgehend interessanten und harten Genre Beitrag gekonnt zusammen gerührt, so das im Endeffekt ein überdurchschnittlich gutes Gesamtbild entstehen sollte. Wer "The Traveller - Nobody Will Survive" nicht kennen sollte könnte eventuell sogar den oft zitierten Aha-Effekt erleben, da sich etliche Dinge dann erst zu einem späteren Zeitpunkt endgültig erklären lassen. Wie dem aber auch sei, hier ist ein unterhaltsamer Genre Flick entstanden der den Horrorfilm zwar nicht neu erfindet, aber altbewährte Zutaten in einer tollen Verpackung präsentiert. Liebhaber des Genres sollten auf ihre Kosten kommen, denn "Let Us Prey" bietet sämtliche Elemente, die einen Horrorfilm absolut sehenswert erscheinen lassen und für durchgehend gute Unterhaltung sorgen.


Fazit:


Ein Meisterwerk ist diese Produktion sicherlich nicht, dafür offenbart sich jedoch ein äußerst stimmiger und atmosphärischer Beitrag, der insbesondere im zweiten teil auch mit etlichen gut in Szene gesetzten Gewaltspitzen aufwarten kann. Freunde der härteren Gangart müssen also lediglich ein wenig Geduld aufbringen und werden dafür letztendlich auch ausreichend belohnt.


7,5/10


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 Betreff des Beitrags: Re: Let Us Prey (2014)
BeitragVerfasst: 23. Aug 2015, 18:01 
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Beiträge: 416
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So lasset uns beten ....


auf dass in den kommenden Produktionen in Spielfilmlänge des "Neulings" Brian O'Malley kleinere Fehler und
Unzulänglichkeiten, welche in Let us Prey noch vorherrschen, ausgemerzt werden ...

Sicherlich wird das vorliegende Werk keinen Oskar gewinnen, allerdings kommt dieser Nicht-Hoolywood-Film mit einer
soliden Atmosphäre und Story daher, welche - besonderes ersteres - in allzuvielen Neuerscheinungen gänzlich abgehen.
Hatte die letzten Wochen viele 2014/ 2015er zur Sichtung, grossteils reine 0815-Filme ohne viel Unterhaltungswert, weswegen
Let us Prey positiv hervorsticht; natürlich ist dies wie immer auch geschmackssache.

Fand hier bereits den Einstieg mit den tollen Bildern und der unterlegten Musik sehr ansprechend, GoT Star Liam Cunningham
passt hervorragend in seine Rolle. Er trägt im wesentlichen auch den Film, evtl. hätte etwas mehr 'Tiefgang' der
Charaktere insgesamt gut getan. So bleibt es bei einer düsteren Erzählung über Schuld und Sühne, teils etwas holprig
in der Umsetzung. Kleinere "Leckerlis" entschädigen und machen hingegen zusätzlich Lust auf mehr, z. Bsp. das Schattenspiel
an der Wand hinter einem sündigen Protagonisten ;)

Definitiv für einen ' gruseligen' Abend geeignet, da eine gute Mischung aus Spannung, Atmosphäre und Unterhaltungswert
serviert wird.

8,5 Rabenfedern

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I don't think runnning will save you.


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